2. weltkrieg (1939 – 1945)

1 Anlasse und Ursachen2 Adolf Hitlerr />2.1 Die Jugendjahre

Adolf Hitler wurde am 20. April 1889 in Braunau am Inn in Osterreich als Sohn eines Zollbeamten geboren. Er wuchs in Braunau, Passau, Linz und ab 1898, seit der Pensionierung seines Vaters, in Leonding bei Linz auf. Er besuchte die Volks- und die Realschule, brach aber 1905, zwei Jahre nach dem Tod seines Vaters, den Schulbesuch ohne Abschluss ab. Von 1905 bis 1907 lebte er, von seiner Mutter finanziell unterstutzt, ohne Ausbildung und Beruf in Linz.

1907 und 1908 scheiterte Hitler zweimal beim Versuch in die Allgemeine Malschule an der Akademie der Bildenden Kunste aufgenommen zu werden an der Aufnahmeprufung. Er besuchte haufig die Oper, stellte kunstlerischer Versuche auf verschiedenen Gebieten an und bezeichnete sich als „Schriftsteller“ und „Kunstmaler“. Anders als er es in Mein Kampf darstellte, musste er sich nicht als Hilfsarbeiter durchschlagen, sondern lebte nach dem Tod seiner Mutter im Dezember 1907 von einer Rente und Zuwendungen seitens seiner Familie. Von 1908 bis 1913 wohnte er in Obdachlosen- und Mannerwohnheimen. In seiner Wiener Zeit kam Hitler mit extrem nationalistischem und antisemitischem Gedankengut in Kontakt, das er sich ebenso aneignete wie eine starke Abneigung gegen Marxismus und Liberalismus.

Um sich den Militardienst in Osterreich zu entziehen ging Hitler 1913 nach Munchen, wo er seinen Wiener Lebensstil unverandert weiterfuhrte. Dort wurde er jedoch von den osterreichischen Behorden aufgespurt und mu?te zur Musterung zuruck nach Osterreich. Er wurde jedoch fur untauglich befunden.

Im 1. Weltkrieg meldete er sich freiwillig bei den bayerischen Militarbehorden und wurde dem Reserve-Infanterie-Regiment 16 als Meldeganger zugeteilt. Im Lauf des Krieges erreichte er den Dienstgrad eines Gefreiten und wurde mit dem Eisernen Kreuz beider Klassen ausgezeichnet.

Das Erlebnis des Krieges pragte Hitler entscheidend. Die militarische Hierarchie setzte sich im Fuhrerprinzip fort, die Erfahrung der Gemeinschaft wirkte auf Hitlers Auffassung von der „Volksgemeinschaft“ und die militarische Werteordnung steigerte sich bei Hitler bis zu einem asketischen Idealismus, der alles der „hoheren Idee“ opferte. Den Abschluss des Waffenstillstand verstand Hitler, der im November 1918, durch Giftgas vorubergehend erblindet, in einem Lazarett in Pommern lag, als Dolchsto? von Juden und Marxisten.

2.2 Politischer Aufstieg

Nach dem Krieg blieb Hitler zunachst in der Reichsarmee, die ihn zur nationalistischen Schulung der Soldaten und als politischen Informanten einsetzte. In seiner Funktion als Informant der Munchner Reichswehrfuhrung besuchte er im September 1919 eine Versammlung einer extrem antisemitistischen kleinen Rechtspartei, der Deutschen Arbeiterpartei (DAP). In diese wurde er auch wenig spater aufgenommen und entwickelte sich rasch zu ihrem Versammlungssprecher und Propagandachef.

Im Februar 1920 benannte sich die DAP in Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei (NSDAP) um. Hitler formte die Partei innerhalb kurzer Zeit zur „Hitlerbewegung“ um. Auf zahlreichen Massenversammlungen agierte Hitler geschickt gegen den Versailler Vertrag und gegen die Weimarer Republik. Dies verschaffte ihm und seiner Partei eine gro?e Anhangerschaft. Am 29. Juli 1921 wurde er zum Vorsitzenden der Partei gewahlt. Er erhielt diktatorische Vollmachten, womit die Partei seinen Vorstellungen politischer Fuhrung entsprach.

Am 1. und 2. September grundete Hitler zusammen mit Erich Ludendorf aus verschiedenen rechtsradikalen Gruppierungen in Nurnberg den Deutschen Kampfverband. An der Spitze dieses Bundes unternahm Hitler am 8. November 1923 den Versuch, die Macht in Bayern an sich zu rei?en und dann durch den Marsch auf Berlin die Reichsregierung zu sturzen (Hitlerputsch). Die erhoffte Unterstutzung der gleichgesinnten bayrischen Regierung blieb jedoch aus. Der Putsch wurde von der Staatsgewalt vor der Munchner Feldherrnhalle niedergeschlagen. Die NSDAP und ihr Presseorgan, der Volkische Beobachter, wurden verboten. Den folgenden Hochverratsprozess vom 26. Februar bis 1. April 1924 nutzte Hitler fur einen Propagandafeldzug aus. Das Urteil lautete funf Jahre Festungshaft, aber Hitler wurde bereits an 20. Dezember 1924 aus der Festung Landsberg am Lech vorzeitig entlassen.

In der Haft verfasste Hitler, unter der Mithilfe von Rudolf He?, den ersten Band von „Mein Kampf“, das am 18. Juli 1925 erschienen ist. Bereits hier und auch im Ende 1926 konzipieren zweiten Band formulierte Hitler seine zentralen Ziele und Auffassungen eines radikalen Antisemitismus und Antibolschewismus sowie die Schaffung von Lebensraum im Osten. „Mein Kampf“ erreichte bereits vor 1933 sehr hohe Auflagen. Die darin enthaltenen Zielvorstellungen Hitlers wurden jedoch unterschatzt.

Am 26. Februar 1925 ubernahm Hitler die Fuhrung der nach ihrem Verbot neu gegrundeten NSDAP und baute seine Fuhrungsspitze aus. In Verbindung mit einem Volksbegehren gegen den Youngplan (Plan zur Regelung der Reparationsleistungen) 1929 intensivierte er die Zusammenarbeit mit anderen rechten Kraften. Durch diese Verbindung gewannen Hitler und die NSDAP deutlich an Prestige.

Bei den Reichstagswahlen vom 14. September 1930 gewann die NSDAP 18,2 Prozent der Stimmen und 107 der 577 Reichstagssitze. Einen Tag nach der Wahl erklarte Hitler da? ihm eines Tages die Macht, auf legalem Weg, von selber zufallen wurde. Am 11. Oktober 1931 schlossen sich die NSDAP, die Deutschnationale Volkspartei (DNVP) und andere rechtsgerichtete Gruppen zur Harzburger Front zusammen, um die Opposition gegen die Regierung Bruning zu koordinieren. Im Marz 1932 unterlag Hitler bei den Reichsprasidentenwahlen, nachdem er zuvor durch seine Ernennung zum Regierungsrat in Braunschweig die deutsche Staatsburgerschaft erworben hatte.

Bei den Reichstagswahlen am 31. Juli 1932 wurde sie NSDAP mit 37,4 Prozent zur starksten Fraktion. Ihren Erfolg verdankte sie der sich zuspitzenden Wirtschaftskrise und dem Zusammenbrechen der Weimarer Republik. Ein Regierungsbeteiligung lehnte Hitler ab, er wollte selber die Regierung ubernehmen. Bei den Reichstagswahlen vom 6. November 1932 verlor die NSDAP zwar uber vier Prozent, blieb aber weiterhin die starkste Partei. Am 30. Januar 1933 wurde Hitler zum Reichskanzler ernannt. Aus der NSDAP und der DNVP bildete er ein „Kabinett der nationalen Konzentration“.

2.3 Das NS-Regime

Der Regierung Hitler gehorten zunachst nur drei Nationalsozialisten an. Neben ihm Hermann Gohring und Wilhelm Frick. Alle Anderen Minister waren Deutschnationale oder parteilose Konservative. Dennoch gelang es Hitler eine Demokratie einzurichten. Die erste Gelegenheit bot sich beim Reichtagsbrand vom 27. Februar 1933. Mit dem auf Hitlers Vorschlag vom Reichspresidenten erlassenen Gesetzt zum Schutz von Volk und Reich wurden nach und nach die in der Weimarer Verfassung garantierten Grundrechte au?er Kraft gesetzt. Bereits in der nacht zum 28. Februar setzte eine gro?e Verhaftungswelle ein, die zunachst Kommunisten, dann auch intellektuelle Linke sowie Sozialdemokraten und Anarchisten traf. Somit war die starkste oppositionelle Kraft ausgeschaltet. Das Gesetz zur Behebung der Not von Volk und Reich vom 24. Marz 1933 (Ermachtigungsgesetz) hob die Gewaltentrennung auf. Das Ermachtigungsgesetz und die Reichtagsbrandverordnung waren die Grundlage fur ein autoritares auf Hitler ausgerichtetes Herrschaftssystem. Gleichzeitig wurden von der SA die ersten Konzentrationslager errichtet.

Nach Beseitigung der Opposition im Reich schaltete Hitler im Rahmen des Rhom-Putsches auch die innerparteiliche Opposition aus. Mit Hilfe der SS und der Reichswehr lie? er Ernst Rhom und andere fuhrende SA-Manner sowie Gegner aus den eigenen Reichen ermorden. Diese Aktion wurde nachtraglich als Staatsnotwehr gerechtfertigt. Die SA verlor damit ihr Selbstandigkeit und die SS wurde Hitler unterstellt. Nach dem Tod Hindenburgs ubernahm Hitler am 2. August 1934 das Amt des Reichspresidenten. Er war nun „Fuhrer und Reichskanzler“. Au?erdem war er der „Oberste Befehlshaber der Wehrmacht“.

Nun kummerte sich Hitler um die Rassen- und Au?enpolitik. Mit den Nurnberger Gesetzen erhielten die Diskriminierung und die Verfolgung von Juden eine Gesetzliche Grundlage. Au?enpolitisch strebte Hitler eine Revision des Versailler Vertrages und die Wiederherstellung der deutschen Machtposition an. Sein erster au?enpolitischer Erfolg war die Ruckkehr des Saarlandes zum Deutschen Reich nach einer Volksabstimmung im Januar 1935. Im Mai 1935 fuhrte Hitler die Wehrpflicht ein und begann mit einer massiven Aufrustung, womit er gegen den Versailler Vertrag verstie?. Am 7. Marz besetzte Hitler das Entmilitarisierte Rheinland, womit er den Locarnopakt verletzte. Im Oktober 1936 trat der Vierjahresplan in Kraft, dessen Ziel die Einsatzfahigkeit der deutschen Armee und die Kriegsfahigkeit der deutschen Wirtschaft war. Spatestens seit diesem Zeitpunkt bereitete Hitler unverhullt den Krieg vor. 1936 griff Hitler auf der Seite Francos (Fuhrer der Nationalisten) in den Spanischen Burgerkrieg ein, und Ende 1936 wurde die Achse Berlin-Rom zwischen dem faschistischen Italien unter Benito Mussolini und dem nationalsozialistischen Deutschland errichtet.

Am 5. November 1937 formulierte Hitler vor hohen Wehrmachtsoffizieren seine Rsikopolitik und konkretisierte seine au?enpolitischen Plane zur Schaffung neuen Lebensraumes in Europa. Erstes Ziel dabei war die Niederwerfung von Osterreich und der Tschechoslowakei. Am 4. Februar ubernahm Hitler den Oberbefehl uber das Militar.

Die Aggressive Innen- und Au?enpolitik veranla?te die europaischen Machte zu einer Appeasement-Politik (Beschwichtigungspolitik). So konnte Hitler ungehindert am 12. Marz 1938 den Anschlu? Osterreichs erzwingen und am 29. September 1938 im Munchner Abkommen die Abtretung des Sudetenlandes erreichen. Am 15. Marz 1939 lie? Hitler Bohmen und Mahren besetzen. Damit uberschritt er klar die Grenze zwischen der Wiedereingliederung deutsch besiedelter Gebiete und einer imperialistischen Expansionspolitik.

Zur Absicherung seiner Expansionspolitik schlo? Hitler am 22. Mai 1939 mit Mussolini ein Militarbundnis, den Stahlpakt, und am 23. August 1939 einen Nichtangriffspakt mit Stalin, mit dem zugleich in einem geheimen Zusatzabkommen Ostmitteleuropa in ein deutsches und ein sowjetisches Gebiet aufgeteilt wurde. Am 1. September 1939 griff Hitler Polen an und loste damit den 2. Weltkrieg aus. Sein Ziel war die Schaffung von „Lebensraum“ im Osten, die Vorherrschaft nicht nur in Europa, sondern in der Welt sowie die „Losung der Judenfrage“ in deutsch kontrollierten Gebieten. Bereits am 31. Janner 1939 hatte Hitler „die Vernichtung der judischen Rasse in Europa“ im Rahmen eines Weltkrieges angekundigt.

2.4 Der 2. Weltkrieg

Mit seinen erfolgreichen „Blitzkriegen“ gegen Polen, Danemark und Norwegen, die Niederlande, Belgien und Frankreich zog Hitler noch mehr hohere Militars auf seine Seite. Am 13. Marz 1941 erlie? Hitler eine OKW(„Oberkommando der Wehrmacht“) Weisung zur Aufstellung von Einsatzgruppen und am 6. Juni 1941 den so genannten „Kommissarbefehl“ zur Behandlung der politischen Kommissare der Roten-Armee. Am 22. Juni 1941 lie? Hitler die Sowjetunion angreifen. Eroberte Gebiete wurden von SS-Leuten sofort von Nicht-Ariern und politisch unerwunschten Personen „gesaubert“. Am 16. Juli 1941 war Hitler bereits vom Sieg uber die Sowjetunion uberzeugt und legte vor hohen deutschen Militars und Politikern die zukunftige Verwaltungs- und Wirtschaftsstruktur im Osten dar, und wenige Tage spater erklarte er offen, dass er die Juden aus Europa entfernen wollte. Als der deutsche Vormarsch im Spatherbst ins stocken geriet ubernahm Hitler am 19. Dezember 1941 selbst den Oberbefehl uber das Heer. Fur den Osten erlie? er den Befehl, die Front zu stabilisieren und unter allen Umstanden zu halten.

Inzwischen hatten nach dem Überfall auf Pearl Harbor die USA am 8. Dezember 1941 Japan den Krieg erklart, woraufhin Deutschland, seit 1940 mit Japan im Dreimachtepakt verbundet, den USA am 11. Dezember 1941 den Krieg erklarte. Damit suchte Hitler eine Niederlage Japans und eine Konzentration der US-amerikanischen Kriegfuhrung auf Deutschland zu verhindern, um deinen Sieg in der Sowjetunion vollenden zu konnen.

Nach einigen Offensiverfolgen im Fruhjahr/Sommer 1942 begann sich ab Ende 1942/Anfang 1943 eine deutsche Niederlage abzuzeichnen, besonders nach der Niederlage bei Stalingrad in Feber 1943. Seither schottete sich Hitler angesichts der bedenklichen Lage in seinem Fuhrerhauptquartier „Wolfsschanze“ in Ostpreu?en immer starker von der Au?enwelt und der Realitat ab. Er lie? den Krieg und seinen Vernichtungsfeldzug gegen die Juden fanatisch und ohne Rucksicht auf die Zivilbevolkerung weiterfuhren, in der Hoffnung, dass sich das Schicksal noch wenden wurde.

Nach dem gescheiterten Attentat vom 20. Juli 1944 lie? Hitler, der seit 1942 auch „oberster Gerichtsherr“ war, die Widerstandler mit Hilfe des Volksgerichtshofes brutal vernichten und intensivierte nochmals den innenpolitischen Terror. An 19. Marz 1945 erlie? Hitler den „Nero-Befehl“, nachdem die Alliierten bis nach Deutschland vorgedrungen waren. Damit ordnete Hitler die Zerstorung aller lebenswichtigen Produktionsanlagen an. Seiner Auffassung nach war das deutsche Volk gescheitert und hatte sein Existenzrecht verwirkt.

Am 29. April 1945 ernannte Hitler Karl Donitz zu seinem Nachfolger und legte sein politisches Testament nieder, in dem er nochmals die Notwendigkeit der Vernichtung der europaischen Juden betonte. Am 30. April, als die Rote-Armee schon in Berlin stand, nahm er sich mit seiner Lebensgefahrtin Eva Braun, die er am Tag zuvor geheiratet hatte, im Fuhrerbunker der Reichskanzlei in Berlin das Leben.

3 Grundzuge der NS-Au?enpolitik

3.1 Stahlpakt

3.2 Hitler – Stalin Pakt

4 Der Beginn des Krieges

Auf Befehl Adolf Hitlers uberfiel die deutsche Wehrmacht am 1. September 1939 ohne Kriegserklarung Polen. Frankreich und Gro?britannien erklarten daraufhin am 3. September Deutschland den Krieg. Am 6. September schlossen sich Australien, Indien und Neuseeland an. Am 19. September traten auch Kanada und Sudafrika in den Krieg ein. Die USA hielten sich zu diesem Zeitpunkt noch vom europaischen Kriegsschauplatz fern, unterstutzten jedoch Frankreich und Gro?britannien durch Wirtschafts- und Militarhilfe. Die Sowjetunion griff aufgrund des Hitler-Stalin-Paktes nicht in den Krieg ein.

Die au?enpolitische Situation im Jahr 1939 hatte sich entgegen Hitlers Vorstellungen entwickelt, da Hitlers Wunschpartner, England, nicht gewillt war die Expansionspolitik durch ein Bundnis abzusichern. Hitler schatzte die britische Appeasement-Politik falsch ein. Zwar erkannte Gro?britannien Teile der deutschen Revisionsforderungen an, doch wahrend Hitler die Briten durch ein bilaterales Abkommen auf seine Seite ziehen wollte, wollten diese Deutschland durch entgegenkommende Politik einbinden, um den Frieden in Europa zu sichern. Hitlers Ziel dagegen war es, das internationale System kollektiver Sicherheit zu beseitigen.

Mit Hilfe des deutsch-sowjetischen Bundnisses versuchte Hitler seinen Handlungsspielraum im Osten wiederzuerlangen. Die Sowjetunion betrachtete die Vereinbarung als Sicherheitsbundnis auf Zeit. Beide Seiten trachteten danach, technologisch und wirtschaftlich voneinander zu profitieren, um die jeweiligen Expansionsplane im geeigneten Moment vorantreiben zu konnen.

5 Kriegsschauplatze

5.1 Polen

Schon mehrere Monate vor dem Überfall auf Polen, am 23. Mai 1939, erklarte Hitler vor den Fuhrern der Wehrmacht, dass es um die Erweiterung des Lebensraumes im Osten und die Sicherstellung der Ernahrung, sowie der Losung des Baltikum-Problems geht. Dies begrundete er mit: „Lebensmittelversorgung ist nur in dunn besiedelten Gebieten moglich.“

Polen sollte zum Modellfall fur zukunftige Expansionen werden. Deshalb wurde der rasche Sieg (7. Oktober 1939) als Beweis zur Unbezwingbarkeit des Dritten Reiches gewertet. Das der Sieg so glatt und reibungslos zustande kam war nur wegen der abwartenden Haltung der Gro?machte moglich. Weder England noch Frankreich leisteten militarische Unterstutzung. Wahrend Deutschland keine Rucksicht auf Dritte nahm, fuhlten sich die Westmachte an Volkervertrage gebunden. Weder Belgien noch die Niederlande wollten ihre Neutralitat zugunsten eines Britischen oder Franzosischen Aufmarsches gegen Deutschland aufgeben. Zusatzlich begunstigte auch der deutsch-sowjetische Nichtangriffspakt die Expansionspolitik. Durch den Einmarsch der Roten-Armee, am 17. September 1939, wurde die Niederlage Polens endgultig besiegelt.

5.1.1 Polen wahrend der Besatzungszeit

Die deutsche Okkupationspolitik verlief verschiedene Phasen:

1. Phase: Dauerte vom Einmarsch bis zur Errichtung des Generalgouvernments Mitte Oktober 1939. Sie war durch Volkstums- und Ausbeutungspolitik als auch durch einen Interessenskonflikt zwischen der Wehrmacht, die zu diesem Zeitpunkt noch an volkerrechtlichen Bestimmungen orientiert war, und dem terroristischen Wirken der Schutzstaffel (SS) und des Sicherheitsdienstes (SD) bestimmt.

2. Phase: Dauerte vom Oktober 1939 bis zum Fruhjahr 1940. Das Berliner Reichssicherheitshauptamt fuhrte umfangreiche Deportationen, „Umsiedlungen“ und Vernichtungsaktionen durch. Die an das Reich angegliederten Gebiete sollten „judenfrei“ gemacht werden. Die Ghettoisierung der Juden wurde umfassend und mit gro?er Radikalitat vorangetrieben.

3. Phase: Setzte im Fruhsommer 1940 ein. Die SS-Einsatzgruppen wurden lokalen Gewalten unterstellt, wodurch ein gewisses Ma? an Ordnung wiederhergestellt wurde. Die deutschen sahen in den vormals polnischen Gebieten in erster Linie ein unerschopfliches Reservoir an Menschen und Rohstoffen, das fur die nationalsozialistischen Ziele der Wiederaufrustung genutzt werden konnte.

4. Phase: Begann im Fruhsommer 1940 mit immer konkreter werdenden Überlegungen eines Feldzuges gegen die Sowjetunion. Polen gewann zunehmend als Aufmarschgebiet an Bedeutung. Transport- und Liefersysteme wurden ausgebaut , die Rustungsproduktion intensiviert.

Nach der Niederlage von Stalingrad und der Ausweitung des Luftkrieges uber Deutschland veranderte sich 1943 die strategische Bedeutung Polens ein letztes Mal. Die durch die Rote-Armee zuruckgedrangte Wehrmacht griff rucksichtslos auf die Ressourcen der besetzten Lander Zuruck. Die durch die Alliierten bedrohte deutsche Industrie wurde zunehmend in den Osten verlagert.

5.2 Norwegen, Danemark – Die „Weserubung“

5.3 Frankreich

5.4 Balkan und Nordafrika

5.5 Sowjetunion

Hitler hatte trotz aller Erfolge nicht vermocht , ein grundsatzliches Problem zu losen. Nach wie vor widerstand Gro?britannien den deutschen Druck. Um sein Ziel eines „Lebensraumkampfes im Osten“ zu verwirklichen, mu?te er sich auf einen Zweifrontenkrieg gegen England und Ru?land einlassen. Die deutsche Fuhrung hielt einen Blitzkrieg fur moglich.

5.5.1 Konzeption des Vernichtungskrieges

Am 18. Dezember 1940 erging in der „Weisung Nr. 21“ Hitlers Befehl, die Vorbereitung fur das „Unternehmen Barbarossa“ zu treffen. Die deutsche Wehrmacht sollte darauf Vorbereitet sein, auch vor Beendigung des Krieges gegen England die Sowjetunion mit einem schnellen Sieg niederzuwerfen. Hitler meinte es sei „mehr als nur ein Kampf der Waffen, sondern ein Kampf zweier Weltanschauungen“, und er sei mit unerbittlicher Harte zu fuhren.

Die im Polenfeldzug bestehen den Bedenken gegen rassistische und volkerrechtswidrige Exzesse zwischen NS- und Wehrmachtsfuhrung ebneten sich im verlauf des Krieges ein. Die Meinungsverschiedenheiten nahmen ab, und die Wehrmacht wurde zum willigen Vollstrecker des nationalsozialsozialistischen Vernichtungskrieges.

In Hitlers Erlass uber „Die Ausubung der Kriegsgerichtsbarkeit im Gebiet ,Barbarossa‘ und besondere Ma?nahmen der Truppe“ vom 13. Mai 1941 wurden schon Wochen vor Kriegsbeginn die Weichen fur die Eroberungspolitik in Ru?land gestellt. Partisanen und Zivilisten, die sich Anordnungen deutscher Soldaten widersetzten, sollten ohne Rucksicht liquidiert werden. Alljenen, die sich an „Sauberungsaktionen“ beteiligten und damit gegen militarrechtliche Bestimmungen versto?en mu?ten, wurde Straffreiheit zugesichert. Unter Androhung von Strafen wurde der Wehrmacht befohlen, verdachtige Tater sofort zu exekutieren. Handlungen die die Moral der Truppe gefahrden konnen waren strafbar.

Die Anordnung Hitlers offnete den Verbrechen der Wehrmacht an der Bevolkerung Tur und Tor. Jeder konnte nun Opfer der nationalsozialistischen Willkur werden. Wer zum Partisanen erklart und exekutiert wurde hing allein vom lokalen militarischen Entscheidungstrager ab. Es gab auch Teile der Wehrmacht, die sich widersetzten und Befehle nicht weitergaben und Kriegsgefangene menschlich behandelten. Doch diese Gruppe war verschwindend klein.

Die genauen Feindgruppen wurden mit den „Richtlinien fur die Behandlung politische Kommissare“ vom 6. Juni 1941 definiert. „Im Kampf gegen den Bolschewismus ist mit einem Verhalten nach den Grundsatzen der Menschlichkeit oder des Volkerrechtes nicht zu rechnen. Die Urheber barbarischer asiatischer Kampfmethoden sind die politischen Kommissare. Gegen diese muss daher sofort und ohne weiteres mit aller Scharfe vorgegangen werden.“ Die politische Fuhrung Ru?lands sollte ausgeschaltet, entmachtet und bei dem geringsten Zeichen von Widerstand oder Widerspruch exekutiert werden.

5.5.2 Grunde fur den Ru?landfeldzug

Des ofteren wird behauptet, dass Hitler mit dem Ru?landfeldzug einem drohenden Überfall Stalins zuvorgekommen sei und eine Praventivkrieg gefuhrt hatte. Sicher ist aber, dass Hitler 1941 nicht mit einem militarischen Schlag der Sowjetunion rechnete. Man ging davon aus, dass die russische Armee noch nicht kriegsbereit sei. Mit einer ernst zu nehmenden Bedrohung rechnete man fruhestens ein halbes Jahr spater. Es konnte sich also beim Ru?landfeldzug nicht um einen Praventivkrieg handeln.

An erster Stelle stand Hitlers Ziel von der Eroberung von „Lebensraum im Osten“. Die Zeit zwang ihn zu handeln, da die Aufgabe der Amerikanischen Neutralitat abzusehen war. Zur Verhinderung eines Bundnisses England – Frankreich – USA standen der deutschen Au?enpolitik zwei Moglichkeiten zur Verfugung. Entweder die Aufgabe des Zieles der „Lebensraumerweiterung im Osten“ oder ein Krieg gegen Ru?land, der die Moglichkeit eroffnete, mit den eroberten Ressourcen die USA anzugreifen. Da die „Lebensraumerweiterung im Osten“ ein Kernelement der nationalsozialistischen Politik war, gab Hitler dem Vernichtungskrieg den Vorzug.

5.5.3 Der Beginn des Krieges gegen Ru?land

Die anfanglichen Erfolge schieden den Planungen des Militars Recht zu geben. Der Ru?landfeldzug, als Blitzkrieg geplant, sollte nicht mehr als drei bis vier Monate dauern. Man ging von der eigenen Überlegenheit und der Durchschlagskraft deutscher Waffen aus. Um die Angriffsgeschwindigkeit zu erhohen wurde auf Winterausrustung verzichtet. Den raschen Sieg vor Augen, verfugte Hitler am 14. Juli 1941 eine grundlegende Umordnung der Rustungsindustrie. Der Schwerpunkt wurde von der Produktion fur das Heer zugunsten der See- und Luftstreitkrafte verlagert, die sich fur den Krieg gegen England und Ru?land rusten sollten.

In drei Heeresgruppen waren die deutschen Truppen unter anderem bis nach Leningrad vorgeruckt.. Grund fur die anfanglichen Erfolge waren vor allem strategische Vorteile. Deutschland hatte Ru?land ohne Kriegserklarung uberfallen, und verfugte uber rund drei Millionen Soldaten, insgesamt 153 Divisionen, eine hohe Zahl motorisierter und gepanzerter Einheiten, die den Angriff durch hohe Geschwindigkeit vorantreiben konnten. Die Dynamik des deutschen Überfalls war ein entscheidender Vorteil und vernichtete bereits am ersten Tag 2.000 sowjetische Flugzeuge. Ein Nachteil der Russischen Armee war nicht nur ihre zahlenma?ige Unterlegenheit, sondern auch ihr Organisatorisches Defizit und die mangelnde Ausbildung der durch sie stalinistischen Sauberungen dezimierten Offizierskorps. Dagegen verfuge die Sowjetunion uber eine gro?e Reserve an Soldaten und Material, die vor allem in einem langer dauernden Krieg von Vorteil waren. Die Wehrmacht mu?te trotz gro?er Gebietsgewinne fruh hohe Verluste hinnehmen. Bis August 1941 waren bereits annahernd 410.000 Verwundete, Gefallene und Vermisste zu beklagen. In der deutschen Fuhrung war unterdessen ein Konflikt uber die militarische Strategie ausgebrochen. Immer deutlicher zeigte sich ein Scheitern des Blitzkrieges. Zwar konnte Leningrad eingekesselt werden, die Stadt konnte sich jedoch erfolgreich verteidigen. 30 Kilometer vor Moskau kam der Vormarsch der deutschen Truppen zum Erliegen. Mit Wintereinbruch kam die deutsche Front zum Stillstand.

Nach dem Prinzip „alles oder nichts“ glaubte Hitler nun die Entscheidung herbeifuhren zu mussen.

5.5.4 Stalingrad

Durch einen Militarischen Kraftakt gelang es Hitler noch einmal die Ostfront im Janner 1942 zu stabilisieren. Sein „Haltebefehl“ und der Aufruf zum „fanatischen Widerstand“ zeigten Wirkung. Die militarische Fuhrung wurde abgesetzt und Hitler selbst ubernahm die Fuhrung der Wehrmacht. Die Offensiver im Sommer 1942 fuhrte die deutschen Truppen bis tief ins sowjetische Hinterland. Ziel war die Eroberung der Erdolfelder im Kaukasus und die Einnahme von Stalingrad, einem der wichtigsten Verkehrs- und Rustungszentren. Der 6. Armee gelang es Anfang September 1942 in die Vororte Stalingrads einzudringen und bis Mitte des Monats den gro?ten Teil der Stadt zu erobern. Kurz nach der Übernahme Stalingrads bundelte die Rote Armee ihre uberlegenen Krafte westlich von Stalingrad, um die Stadt einzukesseln. Nachdem Hitler den Ausbruchversuch untersagt und die Übergabe der Stadt abgelehnt hatte, ging die Rote Armee am 25. Janner 1943 dazu uber, die Stalingrad zuruck zu erobern. Am 31. Janner 1943 musste die durch Hunger, Kalte und Munitionsmangel erschopfte 6. Armee kapitulieren. Mit der Formulierung „Sie starben, damit Deutschland leben kann“ versuchte man den Stimmungswandel nach der Niederlage zu uberdecken.

5.5.5 Die Praxis des Vernichtungskrieges

Schon im Feber/Marz 1941 hatte es zwischen Wehrmachts- und nationalsozialistischer Fuhrung Uneinigkeiten uber die Art und Weise der Kriegfuhrung im Osten gegeben. Die Wehrmacht machte sich Hitlers Forderung nach der Vernichtung „judisch-bolschewistischer Intelligenz“ zu eigen, sofern Platz fur eigene Interpretationen vorhanden war. Allein von den 3,35 Millionen russischen Kriegsgefangenen im Jahr 1941 kamen bis zum 1. Feber 1942 zwei Millionen ums Leben. Sie starben an Unterversorgung, Zwangsarbeit und den Strapazen langer Marsche oder wurden exekutiert.

Drei Faktoren bildeten die Rahmenbedingungen fur die Ermordung der russischen Kriegsgefangenen und der Ostjuden. Erstens der Vernichtungswille der nationalsozialistischen Fuhrung und der Einsatzgruppen vor Ort. Zweitens die fast reibungslose Zusammenarbeit zwischen Parteiendienststellen und Wehrmachtseinheiten, die auch selbst Exekutionen vornahmen. Drittens die Beteiligung von Kollaborateuren, die ein eigenes Interesse an der Bekampfung von Juden und Kommunisten hatten.

5.6 USA

5.6.1 Kriegsschauplatz Europa

5.6.2 Der Pazifikkrieg gegen Japan

5.7 Japan

5.7.1 Offensive im Pazifik

Nach der Aggression gegen Sudostasien war es das Ziel Japans, die Kontrolle uber die Rohstoffe der Region zu gewinnen. Der Angriff auf Pearl Harbor sollte die Bedrohung durch die amerikanische Flotte beseitigen. Die Sowjetunion war durch das Neutralitatsabkommen zunachst von militarischen Schritten in Asien abgehalten worden. Die Plane der Japaner richteten sich zunachst gegen die Philippinen und Malaya.

1941/1942 stie? die japanische offensive in drei Richtungen vor. Der Hauptsto? nach Suden richtete sich gegen die Philippinen und Niederlandisch-Indien. Java und die Sunda-Inseln wurden besetzt. Die hollandischen Verteidiger kapitulierten im Marz 1942. Nach der Eroberung Timors war auch Australien bedroht. Diese Front zielte vor allem auf wirtschaftliche Autarkie.

Nach einem Bundnis mit Thailand nahmen die Japaner die britischen Kolonialstutzpunkte Hongkong und Singapur ein. Durch die Eroberung Birmas wurde China im April 1942 endgultig vom alliierten Nachschub abgeschnitten. Dieser Frontabschnitt bedrohte Indien.

Eine weitere japanische offensive galt Ozeanien. Noch im Dezember 1941 eroberten die Japaner Guam und Wake, bis Marz 1942 den Bismarck-Archipel, Neuguinea und die Salomonen.

In weniger als sechs Monaten waren die Japaner nach geringen Verlusten zu einem Gro?reich aufgestiegen. Die beherrschten ein Territorium mit etwa 450 Millionen Einwohnern und reichen Bodenschatzen (Gummi, Chinin, Zinn, Reis, Erdol, Erze). Sehr schnell zeigte sich, dass sie nicht nur als Befreier gekommen waren, sondern als Eroberer. Brutalitat gegen Kriegsgefangene und Massaker unter Einheimischen zeugten davon.

Die Japaner glaubten, dass die raschen Siege ein Beweis fur die eigene Überlegenheit und die Schwache und Dekadenz der Europaer zuruckzufuhren sei. Der Siegestaumel verdeckte auch eine gro?e Schwache des japanischen Militars. Es gab keinen Oberbefehlshaber, der einen einheitlichen Kurs festlegen konnte. Heer und Marine mu?ten sich untereinander einigen, um dann anschlie?end das Einverstandnis des Kaisers einholen.

5.7.2 Angriff auf die Midway-Inseln

Anfang 1942 startete die japanische Marine eine Vorsto? in den indischen Ozean. Auf Unterstutzung der Landtruppen konnte sie nicht hoffen, da das japanische Heer in China und Mandschuko gebunden war. Ein Versuch, das strategisch wichtige Madagaskar zu erobern, blieb erfolglos. Das Scheitern dieses Versuchs brachte Japan zwar deine gro?en Verluste, bedeutete aber strategisch eine schwere Niederlage.

Die Amerikaner hatten ihre militarische Prasenz im Sudpazifik verstarkt, und Japan musste ein Schutzschild nach Suden errichten. Der so Motivierte Angriff auf die Midway-Inseln am 3. Juni 1942 endete zwei Tage spater mit einer Niederlage, von der sich die japanische Flotte nicht erholen sollte. Die Schlachtschiffe waren intakt geblieben, aber von den entscheidenden Flugzeugtrager wurden vier zerstort.

5.7.3 Alliierte Gegenoffensive auf Guadalcanal

So ermutigt, entschlossen sich die USA im August zu einem Gegenangriff auf die Salomonen-Insel. Die Japaner antworteten darauf mit schweren Attacken aus der Luft und zur See. In sechs Seeschlachten erlitten beide Seiten gro?e Verluste. Obwohl wahrend der Kampfe, die sich uber sechs Monate hinzogen, immer wieder der Nachschub fur die US-Marines bedroht war, zeichnete sich im November/Dezember 1942 ab, dass die USA in dieser Abnutzungsschlacht uberlegen waren. Japans schwindende Ressourcen konnten mit der kriegswirtschaftlichen Produktion der Amerikaner nicht mehr mithalten. Am 7. Feber 1943 zogen sich die Japaner schlie?lich zuruck..

Die Annahme, dass Amerika nicht bereit sei, fur einige unbedeutende Inseln einen hohen Preis an Menschen und Material zu zahlen, hatte sich als falsch erwiesen. Guadalcanal war eine Bankrotterklarung der strategischen Fuhrung in Tokyo. Die Japaner brachten immer mehr Ressourcen in den Kampf ein, aber nie genug, un den Gegner zu uberwaltigen. Diese Strategie fuhrte zum Verlust der Schlacht von Guadalcanal und zum Verlust der militarischen Initiative insgesamt. Mit der erfolgreichen Gegenoffensive im Winter 1942 hatte der Krieg im Pazifik eine Wende genommen.

6 Die Kriegswende

6.1 Europa

6.2 Nordafrika

6.3 Die Konferenz von Casablanca

Nachdem die Alliierten 1942/1943 die militarische Initiative an sich gerissen hatten, konnte nur ein Umstand den Sieg Verhindern, namlich ein Bruch zwischen den Westmachten und der Sowjetunion. Daher war eine Kooperation au?erst wichtig. Im Janner 1943 trafen sich Roosvelt und Churchill in Casablanca, und beschlossen die deutsche U-Boot-Gefahr zu bekampfen.

Wahrend die amerikanischen Militars einen direkten Vorsto? bevorzugten, wollten die Briten einen Vorsto? uber Sizilien und Italien durchfuhren. Roosvelt schlo? sich der Meinung der Briten an. Die amerikanischen Militars konnten sich erst durchsetzen, als alle zur Verfugung stehenden Krafte auf den Britischen Inseln gesammelt wurden um die Invasion Nordfrankreichs vorzubereiten.

Man einigte sich auf die „bedingungslose Kapitulation“ der Dreierpaktmachte Deutschland, Italien und Japan als Kriegsziel. Stalin schloss sich der Forderung im Mai 1943 an.

Im Mai 1943 beendeten die westalliierten Streitkrafte durch die Eroberung der Hafenstadte Tunis und Bizerta die deutsch-italienische Militarprasenz in Nordafrika. Mehr als 250.000 italienische und deutsche Soldaten gingen in alliierte Kriegsgefangenschaft, die Ausrustung von acht deutschen und sechs italienischen Divisionen fiel in die Hande der Westmachte.

6.4 Alliierte Vormarsch in Italien

Zur Vorbereitung der Landung auf Sizilien flogen die alliierten ab Mai 1943 Luftangriffe gegen die Insel. Am 10. Juli begann die Landung alliierter Divisionen auf Sizilien. Nach funf Wochen hatten die alliierten Sizilien unter ihre Hand gebracht. Inzwischen hatte sich in Italien ein innenpolitischer Machtwechsel vollzogen. Die Faschisten hatten Mussolini am 27. Juli 1943 mit der Begrundung entmachtet, dass er sich nicht in ausreichendem Ma?e von Hitler losen hatte konnen. Die Macht wurde wieder auf die Verfassungsinstitutionen Krone, Regierung, Parlament und Korporationen verteilt. Der neue Staatschef Badogilo erklarte den Ausnahmezustand und die Auflosung der faschistischen Partei, gleichzeitig aber auch die Fortsetzung des Kampfes an der Seite des Deutschen Reiches. Insgeheim nahm aber der italienische General Castellono noch im August 1943 in Lissabon die Waffenstillstandsbedingungen der Alliierten fur Italien entgegen. Am 3. September 1943 wurde das Waffenstillstandabkommen unterzeichnet.

Hitler reagierte auf die inneritalienische Veranderung mit Verlegung von Truppen nach Oberitalien und Angriffen auf die italienische Flotte. Am 12. September befreite die deutsche Wehrmacht Mussolini, der kurz darauf eine faschistische Republik am Gardasee errichtete. Im August 1943 landeten Einheiten der britischen und amerikanischen Armee auf dem italienischen Festland. Anfang November zogen sich die deutschen Verteidiger auf die so genannte „Gustavlinie“, ungefahr 100 Kilometer sudlich von Rom, zuruck. Trotz massiver Angriffe gelangen den Alliierten bis Mai 1944 nur einzelne ortliche Einbruche.

Erst Mitte Mai 1944 durchbrachen alliierte Krafte den Sudflugel der deutschen Italienfront. Die Gustavlinie brach zusammen, und am 4. Juni fiel Rom kampflos. Bis Ende August hatten sich die deutschen Verteidiger auf die „grune Linie“ im Apennin zuruckgezogen. Die alliierte Offensive gegen diese Front wurde im November 1944 eingestellt. Die „dritte Front“ im Suden Europas war damit zum stehen gekommen. Die Entscheidung sollte im Osten und im Westen fallen.

6.5 Die Landung in der Normandie

Im Marz 1942 begann der amerikanische General Eisenhower mit dem Aufbau einer Invasionsstreitmacht von einer Million Soldaten in England. Ein erster Landungsversuch kanadischer Truppen im franzosischen Dieppe im August 1942 scheiterte, und veranlasste Hitler zum Ausbau des „Atlantikwalles“.

Die alliierten Machte beschlossen eine Zersplitterung der alliierten Krafte zu vermeiden und moglichst bald eine Invasion in Frankreich durchzufuhren. Hitler erwartete die Invasion in Nordwesteuropa im Fruhjahr 1944. In seinen Augen bot sich sie Chance, den Krieg noch zu gewinnen. Falls es gelange, die britischen und amerikanischen Truppen wieder von den Kusten zuruckzuwerfen, wurde es so bald deinen weiteren Invasionsversuch geben. Dann hatte er alle Krafte frei fur eine entscheidenden Kampf gegen die Sowjetunion.

Der fur die Invasion vorgesehene Bereich war von den Deutschen kaum befestigt, da es dort keine Hafen gab und man nicht mit einer Gro?landung rechnete. Im Fruhjahr 1944 stand in England unter dem Oberbefehlshaber Eisenhower eine Invasionsstreitmacht von 37 Divisionen bereit. Weitere 40 Divisionen sollten aus den USA nachrucken. Nach einer wochenlangen Luftschlacht, deren Ziel das Eisenbahnnetz und die Brucken in Nordfrankreich waren, landeten am 6. Juni 1944 („D-Day“) 3.100 Landungsfahrzeuge gedeckt von 1.200 Kriegsschiffen in der Normandie.

Gegen diesen massiven Angriff war die deutsche See- und Luftwaffe machtlos. Da den Alliierten der Überraschungsangriff gelungen war, hing fur die Wehrmacht alles davon ab, ob sie schnell Verstarkung zum Gegenangriff heranfuhren konnte. Die Luftherrschaft der Alliierten erschwerte es, die begrenzten Krafte zu bewegen. Aufgrund der schleppenden deutschen Verteidigungsstrategie traf die Verstarkung nur verzogert und tropfenweise ein. Die Deutschen leisteten zwar heftigen Widerstand, ein Offensivschlag gegen die Alliierten wurde aber nicht gefuhrt. Schon im Juni hatten die Alliierten eine Landekopf mit einer Lange von 100 Kilometern und einer Tiefe von 30 Kilometern errichtet. Ende Juli hatte Eisenhower 850.000 Mann und 150.000 Fahrzeuge in der Normandie stehen.

6.6 Widerstand – 20. Juli 1944

6.7 Die Befreiung Frankreichs

6.8 Die Ardennenoffensive

Mit der Ardennenoffensive setzte Hitler am 16. Dezember 1944 alles auf eine Karte. Immer noch hoffte er, die alliierte Front durchbrechen zu konnen, indem er die Hoffnung der Westmachte auf ein baldiges Ende des Krieges erschutterte. Drei deutsche Truppenverbande trafen zwischen Monschau und Echternach auf einen vollig uberraschten Gegner. Dennoch gelang ihnen der erhoffte Durchbruch nur teilweise. Nachdem am 24. Dezember die alliierte Luftwaffe in die Kampfe eingegriffen hatte, mussten die Deutschen uberall zur Verteidigung ubergehen, zumal der Angriff die letzten mobilen Verbande des deutschen Heeres verbraucht hatte. Hitler verweigerte gegen den Ratschlag deiner Generale einen Ruckzug. Daraufhin wurden die deutschen Verbande am 16. Janner 1945 eingeschlossen.

6.9 Der Zusammenbruch im Osten

Im Winter 1944/1945 mobilisierte Hitler die letzten zur Verfugung stehenden Truppen, um die gefahrdete Front im Westen zu verstarken. In der Zwischenzeit fehlte es an der Ostfront an den notigen Kraften. Am 22. Juni 1944 begann die Rote Armee ihre Sommeroffensive mit einem Angriff gegen die Heeresgruppe Mitte. Die zahlenma?ig stark uberlegenen sowjetischen Truppen drangten die Wehrmacht bis Anfang Juli auf die Linie Kowno-Brest-Litowsk zuruck. Bis dahin hatte die Heeresgruppe Mitte 28 Divisionen mit 350.000 Mann verloren.

Die Sommeroffensive richtete sich auch nach Suden, was zum Abfall der deutschen Verbundeten Rumanien und Bulgarien und schlie?lich zur Raumung des Baltikums fuhrte. Im August 1944 schlossen die Finnen einen Waffenstillstand mit Moskau. Danach konnten die sowjetischen Verbande im Norden der Front ihre Krafte auf die baltischen Staaten richten. Mitte September 1944 begann die Sowjetunion eine konzentrischen Angriff auf Estland. Den deutschen Truppen blieb hier nur der Ruckzug uber die Ostsee. Nach der Aufgabe von Lettland zogen sich die dortigen Krafte ins Kurland zuruck, wo sie sich bis zum Kriegsende hielten. Ende des Jahres 1944 hatte die Front auch im Osten die Grenzen des Deutschen Reiches erreicht und teilweise schon uberschritten.

7 Die Situation in Deutschland

8 Die ehemaligen Verbundeten

Angesichts der militarischen Ruckschlage, die die sowjetische Armee an die Grenzen Ungarns und auf das Gebiet Rumaniens fuhrten, suchten die Verbundeten Deutschlands Kontakte zu den Westmachten. Hitler hatte fur diesen Fall schon Plane zur Besetzung Ungarns und Rumaniens ausarbeiten lassen.

Er erzwang die Zustimmung des ungarischen Staatsverwesers zur Duldung einer deutschen Besetzung Ungarns und seine Zustimmung zu einer „zuverlassigen“ Regierung. In der zweiten Marzhalfte 1944 besetzten deutsche Truppen Ungarn, und der bisherige Gesandte in Berlin bildete eine neue Regierung. Die ungarischen Truppen wurden der deutschen Heeresgruppe unterstellt.

Der rumanische Staatsfuhrer lie? im Marz 1944 Verhandlungen mit den Westmachten uber eine Kapitulation fuhren, lehnte aber die Bedingungen als unannehmbar ab. Da Rumanien bereit war, den Kampf an der Seite Deutschlands fortzusetzen, verzichtete Hitler auf eine vollstandige Besetzung. Erst nach dem Zusammenbruch der Heeresgruppe Sud im August 1944 schied Rumanien aus dem Krieg.

9 Plane der Alliierten

10 Militarischer Zusammenbruch

10.1 Deutschland

Ende Marz 1945 schloss die westalliierte Front bis zum Rhein auf. Der Vormarsch hatte die Wehrmacht seit Feber ein Drittel ihrer im Westen eingesetzten Krafte gekostet. 293.000 Soldaten waren in Kriegsgefangenschaft geraten, 60.000 gefallen oder verwundet. Die deutschen Truppen hatten beim Ruckzug alle Brucken uber den Rhein zerstort, bis auf die Eisenbahnbrucke bei Remagen. Wahrend die Deutschen versuchten, die Brucke in letzter Sekunde doch noch zu sprengen, konnten die amerikanischen Krafte ans Ostufer gelangen und diesen Bruckenkopf ausbauen.

Nachstes Ziel der Westmachte war das Ruhrgebiet. Am 14. April kapitulierten die im Ruhrkessel eingeschlossenen deutschen Verbande. 325.000 Mann wurden gefangen genommen. Am 25. April 1945 trafen sich die amerikanischen und die sowjetischen Truppen bei Torgau. Bis Ende Marz sicherte die Rote Armee ihre Flanken fur den bevorstehenden Angriff auf die Reichshauptstadt Berlin und sammelte Truppen und Material. Die Westalliieren erreichten die Ostsee und Osterreich, die Rote Armee griff die Vororte von Berlin an.

Hitler und einige seiner politischen und militarischen Berater waren entschlossen, den Kampf fortzusetzen. Die sowjetischen Truppen drangen in die ostlichen Randgebiete von Berlin ein und naherten sich am 29. April 1945 dem Fuhrerbunker. Am 30. April nahm sich Hitler mit Eva Braun das Leben. Mussolini wurde am 28. April 1945 von einem Partisanen erschossen. Am 1. Mai schied auch Goebbels freiwillig aus dem Leben. Zwei Tage spater kapitulierte Berlin. Am 7. Mai 1945 unterschrieb Generaloberst Jodl in Reims die Gesamtkapitulation fur Deutschland.

10.2 Alliierte Besatzung

Deutschland wurde in vier Besatzungszonen aufgeteilt. Die Westmachte zogen sich Anfang Juli hinter die vereinbarten Grenzen zuruck. Vom 7. Juli bis 2. August 1945 trafen sich in Potsdam die „Gro?en Drei“ ein letztes mal um die Frage der Reparationen zu klaren. Die Sowjetunion war bereit , ihre Anspruche aus der eigenen Zone zu befriedigen. Von den Gewinnen aus der Industriedemontage sollte die Sowjetunion einen Anteil aus den Westzonen erhalten.

Daruber hinaus vereinbarten die Siegermachte die Entmilitarisierung und Entnazifizierung in Deutschland, Kriegs- und NS- Verbrecher zu bestrafen und eine demokratische Selbstverwaltung in Deutschland zu errichten. Die Ergebnisse der Potsdamer Konferenz waren Kompromissformeln. Sie basierten auf der Machtverteilung bei Kriegsende in Europa. Eine gemeinsame Friedensordnung kam jedoch nicht zustande.