Beautiful song is on the radio – Betrachtungen zum Eurovision Song Contest 2012

Semi-Finale 1
Montenegro | Rambo Amadeus – Euro Neuro
Öhm, ja. Dieser Song kommt von Rambo Amadeus, der Typ, der Turbofolk (Anm.: Das ist ex-jugoslawischer Kirmestechnoasifolkpop.) erfunden hat, oder zumindest die Bezeichnung dafür und so etwas wie ein balkanischer Helge Schneider ist. Bei dieser Nummer handelt es sich um ganz großes Tennis. Es hört sich erst sehr unstimmung an und danach, dass gar nichts so recht zusammen passt in diesem Lied, aber mit der Zeit gewöhnen sich die Ohren daran. Und wenn sich die Ohren soweit gewöhnt haben, dass man auch auf den Text achten kann, merkt man schnell, dass das ja gar nicht so sinnlos ist, was der Herr da faselt. Aber trotz allem ist das Lied grausam und erweckt schnell den Anschein, dass die Montenegriner sich mit dem Herrn aus Georgien um den letzten Platz streiten wollen. Im Halbfinale.

Wenn das ins Finale kommt, gibts den Dritten Weltkrieg.

Island | Jónsi & Greta Salomé – Never Forget
Himmel Herrgott. Die Isländer übertreibens mit ihrer Bosshaftigkeit. Ich habe mir den nationalen Vorentscheid angesehen und alle, ich wiederhole, alle Titel waren auf ihre eigene Art und Weise genial. Ich hätte gern gehabt, dass Simbi & Hrútspungarnir gewonnen hätten, weil sie einen echt sympathischen Folksong hatten und auch noch Wikingerkostüme. Aber Jónsi und Greta gefallen mir genauso gut, weil sie einen Song haben, der als Bestbeispiel für eine gute Eurovisionsballade durchgeht. Dieses Lied hat Drama, Drama, Drama und hatte ich Drama schon erwähnt? Noch dazu kommen die Beiden im Gegensatz zu Ell & Nikki oder den Dänen von 2010 so authentisch rüber, dass man glatt mit ihnen mitheulen möchte.

Wenn das nicht ins Finale kommt, auch.

Griechenland | Eleftheria Eleftheriou – Aphrodisiac
Der nationale Vorentscheid hat mir dieses Jahr richtig Freude gemacht. Nicht wegen der Lieder, die waren alle mehr oder weniger billig, sondern wegen dem Interview mit Loukas Yiorkas, das wir aufgrund von technischen Gründen seitens der Griechen gleich zweimal genießen konnten. Mh, Loukas. Aber ich schweife ab. Das hier war das einzige irgendwie annehmbare Lied des diesjährigen griechischen Vorentscheids, und es hat zurecht gewonnen, weil man bei Eleftheria und ihrem Song doch irgendwie an die guten alten Zeiten mit Helena Paparizou denken muss und es voraussichtlich live keine Katastrophe werden wird, da der Song nicht zu kompliziert ist.

Jo, kommt ins Finale.

Lettland | Anmary – Beautiful Song
Was sind das denn hier für Verhaltensmuster, so ein Verbrechen Beautiful Song zu nennen. Das ist nicht Eurovision Song Contest, das ist High School Musical-Niveau, und ich weigere mich, das irgendwie ernst zu nehmen. Dieses Lied ist einfach nur langweilig, schlecht, niveaulos, und alle anderen negativen Adjektive, die sich dafür sonst noch finden lassen. Irgendwie regt mich alles daran auf. Die Sängerin, die belanglose La-la-la-Melodie und vorallem der noch belanglosere Text. Ich muss mir jetzt nicht mal die Ohren auswaschen gehen, weil dieser seichte 08/15-Dreck sowieso links rein und rechts wieder raus geht. Liebe Anmary, mit sowas wird dich nicht irgendwann Mick Jagger anrufen. Er wird dich höchstwahrscheinlich auf der Straße dafür anspucken. Oder nicht mal Notiz von dir nehmen, weil du untergehen wirst.

NEIN. Nein. Nein. Und nochmals nein. KEIN FINALE. Ende der Durchsage.

Albanien | Rona Nishliu – Suus
ASDF CHAAAAAAAAAAAAI! So gehe ich auch immer ab, wenn ich unbedingt meinen Chai haben will. Aber darum gehts in diesem Lied ja leider nicht, die Chai-Zeile bedeutet nur in etwa so viel wie „Lass mich nur weinen“ und nun ja, das ist so ziemlich der erste diesjährige Beitrag, wo ich mir mit vollster Überzeugung Cilit Bang in die Ohren kippen will. Das ist mir zu laut, zu depressiv, zu pseudo-dramatisch, und definitiv zu wenig musikalisch. Rona, die einst Fünftplatzierte bei Albanien sucht den Superstar war, schreit sich so durch das Lied und vergisst dabei leider das singen. Sie könnte damit zwar gut in einem albanischen Horrorfilm mitspielen, aber eine Teilnahme beim Eurovision Song Contest ist nicht wirklich empfehlenswert. Denn wäre ihr mehr-oder-weniger-Lied ein Snack, würde auf der Rückseite auf der Packung stehen: „Kann Spuren von Melodie enthalten.“

Ich geh mir jetzt einen Chai holen. Ins Finale wird das nicht kommen.

Rumänien | Mandinga – Zaleilah
Immer, wenn ich das Lied höre, gehe ich tierisch ab. Ich sehe zwar nicht den Sinn darin, für Rumänien mit einem spanischen Text anzutreten, aber darüber kann ich auch gern hinwegsehen, wenn wir schon dabei sind. Es gab im rumänischen Vorentscheid zwar viel interessantere Beiträge, aber das ist der, der in Europa wohl am besten ankommen wird. Denn das ist einfach nur der perfekte Sommerhit – die Melodie ist nicht zu kompliziert und es gibt auch noch einen albernen Tanz dazu. Mehr kann ich aber auch nicht darüber sagen, weil damit wohl alle Worte gesagt sind. Das ist kein sonderlich interessanter Song, es wird wohl ein zweites Dragosteia din Tei oder ähnliches werden und damit ist auch genug.

FINALE, OH-OH.

Schweiz | SinPlus – Unbreakable
Erinnert mich irgendwie an etwas, das ein Siegerlied von einer Show wie The Voice oder X-Factor sein könnte und kann so ziemlich mit 75% des Popgedüdels, das heutzutage so im Radio spielt, verwechselt werden. Außerdem hört dieser Song sich irgendwie an wie eine Mischung aus Coldplay und The BossHoss. Letzteres liegt wahrscheinlich mehr an der irgendwie kernigen Stimme des Sängers, der aber trotzdem auch irgendwie hässlich ist. Und für die zwei Hampelmänner haben die Schweizer Lys Assia daheimgelassen. Schämt euch.

Das kommt nicht ins Finale, nein.

Belgien | Iris – Would You
Gähn. Ich bin müde. Soweit ich mich erinnern kann, muss wohl eingeschlafen sein, hatten die Belgier zwei unglaublich schnarchnasige Balladen von der gleichen, irgendwie fischartig aussehenden Sängerin zur Auswahl. Nun ja. Den Stylisten sollte man augenblicklich feuern und die Menschen, die diesen Song verbrochen haben, genauso. Das ist alles so schrecklich langweilig und nichtssagend, und ich kann mir nicht vorstellen, dass die Belgier sich damit irgendwelche Chancen aufs Finale oder sogar auf einen Gewinn ausmalen. Dieser Beitrag ist so schlecht, aber gleichzeitig so unauffällig und belanglos, dass ich mich gar nicht großartig drüber aufregen kann. Ich will jetzt erst mal schlafen.

Den Belgiern wirds ohnehin egal sein, aber ins Finale kommt das nicht.

Finnland | Pernilla Karlsson – När ja blundar
Warum kommt direkt nach der schrecklichen belgischen Nummer wieder sowas Einschläferndes, diesmal aus Finnland. Ich kann mich damit ein bisschen mehr anfreunden als mit dem belgischen Beitrag, wahrscheinlich weil Finnisch eine ganz tolle Sprache zum Singen ist, aber ich mag das Lied trotzdem nicht wirklich. Das ist alles irgendwie sehr langsam und sehr langweilig und sollte eigentlich lieber auf einer Beamtenversammlung als am Eurovision Song Contest gespielt werden. Aber immerhin sind die Finnen nicht damit alleine, gibt es dieses Jahr doch eine ganz große Auswahl von langweiligen Titeln. Hier können sie auch nichts mehr mit der Performance rausholen, weil die Sängerin hässlich angezogen ist und die Tänzerin, die im Vordergrund rumhampelt, auch eher befremdlich auf den Zuschauer wirkt.

Das ist echt schlimm langweilig, aber immer noch besser als Belgien. Finale.

Israel | Izabo – Time
Ladies and gentlemen, this is Mambo number five! Ne, eigentlich nicht. Wir habens hier zu tun mit einer bunten Indiekinderkapelle, deren Sound so ein bisschen an Mika meets russisches Kinderlied erinnert. Ich kann über dieses Lied nichts Schlechtes sagen, weil ich einfach herzerfrischend verrückt und sehr sehr sympathisch finde. Es bringt Licht in mein Leben nach all diesen ollen Kamellen und ich fühle mich gut unterhalten. Gibt es was Schöneres? Außerdem trägt die Truppe es auf einer Mischung aus Hebräisch und Englisch vor, weswegen es noch weitere Pluspunkte von Ljuba gibt, weil ich auf Landessprache-Englisch-Mischungen stehe. Ich bin zufrieden.

Das wird sicher viel frischen Wind ins Finale bringen, deshalb ein Ja.

San Marino | Valentina Monetta – Facebook (Uh oh uh)
Ralph Siegel war mir sowieso nie sonderlich sympathisch, aber für diesen Song hasse ich ihn. Er sagte selbst in einem Interview, „Wenn Deutschland mich nicht mehr will, komponiere ich eben für andere“, aber dass diese Anderen ausgerechnet der italienische Ministaat San Marino sind, hätte niemand vorausgesehen. Es steht noch nicht genau fest, ob der Song seinen Namen behalten wird (der EBU wegen – Werbebotschaften sind tabu.) aber auch wenn man den Namen ändert, bleiben die Grundbrotschaft und die Sängerin gleich und das ist traurig. Halb Europa weiß auch nach letztem Jahr nicht, wer oder was San Marino ist, da soll der erste Eindruck nicht so ein schlechter sein. Auch, wenn das Ganze angeblich eine Satire sein soll, so richtig ersichtlich ist das nicht. Und drüber lachen kann man auch nicht, höchstens im negativen Sinne.

Europa drückt den Dislike-Button.

Zypern | Ivi Adamou – La La Love
Das ist sowas wie eine noch balkanischere Strandbarschlager-Version von Mr. Saxobeat. Und mir fällt außer Kinderdisko im Sommerurlaub kein Verwendungszweck für diesen Song ein, weils langweilig ist, man es schon hundert Mal in anderen Variationen gehört hat und deshalb niemanden vom Hocker haut. Ich mochte das Lied am Anfang, bis ichs dann mehrmals gehört hab und ich mich einfach nicht mehr konzentrieren konnte und es langsam zum Hintergrundgedudel wurde. Zypern hat definitiv Besseres zu bieten, sowohl Lied- als auch Interpretentechnisch. Ich wünsche mir Jon Lilygreen und Christos Mylordos zurück. Sofort.

Alter Wein in alten Schläuchen. Zu langweilig fürs Finale.

Dänemark | Soluna Samay – Should’ve Known Better
Ich seh schon die Plagiatsvorwürfe vor meinen Augen, falls es die nicht schon gibt, denn ich werde garantiert nicht der einzige Mensch auf diesem Planeten sein, der darin die Ähnlichkeit zu Patience von Seal sieht. Wenn ich darüber hinweg sehe, kann ich aber auch nichts Netteres über das Lied sagen. Das ist mir viel zu banal und einschläfernd, als dass ichs gut finden könnte. Wenigstens kann ich bei der Performance noch weggucken, denn die ist mit diesem albernen Kapitänskostüm und dem noch alberneren Hin-und-her-Gehibbele einfach viel zu krankhaft auf Hipster getrimmt. Unauthentisch hoch hundert und faaaad noch dazu.

Kurze Antwort: Nein. Lange Antwort: Neeeeeeein.

Russland | Buranovskiye Babushki – Party for Everybody
Da geht mir das Herz auf. Man möchte sie knuddeln, diese niedlichen Omas mit ihrem noch niedlicheren Song. Dabei sieht man die Babushki nicht zum ersten Mal im großen Zirkus der Eurovision, 2010 waren sie schon mit einem (besseren, wie ich finde) Song im russischen Vorentscheid dabei, verloren aber dort gegen den Moskauer Bettelstudentenchor um Peter Nalitch. Und weil man sich ja immer zweimal im Leben sieht, traten sie dieses Jahr noch mal an, diesmal gegen das gemischte Doppel Dima Bilan und Ex-taTu Juliya Volkova, und gewannen völlig unerwartet. Nun gut. Ich sage sonst nichts mehr dazu, weil es immer ganz langweilig ist, zu lesen, wie ich Sachen in den Himmel lobe – also, ich freue mich schon aufs erste Semi und aufs Anrufen für die Babushki. Und ich hoffe, ihr auch.

Der Altersdurchschnitt im Finale ist soeben dramatisch angestiegen.

Ungarn | Compact Disco – Sound of our Hearts
Wo ist mein Cilit Bang? Ich könnte es bei diesem Depeche Mode-Gedächtnissong gut gebrauchen. Der ungarische Vorentscheid war dieses Jahr ziemlich belarus-esk. Den Votern am Telefon wurde nur mehr überlassen, ihre vier Lieblingsacts des Abends zu wählen, aus denen die Jury dann letztendlich den Sieger heraussuchte. Und diese Wahl war einfach nur schlecht. Okay, nicht nur schlecht. Das ist eine Beleidigung. Der Song an sich ist ja noch irgendwie halbwegs okay, das einzige was mich wirklich stört, ist der Sänger in seinem Karnevalskostüm, der neben mangelnder Stimme noch nicht mal ein zufriedenstellendes Aussehen vorzuweisen hat.

Wenn man den Leadsänger austauscht, kann man das vielleicht noch retten.

Österreich | Trackshittaz – Woki mit deim Popo
So sieht man sich wieder! „Oida Taunz“ war schon letztes Jahr mein absoluter Lieblingsbeitrag des österreichischen Vorentscheids, weil der mühlviertlerische Dialekt wunderschön ist und der Song einfach mal was Neues war. Nun haben die Österreicher leider letztes Jahr die Trackshittaz daheim gelassen und die Trümmertante Nadine Beiler geschickt, die in Düsseldorf leider auch nicht viel reißen konnte. Das wird dieses Jahr, so wie ich das sehe, anders. Mit dem gewohnten Dorfdisko-Charme tragen die Beiden ein sehr poetisches Liedchen übers Gesäßwackeln vor. Kein Mensch wird dieses Lied irgendwie verstehen können, aber die Schwarzlichtshow mit den Neonhintern ist einfach zu kultig, als dass man nicht dafür anrufen könnte.

Und wie das ins Finale kommt. Dafür sorg ich persönlich, wenns sein muss.

Moldavien | Pasha Parfeny – Lautar
Moldavien ist ungelogen eines meiner Lieblingseurovisionländer. Denn hier weiß man noch, was Spaß ist und dass man selbst beim Eurovision Song Contest nicht immer alles perfekt machen muss. Vermutlich ist das auch der Grund dafür, dass die moldavischen Beiträge, selbst wenn es eine Uptempo-Nummer oder eine Ballade ist, immer von einer unglaublichen Leichtigkeit erfüllt sind. Balkanische Chilligkeit halt. Der ausgesprochen knuffige Pasha zählt übrigens wie viele andere Kandidaten dieses Jahr auch zu den alten Bekannten, denn er war 2011 schon im Vorentscheid vertreten und verlor dort gegen die sieben Zwerge Zdob si Zdub, und hat wie die anderen Eurovisionsveteranen dieses Jahr einen wesentlich schwächeren Song dabei. Aber auch wenn „Lautar“ nicht so gut ist wie das Ethnopopstück „Dorule“, liebe ich es trotzdem. And this trumpet makes you mine, girl.

Die Niedlichkeits-Ohmeingottistdasknuffig-Stimmen gehen zwar schon an die russischen Omas, das heißt aber nicht, dass Pasha nicht auch was reißen kann. Finale!

Irland | Jedward – Waterline
Bei diesem Machwerk werde ich mir Bemerkungen über die Chancen in Baku sparen, denn das wäre bei den beiden Künstlern einfach nur überflüssig. Das sind Jedward. Die würden dank ihrer in ganz Europa verstreuten Teenie-Fangirls auch ins Finale und auf eine gute Endplatzierung kommen, wenn sie sich in Hasenkostümen auf die Bühne stellen und das irische Telefonbuch singen. Ich habe zwar schon allgemein eine Abneigung gegen Jedward, aber „Waterline“ ist so schrecklich, dass ich mir lieber noch hundert mal Israel oder Moldau anhöre. Sobald ich dieses Lied anschalte, rollen sich meine Fußnägel hoch und der Gedanke daran, dass bereits genannte Teenie-Fangirls das so dermaßen hypen werden, bereitet mir Kopfschmerzen. Ich fand Lipstick gut, weil es einigermaßen zu den Krawallzwillingen passte und einfach genug war, dass sie es gesanglich nicht verhauen konnten. Und Waterline? Das ist einfach nur .. hm. Isch möschte das nischt.

Anm. Ich hab das hier um cirka vier Uhr morgens hingeschmiert, als ich noch ein bisschen Euro-Neuro im Kopf war. Also seid mir nicht böse, wenn da ein paar mittelschwere Grammatikfehler drin sind. (Ich hab nicht drüber gelesen, keinen Plan also.)
Reviewbeantwortungsmachen ist, wenn ich meinen Döner fertig gegessen und Hausaufgaben gemacht hab. Ajd’tschao.

Semi-Finale 1 – No money, no party!

Im Finale stehen:

Island | Greta Salóme & Jonsi – Never Forget
Die schönste Ballade aller Zeiten mit einem verdienten Platz im Finale.

Griechenland | Eleftheria Eleftheriou – Aphrodisiac
Und Griechenland rettet mal wieder den Tag, wie nicht anders zu erwarten. Gesanglich nicht ganz so gut, aber dafür ist die Performance nett.

Albanien | Rona Nishliu – Suus
Als ich das gelesen hab, hatte ich große Lust auf einen Amoklauf. Das geht doch nicht. Das ist nicht mal ein Lied, die Frau schreit nur. Außerdem sieht sie mit ihren Dreadlocks aus wie ein verlauster Otto. Und dafür habt ihr die Trackshittaz oder Izabo verschmäht?

Rumänien | Mandinga – Zaleilah
Mandinga, everyday, Mandinga, ZALEILAH-LEILAH-LEI! Das macht so dermaßen Laune! Wenn die Sängerin das nun im Finale etwas weniger lustlos vorträgt, haben wir zwar noch keinen Gewinner, aber dafür einen Sommerhit.

Zypern | Ivi Adamou – La La Love
Ich find das Lied nicht so toll wie den griechischen Beitrag, aber hauptsache, sie nehmen damit den Schweizern oder den Finnen den Platz weg. Ich hab nichts auszusetzen.

Dänemark | Soluna Samay – Should’ve Known Better
Ne, ich weigere mich, dazu auch nur irgendwas zu sagen. Ich bin einfach nur angepisst darüber, dass das im Finale ist. Bah.

Russland | Buranovskiye Babushki – Party for Everybody
Ein Vögelchen hat mir gezwitschert, dass diese niedlichen Omas der meistgewählteste Act dieses Semis waren. Falls das wirklich stimmt: Ich find’s super. Endlich hat Europa mal Humor bewiesen.

Ungarn | Compact Disco – Sound of our Hearts
Feuer, Feuer! Sanitäter, Sanitäter! Ja, das ist alles, was ich zu der Bühnenshow zu sagen hab. Gesanglich konnten sie das Lied noch halbwegs retten, deswegen ist der Finalplatz auf jeden Fall schon mal gerechtfertigt.

Moldavien | Pasha Parfeny – Lautar
Pasha, Pasha, Pasha. Wie zuckersüß du einfach mal bist. Die Backgroundtänzerinnen scheinen sie sich zwar bei Bosnien 2008 ausgeborgt zu haben, was mir bei diesem absolut charmanten, wunderbaren Lied aber irgendwie ziemlich wurscht ist. Absolut verdient im Finale!

Irland | Jedward – Waterline
Wie schon meinte Mutter sagte: „Sind die zwei Bekloppten mit den hohen Haaren etwa weiter?“ So, nur in etwa hundertzwanzig mal wütender hab ich auch reagiert. Na ja, es sind Jedward. Sobald ich „Jedward“ höre, krieg‘ ich Juckreiz und den Drang, irgendwas in die Luft zu jagen, also halt ich besser mal meinen Babbel und spar mir mein Gelaber für die guten Acts im zweiten Semi auf.

Zum Teil hatte ich gestern einen sehr schönen Abend. Aber leider nur zum Teil.

Erst mal herzlichen Glückwunsch an die Albaner, dass ihr, nun ja, fragwürdiger Beitrag es ins Finale geschafft hat. Ich bin Serbin, ihr könnt mir irgendeinen Hass gegen Albaner vorwerfen, recht habt ihr damit trotzdem nicht. Ich mag die Albaner. Nur beim Song Contest schicken sie meistens entweder die größten Schnarchnasen oder die größten Blamagen, die sie wenige Wochen vor den Semis noch durch sämtliche Friseursalons Tiranas hetzen, nur, damit die unzureichende Gesangsleistung nicht so auffällt. Eine Sache muss ich allerdings loben: Rona hat sich dieses Mal bemüht, nicht ganz so zu schreien! Respekt.

Leid tut es mir allerdings für die Finnen. Ich mochte das Lied nicht, jetzt ist es mir aber mittlerweile sehr sympathisch geworden. Gestern fand ich es zum Beispiel sehr nett und charmant vorgetragen. Das ist allerdings auch Finnlands größtes Eurovisionsproblem – Europa weiß keine netten und charmanten Beiträge zu schätzen, sie wollen lieber halbnackte Blasehasen (lacht nicht, das ist ein Insider, den muss ich einbauen) auf der Bühne haben, die irgendwelche pseudoerotischen Tänzchen vollführen.

Aufregen muss ich mich jetzt aber auch mal, und zwar wegen Österreich. Liebes Europa, WARUM MOCHTET IHR DIESE JUNGS NICHT? Die Performance war gut, das Lied war Bombe und hatte Power im Gegensatz zu den meisten, langweiligen Nummer dieses Semis. Und das Publikum hat ausnahmsweise mal mitgemacht, nicht wie bei dem montenegrinischen Kasper am Anfang. Ich mein, habt ihr gesehen, wie die abgegangen sind? WARUM KOMMT DÄNEMARK WEITER UND SOWAS NICHT?

Na ja. Genug Geschrei für heute, wir sehen uns morgen wieder. Auf zum zweiten Semi!

Semi-Finale 2
Serbien | Zeljko Joksimovic – Nije Ljubav Stvar
Als feststand, dass Zeljko Joksimovic dieses Jahr mal wieder sein Land vertreten wird, dachte ich erst „Nicht der schon wieder.“ Der Mann ist nämlich fast schon sowas wie ein ESC-Dinosaurier, es gibt kaum einen serbischen Beitrag, in dem er nicht seine Finger im Spiel hatte – und da, wo es nicht der Fall war, hat er wahrscheinlich noch die Fäden im Hintergrund gezogen. Aber als ich dann den Sozusagen-Vorentscheid gesehen hab und das Lied hörte, wurde es mir wieder klar, warum Zeljko eigentlich immer beim Song Contest mitmischen darf: Er ist der absolute Meister auf seinem Gebiet. Seine Balladen hören sich zwar alle mehr oder weniger gleich an, aber dafür sind sie so schön, dass man darüber gern hinwegsieht. Alle, die sagen, er hätte es in diesem Semi voller Balkanballaden schwer, sollen sich übrigens bitte in die Ecke setzen und über ihr Leben nachdenken. Gospodin Joksimovic ist der Boss.

Finale und vielleicht auch noch Beograd 2013.

Makedonien | Kaliopi – Crno e belo
Zuerst: Ganz schlechter Startplatz. Denn gegen den Kronleuchter ‚Nije Ljubav Stvar‘ sieht dieses Lied aus wie ein Streichholz. Vorallem weil es keine reine Ballade ist, sondern eher ein Mischlingskind aus Ballade und Möchtegernrock, vorgetragen von einer Sängerin, die nicht zu verleugnende Ähnlichkeit mit Gundel Gaukeley hat. Und man sieht ihr deutlich an, dass sie sich crno e belo (schwarz und weiß) als Lebensphilosophie erwählt hat. Das Lied und die dazugehörige Performance erinnern mich mehr an die Addams Family als irgendwas, das mit dem Eurovision Song Contest zu tun hat, und in Baku werden die Makedonier wohl auch nicht viele Punkte damit sammeln können, weil das außer Angst keine großartigen Gefühle hervorruft.

Nein, das wird voraussichtlich mal wieder auf der CD vergammeln. Wie schon letztes Jahr Vlatko Ilievskis Beitrag.

Niederlande | Joan – You and Me
Ein typisch Nederpop-mäßiges Lagerfeuerliedchen, vorgetragen von einem komischen Tierchen im Karnevalskostüm. Wir sind hier nicht beim Junior Eurovision, das hier ist für Erwachsene gedacht, also warum der hässliche Indianerschmuck? Vielleicht sollte es ja eine Hommage an die niederländischen Fernsehasis ‚New Kids‘ sein, „Lass deine Pfoten von dem Indianerschmuck, Muschi!“ Leider sind die New Kids aber auch noch lustig, das hier ist einfach nur langweilig und man kann sich höchstens mal ein müdes Lächeln über die Faschingsaufmachung abringen. Es ist sogar so, dass das Outfit der Sängerin vom eigentlichen Titel ablenkt und das ist echt schlecht, weil ich mir keinen Menschen in ganz Europa (beziehungsweise, in einem der stimmberechtigten Länder) vorstellen kann, der nur für den Indianerschmuck anruft.

Kein Finale. Und wenn sie entgegen aller Erwartungen doch irgendwie ins Finale kommen sollte, kann sie ja dann als Lederkerl verkleidet kommen.

Malta | Kurt Cajella – This is the Night
In Malta wird ein anderer Kalender benutzt oder die Uhren ticken irgendwie anders, ich kann es mir sonst nicht anders erklären, dass die Malteser jedes Jahr wieder so einen 80er-Diskoschlager schicken. Da unten scheint man noch ganz in den 80ern hängen geblieben zu sein. Das ist aber nicht gerade vorteilhaft für einen Song Contest, der 2012 stattfindet. Die Lieder im (vierstündigen) Vorentscheid haben mir ausnahmsweise mal gefallen, denn es gab mal wieder jede Menge feinsten Trash zu sehen und der ist mir immer noch lieber als irgendein billiger Bumsschuppenschlager, den man schon aus Prinzip nicht ernst nehmen kann. Ich hoffe, dass das den Eurovisionsverantwortlichen in Malta auch irgendwann mal einfällt, weil ich mir nächstes Jahr nicht wieder so ein altmodisches Monstrum antun will.

Nein. Wie immer.

Belarus | Litesound – We are the Heroes*
Willkommen in Belarus, wo alles noch beim Alten ist und der Diktator noch selber fälscht! Ehrlich, manchmal würde ich mir echt wünschen, dass Belarus dauerhaft vom ESC disqualifiziert wird. Bei diesem Hickhack, der jedes Jahr aufs Neue im belarussischen Vorentscheid vor sich geht, ist es aber auch als Wunder zu betrachten, dass das noch nicht längst passiert ist. Dem Präsidenten Alexander Lukaschenko hat der Beitrag der Sängerin Alyona Lanskaya nicht so gut gefallen, weswegen er einfach mal einen Wahlbetrug erfunden hat und dadurch Litesound jetzt nach Baku gehen. Litesound sind so etwas wie Transformer-Power Rangers mit Hausfrauenradiosound. Die Truppe wird aber nie so viel Gesprächsstoff bieten wie die ganzen politischen Geschichten drumrum, weswegen ich jetzt einfach mal aufhöre, ich bin mir nämlich nicht mal sicher, ob sie als Vertreter für Belarus bleiben oder nicht am Ende noch mal ausgetauscht werden.

Ya ne znayu.

Portugal | Filipa Sousa – Vida Minha
Eine Balkanballade! Und jetzt lacht mich nicht aus, ich weiß ganz genau, dass Portugal nicht am Balkan liegt. Sie schicken nur halt dieses Jahr ein Werk des kroatischen Komponisten Andrej Babic, der wenigstens noch ein bisschen geholfen hat, dass Portugal nicht komplett versinkt. Auch wenn es das wahrscheinlich noch tun wird, weil diese Ballade ein wenig an einen unaufgeblasenen Schwimmring erinnert – es ist einfach keine Luft drin. Obendrein fehlt noch irgendwie der Höhepunkt auf der Spannungskurve, die hier irgendwie so gar nicht vorhanden ist. Das Lied dümpelt einfach so vor sich hin, ohne recht zu wissen, wo es hin will oder hin soll. Die übertriebene Gestik und Mimik der Sängerin, die ein wenig so aussieht wie meine Musiklehrerin, vermag auch nicht so recht, diese Nummer zu retten.

Nicht so. Noch nicht mal ein Wackelkandidat.

Ukraine | Hajtana – Be my Guest
Dieses Jahr schickt die Ukraine eine Kongolesisch-Ukrainerin mit einem nicht sehr heterosexuellen Fußballsong. Ich hab mich schon nach dem Suizidpropagandaliedchen letztes Jahr gefreut, dass ich überhaupt noch am Leben bin, und jetzt kommt sowas. ‚Be my Guest‘ ist eine meiner persönlichen Aufregernummern dieses Jahr, weil im Vorentscheid so viele gute Nummern dabei waren und ausgerechnet die schlimmste davon ausgewählt wird! Die Wahl haben wir der Jury zu verdanken, die diese 90er-Diskoschrott-CSD-Hymne an einer weiteren Depriballade, vorgetragen von einer ehemaligen Kindereurovisionsteilnehmerin, vorbeimanipuliert hat. Ich an ihrer Stelle hätte alles dafür getan, dass Olya Polyakova mit dem fabelhaften ‚Lepestok‘ gewinnt, aber sie werden schon sehen, wie sie im Endeffekt abschneiden.

Wir sind hier bei der Bundesliga für Schwule, und viele davon werden dafür anrufen. Finale ist garantiert.

Bulgarien | Sofi Marinova – Love Unlimited (Lubov bez Granitsi)
Endlich schickt Bulgarien mal einen Chalga-Song! Darauf habe ich gewartet! Wer nicht weiß, wovon ich rede: Chalga ist die bulgarische Bezeichnung für den bereits angesprochenen typisch balkanesischen Kirmestechnoasifolkpop. Und nicht nur die Musikrichtung stimmt hier, einfach alles ist bei diesem Beitrag perfekt. Vorallem das Thema. Was könnte besser zur Eurovision passen als ein Lied über Liebe ohne Grenzen, das auf elf verschiedenen Sprachen gesungen ist? Außerdem hat die Sängerin eine Stimme, die einem nicht beim Anhören vor Schrecken die Schuhe auszieht, und sieht noch nicht mal so schlecht aus. Ich freue mich schon sehr darauf, den Track auf Balkanika TV zu hören, und Sofi im Finale auf der Bühne zu sehen.

Sitzt, passt und hat Luft ; auch im Finale.

Slovenien | Eva Boto – Verjamem
Och nein. Och neeeein. Nicht noch so eine Schnarchnasenballade. Wo bleibt da bitte der Spaß? Und liebe Slovenen, wenn ihr doch von euch aus nicht zum Balkan gehört, warum schickt ihr dann so eine billige Kopie von ‚Molitva‘, die ans Original nicht mal im Entferntesten heranreicht? Und vorallem, warum habt ihr nicht Eva und Nika Prusnik mit ‚Konichiwa‘ genommen? Die waren wenigstens lustig. Fragen über Fragen, und ich werde sie nie beantwortet kriegen. Ich finde es jedenfalls ein bisschen tragisch, wenn der dazugehörige Bettelsong vom slovenischen Fernsehäffchen Klemen Slakonja, ‚Slovenia will win‘, besser ist als der eigentliche Beitrag. Ich halt mich jedenfalls aus den ganzen Slovenendiskussionen raus, sollen sie doch mit ihrem ‚Molitva‘-Klon glücklich werden und zu Mitteleuropa gehören.

Könnte gut ankommen, Marija Serifovic hat ja ihrerzeit auch gewonnen. Finale ist gesichert.

Kroatien | Nina Badric – Nebo
Das ist schon näher an einer Balkanballade dran. Ein nettes Lied. Es hat Streicher, dramatische Lyrics und eine dramatische Performance, im Video auch noch halbnackte Männer, die dürfen nicht fehlen. Aber da fehlt etwas, dass noch weniger fehlen darf: Pathos! Große Gefühle! Das ist das Hauptelement einer jeden guten Balkanballade, und hier ist es nicht vorhanden. Das Lied ist einfach nur irgendwie flach, nicht so flach wie Portugal oder Slovenien, aber auch nicht so alles überragend wie Serbien. Versteht mich jetzt bloß nicht falsch, es geht mir hier nicht um irgendwelche Länderrivalitäten, mir gefällt einfach nur das Lied nicht. Und das ist bei der Sängerin einfach nur eine vertane Chance, denn Nina Badric ist eine echte Größe am Balkan und von ihr hätte einfach nur etwas viel viel Besseres kommen können.

Wie sag ich so gerne? Feminnem sind schon nicht ins Finale gekommen. Und die hatten alles, was ich von einer Ballade erwarte. Keine guten Chancen also.

Schweden | Loreen – Euphoria
Ich glaube nicht wirklich an ein Stockholm 2013, ich mag es aber auch nicht anzweifeln. Ich mag den Beitrag, wenn ich die Augen schließe, das hab ich aber 2010 auch über Serbien gesagt, also lasst euch von meiner Meinung da gar nicht beeinflussen. Die ungekämmte und ungewaschene Hippiezippe trägt halbstehend-halbrumwackelnd und barfuß einen DiskoKNALLER vor, dass mich der alberne Aufzug und die Performance gar nicht mehr stören. (Auch wenn ich immer noch irgendwie ein paar Energiesparlampen spenden will, es ist so dunkel.) Schweden gehört mit diesem Song zu den Favoriten, auch bei den Buchmachern sind sie damit in eine absolute Topposition gegangen. Ich wünsch ihnen viel Glück und dass es vielleicht auch mit dem Sieg was wird.

Das kommt auf jeden Fall ins Finale!

Georgien | Anri Jokhadze – I’m a Jocker
FIRMAMENT GESÄSS UND FADEN. ICH BIN RAUS. Ernsthaft. Ich will nicht mehr. Das ist kein Spaßbeitrag, das ist völlig ernst gemeint und dafür will ich mich lebendig eingraben lassen. Was haben die Georgier sich dabei bloß gedacht? Hätten sie nicht wieder eine von ihren unzähligen Sophos schicken können, anstelle von diesem .. Insekt?
Nein ej. Ich kann dazu nichts sagen. Geht euch das Lied selber anhören, wenn ihrs beurteilen wollt, ich kann mir das nicht mehr antun.

Letzter Platz im Halbfinale, okaydankeaufwiedersehen.

Türkei | Can Bonomo – Love Me Back
Für sowas liebe ich die Türkei, und für sowas zählt sie auch zu meinen Lieblingsländern beim ESC. Sie können aus ihren Niederlagen lernen, anstatt im nächsten Jahr etwas noch Schlimmeres hinzuschicken. Und dieses Jahr haben sie etwas vollkommen Geniales für Baku erwählt. ‚Love Me Back‘ ist ein fröhliches, sympathisches Liedchen mit balkanischen Klängen und die Performance ist auch noch äußerst charmant. Also genau das, was wir in Krisenzeiten brauchen. Und hier muss man auch keine großen Vermutungsarbeiten über die Chancen im Semi/großen Finale anstellen, weil es klar ist, dass dieser Beitrag viel Erfolg haben wird. Vorallem im Semi, weil mit Deutschland, Großbritannien und Frankreich die großen Diasporaländer wählen dürfen. (Was aber im Endeffekt auch für große Schubserei zwischen dem Beitrag und den ex-jugoslavischen Ländern sorgen wird. Habt ihr nicht von mir gehört.)

Keine große Diskussion, das kommt ins Finale. Wir lieben dich alle, Can.

Estland | Ott Lepland – Kuula
Zuckerschock! Ich find den echt so süß. Wie er so schüchtern in die Kamera guckt und dabei herzzerreißend sein Lied vorträgt. Ich schmelze dahin.
Außerdem an dieser Stelle noch mal Danke an die Esten für den schönen Vorentscheid, aus dem sie genau den richtigen Beitrag gewählt haben. Ich hab zwar keinerlei Ahnung, was der liebe Ott da singt – der Titel erinnert mich eher an das ungarische Wort für Scheiße, aber damit hat der Song relativ wenig zu tun – und doch liebe ich dieses Lied und es gehört schon jetzt zu meinen Favoriten dieses Jahrgangs. Nun, was kann man hier noch sagen? Das Lied ist wunderschön, wunderschön gesungen, von einem wunderschönen Sänger, Ende der Geschichte.

Für den hier wurde das Wort ‚Finale‘ erfunden.

Slovakei | Miroslav Šmajda / My.RO / Max Jason Mai / Entscheid dich – Don’t Close your Eyes
Be careful: It’s not Slovenia, it’s Slovakia! Und bei diesem seelenlosen Geschreie wird mir die slovenische Ballade doch ein bisschen sympathisch. Der slovakische Beitrag ist nämlich, ehrlich gesagt, irgendwie kein Lied, sondern eine Ansammlung von zufälligen Tönen und Geschrei. Eine Stimme hat der Bub mit den hundert Namen auf jeden Fall, aber die soll er doch bitte sinnvoll verwenden, als Marktschreier oder so. Nur definitiv nicht als Eurovisionskandidat. Es handelt sich hier um eine billige Hardrocknummer, die mir die Schuhe auszieht; aber nicht im positiven Sinne. Meine Mutter ist gerade beim Genuss dieses Liedes hereingekommen, und sie fragte mich, ob der Typ irgendwelche Schmerzen hat. Das frag ich mich auch.

Langt nicht fürs Finale. Vergesst es.

Norwegen | Tooji – Stay
Ich hab ungelogen noch fünf Mal nachgucken müssen, bevor ich Interpreten- und Songnamen fehlerfrei schreiben konnte. So schwer war zwar beides nicht, aber ich bin Ljubinka und ich bin dumm geboren. Jedenfalls regen mich diese Diskojüngelchen aus Skandinavien langsam aber sicher auf. Sie sehen alle irgendwie gleich aus, jedenfalls vom Kleidungsstil her, der hier ähnelt im Gesicht und allgemein irgendwie diesem Werwolf aus Twilight, und die Songs klingen auch alle gleich. Wiedererkennungswert ist also gleich null. Aber überzeugte Bravoleserinnen im Teenageralter und junge, versaute Mütter stehen voll auf sowas, und davon scheint es in ganz Europa sehr viele zu geben, weil der Mist irgendwie immer ins Finale kommt.

Was glaubt ihr denn? Auf jeden.

Bosnien | MayaSar – Korake Ti Znam
In meinem derzeitigen Gefühlszustand kann ich mir die Nummer samt Textverständnis so gar nicht geben, aber ich hab kurzzeitig beschlossen, einfach mal die Zähne zusammenzubeißen. Augen zu und durch. Erstmal zum Video, für das ich meine Augen kurz wieder öffnen musste: Das ist nicht euer Ernst, oder? Habt ihr das mit ’ner vibrierenden Kartoffel gefilmt?
Ansonsten bin ich allgemein irgendwie unzufrieden. Das Lied ist soooo fad, und mit Balkanballade hat das gar nichts zu tun. Eher Radio-Einheitsbrei. Ich hätte mir sehr gewünscht, dass Hari Mata Hari wieder angetreten wären, die hätten wenigstens eine anständige Ballade gebracht, bei der man auch mitleiden kann, ohne Bosnisch zu können, aber nun gut.

Ich find’s nicht gut, aber es soll ins Finale kommen. Weil es Bosnien ist.

Lettland | Donny Montell – Love is Blind
Wie peinlich das einfach mal ist. Ein lettisches Diskobunny mit dem Sympathiefaktor von Magenschmerzen knödelt da so dermaßen lustlos eine Beamtenversion von „I will survive“, dass es mich fast schon aggressiv macht. Außerdem tanzt der Typ hässlich und sieht aus wie ein billiger Abklatsch von Rick Astley. Und die Nummer mit der Augenbinde ist so albern, dass es an Albernheit gar nicht mehr zu übertreffen ist. Albern, peinlich, schlimm, es gibt keine anderen Worte, um das zu beschreiben. Liebe mag blind sein, aber ich bin nach dieser Nummer irgendwie taub.

Auf keinen Fall.

*Kleine Anmerkung: Ich bin dafür, Belarus auszuschließen, aber wenn das passiert, kommt es zu spät. Sie hätten schon 2011 Belarus mit Aserbaidschan rauswerfen sollen, nachdem dort einige Bürger, die für Armenien angerufen hatten, von der Polizei verhört wurden. Und das find ich noch weniger okay als das, was in Belarus passiert.

@Balkanheart: Zenk ju very much für deine balkantastischen (?) Reviews. Freut mich, dass dir mein unnötiges Gesabbel so gefällt ?
Das erste Semi war schon ’n bisschen schlecht. 😀 Konnte leider nicht auf Einsfestival gucken, weil ich das ned hab, ich hab mir ’nen billigen Livestream im Internet reingezogen. Aber dass Peter Urban manchmal irgendwie total verplant ist, weiß man ja. Und ganz ehrlich, ich hätt‘ lieber den Crnogorac im Finale gesehen anstelle von der Caaaaaaaaaaj-Frau. Ich kann mir das Lied heute noch nicht geben. 😀
Zeljko wird auf jeden Fall gewinnen, und dann geh‘ ich mit. 😀

@CroatianFunk: Dein neuer Name ist echt stylooo, erst mal ? Und hvala puno fürs Review. C:
Sympathisch sind sie, aber das Lied ist irgendwie faaaaad. 😀
UND ISCH VOLIM DISCH. ? /Lokum-Attacke!

@NosceTeIpsum: Vielen Dank. c: Na ja, über Geschmack lässt sich bekanntlich streiten, nä.

@Mariana73: Danke fürs Review erst mal~ Ich finde auch, dass sie die Regel wieder einführen sollten, dass alle in ihrer eigenen Landessprache singen. Ich mein‘, Rumänien singt auf Spanisch? Hallo? Freut mich übrigens, dass es dir gefällt. c:

Semi-Finale 2 – Schwarz und weiß und grün und blau

Im Finale stehen:

Serbien | Zeljko Joksimovic – Nije Ljubav Stvar
Wir kommen Beograd 2013 immer näher, und bei dem guten Startplatz im Finale ist es schon fast greifbar.

Makedonien | Kaliopi – Crno i Belo
Drei Minuten Pinkelpause, beziehungsweise Ich-versteck-mich-unter-meinem-Bett-Auszeit. Ich komm‘ auf Kaliopi nicht klar. Gesanglich ist sie ganz gut, aber warum muss sie unbedingt so gruselig sein? Vorallem dieser Schrei gegen Ende. Wollt ihr damit die kleinen Kinder erschrecken oder was?

Malta | Kurt Cajella – This is the Night
Seine Vorgeschichte, die uns Peter Urban erzählt hat, hat ja durchaus Erwartungen geweckt. Warum musste Kurt sie dann alle, eine nach der anderen verletzen? Kein verdienter Finalplatz, aber geht geht, ne.

Ukraine | Hajtana – Be my Guest
DIE IST WEITER UND BULGARIEN NICHT? Ist das euer Ernst?

Schweden | Loreen – Euphoria
Wie das Publikum dazu abgeht, ich versteh’s ned. Ich finde das immer noch irgendwie ziemlich seltsam, auch wenn das Lied einfach mal ein harter Knaller ist. Vielleicht gewinnt sie ja und kann sich danach endlich mal anständige Klamotten kaufen.

Türkei | Can Bonomo – Love me back
Can, der Mann, der alles kann. Ich fand’s wie immer unglaublich sympathisch und charmant, auch wenn hier und da ein paar gesangliche Patzer vorhanden waren. Dazu komm‘ ich aber später noch.

Estland | Ott Lepland – KUUUUULA
Ich find’s ja ganz kul, dass Ott im Finale singen darf .. ahahahahaha. Witz, komm‘ raus. Er ist echt so niedlich und das Lied ist wunderschön, und ich habe nichts dran auszusetzen, dass dieses Lied weitergekommen ist. Ende.

Norwegen | Tooji – Stay
Skandinavisches Diskojüngelchen, so einer würde immer weiterkommen und dann am Ende auch noch einen guten, aber unverdienten Platz belegen. Habt ihr für diese Burschen eigentlich in irgendeinem norwegischen Dorf eine Fabrik oder sowas stehen, oder warum sind die alle nach dem gleichen Muster gestrickt? Ich will meinen Freund Eric Saade wieder, der konnte wenigstens halbwegs singen.

Bosnien | Maya Sar – Korake ti znam
Erst mal, Maya, du bist so schön, warum verunstaltest du dich so mit diesem Monstrum von einem Kleid? Aber egal, ich bin ja nicht Chefdesigner Ljuba. Die Performance war perfekt, ohne jeglichen Fehler und ich bin einfach nur froh, dass dieser Beitrag im Finale steht.

Litauen | Donny Montell – Love is Blind
Da musste ich wieder meinen altbekannten Lieblingsspruch raushauen, und den aufgrund seiner Deutlichkeit auch noch fettgedruckt: Wollt ihr mich verarschen? Der Gesang war relativ anständig, es hat mir stellenweise sogar gefallen. Aber halt nur gesanglich. Das Lied ist immer noch schlecht, beschissen, langweilig, und was es sonst noch für Ausdrücke dafür gibt, und ich würde Donny gern an seiner hässlichen Glitzeraugenbinde quer durch die Crystal Hall ziehen.

Wir sehen uns morgen wieder hat leider nicht so geklappt, wie ich’s gestern angedroht hab, aber egal.

Jo Brüder, heute ist der große Tag, heut Abend steht das große Finale an. Und das ist meistens der Tag, wo mir einfällt, dass alle Beiträge irgendwie auf ihre eigene Art schön sind und man doch nicht immer so negativ sein muss .. hier muss ich das aber wieder abstellen, weil ich beim zweiten Semi noch ganz anders dachte und es bekanntermaßen langweilig ist, immer nur Roman Lob Lob Lob zu lesen.

Wie letztes Jahr stand mir beim zweiten Semi mein Kollege Sinan bei, der fleißig meine Tränen getrocknet und meine Wunden geheilt hat. Stichwort Ukraine.

Es fing natürlich direkt mit großen Gefühlen an. Stichwort Serbien. Ich saß da und hab Rotz und Wasser geheult.

Ausnahmsweise tut es mir aber für die Niederlande leid! Live hat das Lied für mich tatsächlich funktioniert, wenn sie nicht den Indianerschmuck angehabt hätte, hätt’s mit Finale vielleicht sogar geklappt. Aber Peter Urban hat zu der Geschichte am Donnerstag eigentlich alles gesagt, da kann ich mir das sparen.

Mit Makedonien/Mazedonien (Kann mir einer erklären, wie das nun auf Deutsch heißt?) kam dann wieder die Angst zurück ins Ljubinka’sche Wohnzimmer. Solch. Große. Angst. Sie ist im Finale übrigens die Nummer 22, ihr wisst also jetzt schon, wann ihr schreiend wegrennen dürft. Immerhin ist sie ja, was die Hexen-artige Erscheinung betrifft, im Finale nicht allein. Rona aus Albanien leistet ihr da gute Gesellschaft.

Mein großer, größerer, allergrößter Aufregungsgrund ist natürlich auch wieder vorhanden! Der nennt sich nämlich Bulgarien. Warum ist Hajtana mit ihrer Schwulendisko-Nummer weitergekommen und nicht Bul-fucking-garien? War euch das zu hetero oder was? Vielleicht ist sie einfach nur hängen geblieben, weil das wahlberechtigte Deutschland nicht viel für Chalga übrig hat, aber nun nun gut. In meinem Herzen behält sie einen festen Platz. Neben Österreich natürlich, die für mich gewonnen haben.

Der Zwischenact war außerdem ganz nett. Die Gewinner der letzten Jahre haben mit traditionallen azerbaijanischen Musikern ihre Siegertitel zum Besten gegeben. Dima Bilan hat zwar ziemlich abgekackt, das hat Marija Serifovic mit ihrer übertriebenen Bosshaftigkeit aber rausgeholt. Auf den zweiten Platz kommt dann Alexander Rybak, danach Ell und Nikki, mein Bro Dimotschka, der wohl leider vergessen hat, seine Tabletten zu nehmen, und irgendwo auf dem sechsundzwanzigsten Platz dümpelt Lena vor sich hin. Tut mir leid, Kinder.

Die Big Six – Willkommen zum Balladenbreakdown!
1. Großbritannien | Engelbert Humperdinck – Love Will Set You Free
Bei Engelbööört hab ich erst eine billige Schlagernummer erwartet. Meine Erwartungen wurden aber weit übertroffen, denn, ich muss mich fast schon schämen, das hier ist gut! Es handelt sich bei „Love Will Set You Free“ um eine ziemlich intime Ballade, bei der Engelberts Klassik-Stimme richtig gut zur Geltung kommt. Mit einem späteren Startplatz wäre sogar ein erster Platz drin gewesen, aber durch die neue Regelung könnte es ein bisschen eng werden. Ich wünsche ihm trotzdem Glück.

Wie gesagt, schlechter Startplatz. Aber Ljubas gedrückte Daumen und große Zehen sind am Start.

9. Frankreich | Anggun – Echo (You and I)
Na gut, Anggun ist live nicht sooo die Sängerin, und ihr Französisch ist so ziemlich das schlechteste gesungene Französisch, das ich je gehört hab, aber immerhin noch besser als mein billiges Jugofranzösisch. Dafür ist aber das Lied absolut bombe, es hat Wiedererkennungswert und, am allerwichtigsten, es ist eine Uptemponummer. Außerdem dürfte sich Anggun durch zahlreiche Auftritte in fast jeder osteuropäischen Vorentscheidungsshow in der Ostblockconnection ein paar Sympathiepunkte erspielt haben, was ein paar Länder sicher dazu hinreißen wird, zahlreich anzurufen. Das ist allerdings nur das Telefonvoting, unter den Telefonvotern sind Uptemponummern wie diese sehr gefragt, aber die Jury achtet eher auf stimmliche Sauberkeit – und diese ist hier irgendwie nicht so vorhanden.

Die Jury könnte es killen.

10. Italien | Nina Zilli – L’amore é femmina (Out of Love)
Wie sagte schon mein Sinan passend: Die Italiener sind dumm, sie haben so eine schöne Sprache und singen auf Englisch. Oder irgendwas, was Englisch sein soll, fügte Ljuba hinzu. Dafür ist die Nummer mit einem unglaublichen Selbstbewusstsein vorgetragen und allein schon von Melodie und Aufmachung her ein absoluter Knaller. Ich hoffe mal, dieses Selbstbewusstsein kommt für die europäischen Zuschauer nicht als Arroganz rüber und sie werden anrufen, denn Nina hat es auf jeden Fall verdient.
Ruft aber nicht mehr für sie an als für Serbien, ansonsten komm‘ ich mit meiner Konfettikanone. Also ein Anruf für Nina, und drei für Zeljko. Deal or no deal?

Trotz relativ schlechtem Startplatz sind die hohen Chancen da, mindestens Top Ten.

13. Azerbaijan | Sabina Barbapapa – When the Music Dies
Okay, der Name ist ein schlechter Witz. Ich hab‘ weder einen Plan, wie man den Namen der Sängerin, noch den Namen des Landes richtig schreibt. Warum auch so kompliziert? Also, fahren wir fort. Azerbasdfgh schickt eine auf Märchenprinzessin getrimmte Dame Marke Safura, die weder Englisch, noch anständig singen kann. Aufgrund meiner momentanen Gefühlslage sollte man mir sowieso nicht mit Balladen kommen, deswegen finde ich das Lied noch um einiges beschissener als ohnehin schon. Ich lese dauernd auf irgendwelchen Eurovisionsforen oder ,-Blogs, „Dieses Lied ist so unglaublich einzigartig und die Stimme von Sabina Dingsbums auch!“ aber, ganz ehrlich, Leute: Was labert ihr? Das ist genauso schlecht wie alle anderen azerbaijanischen Balladen davor. Sabina schreit sich geradezu durch das Einheitsbrei-mäßige Lied, und im Hintergrund düdeln irgendwelche Flöten. Supertoll.

Doppelsieg is‘ nich‘, sorry.

19. Spanien | Pastora Soler – Quedate Conmigo
Nehmt mal alle eure Balladen und geht nachhause. Ich kann’s langsam ned mehr ab. Wir haben sechs Titel und zwei davon sind keine Balladen? Wo bleibt denn da die Spannung?
Das werden sowieso nur die ganz harten Grand Prix-Fans gut finden, die sich das ganze Spektakel schon seit hundert Jahren reinziehen und alle bisherigen Teilnehmer auswendig und rückwärts aufsagen können. Für alle anderen Zuschauer ist diese Ballade hier einfach zu klassisch und die Meisten werden es öde finden, also warum bemühen sie sich eigentlich noch, sowas zu schicken. Da nützt es auch nichts, dass Pastora Soler eine unglaublich krasse Stimme hat. Den Beitrag wird höchstens die Jury super finden.

Hinteresmittelfeldokaytschüss.

20. Njemacka | Roman Lob – Standing Still
Und bevor mich jemand fragt: Ja, Ljubinka hat mal wieder einen Clown gefrühstückt.
An der Stelle würde ich eigentlich gern aussteigen, weil ich keine Lust mehr auf solche billigen 08/15-Balladen habe. Mein persönlicher Lieblingsfreund dieses Jahr ist Roman Lob, der von allen so ziemlich die ödeste Ballade am Start hat. Ernsthaft, soll das ernst gemeint sein? Ich krieg‘ das Lied jeden Tag hundertmal im Radio um die Ohren geschlagen und es nervt mich einfach nur. Roman ist nicht spannend oder aufregend oder sonstwas, und so wenig ist’s auch sein Lied. Das werden wir auch heute Abend wieder am Scoreboard sehen, weil Deutschland einfach nur, mal ganz ehrlich ausgedrückt, verkacken wird.

Ebenfalls hinteres Mittelfeld. Wie wir’s eigentlich schon gewohnt sind.

@CroatianFunk: Das mit dem Namen hab ich mir schon irgendwie gedacht, hühüh. Und danke, dass du mir die korrekte Schreibweise von Aserbaidschan gelehrt hast 😀 Vielleicht merk ich mir das ja jetzt mal endlich.
Stockholm 2013 hätt ich mir persönlich nicht so gewünscht, wird man aber in dem Kapitel hier noch lesen können. Ich mein, unser Veteran hat seinen Song selber geschrieben und schafft es auch noch, Emotionen rüberzubringen, wenn man die Sprache nicht versteht. Und Loreen ist einfach nur .. da.
Ich wünsch dir viel Glück für deinen Beitrag, ich hoffe es gibt dann endlich mal eine wirklich verdiente Siegerin! 😀

@Balkanheart: Ich auchhhh. :C Ich mein, kann man dem Mann nicht endlich mal seinen verdienten Sieg geben? Immerhin hatten sie jetzt die letzte Chance dazu, aber ne, man musste den Sieg ja unbedingt an die Komische aus Schweden verschenken.
Bin auf jeden Fall dabei! 😀
Das mach ich schon die ganze Zeit. So viele Gefühle. 😀 <3

Lokum und Baklava an euch, ihr wunderschönen Geschöpfe. 😀 :****

Anm. Am Sonntag Morgen geschrieben und keinerlei Zeit gehabt, es hochzuladen, blablabla, kennt ihr schon.

Das große Finale – Keine Sache der Liebe

Gewinner ist:

Schweden | Loreen – Euphoria

Juppidu.

„Keine Sache der Liebe“, so hat Peter Urban den Songtitel übersetzt, den Zeljko Joksimovic gestern Abend sang. Dass das nicht ganz richtig ist, dürfte vielen klar sein, was aber dafür richtig ist, ist, dass man diesen Titel hervorragend auf das gestrige Finale beziehen kann. Das war nämlich auch keine Sache der Liebe. Hauptsächlich, weil ich mir nicht erklären kann, wie großartige Lieder auf den hinteren Plätzen und unser Zeljkonator auf dem dritten Platz vergammeln konnten.

Und wer sich jetzt fragt, warum ich auf einmal von großartigen Liedern spreche: Im Finale haben sich viele der Interpreten so dermaßen ins Zeug gelegt, dass ihre Songs mir doch ein bisschen sympathisch geworden sind. Wiederum haben es auch einige geschafft, sich richtig unbeliebt bei mir zu machen.

Da es immerhin das Finale ist, werde ich mir mal die Zeit nehmen, alles auseinanderzunehmen und möglichst zu jedem Song meine Meinung abzugeben und ein Urteil darüber, ob die Endplatzierung verdient ist.

Wir fangen an mit

Großbritannien | Engelbert Humperdinck – Love will set you free (25 ; 12 Punkte)
Die Studioversion wirkt schon ziemlich anders, wenn man sie mit der endgültigen Liveversion im Finale vergleicht. Wenn ich mir die Eurovision-CD anhöre, beschreiben wir’s mal ganz poetisch, ergreift das Lied mein Herz und schüttelt es ordentlich durch. Außerdem harmoniert seine Stimme perfekt mit dem Song, macht ihn sogar noch ein kleines Stückchen besser. Wenn ich mir allerdings das Finale ansehe, ist da einfach nur ein Typ mit einer Klassikstimme, die nicht zu dem Song passt. Dennoch ist das meiner Meinung nach kein Grund, das Lied einfach auf dem vorletzten Platz verschimmeln zu lassen. Vielleicht war es ja einfach nur der Startplatz.

Ungarn | Compact Disco – Sound of our Hearts (24 ; 19 Punkte)
Vergesst alles, was ich über diesen Beitrag gesagt habe, ja? Ich fand ihn gestern Abend großartig. Man bekommt den Eindruck, der Sänger verbessert sich von Show zu Show. Am Anfang hat er eine Menge der Töne versemmelt, doch gestern habe ich keinen einzigen Patzer hören können. Und die Aufregung, die man ihm deutlich ansah, machte ihn irgendwie sympathisch. Die Platzierung direkt vor Engelbert ist auf jeden Fall nicht gerechtfertigt. (Seid bereit, den Ausdruck „nicht gerechtfertigt“ werdet ihr noch öfter hören, ich bin heute gut gelaunt.)

Albanien | Rona Nishliu – Suus (5 ; 146 Punkte)
Ist euch eigentlich schon mal aufgefallen, dass Rona mit dieser Dreadlock, die ihr über der Schulter hängt, aussieht, wie einer von diesen Riesenschlümpfen aus Avatar? Die haben ja auch solche Kabel, mit denen sie sich irgendwie verbinden, aber lassen wir das. Jedenfalls ist das Lied in meiner Gunst immer noch nicht höher gestiegen und das vorallem, weil Frau Nishliu seit dem Festivali i Kenges keinerlei Weiterentwicklung gezeigt hat, genauso wenig wie diese Gurke von einem Song. Viele der Acts im Finale haben seit ihren Nationalvorentscheiden um Einiges an Bosshaftigkeit zugelegt, und Rona Nishliu schreit sich immer noch durch ihr Lied. Platz 5 ist NICHT GERECHTFERTIGT. Echt nicht.

Litauen | Donny Montell – Love is Blind (14 ; 70 Punkte)
War meine Brille die ganze Zeit beschlagen, hab ich gekifft oder ist irgendwas Magisches mit Donny Montell passiert? Das, was erst eine Diskogurke vorgetragen von einem Diskobunny war, ist im Finale urplötzlich zu einem Diskoknaller vorgetragen von einem Diskoboss geworden. Dennoch hatte er echt an seinem Startplatz zu leiden, bei der schrecklichen Platzierung. Wäre er auf den hinteren Startplätzen gelandet, hätten wir es jetzt mit einem potenziellen Top-5-Kandidaten zu tun. So, wie er sich gesteigert hat, hätte er sich den guten Platz wirklich verdient.

Bosnien | Maya Sar – Korake ti znam (18 ; 55 Punkte)
Eine Landsfrau bezeichnete Maya Sar gestern als Pferdefresse. Irgendwie macht das schlimme Kleid sie hässlich, findet ihr nicht auch? Jedenfalls ist sie schon wieder eine dieser Acts, die nicht die Anzahl von Punkten bekommen konnten, die sie eigentlich verdient haben. Dieses Jahr war es damit ganz extrem, findet ihr nicht auch? Korake Ti Znam ist ein schönes Lied, es reicht nicht zwar nicht an Gospodin Joksimovics Werke heran, aber es ist dennoch auf seine eigene Art bosshaft. Also warum haben so wenige Leute dafür angerufen? Kinder, ihr hättet lieber für eine begabte Sängerin angerufen, die ihren Song komplett selbst geschrieben hat, anstatt für so eine schwedische Hippiezippe, die nichts drauf hat außer Zahnbelag. Ohne Spaß.

Russland | Buranovskiye Babushki – Party for everybody (2 ; 259 Punkte)
Wie schon Mister Lordi sagte: „12 Punkte gehen an das heißeste, sexieste, hübscheste Babe heute Abend, gut, eigentlich sind es 6.“ Die Omis aus Buranovo sind unglaublich bezaubernd, und sie haben sich diese Platzierung auch verdient. Außerdem singen sie nicht, wie andere Teilnehmer, für Fame oder Money, sondern für die Dorfkirche. Und Stimmung machen sie auch noch mit ihrem Lied. Allein schon wegen Babuschka Natalya, der Allerkleinsten im Bunde, die so unglaublich niedlich ist, ist der Platz vollkommen gerechtfertigt. Ihr könnt mir jetzt viel vorwerfen, aber das ist mir egal. Ich bin ein Babushki-Fan.

Island | Greta Salome und Jonsi – Never Forget (20 ; 46 Punkte)
Bosshaftigkeit en masse, das ist Island. Sie könnten auch ein Aufbackbrötchen mit einer schwarzen Afroperücke schicken, es hätte immer noch diesen einzigartigen Island-Flair. Deswegen frage ich ganz freundlich: Habt IHR ’ne beschlagene Brille oder sonst irgendwelche Probleme? Das hat 46 Punkte und die Schreiballade aus Albanien 146? Hat da etwa die albanische Mafia ein paar Votes gekauft, oder wie konnte das zustande kommen? Das ist so unglaublich unfair, dafür hab ich gar keine Worte mehr.

Zypern | Ivi Adamou – La La Love (16 ; 65 Punkte)
Erst mal großes Lob an Ivi, die Performance war erstklassig, sie hat das Lied wunderbar rübergebracht und sah auch noch klasse dabei aus. Der Song an sich ist auch noch unglaublich zeitgemäß und steckt die Hütte in Flammen, also warum so wenige Punkte? Entweder haben nur Schwule oder neidische Frauen angerufen, anders geht’s nicht. Was soll der Hickhack dieses Jahr eigentlich, dass fast nur Länder viele Punkte bekommen haben, die sie nicht verdienen und die wirklich guten Beiträge, Zeljko Joksimovic jetzt mal ausgenommen, auf den hinteren Plätzen hängen?

Frankreich | Anggun – Echo (You and I) (22 ; 21 Punkte)
Das Lied war auch eines der moderneren, zeitgemäßeren, die man jederzeit in den Charts finden könnte. Warum schwimmt es dann im Gurkensalat auf den hinteren Plätzen, zwischen Leuten wie Tooji, Soluna Samay und Jedward? Anggun hat gestern wirklich was halbwegs Innovatives geliefert – ganz ehrlich, gerade den Anfang des Liedes kann man einfach nicht anders beschreiben als „hammergeil“ – und nur weil Frankreich zu den Ländern ohne irgendwelche Diaspora oder sonstige Verbündete gehört, heißt das, dass deswegen der Song gleich schlecht ist? Absolut ungerechte Platzierung, ernsthaft.

Italien | Nina Zilli – L’amore é Femmina (9 ; 101 Punkte)
Gutes Lied, nett vorgetragen, höchstens durch die Tatsache ein bisschen versaut, dass es auf so einem hässlichen Englisch-Italienisch-Mix wie letztes Jahr gesungen worden ist. Dennoch ist es einfach nur schlecht und unvorteilhaft, wenn das Publikum nicht schon von alleine mitgeht, solche Schlachtrufe wie „Clap your hands!“ durch die Gegend zu schreien, die dann am Ende auch nicht funktionieren. Das war dann eher peinlich. Der neunte Platz kommt schon hin, ja.

Estland | Ott Lepland – Kuula (6 ; 120 Punkte)
Diesmal werd ich mich zurückhalten und ausnahmsweise mal keinen dummen Witz über den Liedtitel machen. (Auch wenn ich mich dafür schon arg zusammenreißen muss.) Ott hat eine solide Leistung abgeliefert, und das Lied berührt auch, ohne dass man es verstehen muss. Applaus dafür.

Norwegen | Tooji – Stay (26 ; 7 Punkte)
Endlich mal ein Kandidat, bei dem ich den Votern absolut zustimme! 7 Punkte sind sehr verdient. Hätten aber auch weniger sein können.

Aserbaidschan | Sabina Babayeva – When the Music dies (4 ; 150 Punkte)
Gute Ballade, hin und her, aber musste das wirklich der vierte Platz sein? Die Performance war nicht schlecht, und ich fand das Kleid sehr entzückend, aber für nicht schlecht vergibt man normalerweise nicht so viele Punkte. Ich hätte gern an Sabinas Stelle Can aus der Türkei gehabt, oder vielleicht Roman Lob, aber so toll war’s jetzt auch nicht, dass sie den vierten Platz verdient hat.

Rumänien | Mandinga – Zaleilah (12 ; 71 Punkte)
Technisch gesehen ist das Lied ganz okay, es hat nicht wirklich diesen Lieblingslied-Faktor, darum find ich den Platz auch, nur für das Lied, in Ordnung. Aber nicht für die Performance, da hätte nämlich jeder, der einen Puls besitzt, zu abgehen müssen. Ich frag mich teilweise echt, was da gestern für Menschen abgestimmt haben. Außerdem hätten allein für den moonwalkenden Dudelsackmann richtig fett Punkte rausgehen sollen.

Dänemark | Soluna Samay – Should’ve Known Better (23 ; 21 Punkte)
Der billige Scheiß hätte nicht mal ins Finale kommen dürfen. Ich hätt‘ lieber Bulgarien an ihrer Stelle gesehen. Jedenfalls hat Europa diesmal Geschmack bewiesen und diesen Seichtmüll auf seinem gerechten Platz landen lassen.

Griechenland | Eleftheria Eleftheriou – Aphrodisiac (17 ; 64 Punkte)
Da haben wohl echt fast nur Frauen und Schwule angerufen, und wahrscheinlich auch noch irgendwelche betagten Eurovision-seit-der-ersten-Stunde-gucker, die lieber Balladen als Uptempo-Nummern haben. Ehrlich, es gibt keine andere Erklärung für den 17. Platz dieses Beitrags. Eleftheria hat gestern eine dermaßen gute Show abgeliefert, die Performance mit den Sirtakischritten am Ende war einfach nur der Hammer und ihre gesangliche Leistung war nicht mal so schlecht, also was wollt ihr? Es hätte ja einfach Dana International die Nummer vortragen können, mit einem von ihren Salatkleidern, da wär es auch sicher in der Top 5 gelandet.

Schweden | Loreen – Drogenrausch Euphoria (Unverdienter 1. Platz ; 372 Punkte)
Was ist so toll an Loreen? Was gibt euch die Beweggründe, diesem Lebewesen 372 Punkte in den Hintern zu blasen? Alter, das ist einfach nur ein bekiffter, ungekämmter Zombie, der seinen Namen tanzt und dabei irgendeinen Unfug nuschelt, den man nicht mal halbwegs verstehen kann! Und sowas findet Europa gut genug, um 18 Mal die volle Punktzahl dafür rauszuhauen? Nicht mal über Aserbaidschan hab ich mich im letzten Jahr so aufgeregt, und die waren schon wirklich schlecht. Ganz ehrlich, einen zweiten oder dritten Platz hätte ich okay gefunden. Aber gleich ein Sieg? Ne.

Türkei | Can Bonomo – Love Me Back (7 ; 112 Punkte)
Und wieder muss ich den Spruch raushauen: Can, der Mann, der alles kann! Und am Besten kann er unterhalten, wie man gestern deutlich gesehen hat. Gesanglich gab es manchmal Patzer, aber die Show mit dem Schiff aus den Tänzern ist einfach genial. Außerdem ist der Song komplett von Can selbst geschrieben worden, sowas sollten die Telefonvoter vielleicht auch mal machen, dann können sie’s wenigstens wertschätzen. Zu dem Zeitpunkt, wo ich das hier schreibe, sind natürlich die Juryergebnisse noch nicht raus, aber ich gehe anderseits auch davon aus, dass er durch die Jury gerasselt sein konnte – ich habe nämlich keine Ahnung, wie man für sowas Sympathisches nicht anrufen kann.

Spanien | Pastora Soler – Quédate conmigo (10 ; 97 Punkte)
Manche Leute stehen nicht so auf Europop-Trash mit Feuerwerken, Buffta-Buffta-Rhythmen und halbnackten Ladies. Aber wofür ist der Eurovision Song Contest denn sonst da? Das ist einfach eine flache Ballade, die es auf Erden schon millionenmal gibt, gestern Abend wurde sie zwar mit einer gewaltigen Stimme, aber ohne jegliche Emotion vorgetragen. Pastora singt es einfach runter wie den Beipackzettel von einer Hämorrhoidensalbe, und die großen Gefühle wollen nicht so recht rüberkommen. Außerdem hat sie starke Ähnlichkeit zu der Marktschreierin aus Albanien. Sie könnten gute Freunde werden. Vielleicht kann sich ja auch noch Loreen dazugesellen, dann haben sie einen Club der Talentfreiheit.

Deutschland | Roman Lob – Standing Still (8 ; 110 Punkte)
Fand ich gestern Abend richtig nett. Roman hat die Nummer so wunderbar unaufgeregt und charmant vorgetragen, da sind wahrscheinlich eine Menge Sympathiestimmen zusammen gekommen. Den 8. Platz finde ich dafür sehr verdient, und ich fand auch seine Reaktion gestern bei der Afterparty sehr angemessen und gut und was es nicht sonst noch für Ausdrücke dafür gibt. Daumen hoch für Roman Lob.

Malta | Kurt Calleja – This is the Night (21 ; 41 Punkte)
Kaum zu glauben, aber ich find das Lied jetzt super. Das Problem ist nur, dass die Performance im Semi viel mehr Schwung hatte als im gestrigen Finale – da sah es gegen Anfang nämlich aus, als würde Kurt auf einem Rentnertanztee auftreten. Die Action geht erst ab der Mitte los. Vielleicht hätten sie für mehr Punkte die ganze Zeit über Action, Pyrotechnik und einen partygeilen DJ einsetzen sollen? Zur Rechtmäßigkeit der Platzierung kann ich eigentlich nichts sagen, eben wegen mangelnder Action – sowas wird mit wenig Punkten bestraft, weil die meisten Zuschauer viel bunten Eurotrash brauchen, um zu dem Startplatz überhaupt noch wach zu bleiben.

Makedonien | Kaliopi – Crno i Belo (13 ; 71 Punkte)
Kaliopi geht steil! Für ein Land, das nicht sonderlich viele Bros oder sonstige Verbündete hat, ist die Nummer doch ziemlich gut abgeschnitten. Die Sängerin macht mir immer noch ein bisschen Angst, aber die gesangliche Leistung, die sie geliefert hat, war doch super, oder nicht? Außerdem wird mir das Lied langsam echt sympathisch, bis zu dem Teil gegen Ende, wo sie diesen grässlichen Horrorschrei loslässt. Den hätte man echt entfernen können. Der Platz ist meiner Meinung nach nicht wirklich gerechtfertigt. Ich hätte sie gerne anstelle von Albanien gesehen.

Irland | Jedward – Waterline (19 ; 46 Punkte)
Es war ein großer Fehler, nicht oft genug für sie anzurufen. Ein ganz großer Fehler. Wenn wir Pech haben, schicken die Iren diese beiden Schießfiguren jetzt noch so lange, bis sie endlich mal gewinnen. Jetzt muss ich mir noch, bis irgendeiner sie mit einer Nerfgun abknallt, diese schief gesungenen Billigpoplieder geben. Was anderes ist das nicht, was Jedward da macht. Ihre Lieder sind, ganz ehrlich gesagt, alle scheiße bis auf eins – und mit dem einen guten konnten sie ja nicht bis zum ESC warten. Wobei für die eh niemand anrufen wird, außer kleiner Teenagermädchen, die schwanger werden, wenn sie nur an Jedward denken. Platz gerechtfertigt, hundertpro.

Serbien | Zeljko „Boss“ Joksimovic – Nije Ljubav Stvar (3 ; 214 Punkte)
Wie bereits schon gesagt, es ist Zeljko Joksimovic. Nicht Chejko Dschoksimouvic, wie Peter Urban ihn gern ausspricht, und erst recht nicht irgendein dahergelaufener Hinterhofkomponist. Es ist ZELJKO FUCKING JOKSIMOVIC, eine der wenigen lebenden Legenden, die wir auf der Erde noch haben, also warum bringt Europa ihm nicht ein bisschen mehr Respekt entgegen? Das war jetzt sein letzter, allerletzter ESC-Auftritt. Endstation. Mit einer solchen Top-Ballade, die sogar Chuck Norris zum Weinen bringt, kann man doch nur gewinnen, oder? Nein. Warum nicht? WEIL EUROPA EINE UNGEKÄMMTEN ZOTTEL EINER VERDAMMTEN -LEGENDE- VORZIEHT! Schämt euch. Schämt euch einfach.

Ukraine | Hajtana – Be My Guest (15 ; 65 Punkte)
WHEN LOVE TAKES OVEEEER EJAAAAAAAA~~ okay. Jetzt hab ich mir schon Luft gemacht, jetzt kann es weitergehen. Ich muss zugeben, ich fand’s schon klasse. Hajtana war einigermaßen anständig angezogen, hat ’ne gute Schau abgeliefert, sie ist stimmlich gut, ich bin zufrieden. Der fünfzehnte Platz ist für die Leistung zu wenig, aber für den Song geht’s.

Moldavien | Pasha Parfeny – Lautar (11 ; 81 Punkte)
Schaut mal, wer den Song geschrieben hat? Und jetzt schaut mal, wer ihn singt? Seht ihr. Wieder so ein ausgesprochen talentierter und dazu noch gut aussehender junger Mann, den Europa einfach mal verschmäht, weil sein Song kein typisch westlicher Popmüll ist, sondern einen eigenen Stil hat. Die Tänzerinnen scheint er sich von Laka, dem Bosnier von 2008, ausgeborgt zu haben. Allerdings haben sie nicht von ihm abgelenkt, sondern seine Nummer noch bosshaftiger gemacht. Der Platz ist auf jeden Fall nicht gerechtfertigt, und das sag ich nicht nur, weil Pasha als alter Bekannter sowieso einer meiner Favoriten ist.