Blickwinkel zum Thema Lord Abbadon

Kurzbeschreibung: „Er ist der Erste. Der Eine. Der Ewige. Euer geliebter Imperator.“ Bescheiden ist Lord Abbadon nicht. Größenwahnsinnig trifft es schon eher. Ein paar Blickwinkel zu diesem Phänomen.

Unterwirf dich Abbadon. Bitch.

„Unterwirf dich Abbadon. Bitch.“

Das ist der Aufruf. Man soll sich Lord Abbadon unterwerfen und wird dabei auch noch beleidigt. Warum sollte man das also tun? Warum tun es so viele?

Über 45.000 Menschen haben den YouTube-Kanal von Lord Abbadon abonniert und sich ihm damit unterworfen. Auf seiner Facebook-Seite herrscht Hochbetrieb und der eigene Fanclub wächst unaufhörlich. Und bald geht eine neue Homepage online, für die sich auch schon vor dem Start unzählige Untertanen – und anders kann man sie wirklich nicht nennen – angemeldet haben.

Aber die Frage bleibt immer noch: Warum tun sie das?

Für die Demokratie, die in weiten Teilen Europas herrscht, wurde viele Jahre und Jahrhunderte lang gekämpft. Warum sind die Menschen plötzlich bereit, sich einem einzelnen Herrscher zu unterwerfen?

Natürlich, gemeint ist es nur als Spaß, es handelt sich schließlich nicht um echte Politik, aber was Lord Abbadon trotzdem erreichen kann, hat sich spätestens bei der Anti-Acta-Protestbewegung gezeigt. Lord Abbadon und einige andere YouTuber haben zu Demonstrationen aufgerufen – und die Massen kamen.

Ein Herrscher, der Macht über sein Volk hat. Der diesem Volk aber auch helfen will, denn sollte Acta durchgesetzt werden, betrifft es alle. Hauptsächlich galt der Kampf der Erhaltung ihrer Bühne: YouTube. Durch Acta wäre dort nichts mehr wie vorher.

Und für die Aktion hat Lord Abbadon – stellvertretend für alle, die mitgemacht haben – die Ehrenauszeichnung des Deutschen Webvideopreises verliehen bekommen.
Sogar die Zeitschrift Stern erwähnte ihn und andere YouTuber in einem speziellen Artikel zum Thema Acta.

Ein großer Pluspunkt für seine Herrscherqualitäten.

Außerdem verspricht seine „Herrschaft“ gute Unterhaltung. Der selbsternannte Imperator hat nämlich nicht nur einen beißenden Humor, er unterhält seine Fans auch mit Kochshows und seinen Gesangskünsten. Ein Multitalent, das auf viele wohl sympathischer und vor allem charismatischer wirkt als Merkel und Co.

Und der Begriff Bitch?

Lord Abbadons Freund und Fan Gronkh – ebenfalls eine Berühmtheit auf YouTube – übersetzt dieses Wort ironischerweise gerne mal mit Weltfrieden. In diesem Kontext auch nicht passend, aber es zeigt den Gedanken dahinter. Es ist ein Wort, das man verwenden darf – solange der Hintergedanke stimmt.

Humpty Dumpty hat es vorgemacht: Man kann den Wörtern die Bedeutungen geben, die man haben will. Und genau das tut Lord Abbadon. Bitch wird zum Begriff für seine (weiblichen) Anhänger. Deshalb lassen sich seine Fans auch gerne so anreden und freuen sich auch noch.

Und schließlich sind die meisten seiner Anhänger nun mal auch Freunde seines Humors.

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Und wer sich ein eigenes Bild von Lord Abbadon machen will: http://www.youtube.com/user/LordAbbadon

Heil Lord Abbadon

„Heil Lord Abbadon!“
Seit das neue Intro fertig ist, erklingen diese Worte nicht nur im Abspann, sie sind auch im Hintergrund gut lesbar.

Heil ist schon wieder ein Wort von Lord Abbadon, das aneckt. Ein Wort, das bei vielen Menschen, vor allem hier in Deutschland, ein Zucken des Augenlids, zumindest aber ein ungutes Gefühl hervorruft.

Lord Abbadon ist Halb-Österreicher, der sich mit Heil grüßen lässt.
Er ist ein Halb-Österreicher, der sich mit Heil grüßen lässt und (unter anderem) Deutschland seiner Herrschaft unterwerfen will.

So gesehen klingt es schon etwas bedenklich.

Doch eigentlich ist Abbadon alles andere als rechts orientiert. Er macht in einem seiner Videos ziemlich deutlich, was er von der NPD und der gesamten rechten Szene hält: gar nichts.
In einem Interview verrät er außerdem seine Ansicht, dass die NPD ohnehin auf einem absteigenden Ast sei.

Heil Lord Abbadon. Warum also diese Begrüßung?
Es passt einfach. Einen galaktischen Imperator mit Weltherrschaftsphantasien begrüßt man nicht mit „Hallo“. Da muss es schon eine Nummer größer sein.

Vielleicht ist auch ein bisschen Provokation dabei, allerdings ohne den negativen Hintergrund.

Man gewöhnt sich aber wirklich daran. Anfangs hat man noch ein mulmiges Gefühl bei dem Wort Heil, aber wenn man es mehrfach in diesem neuen Kontext hört, wird es besser.

Es ist kein Tabu-Wort an sich. Es ist ein normales Wort der deutschen Sprache, das durch Hitler beschmutzt wird. Und man kann sich entweder damit abfinden, dass Hitler nicht nur unzähligen Menschen das Leben genommen hat, sondern auch den späteren Generationen ein Wort. Oder man fängt an, die Vergangenheit hinter sich zu lassen und das Wort wieder in den Sprachgebrauch aufnehmen.

Heil Lord Abbadon.

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Lord Abbadons „Meinung“ über die NPD: http://youtu.be/EJ0LfZdxb9E

Gehirnwäsche

„Willkommen bei Lord Abbadons Entspannungs- und Motivationsleitfaden. Wenn du die folgenden Worte hörst, dann mache sie zu deinen eigenen, indem du sie leise, ganz in Ruhe und nur für dich wiederholst. Sieh dir dieses Video so oft an, bis sich die Botschaft eingeprägt hat.
Und nun setz oder lege dich in eine bequeme und angenehme Position, schließe die Augen, lausche und wiederhole jeden Satz leise für dich.

Ich bin ein guter Mensch. Ich bin ein glücklicher Mensch. Ich liebe mein Leben. Ich habe viele Freunde. Lord Abbadon ist mein Freund. Lord Abbadon ist mein bester Freund. Lord Abbadon ist mein bester Freund auf der ganzen Welt. Lord Abbadon liebt mich. Ich liebe Lord Abbadon. Ich liebe Lord Abbadon. Ohne Lord Abbadon wäre ich einsam und traurig. Ich würde alles für Lord Abbadon tun. Ich werde Lord Abbadon helfen, die Weltherrschaft an sich zu reißen. Die Welt gehört Lord Abbadon. Ich werde Lord Abbadon all mein Geld überweisen…“

Mit seiner dunklen Samtstimme pflanzt Lord Abbadon den tiefenentspannten Fans solche Botschaften per YouTube-Video in den Kopf. Gehirnwäsche online.

Tatsächlich steht in der Videobeschreibung ein Link zu Lord Abbadons PayPal-Account. Und die Fans spenden.

Aber nicht nur das: Sie schicken ihm Bilder, Fotos, Päckchen und Pakete gefüllt mit Süßigkeiten oder anderen tollen Sachen.

Hat das Video seinen Zweck erfüllt und die Fans per Hypnose dazu gezwungen, all das zu tun? Wurden die Zuschauer tatsächlich manipuliert? Ist es wirklich Gehirnwäsche?

Das Selbstexperiment zeigt ganz klar: Für wirkliche Hypnose ist sein Entspannungs- und Gehirnwäschevideo nicht geeignet. Man muss irgendwann unweigerlich lachen und die vermeintliche Entspannung ist dahin.

Die Fans haben also eine ganz eigene Motivation ihren Imperator zu beschenken. Worin diese liegt, kann jeder für sich entscheiden, aber bedenklich oder neu ist diese Entwicklung nicht.

Schon seit Jahrzehnten ist es eine weitverbreitete Praktik, begehrten Stars Plüschtiere (und Unterwäsche) auf die Bühne zu werfen. Nur ersetzt in diesem Fall ein Postfach die Bühne und Süßigkeiten die Unterwäsche.

Und warum auch noch Geld? Lord Abbadon erklärt, wofür dieses Geld benutzt wird: für Miete, Essen, neues Kamera-Equipment – je nachdem an welches Konto man spendet, wird das Geld entweder für private Zwecke oder zugunsten der Video-Aufnahmen genutzt.

Bei den größeren Stars und Sternchen macht man sich darum normalerweise keine Gedanken, da diese oft Geld wie Heu haben. Lord Abbadon dagegen ist noch nicht soweit.
Und so geht das Geld statt des Umwegs über Plüschtiere direkt an ihn.

Genau genommen ist das eine erfreuliche Entwicklung: In Zeiten, in denen jeder alles gratis und kostenlos haben möchte, sind einige immer noch bereit – freiwillig! – ihren Star für die Unterhaltung zu entlohnen. Notfalls auch mit Süßigkeiten.

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Das erwähnte Video findet sich hier: http://youtu.be/gcl_Xm2bowU

Dusch-Vlog

Lord Abbadon steht unter der Dusche. Und die gesamte YouTube-Gemeinde kann ihn so sehen, weil er sich dabei gefilmt hat. Dusch-Vlog nennt sich das. Quatschen unter der Dusche – Haare waschen inklusive.

Auch wenn der Blickwinkel der Kamera nur den Bereich aufwärts der Schultern erfasst, fühlt man sich seltsam peinlich berührt. Es ist etwas, das man sonst nicht in der Öffentlichkeit sieht oder tut.

Ein Stilbruch seitens Lord Abbadons. Angeblich folgt er einem neuen Trend, doch wenn man es sich genau ansieht, hat er den Trend erst ausgelöst. Die meisten Videos von YouTubern, die unter der Dusche stehen, sind nach dem von Lord Abbadon hochgeladen worden.

Eine Wirkung kann man einem solchen Video auf jeden Fall nicht absprechen: Es macht Lord Abbadon menschlicher. Ein Imperator im Dienste der Fannähe.

Und tatsächlich nutzt er dieses Video auch noch dazu, die Zuschauer aufzufordern, ihm Fragen zu stellen. Doch die meisten Kommentare beziehen sich auf den imperialen Duschkopf. Dieser hat bunte LED-Lämpchen eingebaut, die je nach Wassertemperatur die Farbe wechseln. Blau bedeutet kalt, grün bedeutet warm, rot bedeutet heiß.

Eine der am häufigsten gestellten Fragen ist dementsprechend dann auch die, woher man einen solchen Duschkopf bekommt. Auf Platz zwei steht die Frage, welche Bands Lord Abbadon hört.
Diese Frage beantwortete er übrigens mit „Viel zu viele um es zu beantworten“. Favorit sind aber die apokalyptischen Reiter.

Trotzdem wirkt es immer noch merkwürdig, ihn beim Duschen zu beobachten, woran auch die Erläuterungen zu seinem Shampoo und seiner Spülung nichts ändern.

Dazu kommt noch eine nicht unbeachtliche Anzahl an Kommentarschreibern, die der Kamera gewünscht hätten, runterzufallen.

Aber immerhin weiß der geneigte Zuschauer nach dem Video, wie der Imperator mit nassen Haaren aussieht, wo er ein Muttermal hat, dass Froschaufkleber die Fliesen in der Dusche zieren, welche Shampoo-Marke lange Haare so „fluffig“ macht und dass Lord Abbadon ein Warmduscher ist.

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Der Dusch-Vlog verbirgt sich hinter diesem Link: http://youtu.be/o7u4YpvodS4

Und das Antworten-Video ist hier: http://youtu.be/9QzxFc8yT6Y

Kochen

Wenn Lord Abbadon kocht, dann kocht er nicht selber, sondern einer seiner Klone. Optisch sind Original und Kopie nicht voneinander zu unterscheiden, aber es ist nur logisch, dass der Imperator sicherlich anderweitig beschäftigt ist.

Es erinnert an eine Kochshow, nur sind die Themen, die hier besprochen werden, völlig andere als im Fernsehen. Dort gibt es vielleicht auch Gewinnspiele, aber es wird nicht die Zahl der Abonnenten gefeiert und die Zuschauer werden auch nicht aufgefordert, sich für eine neue Homepage anzumelden.

Das alles tut Lord Abbadon (beziehungsweise sein Klon) schon. Und er lässt sich weder durch das Reden vom Kochen ablenken noch umgekehrt. Es herrscht sichtbare Routine.

Auch die Zwiebeln für die imperialen Knoblauchnudeln oder das imperiale Chili con Carne werden auf eine Art und Weise zerhackt, die man durchaus von Profis kennt. Und auch der Rest des Kochvorganges wirkt durchaus professionell. Die langen Haare werden artig zurückgebunden, die Sonnenbrille abgesetzt und alle Zutaten bereitgestellt, um einen reibungslosen Kochablauf zu garantieren.

Das einzige, was laienhaft wirkt, ist das Öl im Nudelwasser, was nachweislich keine andere Wirkung hat, als beim Abgießen das Abflussrohr zu verkleben. Aber dem Imperator verzeiht man auch so etwas. Wer weiß, vielleicht ist es ja dieses Detail, das aus normalen Knoblauchnudeln die imperialen Knoblauchnudeln macht.

Und nach den Videos weiß man auch endlich, wie der Imperator sein Essen mag: scharf, mit vielen Geschmacksverstärkern und natürlich mit Steak-Pfeffer gewürzt.

Wenn dann der Moment kommt, wo die Kamera direkt über der Soße hängt und Lord Abbadon fragt, ob man es riechen kann, dann hat man tatsächlich das Gefühl, dass man genau das könnte. Vielleicht liegt es daran, dass man genau beobachten konnte, was alles in dieser Pfanne verschwunden ist und deshalb nur die Vorstellungskraft der Nase einen Streich spielt. So oder so, einem läuft das Wasser im Mund zusammen.

Übrigens kriegt, wer völlig entkräftet zu Lord Abbadon kommt, von ihm persönlich erst einmal ein selbstgemachtes Schnitzel.
Alternative Deutung dieses Videos: Die imperialen Schnitzel sind es wert, dass man für sie weite Strecken kriechend zurücklegt.

Egal, wie man das Video deutet, Fakt ist: Es gibt Schnitzel. Und während die Exemplare aus diesem Video noch mit viel gutem Willen als goldbraun durchgehen, ähnelt das „Outtake-Schnitzel“ eher einem Brikett.

Lord Abbadon persönlich ist beim Kochen also wohl etwas abgelenkter als sein Klon, sonst wären die Schnitzel nicht angebrannt. Aber trotzdem kann man ganz eindeutig erkennen, dass Kochen wohl zu den Hobbies des Imperators gehört.

Und er schafft es, dass Leute vor den Bildschirmen sitzen und Hunger bekommen. Da vergisst manch einer sogar, dass er gar keinen Mais mag und wünscht sich nur noch eine Portion des vorgekochten Essens.

Ob das Chili als noch Abendessen durchgeht, kann man so leicht nicht sagen, denn wenn man der Uhr in der Küche glauben darf, wurde das Chili weit nach Mitternacht zubereitet…

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Imperiales Chili con Carne: http://www.youtube.com/watch?v=2-RoRM99nM8
Imperiale Knoblauchnudeln: http://www.youtube.com/watch?v=P55Iuxp6qgA
Imperiale Schnitzel: http://www.youtube.com/watch?v=gwm3aFZkYak
Schnitzel-Outtakes: http://www.youtube.com/watch?v=x1e5ZB43oI4

Lord Abbadons Herrschaft

Lord Abbadon will die Weltherrschaft. Und dabei geht er nicht vor wie andere Möchtegern-Weltherrscher, die die ultimative Macht wollen, aber dann scheitern, weil ihre Pläne nicht gut durchdacht sind.

Ob Lord Abbadon scheitern wird oder nicht (und die Tendenz geht zu nicht scheitern) wird die Geschichte zeigen, aber geplant hat er alles schon.

Der wichtigste Aspekt seines Herrschaftsplans ist der, dass er nicht alles alleine macht, sondern immer mehr Untergebene um sich schart und diese seine Befehle ausführen lässt. Und diese Untergebenen werden nicht mit Gewalt zur Unterwerfung gezwungen. Man lässt ihnen die Möglichkeit, sich freiwillig zu unterwerfen, um so Teil einer besseren Gesellschaft zu werden.

Außerdem verspricht Lord Abbadon, dass man sich besser fühlt, wenn man sich ihm unterworfen hat. Was so leicht dahingesagt ist, scheint aber bei einer großen Anzahl seiner Untergebenen tatsächlich funktioniert zu haben.

In Community herrscht ein angenehmes Klima und bedingungslose Hingabe gegenüber dem Imperator. Seine Untergebenen scheinen sich also wirklich wohlzufühlen. Aber wie wird die Gesellschaft sein, wenn Lord Abbadon erst die Weltherrschaft erlangt hat?

In einem sehr langen Interview mit BeatNetRadio enthüllt der Imperator stückchenweise, wie er sich die Welt unter seiner Herrschaft vorstellt.

Anders als zahlreiche utopische Gesellschaften, die die schlechten Eigenschaften des Menschen nicht mit einbeziehen und dann überraschenderweise genau daran scheitern, setzt Lord Abbadon auf die menschliche Gier als Stützpfeiler seine Weltwirtschaft.

Jeder Mensch soll ein Grundeinkommen bekommen, für das er nichts tun muss und von dem er auch leben kann, ein bisschen wie Harz IV. Doch auf diese Weise würden keine Güter produziert werden, keine Dienstleistungen erbracht werden und die Menschheit wäre innerhalb kürzester Zeit wieder auf Steinzeit-Niveau.

Doch hier kommt die Gier ins Spiel. Lord Abbadon baut darauf, dass den meisten Menschen dieses Grundeinkommen nicht genügt und sie deshalb einer Arbeit nachgehen, um ihren Reichtum zu vergrößern. So bleibt die Wirtschaft am Leben.

Ein gewisser Prozentsatz wird sich garantiert mit dem Grundeinkommen zufrieden geben – denn der Mensch ist nicht nur gierig, sondern manchmal auch faul – aber es gäbe in dem Sinne keine Arbeitslosenproblematik mehr, nur noch freiwillige Arbeitslose, da alle durch das Grundeinkommen versorgt sind.

Es ist ein wahrer Geniestreich von Lord Abbadon. Die meisten Weltherrscher – und Autoren, die über solche schreiben – haben ein oft viel zu positives Menschenbild, wenn sie ihre Gesellschaften neu strukturieren wollen. Und in der Realität fallen diese Pläne dann in sich zusammen wie Kartenhäuser.

Möglicherweise brauchte es einen düsteren Herrscher wie Lord Abbadon, um die wahre Natur des Menschen zu erkennen und in seine Pläne mit einzubeziehen.

Was sich unter der Herrschaft des Imperators noch ändern wird, ist unter anderem das Zahlungsmittel. Lord Abbadon will eine andere Währung als Geld einführen, doch genauere Details dazu wollte er nicht verraten.

Ob es eine wirklich geldlose Währung ist, wird sich zeigen und hängt vor allem von der Definition des Begriffs „Geld“ ab.

Außerdem sollen die Feiertage neu strukturiert werden – Ehrentage zum endgültigen Erreichen der Weltherrschaft sowie Lord Abbadons Geburtstag werden unerlässlich sein – doch da der Imperator verlauten ließ, dass weiterhin Weihnachtslieder (mit der Ausnahme von Last Christmas) gesungen werden dürfen, wird Weihnachten wohl weiterhin bestehen bleiben.

An diesen Details erkennt man sehr gut, dass Lord Abbadon seine Herrschaft bis ins kleinste Detail geplant hat. Und damit ist er vielversprechender als all seine Vorgänger.

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Das Interview von BeatNetRadio: http://www.youtube.com/watch?v=_bee-icNjYQ

XXL-Tuberday im Moviepark

Lord Abbadon ist so bekannt, dass ihn alle paar Sekunden Leute auf der Straße erkennen und auch ansprechen. Das passiert zwar nicht in freier Wildbahn, sondern auf dem XXL-Tuberday im Moviepark, aber bezeichnend ist es trotzdem.

Immerhin ist er nicht der einzige berühmte YouTuber, der auf diesem Treffen am 12. Mai vertreten war. Auch andere Größen wie iBlali, mirrorzFX, viele andere von der Applewar-Crew und noch viel mehr tummelten sich dort. Aber sogar schon vor dem offiziellen Start des Treffens folgte eine Meute Lord Abbadon immer auf den Fuß, egal wohin er ging.

Nach dem großen Auftakt mit stilechter Begrüßung des Imperators verteilte sich die Menge dann auf mehrere kleinere oder größere Knubbel.

Die Suche nach dem Lieblings-YouTuber gestaltete sich für Fans dann auch ein bisschen wie Perlentauchen: Überall sind Menschenknubbel und man musste einen Blick in deren Inneres werfen, um zu wissen, wer sich darin verbarg.

Den größten Knubbel hatte natürlich Lord Abbadon für sich beansprucht. Nicht weil iBlali weniger Fans hätte, die sich für ihn interessierten, sondern weil dieser alle paar Minuten den Ort wechselte und so eher einen Rattenschwanz statt eines Knubbels um sich hatte.

Jedenfalls war Lord Abbadon viele Stunden eifrig damit beschäftigt, unzählige Autogramme auf teils sehr interessante Unterlagen zu geben, für endlose Fotos zu posieren und immer wieder irgendetwas in eine der vielen anwesenden Kameras zu sagen.

Bei den vielen Autogrammen wurden oftmals die Stifte verflucht, die entweder schlecht schrieben, nicht permanent genug zum Beispiel für glatte Oberflächen waren oder schlicht und ergreifend die falsche Farbe hatten. In so einer Umgebung konnte es ein gut schreibender, schwarzer Permanent-Marker leicht schaffen, als „imperialer Edding“ bezeichnet zu werden.

Im Laufe dieses Meet and Greets hat der Imperator dann unter anderem auf T-Shirts, Jacken, Kissen, Schuhen, Playstations, Wangen, Dekolletees und etwa hundert Quadratmeter Papier unterschrieben.

Die Wahl der Platzierung seiner Autogramme ist es übrigens wert, genauer betrachtet zu werden. Denn wenn ein weiblicher Fan Lord Abbadon bittet „irgendwo“ auf einer noch jungfräulichen Jacke zu unterschreiben, dann entscheidet er sich nicht ganz unerwartet für den herausragendsten Ort, sprich: die Brüste.

Und sollte man so wagemutig sein, dem Imperator den Rücken zuzukehren und ihn unbeaufsichtigt etwas auf die Rückseite eines T-Shirts schreiben zu lassen, dann brauchte man sich auch nicht zu wundern, wenn dort anschließend „Ali stinkt“ oder „Imperialer Depp“ stand.

Manche Widmung-Aufforderungen wurden von Lord Abbadon auch einfach wortwörtlich zu Papier gebracht. Imperialer Humor eben.

Außerdem haben ihn die Fans reich beschenkt. Allein in meinem Beisein sind sechs Tafeln Schokolade in den geräumigen Taschen seines Mantels verschwunden.

Möglicherweise animierte ihn das zu dem Schlachtruf „SCHOKO“, zu dem er seine Untergebenen aufforderte. Möglicherweise lag es aber auch nur daran, dass Tense in der Nähe war.
Auf ebendiesen Umstand ist es auch zurückzuführen, dass der Imperator die Menschenmasse „Tense stinkt“ rufen ließ. Egal was Lord Abbadon forderte, seine Untergebenen gaben es ihm.

Und als er dann nach einer wilden Fahrt auf einem Fahrgeschäft die Fans bat, ihm nicht weiter zu folgen, damit er etwas alleine mit seinen Freunden unternehmen konnte, dann kamen sie auch diesem Wunsch nach. Alle hatten Verständnis dafür, dass Freunde nun einmal wichtiger sind als Fans.

Besagtes Fahrgeschäft entwickelte sich übrigens zu einer beliebten Attraktion für die Besucher des Tuberdays. Den meisten machte es mehr Spaß, hinter der Absperrung zu stehen und zu beobachten, wie sich der Imperator zusammen mit seiner Lakai Sam (EvansSamanta) und Tommy (von mirrorzFX) die Zeit bis zum Start vertrieb, statt selber auf dieses Fahrgeschäft zu gehen. Dutzende Menschen filmten ihn dabei, wie er sich betont gelangweilt gab oder herumalberte.

Das erwartete Spektakel, seine langen Haare durch die Gegend fliegen zu sehen, fiel leider aufgrund eines Haargummis aus. Dafür konnte man Sams offene Haare bewundern, ebenso wie Tommys Technik, seine Cappi trotz der rasanten Überschläge nicht zu verlieren.

Als Lord Abbadon dann an der Absperrung vorbeikam, an der seine Untertanen warteten und ihre Hände ausstreckten, berührte er jede einzelne davon. Gerüchten zufolge haben sich einige dieser Fans in den nachfolgenden Stunden und Tagen nur sehr unwillig die Hände gewaschen.

Die Fans, die bis ganz zum Ende des Tages durchhielten, wurden noch einmal mit einem zweiten, inoffiziellen Treffen belohnt, das sogar die Öffnungszeiten des Movieparks sprengte. Doch das dürfte kein Problem gewesen sein, schließlich hat der Tuberday dem Park für diesen Tag mehr als 800 zusätzliche Besucher eingebracht.

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Lord Abbadons Video über den XXL-Tuberday: http://www.youtube.com/watch?v=6Ca_xt93ovo