Dantons Tod (Georg Büchner)

Autor: Georg Büchner (1813 – 1837)
Originaltitel: Dantons Tod
Veröffentlichung: 1835
Textsorte: /
Textgattung: Drama
Literaturepoche: Vormärz

Inhaltsangabe:
„Dantons Tod“ ist ein 1835 veröffentlichtes Drama des jung verstorbenen Mediziners Georg Büchner (1813 – 1837). Büchner („Der Hessische Landbote“, „Leonce und Lena“, „Woyzeck“) zählt zu den bedeutendesten radikal-politischen Literaten der Vormärz-Zeit. Wegen seiner politischen Brisanz wurde das Stück auf Wunsch des Verlegers aus Furcht vor der rigiden Zensur der damaligen Zeit unter dem Titel „Danton´s Tod. Dramatische Bilder aus der Frankreichs Schreckensherrschaft“ in einer entschärften Version herausgebracht. Erst 1902 gelangte das lange als unspielbar geltende Drama zur Bühnen-Uraufführung.

Der 1794 vor dem Hintergrund der Terror-Phase der Französischen Revolution spielende Vier-Akter lebt vor allem von dem Gegensatz der beiden Hauptprotagonisten Danton und Robespierre. In einer Mischung aus historisch genauer Dokumentation und dichterischer Freiheit schildert Büchner die Auseinandersetzung der zwei wichtigsten Wortführer jener Zeit. Dabei werden ganze Textpassagen authentischer Reden in das Stück eingearbeitet. Der Genussmensch Georges Danton (1759 – 1794) steht für das Lager der Revolutionäre, die nach der Stabilisierung der politischen und militärischen Lage der Republik eine Fortführung des durch die Guillotine symbolisierten Terrors für überflüssig und schädlich halten. Sein radikal-puristischer Gegenspieler Maximilien de Robespierre will die Revolution auf dem Weg zu idealen Tugendgesellschaft durch weitere Blutbäder läutern. In diesen grundsätzlichen Kampf werden zahlreiche weitere Akteure der revolutionären Szene einbezogen. Dazu gehören vor allem die Abgeordneten des Nationalkonvents Desmoulins, Séchelles und Thomas Payne sowie die Wohlfahrtsausschuss-Mitglieder Saint-Just und Collot d’Herbois. Eine wichtige Frauengestalt ist Lucile, die Ehefrau von Camille Desmoulins. Anders als die anderen Hauptfiguren in „Dantons Tod“ hat Julie Danton, Dantons Ehefrau, keine reale Entsprechung; sie ist rein fiktiv.

Zum Beginn des Aktes hat sich der zumindest zeitweise lebensüberdrüssige Danton bereits weitgehend aus dem politischen Tagesgeschäft zurückgezogen. In Rückblicken wird die Entwicklung der Revolution seit 1789 in Erinnerung gebracht. Danton äußert in geselliger Runde am Spieltisch Schuldgefühle wegen seiner Beteiligung an den Septembermorden 1792. Damals sind dem vom damaligen Justizminister Danton aufgehetzten Mob etwa 1200 Menschen zum Opfer gefallen. Danton, Desmoulins und andere sind der Meinung, dass der von Robespierre und Saint-Just weiterhin forcierte Terror seine frühere Berechtigung verloren hat und endlich abgeschafft gehört („Wo Notwehr aufhört, wird Gewalt zu Mord“). Es wird ein liberaler Staat gefordert. Gegenspieler Robespierre prangert Danton beim Konvent als sich nur noch für Spiel und Frauen zu interessierender Konterrevolutionär an und beabsichtigt Dantons Vernichtung. Danton weist im Vertrauen auf seine Popularität und seinen Rückhalt im Konvent den Rat von Freunden, zu fliehen, ab.
Tatsächlich erreicht Robespierre, dass ein Haftbefehl gegen Danton ausgestellt wird. Nachdem Robespierre den Konvent davon überzeugt hat, dass Danton sich zu einem Feind der Revolution entwickelt hat, wird er ins Gefängnis Palais Luxembourg geworfen. Hier debattieren er und seine Mitgefangenen über Religion und andere Sinnfragen.

Dantons aussichtsreicher Versuch, sich durch eine Anhörung vor der Revolutionsausschüssen, in denen viele Danton-Sympathisanten sitzen, die Chance auf Freilassung zu sichern, wird durch eine Intrige Robespierres unterlaufen. Die Stimmung der als wankelmütig und leicht beeinflussbar dargestellten Volksmassen kippt zuungunsten von Danton und Desmoulins. In einem Schnellprozess werden sie und ihre Freunde zu Volksfeinden erklärt und zum Tod durch die Guillotine abgeurteilt. Auch Lucile Desmoulins muss den Gang zum Schafott antreten.