Der ausgleich mit ungarn 1867

Ab dem 15. Marz 1867, der makabererweise ident war mit dem 19. Jahrestag der ungarischen Revolution, zwischen herrschenden Schichten Osterreichs und Ungarns verein¬barten AUSGLEICH kann man von der OSTERREICHISCH-UNGARISCHEN MONARCHIE sprechen, die des ofteren auch als DONAU- oder DOPPELMONARCHIE bezeichnet wird. Sie ist eine Realunion, die sich aus den im Reichsrat vertretenen Konigreichen und Landern (der osterreichischen Reichshalfte, Cisleithanien), und den Landern der ungarischen Krone (ungarische Reichshalfte, Transleithanien) zusammen¬setzte.

Die durch die Person des gemeinsamen Herrschers getroffene staatsrechtliche Losung nannte man DUALISMUS. In Osterreich fuhrte der Monarch den Titel >Kaiser<, in Ungarn den Titel >Konig<.

Die dualistische Umgestaltung Osterreichs fuhrte dazu, da? die beiden Reichs¬halften zwar innenpolitisch vollig autonom und gleichberechtigt waren, nach au?en hin aber, unter anderem auch im Heerwesen, geeint auftraten. Auch die gemeinsamen Zollgrenzen und das einheitliche Wahrungssystem lie?en die Monarchie als einen Staat erscheinen.

Trotz Beibehaltung einer nationalen Hegemonie der deutschsprachigen Volksgruppe in Cisleithanien und der ungarischen Volksgruuppe in Transleithanien wurden dennoch den Natio¬nalitaten, die im Land lebten, die elementarsten Rechte zugestanden. Da der Kaiser absoluter Herrscher bleiben konnte, akzeptierte er, da? in beiden Reichshalften die internen Angelegenheiten von einer dem Parlament unterstellten Regierung erledigt wurden.

Die gemeinsamen Ämter trugen die Bezeichnung >kaiserlich und koniglich< oder kurz >k. u. k<. Die Ungarn hatten auf das und besonderen Wert gelegt, da sie es als Symbol ihrer Gleichberechtigung verstanden. Rein osterreichische Ämter Organisationen, Titel, etc. hingegen hie?en >kaiserlich-koniglich< mit der offiziellen Abkurzung >k. k.<, rein ungarischen >magyar királyi< (ungarisch konigliche), meist als >magy. kir.< gekenn¬zeichnet. Am 8. Juni 1867 wurde FRANZ JOSEPH als FERENC JÓZEF I. in der Matthiaskirche auf der Burg Buda zum Konig von Ungarn gekront, als ihm der ungarische Minister¬prasident Graf GYULA ANDRÁSSY gemeinsam mit dem hochsten kirchlichen Wurdentrager Ungarns, dem Furstbischof von Esztergom, die Stephans¬krone aufs Haupt setzte.