Der brand roms und die angebliche christenverfolgung:

In der nacht vom 19. Juli 64 war die Lage brisant.

In Rom herrschte totales Chaos. Das Feuer, das in den von griechischen und asiatischen Handlern bewohnten Holzbaracken neben dem Circus Maximus ausgebrochen war, hatte bereits die Arena in ihrer ganzen Lange erfa?t.

Eine mehr als 500 Meter lange Flammenwand fra? sich den Palatin hinauf.

Unbewacht und ohne Schutz stand Nero in seinem Garten und betrachtete das Flammeninferno. Nur wenige Meter entfernt stand der Tribun Subrius Flavus.

Der Tribun zahlte zu einer Gruppe einflu?reicher Manner, die sich die Beseitigung des exzentrischen Kaisers zum Ziel gesetzt hatten. Sie hatten den Mord seit langem geplant, aber alle Vorhaben haben sich bisher als undurchfuhrbar erwiesen. Nun hatte Subrius an Nero herantreten und ihn das Schwert in den Leib sto?en konnen.

Aber, so bemerkt Tacitus, ein Geschichtsschreiber, : „Es hielt ihn die Sorge um sein eigenes Leben zuruck, jenes Bedenken, das stets gro?en Taten hinderlich ist.

Nun zu den Geschehnissen nach dem Brand….lassen wir doch Tacitus dazu Stellung nehmen…er schrieb:“ Als Trost fur die obdachlose, umherirrende Bevolkerung gab er (hiermit ist Nero gemeint) das Marsfeld und die Bauwerke des Agrippa frei und lie? Behelfsbauten errichten, die die hilflose Menge aufnehmen konnten; man schaffte Lebensmittel aus Ostia und den benachbarten Landstadten herbei, und der Preis fur das Getreide wurde bis auf drei Sesterzen heruntergesetzt (was 1/16 des normalen Preises war)“

Jetzt frage ich mich…handelt so ein Wahnsinniger??

Wer hat Rom nun angezundet?

Wahrscheinlich war der Brand durch Fahrlassigkeit entstanden. Es war Hochsommer und katastrophale Brande waren nicht nur in Rom an der Tagesordnung. Auch Rom hatte bereits fruher schon mehrmals gebrannt. Dank Neros rationalem Stadtebau kann es spater nicht mehr zu Gro?branden.

Seit sich die Geschichtsschreibung der Brandkatastrophe angenommen hat, bildete sich die unausrottbare Legende, Nero habe Rom angezundet. Das Interessante dabei ist, dass die Behauptungen der verschiedenen Chronisten immer bestimmter, immer unumsto?licher werden, je spater sie nach dem eigentlichen Ereignis aufgestellt wurden.

Tacitus schrieb:“ Es ist ungewi?, ob die Katastrophe durch Zufall oder die Hinterlist des Kaisers veranla?t wurde – die Geschichtsschreiber haben beides berichtet.“

Sueton (2 Jahrzehnte nach Tacitus):“ Nero behauptete, der Anblick der ha?lichen alten Hauser und der engen gewundenen Gassen beleidigte sein Auge, und lie? daraufhin die Stadt in Brand stecken.“

Cassius (100 Jahre spater):“ Nero wollte einen Plan ausfuhren , der ihm schon immer vorgeschwebt hatte, er wollte zu seinen Lebzeiten ganz Rom und das Reich zerstoren.“

..hort sich komisch an, oder? Ein Kaiser wollte sein Reich zerstoren???

Selbst wenn Nero vorgehabt hatte, seine Hauptstadt anzuzunden, um sie spater neu aufzubauen, hatte er bestimmt nicht seinen eigenen Kaiserpalast und den Circus Maximus angezundet beziehungsweise er hatte zumindest seine romischen und griechischen Kunstschatze in Sicherheit gebracht.

Falls es aber doch Brandstiftung war, wer kam in Frage? Einige renommierte Historiker halten den Brand fur Vorboten der Verschworung gegen Nero.

Allerdings wurden nur Verruckte, entschlossene Fanatiker ausgerechnet bei hellem Vollmond, der damals herrschte, einen Brand legen.

Solche Fanatiker gab es, und zwar bei extremistischen Gruppierungen der christlichen Bewegung.

Es ist moglich, dass einige extreme Glaubensbruder bewusst das Martyrertum suchten und wirklich das „verdorbene Rom“ abfackeln wollten.

Dazu ein Zitat der Bibel (Lukas):“ Ich bin gekommen, dass ich ein Feuer anzunde auf Erden; was wollte ich lieber, als es brennete schon!

Einem Christ, der das falsch versteht…namlich nicht symbolisch liest, sondern so wie es da steht fur richtig halt, ware das schon zuzutrauen.

Von den 3000 Mitgliedern der Christengemeinde wurden 200-300 angeklagt. Es wurden nicht alle Angeklagten zum Tode verurteilt. Es gab auch Freispruche und geringe Strafen.

Jedenfalls gilt Nero zu Unrecht als erster Christenverfolger, das will ich hiermit noch einmal festhalten, denn nur wegen der schweren Straftat wurden die Beschuldigten angeklagt, nicht wegen ihres Glaubens!

Dem romischen Volk im Allgemeinen waren die Christen suspekt, denn es glaubte die Christen seien Kannibalisten.. so wurde die Eucharistie mi?verstanden.