Die französische revolution – liberté, Égalité, fraternité !

1. Die Situation Frankreichs / Vorabend:

Innere Situation: Globale Situation:

. Langandauernde wirtschaftliche Rezession . Geistige Wandlung seit der Aufklarung

. Starke Zunahme von Arbeitslosigkeit . Ruckwirkungen des Amerikanischen

. Die untere Schicht verfallt ins Elend Unabhangigkeitskrieges (unwesentlich)

. Hohe Defizite in der Staatskasse . Mi?ernten auf dem Land

Hintergrunde / Ausloser der Revolution:

. Verfassung des Staates (Schulden, Handlungsunfahigkeit, etc.)

. Hungersnote bei der Bevolkerung

. Einflu? und Ansehen des Staates schwindet (z.B.: diplomatische Niederlage in den Niederlanden)

. Reformprogramm des Konigs Louis XVI (Burger Capet) scheitert  Unfahigkeit des Staates

. 25. 09. 1788: Das Parlament von Paris fordert die Zusammensetzung der Generalstande (wie 1614)

 1. und 2. Stand je 300 Abgeordnete, 3. Stand 600 Abgeordnete (seit 05.12.88)

. 05. 05. 89: Zusammentritt der Generalstande in Versailles

 Streit um die Erlaubnis der Abgeordnetenanzahl und um den Abstimmungsmodus

. 17. 06. 89: Die Vertreter des Dritten Standes erklaren sich zur Nationalversammlung (alleinige Vertretung der Nation)

. 20. 06. 89: Ballhausschwur, „sich niemals zu trennen, bis die Verfassung errichtet ist“ (Bailly, Mirabeau, etc.).  Sturz des Absolutismus, Ausbruch der Revolution

2. Beginn der Revolution:

In Paris entstehen, nach englischem Vorbild, politische Klubs:

Girondisten (gema?igt)

Feuillants (gema?igt, rechter Flugel; Bailly, La Fayette (Vertreter des Adels))

Cordeliers (radikal; Danton, Desmoulins, Marat)

Jakobiner (radikal, linker Flugel; Robespierre, Saint-Just)

. Entlassung des Finanzministers Necker . Ein Feind der Revolution als Ersatz fur Necker

. Truppenkonzentration in Paris . Erneute Anhebung der Brotpreise, Lebensmittelknappheit

 Bildung einer revolutionaren Stadtverwaltung (Commune,12.07.)

 Grundung einer Burgermiliz (13.06.)

Sturm auf die Bastille am 14. Juli 1789

 Erste Emigrationswelle des Adels  Grundung einer Nationalgarde unter General La Fayette

 „La Grande Peur“ bricht uber das ganze Land herein  Versorgungsschwierigkeiten in Paris

 Radikalisierung; Gewalt der Revolution wachst

Erneute Einberufungen der Nationalversammlung fuhren zu folgenden Ergebnissen:

. 04. / 05. August 1789: Abschaffung des feudalistischen Systems, Bauernbefreiung

. 26. August 1789: Erklarung der Menschenrechte („Liberté, Egalité, Fraternité“)

. 06. Oktober1789: Sturmung des Schlosses von Versailles,

Konig und Nationalversammlung ziehen nach Paris

. 21.Juni 1791: Entmachtung Ludwigs XVI. nach einem mi?lungenem Fluchtversuch

. 03. September 1791: Verkundung der neuen Verfassung

Merkmale der Verfassung von 1791:

. Zensuswahlrecht (Wahlrecht nach dem Vermogen) der „Aktiv-Burger“

. Einteilung des Staates in 83 Departements mit selbstandigen Verwaltungen

. Menschenrechte, Rechtsgleichheit, Privateigentum werden garantiert

. Abschaffung der Zunfte  Berufs- Gewerbefreiheit

Wirtschaftlichen Veranderungen: . Verstaatlichung und Verkauf des Kirchenbesitzes

. Zivilkonstitution des Klerus

3. Krise in der Revolution / Anstieg der radikalen Bewegung:

. Grundung einer neuen Hauptversammlung  Gesetzgebenden Versammlung

Vertretene Parteien: Feuillants (ca. 20 Mitgl.; Marz 1792 aufgelost), Indépendents (Programmlos)

Girondisten (ca. 250 Mitgl.; als Vertreter der Besitzburger, Republikaner u. Foderalisten)

Jakobiner (ca. 30 Mitgl.; Zentralisten, Kommune beherrschend, Medien ausnutzend)

Ablenkung von der inneren Not  Kriegserklarung an Osterreich im April 1792

. Kriegsbeginn im Fruhjahr 1792 beschleunigt die Radikalisierung in Paris.

.25. Juli 1792: Manifest des Herzog von Braunschweig

 10.08.1792: Sturm auf die Tuilerien,  Suspendierung des Konigs

 01.-07.09.1792: „Septembermorde“,  Zweite Emigrationswelle des Adels (u.a. La Fayette)

.21.09.1792: Grundung eines Nationalkonvents, Ausrufung der Republik

Parteien im Konvent:

Die Ebene – Untere Range des Konvents oder Der Berg – Obere Range des Konvents,

Girondisten treten fur Rechtsgleichheit, Privat- Cordeliers oder Jakobiner fordern

eigentum, etc. ein. zentrale Verwaltung und Verfugung uber

Der Sumpf – die Unentschlossenen Privateigentum zur Linderung der Volksnot.

. 21.01.1793: Hinrichtung Ludwigs XVI.

 Kriegseintritt Gro?britanniens und anderer europaischer Gro?machte

 Militarische Niederlagen, Hungersnote, und Inflation gefahrden die Revolution

. Errichtung des Revolutionstribunal in Paris (10.03.1793)

. Grundung des Wohlfahrtausschusses (9 vom Konvent gewahlte Mitglieder, 06.04.1793)

. 02. Juni 1793: Aufstand der Jakobiner, Ausschluss der Girondisten aus dem Konvent

 Einwahl der Fuhrer der Jakobiner (Robespierre u.a.) in den Wohlfahrtausschuss

 Schreckensherrschaft unter Robespierre

. 04./05.09.1793: Besetzung des Konvents durch die Sansculotten (Fuhrer der Massen)

 Forderung der Sansculotten den notwendigen „revolutionaren Terror“ des Wohlfahrtsausschusses zu legalisieren und mit diktatorischer Vollmacht auszustatten (17.09.1793).

 Massenliquidierungen in den Departements durch die Kommissare des Wohlfahrtausschusses

. Ersetzung des Christentums durch den „Kultus der Vernunft“ im Mai 1794 . Kalenderreform

. Eskalation des Terrors unter Robespierre  „Die gro?e Reinigung“ von Paris im Sommer 1794

 Vereinigung aller Gegengruppen im Konvent  27./28. Juli 1794 Sturz Robespierre

Robespierre und seine Gefolgsleute werden guillotiniert

Bis zum Jahresende kommt es zu folgenden Veranderungen:

. Schlie?ung des Revolutionstribunal . Verbot der politischen Klubs

. Freilassung der vielen „Verdachtigen“ . Macht geht an das Burgertum zuruck

4. Das Direktorium und die Eindammung der Revolution:

. Herbst 1795: Erste republikanische Verfassung (5 Politiker stellen das Direktorium (Exekutive),

unterstutzt vom Rat der 500 (Legislative))

 Erneute Unruhen durch die extremen politischen Seiten:

Rechts (Royalisten, Anhanger des Konigtums)

Links (Fruhkommunisten, „Klub der Gleichen“)

. 05. Oktober 1795: Royalisten – Aufstand, niedergeschlagen durch Barras (stark unterstutzt

von General Napoleon Bonaparte)

Quellen:

Die Frz. Revolution, Dr. Christoph Buhler

Bertelsmann; Lexikon der Geschichte

Propylaen der Weltgeschichte

Karsten Rubeling Dtv – Atlas zur Weltgeschichte, Band 2

Mundlicher Vortrag zu den oberen Stichpunkten:

Die Franzosische Revolution

1. Die Situation Frankreichs / Vorabend:

Frankreich um 1780

Fur den Ausbruch der Franzosischen Revolution sind die Mi?stande des absolutistischen Systems verantwortlich und insbesondere die unterschiedliche Verteilung der Lasten, bzw. Steuern, Abgaben, etc., die hauptsachlich auf dem dritten Stand lasteten. D.h. der Klerus und der Adel waren die privilegierten Stande (als 1. und 2. Stand gezahlt) und bezogen somit ihren Lebensunterhalt hauptsachlich aus den bauerlichen Abgaben und Leistungen sowie aus den koniglichen Pensionen, die von den eingenommenen Steuern beglichen wurden. Da jedoch der Adel und auch die meisten des Klerus von der Zahlungspflicht von Steuern befreit war, ruhte die Staatskasse fast ausschlie?lich auf den Abgaben des Dritten Standes. Es herrschte dadurch eine politische, sowie auch soziale Spannung zwischen den beiden oberen Standen und dem Unteren.

Zu dem Dritten Stand zahlten damals 25 Millionen Menschen, wohingegen der Klerus und der Adel zusammen, nur 200000 stellten.

Zu den Mi?verhaltnissen zwischen den Standen, kam noch die hohe Staatsverschuldung hinzu, die aus mehreren Faktoren resultierte. 1. Der Siebenjahrige Krieg gegen England, Verlust der

nordamerikanischen Kolonien

2. Franzosische Engagement im amerik. Unabhangigkeitskrieg auf

Seiten der Amerikaner

3. Dekadente Lebensweise des Adels am Hof von Versailles

Hinzu kam noch eine Wirtschaftskrise in Frankreich, die sich bereits seit 1770 angekundigt hatte und 1778 voll zum Tragen kam. Sie au?erte sich besonders im Mi?verhaltnis zwischen Lohn- und Preissteigerungen. Es kam zu einem Preisanstieg von uber 65% wohingegen lediglich ein Lohnanstieg von 22% stand. Au?erdem stieg die Besteuerung bis an die Grenzen des Ertraglichen.

Einberufung der Generalstande:

Ursache: Der Konig mu?te sich jedoch nicht nur gegen die Aufruhr des Dritten Standes behaupten, sondern auch gegen die des Adels, der sich in zwei Teile gespalten hatte.

1. Alter konservativer Adel 2. Liberal denkender neuer Briefadel

Der Adel strebte eine feudalistische Restauration des Staates an, die sich in der Besetzung von koniglichen Gerichten, sogenannten „parlèments“ au?erte. Die Aufgabe eines solchen Gerichts war es, das Recht, die Gesetzte und die Erlasse des Konigs zu registrieren und ihnen somit erste Rechtskraft zu verleihen. Der Adel der Parlèments war im wesentlichen, alter und konservativer Adel, der sich gegen den vom Konig begunstigten neuen Briefadel abzuschotten versuchte.

Als sich das Parlèment von Grenoble weigerte, die konigliche Verordnung zur Schaffung eines gro?en koniglichen Amtsgericht zu registrieren, kam es zu einem Zusammenschlu? aus Adligen, Geistlichen und Mitgliedern des dritten Standes. Diese Allianz forderte erstmalig die unverzugliche Einberufung der Generalstande des Konigreiches, um dem koniglichen Machtanspruch zu begegnen. So kam es im Juni 1788 zu den ersten offenen Unruhen in Grenoble, Dijon, Pau und Rennes.

Durch solch eine Registrierung des koniglichen Amtsgericht, ware der Adel in seinen Parlèments stark geschwacht worden und der Konig hatte seine Machtstellung vorubergehend sichern konnen. Der Zusammenschlu? beruhte jedoch nur auf den Bestrebungen den Konig zu schwachen, keinesfalls um die Machtpositionen der Stande untereinander anzugleichen. Die Parlèments waren eben weiterhin vom alten und konservativen Adel beherrschte Institutionen.

Um jedoch den Adel nicht an den dritten Stand zu verlieren, setzte der Konig die Parlèments wieder in ihre alten Rechte ein.

Wahlvorbereitungen fur die Generalstande:

Da selbst der Konig bald darauf einsah, da? es keinen anderen Ausweg aus der Finanzkrise des Staates gab, als eine neue Steuerfestsetzung. Das Recht der Steuerfestsetzung hatten jedoch nur die Generalstande, womit es keine andere Perspektive fur den Konig gab, diese einzuberufen (8. August 1788). Durch Beschlu? des Pariser Parlèments war die Versammlung in der selben Zusammensetzung wie 1614 einzuberufen.

Die Kernfrage des Abstimmungsmodus (nach Kopfen statt wie bisher nach Standen) wurde nicht angesprochen.

„Cahiers de doléance“ = Beschwerdeheft des Dritten Standes, Fortschreiten der Pressefreiheit

. Einschrankung der Machtbefugnisse des Konigs

. Schaffung einer nationalen Vertretung, die Steuern bewilligt und Gesetze beschlie?t

. Neuordnung des Steuerwesens und des Staatshaushalts

. Garantie der Freiheit der Person und der Presse

Zusammentritt der Generalstande:

Von den 291 Mitgliedern des Klerus (2.Stand) in den Generalstanden waren uber 200 Abgeordnete zu umfassenden Reformen bereit. Auch Trager hoher kirchlicher Wurden waren darunter. Im Gegensatz dazu, herrschte im 1. Stand die konservative Haltung der Aristokraten, die auf der Erhaltung ihrer Privilegien bedacht waren. Von den 270 Mitgliedern des 1. Standes waren 180 konservative Aristokraten. Die restlichen 90 Abgeordneten zahlten wie die Mehrzahl des Klerus zu der „patriotischen Partei“, die zu Veranderung bereit waren.

Die Frage nach dem Abstimmungsmodus nach Standen oder nach Kopfen war aufgrund der reformbereiten Geistlichen des Klerus zu einer Überlebensfrage des Ancien Régime geworden.

Da sich der Klerus in einer geschlossenen Abstimmung nach Standen dem Adel anschlie?en wurde, hatte dieser wiederum die Mehrheit gegenuber des Dritten Standes. Der Klerus, der unter der politischen Fuhrung des Adels stand und in Fragen der Privilegien immer dem Adel zustimmen wurde, wurde somit in einer Abstimmung nach Standen, die Entscheidung bringen.

Eine Entscheidung uber den Abstimmungsmodus fiel weder wahrend der Eroffnungssitzung am 05.05.1789 noch in den folgenden Wochen. Da der Adel die Erlaubnis fur die Abgeordnetenanzahl unter Ausschlu? des dritten Standes uberprufen wollte, kam es zu einem Aufruhr und der Dritte Stand erklarte sich am 17. Juni selber zur „Nationalversammlung“ und beanspruchte das Recht, Steuern zu genehmigen. Zwei Tage darauf, am 19. Juni, kam es zu einer gemeinsamen Sitzung von dem Dritten Stand und dem Klerus, in der uber gemeinsame Reformen diskutiert werden sollte. Durch eine Schlie?ung des Versammlungsraumes, dem Ballhaus (Salle du Paume) von Versailles, wollte das Konigtum einen Zusammenschlu? der beiden Stande (2. Und 3.) versuchen aufzuschieben. Als Gegenreaktion auf diesen Affront, leisteten die Abgeordneten der beiden Stande den Ballhausschwur vom 20. Juni 1789.

Thronsitzung vom 23. 06. 89:

Nach einem Versuch die Beschlusse des dritten Standes fur nichtig zu erklaren, widersetzen sich die Abgeordneten dem Gebot des Konigs, die Versammlung aufzulosen. Der dritte Stand stellte sich somit erstmalig offizielle gegen das Ancien Régime. Da jedoch der Konig selbst keinen Ausweg mehr sah, mu?te er dem Adel und dem Klerus bald darauf (am 27. 06.) raten sich der Nationalversammlung anzuschlie?en.

 Abschlu? der staatlichen Revolution

Da keine Besserung in Paris in Sicht war, eskalierte die Situation nach weiterer Belastung der Bevolkerung durch den Konig.

1. Lebensmittelknappheit, Preisanstieg

2. Truppenbewegungen in Paris zum Schutz des Konigs

3. Entlassung des liberalen Finanzministers Necker

4. Ernennung eines erklarten Feindes der Revolution an Neckers Stelle

Kurz darauf grundeten das Wahlmannerkollegium (demokratisch veranlagt) eine revolutionare Stadtverwaltung, die Commune(12. Juli). Bereits am folgenden Tag wurde die Burgermiliz gegrundet. Diese hatte die Aufgabe, die Commune vor Übergriffen durch die koniglichen Truppen, sowie durch die Bevolkerung zu schutzen. Um die Miliz zu bewaffnen sturmten die Massen am 14. Juli das Invalidenhaus von Paris und wenig spater die Bastille.

Durch den Zusammenschlu? der Massen von Paris blieb Ludwig dem XVI. nichts anderes ubrig als die Stadtverwaltung (commune) vorerst anzuerkennen. Daraufhin begann die Auswanderung des franzosischen Adels. Derweil auf dem Land griff die Angst vor einer Gegenrevolution des Adels auf die Landbevolkerung uber. Angetrieben von Panik und Hungersnoten bewaffneten sich die Bauern und viele Schlosser, Herrensitze und Kloster gingen in Flammen auf (LA GRAND PEUR). Um weitere Übergriffe zu vermeiden schaffte die, in Versailles tagende Nationalversammlung, in der Nacht vom 04.-05. August 1789, alle feudalistischen Lasten ab.

Noch im selben Monat kommt es zur Verkundung der Menschen- und Burgerrechte, womit der Grundstein fur eine Verfassung im Konigreich gelegt war. Diese Grundrechte wurden als fester Bestandteil in die Verfassung von 1791 aufgenommen.

Durch weiter Versorgungsschwierigkeiten in Paris und Einspruchen des Konigs gegen die August – Beschlusse (z.B.: Abschaffung der feudalistischen Lasten) kam es zu dem Frauenmarsch nach Versailles, der in der Ersturmung des Schlosses gipfelte. Die Konigsfamilie und die Nationalversammlung wurden gezwungen nach Paris umzuziehen.

Die Nationalversammlung mu?te nun dem Druck der Bevolkerung, sowie dem der Stadtverwaltung standhalten. Die antreibende Kraft des Volkes waren hauptsachlich die Aufrufe der politischen Klubs in Paris, die die Radikalisierung der Massen stark beschleunigten und vorantrieben.

1791: Neue Verfassung

Nach dem fehlgeschlagenen Fluchtversuch Ludwigs XVI. stand die neue Verfassung als Zeichen der Gegenwehr gegen den Konig. Der Konig und seine Familie wird, nach dessen Entdeckung in Varennes, in einem Triumphzug der Bevolkerung nach Paris zuruckgebracht. Die konigliche Familie zieht in die Tuilerien um, wo sie unter standiger Bewachung stehen. Durch den Fluchtversuch sinkt das Vertrauen der Bevolkerung in den Konig und dessen Familie stark und verursacht damit eine entscheidende Schwachung des monarchischen Gedanken.

Verfassungsanderungen  siehe Arbeitsblatt und unten

Diese Verfassung gilt als Vorbild fur alle folgenden Verfassungen im 19. Jahrhundert. Es entsteht eine konstitutionelle Monarchie, d.h. eine an die Verfassung gebundene Monarchie.

Die Verfassung zeichnete sich durch eine strenge Gewaltenteilung zwischen Exekutive (Konig), Legislative (Volksvertretung) und der Justiz. Der Einflu? des Konigs war nur noch unerheblich, die politische Macht lag nun in den Handen der Nationalversammlung.

Durch das neu eingefuhrte Zensuswahlrecht fur die Aktiv-Burger, standen jedoch die Interessen der Bourgeoisie im Vordergrund. Da nur sie, die reichen Pariser Handelsmanner, es waren, die die Qualifikationen fur einen Aktiv-Burger erreichen konnten. Nur 50000 Burger erreichten diese Qualifikationen. Aus diesen auserwahlten Burger wurde das Wahlmannerkollegium gewahlt, aus dem wiederum die Abgeordneten in die Nationalversammlung entsandt wurden.

Weiter Merkmale der neuen Verfassung:

. Offentliche Gerichte

. Wahl aller Beamten, Richter und Geschworenen

. Einheitliche Wahrung, Ma?e und Gewichte, Zollfreiheit

Am 14. September schwor Ludwig XVI. den Eid auf die neue Verfassung, die Frankreich in eine konstitutionelle Monarchie umwandeln sollte.

Krise in der Revolution:

Das massive Drohen eines aristokratischen Komplotts und dem Druck der anderen europaischen Lander, heizte die Volksstimmung gegen die Monarchie sowie auch gegen die neue Verfassung auf.

Es entsteht eine neue Hauptversammlung. In der Gesetzgebenden Versammlung, die sich zu funfzig Prozent aus Advokaten zusammensetzt, fehlt es an politischer Erfahrung.

Vertretene Parteien: Feuillants (ca. 20 Mitgl.; Marz 1792 aufgelost)

Girondisten (ca. 250 Mitgl.; als Vertreter der Besitzburger, Republikaner u. Foderalisten)

Jakobiner (ca. 30 Mitgl.; Zentralisten, Kommune beherrschend, Medien ausnutzend)

Indépendents (ohne politisches Programm)

In Paris nimmt die Bedeutung der politischen Klubs immer mehr zu. Besonders die Jakobiner, die auch den Kleinburgern und Handwerken den Zutritt zu ihren Diskussionen ermoglichen, gewinnt stark an politischem Einfluss. Die 48 Pariser Sektionen, mit Wahlkreisen vergleichbar, trafen sich regelma?ig zu Volksversammlungen, um die politischen Geschehnisse mitzuverfolgen.

Ablenkung von der inneren Not  Kriegserklarung an Osterreich im April 1792

Vor allem die Girondisten, die noch immer an eine Kombination aus Monarchie und Demokratie glaubten, versuchten mit den Kriegen von den inneren Schwierigkeiten abzulenken. Der Konig unterstutzte die Girondisten sehr bereitwillig in dem Krieg gegen Osterreich. Er erhoffte sich dadurch eine Schwachung der Revolution und die Wiedererrichtung seiner alten Macht. Die Stimmung der Massen in den Sektionen richtete sich mehr und mehr gegen den Konig, dessen Doppelspiel durchschaut wurde.

Der Ausbruch des Krieges im Fruhjahr 1792 beschleunigt die Radikalisierung in Paris, durch die ersten Niederlagen Frankreichs.

. 25. Juli 1792: Manifest des Herzog von Braunschweig (Oberbefehlshaber der osterreichischen Truppen); Fur den Fall, das dem Konig etwas geschehe, drohte der Herzog mit einem Strafgericht und der Zerstorung von Paris an.

 Angetrieben von den Androhungen des Herzog von Braunschweig ziehen Bataillone von Revolutionaren aus dem ganzen Land zur Unterstutzung nach Paris. Der Radikalismus bei den Revolutionaren nimmt stark zu und die Massen rufen zum Sturm auf die Tuilerien auf.

 10.08.1792 Sturm auf die Tuilerien; nach dem Fluchtversuch Louis XVI. wird der neue Sitz des Konigs, die Tuilerien (Konigsschlo? in Paris, abschlie?ender Trakt des Louvrekomplexes) gesturmt, und die Konigsfamilie in den Temple (1212 erbautes Ordenshaus der Templer (geistlicher Ritterorden) in Paris), das neue Staatsgefangnis gebracht.

Das Ergebnis war ein klarer Sieg der Sektionen und dessen Commune. Ab jetzt wurde das allgemeine Wahlrecht eingefuhrt und die Gesetzgebende Versammlung wurde aufgelost.

 01. – 07. 09.1792 „Septembermorde“, die franzosische Bevolkerung zieht radikaler wie nie zu vor gegen den Adel vor. Viele Aristokraten werden getotet, eine zweite gro?e Emigrationswelle des Adels verla?t das Land (u.a. La Fayette).

 Die konigliche Gewalt wird suspendiert und der Nationalversammlung ubertragen. Die 1791 gewahlte Legislative (Nationalversammlung) wird durch einen Nationalkonvent (1792/93) ersetzt.

Parteien im Konvent: Veranderungen durch den Konvent:

Die Ebene – Untere Range des Konvents oder Ausrufung der Republik (22.09.1792)

Girondisten treten fur Rechtsgleichheit, Privat- Hinrichtung der Konigsfamilie (21.01.1793)

eigentum, etc. ein. – Durch den Proze? gegen Burger Capet wird

Der Berg – Obere Range des Konvents, Cordeliers am 17. Jan. uber die Annahme der Todesstrafe

oder Jakobiner fordern zentrale Verwaltung und Ver- auf Antrag von Robespierre erfolgreich

fugung uber Privateigentum zur Linderung der abgestimmt.

Volksnot. „Montagne“

Der Sumpf – die Unentschlossenen „Marais“

Es entsteht ein politischer Kampf zwischen den Fuhrern der beiden radikalen Parteien und den gema?igten Vertretern des Adels (Girondisten). Die Jakobiner unter der Fuhrung Robespierre und die Cordeliers mit Danton konnen sich gegen die konservativen. Girondisten durchsetzen.

Durch den Versuch der Girondisten, da? Todesurteil Ludwigs XVI. zu verzogen, gingen viele Anhanger des „Marais“=Sumpf zu dem Berg oder zu den Jakobinern uber. Der Machtkampf zwischen den Jakobinern und den Girondisten spitzte sich unter dem Einflu? der wirtschaftlichen Lage und einer Reihe militarischen Niederlagen weiter zu.

 Kriegseintritt Gro?britanniens und andere europaische Gro?machte

 Militarische Niederlagen, Hungersnote, und Inflation gefahrden die Revolution

Die Montagne mu?ten sich dem Druck der Sansculotten (Wortfuherer der Pariser Massen) beugen, und vertraten fortan dessen Forderungen um die Revolution nicht zu gefahrden. Somit fuhrte der Konvent am 10. Marz 1793 einen Sondergerichtshof (Revolutionstribunal) ein, der die Ziele der Jakobiner, sowie der Sansculotten, durchsetzten sollte. Au?erdem grundeten sie auch noch einen Wohlfahrtsausschuss (06. April), der die Ministerien kontrollieren sollte.

Die Montagne hatte somit zwei Instrument in der Hand, um mi?liebige politische Gegner, hauptsachlich auf Seiten der Girondisten, auszuschalten. Die gema?igten Girondisten konne sich mit ihren foderalistischen Ideen nicht gegen die radikalen Zentralisten des Jakobinerklubs unter Robespierre durchsetzten.

Am 04. und 05. September 1793 kommt es zu Massendemonstrationen der Sansculotten und der Besetzung des Konvents. Der Konvent mu? sich dem Druck der Massen beugen und der „revolutionare Terror“ zur Sicherung der Revolution wird anerkannt. Am 17.09.1793 wird der Terror der Jakobiner und dem Wohlfahrtsausschusses legalisiert (Gesetz uber die verdachtigen).

In den Departements kommt es zu Massenliquidierungen durch die Kommissare des Wohlfahrtausschusses zur Niederschlagung von Aufstanden und der Konterrevolution.

Nach zahlreichen Hinrichtungen in Paris von sog. „Feinden der Revolution“(bis Juli 1794, 1251 „Verdachtige“), wie z.B. Konigin Marie Antoinette oder Bailly, im Namen des Revolutionstribunal (politischer Gerichtshof) gipfelt der Terror der Jakobiner in der „gro?en Reinigung“ (Reform des Revolutionstribunal, „moralische Beweise“ genugen zur Verurteilung) im Sommer 1794.

In der Zeit der Diktatur Robespierres findet der Radikalismus und die Unterdruckung der Massen ihren Hohepunkt.

Durch die strenge Bevormundung der diktatorischen Jakobinerherrschaft, kommt es zur Bildung einer Opposition im Konvent. Diese Opposition bestand aus Mitgliedern der rechten Jakobinern und Gema?igten, die am 27. August eine Anklageschrift gegen Robespierre ohne Gegenstimme durchbrachte. Ein darauf reagierender Aufstand der Stadtverwaltung von Paris scheiterte und bereits am nachsten Tag wurde Robespierre und 22 seiner Gefolfsleute hingerichtet. Bis zum 30. August folgten 105 seiner Anhanger.

Am 23.09.1795 wurde das Direktorium, unterstutzt von dem Rat der 500, als neue Regierung eingesetzt.

Royalisten – Aufstand durch rucksichtslosen Gebrauch von Artillerie niedergeschlagen. Ein junger General namens Napoleon Bonaparte fuhrte diesen Niederschlag an.