Die oktroyierte märzverfassung 1849

Da Kaiser Franz Joseph diesen Verfassungsentwurf fur untragbar hielt, lie? er den Tagungsort des Reichstages von Militar besetzen und verkundete am 4. Marz 1849 in einem kaiserlichem Manifest die Auflosung ebendieser Institution, die sich in eine „Erorterung aus dem Gebiete der Theorie“ eingelassen habe, „welche nicht nur mit den tatsachlichen Verhaltnissen der Monarchie im entschiedenen Widerspruch stehe, sondern uberhaupt der Begrundung eines geordneten Rechtszustandes im Staate entgegentreten.“

Gleichzeitig wurde auch die OKTROYIERTE MÄRZVERFASSUNG, oder auch Reichs¬verfassung fur das Kaisertum Osterreich vom 4. 3. 1849 genannt, angekundigt. Hierbei handelte es sich um eine konstitutionelle Verfassung, die sich auf alle Lander, also die transleithanischen Gebiete miteinschlie?end, beziehen sollte. Doch auch dieses Verfassungs¬werk ist, ebenso wie der Kremsierer Entwurf, nie vollkommen wirksam geworden.

Das einzige wirklich eingerichtete Organ der MÄRZVERFASSUNG war der REICHSRAT, der jedoch lediglich zur Beratung der Krone und der vollziehenden Gewalt einberufen wurde. Weiters wurde verfugt, da? die Ministerien allein dem Monarchen verantwortlich waren.

Der Staat wurde somit immer mehr unter die direkte Gewalt des Herrschers gestellt. Dies konnte sich der Kaiser leisten, da nach der Niederschlagung des ungarischen Aufstandes mit Hilfe der Russen und der Bauernbefreiung, die die Land¬bevolkerung relativ zufriedengestellt hatte, die Wogen der Revolution bereits wieder begannen, sich zu glatten. Das Gro?burgertum war zugleich erschreckt von den Auswirkungen der Revolution, soda? es diesem Vorgehen ebenfalls nicht entgegen wirken wollte.