Die situation der sa ab 1933 und die eingliederung in das neue herrschaftssystem

Am 30. Januar 1933 wird Hitler von Reichsprasident Hindenburg zum Reichskanzler ernannt. Sofort mit der Regierungsubernahme Hitlers anderte sich auch die Rolle der SA in Bezug auf ihre Legalitat. Hitler setzte die SA als Hilfspolizei ein, nun mit dem Ziel der Inhaftierung und Bekampfung der politischen Gegner wie Kommunisten, Sozialdemokraten, Gewerkschaftsfunktionare sowie der Juden. Noch mehr Macht und Moglichkeit zur Willkur erhielt die SA durch die von Hindenburg am 28. Februar 1933 – dem Tag nach dem Brand des Reichstagsgebaudes – unterzeichnete „Notverordnung zum Schutz von Volk und Staat“. Durch diese Verordnung wurden die Grundrechte der Verfassung auf unbestimmte Zeit au?er Kraft gesetzt. Nun konnten Polizei und SA politische Gegner und Juden ohne gerichtliche Kontrolle verhaften. Durch ihre Rolle als Hilfspolizei hatte die SA nunmehr auch die Moglichkeit zu allgemeinem Stra?enterror, ohne eine ernstliche gesetzliche Verfolgung furchten zu mussen. Die erste Gelegenheit ergab sich am 1. April 1933, als im ganzen Reichsgebiet ein Boykott judischer Geschafte durchgefuhrt wurde. Die SA ging bei solchen Aktionen au?erst unmenschlich und grausam vor. Nicht selten forderten die verubten Grausamkeiten Todesopfer, zumeist Juden. Nur sehr selten kam es deswegen zu Gerichtsverhandlungen, noch seltener zu Verurteilungen wie am 23. Juni 1939, als das Schwurgericht Koln SA-Leute verurteilte, die im Oktober 1933 einen angeblichen Kommunisten erschossen hatten.

In den ersten Wochen und Monaten des neuen Regimes war es hauptsachlich die SA, die die sogenannten „fruhen Konzentrationslager“ einrichtete, beispielsweise im Berliner Columbia -Haus, in Cholditz (Sachsen), Dachau, Hamburg – Fuhlsbuttel, Oranienburg (nahe Berlin), Sonnenburg (Mark Brandenburg).Au?erdem richteten einzelne SA-Einheiten fur kurze Zeit in leeren Fabrikhallen oder ahnlichen Raumen unkontrolliert sogenannte „wilde Konzentrationslager“ ein. Viele Gefangene fanden in diesen Lagern den Tod, allerdings nicht systematisch, wie in den spateren Konzentrationslagern, sondern auf Grund einzelner Exzesse und Gewalttaten. Im Marz 1934 wurden diese Lager der SA aufgelost. Es wurden gro?e Lager unter der Aufsicht der „Inspektion der Konzentrationslager“ eingerichtet.

Durch ihre Stellung als Hilfspolizei und ihre hohe Zahl der Mitglieder wurde die SA ein Konkurrent der Reichswehr. Dies fuhrte zu einer Auseinandersetzung zwischen SA-Fuhrer Ernst Rohm und den Generalen der Reichswehr und Hitler, da Rohm die SA und die Reichswehr zu einem Volksheer unter seiner Fuhrung vereinigen wollte. Die Generale standen diesem Plan ablehnend gegenuber. Hitler entschied sich fur die Reichswehr und die Generale, wohl auch aus Angst um seinen Fuhrungsanspruch mit Rohm in einer derart machtvollen Position. Hitler lie? unter dem Vorwand des „Rohm – Putsches“, einer von Hitler, Himmler und Goring fingierten Revolte der SA, Rohm und andere hohe SA-Fuhrer am 30. Juni/1. Juli 1934 ermorden. Neuer Stabschef der SA wurde Viktor Lutze, doch die Macht der SA war gebrochen. Im November 1938 erhielt sie jedoch noch einmal Gelegenheit, sich als Darsteller „spontanen Volkszorns“ zu prasentieren, Synagogen zu demolieren oder in Brand zu stecken, judische Geschafte und Wohnungen zu plundern und zahlreiche Juden festzunehmen oder zu toten. Anlass hierzu war die Ermordung des in Paris tatigen Legationsrates von Rath durch den judischen Emigranten Herszel Grynszpan am 7. November 1938. Dies hatte das in der Nacht vom 9. auf 10. November von Goebbels inszenierte Pogrom zur Folge, welches unter dem Namen „Reichskristallnacht“ in die Geschichte einging. In den Nurnberger Prozessen 1946 wurde die SA zur „verbrecherischen Organisation“ erklart.