Die weimarer republik (1918-33):

Im Ablauf der Geschichte der ersten dt. Republik lassen sich 3 Phasen unterscheiden: 1. Die Periode der Rekonstruktion, im Innern gepragt von der Schwache der die Republik tragenden Parteien und von burgerkriegsahnl. Angriffen auf die Republik von links (1919-23) und rechts (Kapp-Putsch 1920, Hitlerputsch 1923), begleitet von (ab 1922) galoppierender Inflation, Kapitalmangel und Zerruttung der Wirtschaft. Au?enpolit. bestimmte v.

     a. der Versailler Vertrag (28. 6. 1919) die Behandlung des besiegten Deutschland. Das Verhaltnis zu Sowjetru?land wurde im Rapallovertrag 1922 bereinigt. 2.

     Die Periode der Stabilisierung auf der Grundlage der Wahrungsreform 1923 (Rentenmark) und der Neuordnung der Reparationen entsprechend der wirtschaftlichen Leistungsfahigkeit Deutschlands (Dawesplan 1924). 1925 schuf der Locarnopakt (G. Stresemann) die Basis eines Systems kollektiver Sicherheit. Der als endgultige Regelung der Reparationen gedachte Youngplan 1929 fuhrte dann zur verscharften Aktion des Rechtsradikalismus. 3. Die Periode der Auflosung der Republik 1930-33, gekennzeichnet durch autoritare, auf das Notverordnungsrecht des Reichs-Pras.

     gestutzte, parlamentar. zunachst durch Sozialdemokraten und Zentrum tolerierte (H. Bruning), ab 1932 v. a. vom Vertrauen Hindenburgs und durch die Unterstutzung seitens der Reichswehr und der organisierten Interessen des Gro?grundbesitzes getragene Regierungen (F. von Papen und K.

     von Schleicher). Verlauf und Ergebnis dieser Staats- und Gesellschaftskrise standen vor dem Hintergrund der Weltwirtschaftskrise, die ab 1929 das dt. Wirtschaftsleben lahmte, die Zahl der Arbeitslosen auf uber 6 Mio. hinaufschnellen lie? und v. a. die Radikalisierung der polit.

     Gegensatze vorantrieb. Nach dem Scheitern der Regierung Schleicher wurde Adolf Hitler am 30. 1. 1933 Chef eines Prasidialkabinetts.