Essaysammlung zum Thema Harry Potter

(Disclaimer: Für dieses und alle noch folgenden Kapitel gilt: Harry Potter und alles, was dazu gehört, ist Eigentum von J.K.Rowling und ich verdiene hiermit kein Geld.
A/N: Nicht alle Essays sind reine Harry Potter-Essays, aber das Harry Potter-Universum muss in diesen Fällen trotzdem als Beispiel heran.)

Animagi – Warum Severus Snape ein Fuchs sein sollte

Die Animagusgestalt spiegelt den Charakter wieder und übernimmt einige Details des Aussehens. Dies wird deutlich an Minerva McGonagall (das quadratische Muster um ihre Augen in ihrer Katzenform, dass ihre Brille repräsentiert) oder Rita Kimmkorn. Der Charakter ist deutlich damit zu identifizieren, siehe Sirius Black (treu und loyal wie ein Hund).

Also was könnte die Animagusgestalt von Severus Snape sein? Es gibt einige Varianten, wo er eine (Raub)Katze ist (meistens ein schwarzer Panther) oder ein Rabe. Alles schön und gut, passt sicherlich auch irgendwo von dem äußeren Erscheinen (dunkel, elegant, intelligent…), aber sein Charakter kommt nicht so deutlich zum Vorschein wie es bei anderen Tieren sein könnte. Mein Vorschlag ist der Fuchs.

Warum aber ein Fuchs?

Da gibt es viele Gründe. Einmal die mit dem Fuchs assoziierten Charaktereigenschaften: listig, tückisch, intelligent und schlau, trickreich, verschlagen, einzelgängerisch, widerspenstig und rachsüchtig. Zumindest sind das viele der Eigenschaften, die ihm in der Literatur angedichtet werden. Der Fuchs ist sowohl Held als auch Schurke.
Dann ist da außerdem die Tatsache, dass Füchse sehr anpassungsfähig sind. Sie leben praktisch überall, in Wäldern, Wiesen und Vorstädten. Sie sind weit verbreitet und dadurch ziemlich unauffällig. Wieso das wichtig sein könnte, darauf komme ich später zurück.

Ein paar Worte zu der Interaktion mit anderen Arten. Zuerst einmal, Wölfe: Wölfe können Füchse jagen und töten, obwohl auch ein paar friedliche Beziehungen bekannt sind. Das bedeutet: Sie sind sich nicht spinnefeind, aber sicherlich auch nicht unbedingt die besten Kumpels. Hunde sind wohl ein ähnlicher Fall, wenn man bedenkt, dass Hunde zur Fuchsjagd eingesetzt werden. Kein Wunder also, wenn Füchse sich nicht unbedingt mit Hunden vertragen, auch wenn sie beide den Caniden angehören (tatsächlich werden Füchse auch als katzenartige Canide bezeichnet).
Wer ist noch ein Feind des Fuchses? Der Luchs, unter Umständen. Er kann Füchse töten, auch wenn es sich meist um Jungtiere handelt. Den Bezug zu den Luchsen erkläre ich später auch noch einmal, genau wie den der Katzen und Dachse.
Dachse können mit Füchsen in demselben Bau leben, friedlich und ohne wirkliche Tötungsversuche (es kann vorkommen, dass die Jungen der jeweils anderen Art getötet werden, aber davon einmal abgesehen). Meist verlassen die Dachse den Bau, wenn die Fuchsjungen älter und damit stürmischer werden und die anderen Bewohner damit stören – der charakteristische Fuchsgeruch hat damit gar nichts zu tun.
Füchse und Katzen begegnen sich recht häufig – man denke nur an die vielen Tiere dieser Arten, die in Städten leben. Zwangsläufig begegnen sie sich also ziemlich oft. Tatsächlich vertragen sie sich soweit, dass sie sich nicht gegenseitig angreifen. Für Füchse sind Katzen eine viel zu wehrhafte Beute – in einem Gebiet mit ziemlich hohem Nahrungsangebot vollkommen unnötiges Risiko. In ein paar wenigen Situationen kann es vorkommen, dass Füchse versuchen, ein paar Wochen alte Jungkatzen oder durch Krankheit oder Unfall geschwächte Katzen zu erbeuten, aber die Regel ist das nicht. Übermütige Füchse können eine Katze zum Spielen auffordern, und diese können durch Buckeln und Fauchen gegen die Gegenwart eines unerwünschten Fuchses wehren – und diesen sogar in die Flucht schlagen.
Als letztes wäre in diesem Teil noch der Steinadler zu benennen, der selbst ausgewachsene und gesunde Füchse angreifen und töten kann. Für gewöhnlich bevorzugt er aber Jungfüchse.

Dehnt man das Ganze auf die Mythologie aus, dann sieht man, dass der Fuchs zum Beispiel in der japanischen Mythologie vertreten ist. Dort sind sie als Kitsune bekannt, gestaltwandelnde Dämonen, denen mit jedem neuen Jahrhundert oder Jahrtausend (das variiert von Quelle zu Quelle), dass sie leben, ein neuer Schwanz wächst (viele werden von den neunschwänzigen Fuchsdämonen [kyuubi-no-kitsune] schon mal gehört haben). Bekommen sie ihren neunten Schwanz, wird das Fell weiß bzw. silbern, selten auch einmal golden – außerdem erhalten sie die Fähigkeit, alles zu sehen, was in der Welt geschieht, oder unendliche Weisheit.
Auch hier in der japanischen Mythologie haben die Füchse verschiedene Charaktereigenschaften: Die Kitsune, die der Gottheit Inari dienen, sind gute Wesen, die man durch Gebete und Opfergaben bei Laune halten sollte. Andere Kitsune werden als bösartig, rachsüchtig und heimtückisch beschrieben. Sie haben zwei Seiten, sind aber nicht zwangsweise nur das eine oder das andere. Teilweise werden sie auch als Gauner und Schelme dargestellt.
Verschiedene Fähigkeiten der Kitsune sind die Kontrolle über Träume, Unsichtbarkeit, Illusionen und die Fähigkeit zu fliegen. Darüber hinaus besitzt ein Kitsune die Gabe der Verwandlung (wenn ein Fuchs 100 oder manchmal auch 50 Jahre alt ist, erhält er die Fähigkeit, sich in einen Menschen zu verwandeln). Manchmal werden ihnen Fähigkeiten wie bei Vampiren oder Succubi zugesprochen, haben manchmal die größeren Fähigkeiten, die Zeit zu verändern, Menschen in den Wahnsinn zu treiben oder phantastische Gestalten anzunehmen, wie zum Beispiel ein zweiter Mond. Ein wichtiger Punkt ihrer Fähigkeiten ist sicherlich auch, dass sie Menschen besessen machen können.
Was auch noch einmal wichtig sein wird, Kitsune hassen und fürchten Hunde und Wölfe, selbst, wenn sie in menschlicher Gestalt sind. Meistens ergreifen sie die Flucht.

Das sind ziemlich viele Informationen zum Thema „Fuchs“ – aber wie passt das jetzt auf Severus Snape?

Fangen wir vorne an, der Charakter. Es ist absolut eindeutig, dass Snape eine ziemlich einzelgängerische und ungesellige Person ist. Er ist gerissen und schlau (Sirius sagt dies ganz deutlich im Feuerkelch: „Und Snape ist sicher klug und gerissen genug“ [S. 555]), weiß ganz sicher „List und Tücke zu verbinden“ [PS, S. 131] (er ist nicht umsonst Hauslehrer von Slytherin) und er ist ganz eindeutig auch als boshaft zu betiteln. Na, und passt das nicht zu den Dingen, die man über Füchse sagt? Will man auch noch anführen, dass er sich nahezu lautlos bewegen kann, elegant und geschmeidig durch die Gänge streift – Füchse sind katzenartige Canide, sie haben ebenfalls diese Eigenschaften. Und laut Definition ist nicht einmal mehr weiteres nötig um aufzuzeigen, warum Severus Snape als Animagusform einen Fuchs haben sollte.

Aber weitere Beweise, damit wir auch ganz sicher sind: Die Interaktion mit anderen Wesen. Ein ganz wichtiger Punkt, wenn man einmal genau hinschaut. Füchse haben ein gespanntes Verhältnis zu Wölfen, mit denen sie zwar friedlich leben können, die aber nichtsdestotrotz eine potentielle Bedrohung sind. Mit Hunden ebenso. Noch extremer ist dieses Verhältnis in der japanischen Mythologie, wo von Hass und Furcht die Rede ist. Und jetzt, mit diesen Dingen im Hinterkopf, sehen wir uns Snape an. Er ist der Fuchs. Und wer sind seine Widersacher? Remus Lupin, der (Wer)Wolf, und Sirius Black, der Hund. Die Beziehung ist eindeutig: Lupin ist zwar friedlich, aber immer eine potentielle Bedrohung, und Black ist einfach nur der absolute Feind. Wieso Black als Hund und nicht Lupin als Wolf? Wolf und Fuchs können friedlich existieren – Hunde sind aber hauptsächlich in ihrer Rolle bei der Fuchsjagd zu sehen. Snape als Fuchs passt gut ins Bild.

Weiter ist da die Sache mit den Dachsen. Warum sind die Dachse so wichtig, wir haben doch keinen Dachs in Snapes Umgebung? Haben wir doch – die Hufflepuffs, die „Dachse“. Die Hufflepuffs leben wie die Slytherins in den Kerkern, so gesehen praktisch nebeneinander (die Wege sind nebeneinander angelegt). Wieso da und nicht woanders? Vielleicht, weil Slytherins und Hufflepuffs besser miteinander auskommen, als man meint. Immerhin, wenn man davon ausgeht, dass die Hauslehrer die Fächer unterrichten, die am besten zu ihrem Haus passen, dann haben wir für Hufflepuff Kräuterkunde und für Slytherin Zaubertränke. Beides passt ausgezeichnet zusammen und man kann sich gut vorstellen, dass Snape und Sprout als Hauslehrer dieser Häuser und Lehrer dieser Fächer miteinander recht gut auskommen. Fuchs und Dachs eben. Und das mit den Fuchsjungen, die die Dachse stören, kann man auch da einbringen: Die Fuchsjungen kann man als die Slytherins sehen – und die Hufflepuffs gehen einer Auseinandersetzung wohl lieber aus dem Weg. Also „ziehen sie aus“, wenn die Slytherins sie „stören“. Dasselbe wird wohl auch für die beiden Hauslehrer gelten: Wenn Snape laut wird, wird Sprout eher das Feld räumen, statt einen handfesten Streit heraufzubeschwören. Anders als McGonagall, die Katze.

Wir haben festgestellt, dass Katzen und Füchse sich neutral gegenüberstehen, sich nicht wirklich gegenseitig angreifen und weitestgehend friedlich sind. Das trifft auch auf Snape und McGonagall zu. Snape greift McGonagall nur an, wenn sie „geschwächt“ ist – wenn sie eine Angriffsfläche bietet. So zum Beispiel die Bemerkungen über Quidditch. Snape hat nur dann eine Chance, damit gegen McGonagall anzukommen, wenn diese „Schwäche“ deutlich ist. Verliert Gryffindor ein Spiel, ist diese Angriffsfläche da, sonst nicht. Wird Snape „übermütig“, und ist McGonagall nicht „geschwächt“, kann sie ihn durchaus zum Rückzug bewegen.

Der Steinadler könnte für Flitwick stehen – immerhin ist er ein Ravenclaw, und Ravenclaws Wappentier ist ein Adler. Tatsächlich gibt es nirgends einen Beweis, der zeigt, dass Snape irgendwie gegen Flitwick muckt. Zwar gilt dasselbe für Sprout, aber man kann verschiedene Gründe sehen: Sprout ist mit auf friedlicher Basis, mit Flitwick jedoch ist Snape wohl eher auf der Basis von Wachsamkeit und Misstrauen. Über Flitwick wurde auch ausgesagt, dass er ein ausgezeichneter Duellant sei (Hermine sagt etwas derartiges) und vielleicht sieht Snape darin eine gewisse Bedrohung für sich selbst – immerhin können Steinadler durchaus auch ausgewachsene, gesunde Füchse töten. Und jemand, der klein und unbedarft scheint, aber gut duelliert, ist sicherlich auch ein Faktor, den man misstrauisch beobachten sollte, wenn man Spion ist.

Etwas sehr spekulatives zum Schluss: Luchs und Fuchs entspricht Auror und Todesser. Wie man darauf kommt? Wir gehen einfach mal davon aus, dass Kingsley Shacklebolt den Luchs darstellt (es ist zwar sein Patronus, der ein Luchs ist, aber das spielt hier grad eine untergeordnete Rolle – es ist spekulativ!). Snape ist natürlich der Fuchs. Luchse können Füchse töten. Das sagt soweit alles. Der Zusatz „meist sind es Jungfüchse“ ist sehr bezeichnend: Als junger Erwachsener (Jungfuchs) war Snape ein überzeugter Todesser, dann wechselte er jedoch die Seiten. Dadurch ist die Bedrohung durch Shacklebolt geringer, aber nicht ganz ausgelöscht. Nun, wir wissen nicht genau, wie Snape sich gegenüber Shacklebolt selbst verhält, aber wir wissen, dass er nicht unbedingt der große Aurorenfan sein wird.

Noch nicht genug? Füchse sind weit verbreitet, sehr anpassungsfähig und bevölkern viele Vorstädte. Na, wenn das mal keine Hilfe für einen Spion ist…

Die Berufe der Rumtreiber – Sirius Black, ein Auror…?

Im Grunde wissen wir nur über drei Personen aus dieser Zeit, was sie nach der Schule gemacht haben: Lily Evans und James Potter heirateten. Durch James‘ ererbtes Vermögen war Arbeit überflüssig. Und wir wissen, dass Severus Snape Lehrer wurde (auch wenn das die Frage offen lässt, was er denn in den drei Jahren zwischen Schulabschluss und dem Beginn seiner Lehrerkarriere gemacht hat, die Möglichkeiten da sind recht vielfältig: Ausbildung/Lehre, kleinerer Verkäuferjob [z.B. in einer Apotheke, wo er auch Zaubertränke brauen könnte] usw.). Zudem wissen wir, dass Severus ein Todesser wurde, der später die Seiten wechselte, und dass Lily, James, Sirius, Remus und Peter dem Orden des Phönix beitraten, letzterer als späterer Verräter. Das sagt nicht sonderlich viel aus, da der Orden nicht als Beruf gesehen werden kann – dass die Mitglieder bezahlt werden, ist eher unwahrscheinlich. Dasselbe gilt für die Todesser. Vor allem, wer sollte für alle Kosten aufkommen…?

Fangen wir einmal damit an, uns Petern Pettigrew anzuschauen. Über ihn weiß man so gut wie nichts, was seine Berufslaufbahn angeht. Man kann jedoch ziemlich sicher einige Berufe ausklammern, darunter Auror (McGonagall bezeichnet ihn in PoA als „dumm“, „einfältig“ und „beim Duellieren ein hoffnungsloser Fall“ [S. 217] – gerade letzteres würde man als Auror brauchen), Heiler (da sollte man schon das Gegenteil von „dumm“ und „einfältig“ sein) und Lehrer (er war zum einen zwischen 1978 und 1981 zu jung [Riddle wurde schließlich, obwohl er brillant war, aus genau diesem Grund abgelehnt] und wir wissen nicht, ob Peter in irgendeinem Fach gut genug war). Das weist auf eine eher unscheinbare Stelle hin. Eventuell käme ein Job im Ministerium in Frage, in einer Abteilung, die sowieso nicht viel verlangt. Oder er könnte in einem Laden arbeiten, als Verkäufer zum Beispiel. Fakt ist, nach dem, was wir über ihn erfahren, würde er einen eher einfachen Beruf ergreifen, der seinen offensichtlichen Fähigkeiten entspricht – was nicht heißt, dass er nicht vielleicht doch mehr Grips hat, als es den Anschein hat. Immerhin hat er sich eine ziemlich gute Finte für Sirius ausgedacht, um diesen als Sündenbock und sich selbst als das bedauernswerte Opfer darzustellen.

Bei Remus Lupin wissen wir ähnlich wenig. Wir wissen, dass er keinen Job für wirklich lange hatte und auch dementsprechend wenig Geld hat (man sieht es an seiner recht schäbigen Kleidung). Grund dafür ist natürlich klar, er ist ein Werwolf. Und in der Zeit von 1978 bis 1981 wird gesteigertes Misstrauen geherrscht haben. Auch die Jahre danach werden nicht unbedingt einfacher sein, denn diese Vorurteile sterben nur langsam oder gar nicht. Die Entdeckung des Wolfsbanntrankes mag eine große Hilfe sein, nur muss man wohl die Leute haben, um diesen Trank zu brauen. Und das Geld, um ihn zu bezahlen – dass Severus Snape ihn ab 1993 damit versorgt, umsonst, liegt wohl eher an Dumbledores Anweisungen denn an purer Freundlichkeit. Wir können also davon ausgehen, dass Remus diverse Jobs gehabt hat, selbst in den drei Jahren nach der Schule. Darunter wohl eher weniger angesehene Berufe, vielleicht auch ein wenig zwielichtige. Im Ministerium, als Lehrer, Auror oder Heiler, hätte man ihn bestimmt nicht eingestellt, also sind die Arbeiten wohl eher im Bereich Verkaufswesen, eventuell auch Kurierdienste. Und vermutlich hat er dabei oft genug in der Nockturngasse „herumgelungert“ – immerhin ist das eine Gegend, die einen Werwolf am ehesten akzeptieren würde. Und es würde erklären, warum Remus nichts von dem Tausch der Geheimniswahrer erfahren durfte: Seine Arbeitsplätze waren recht verdächtig.

Zu guter letzt, der letzte Rumtreiber, der noch keine möglichen Berufe hat: Sirius Black. Sirius war gut aussehend, äußerst klug und ein Rebell. Zudem hat er gerne Streiche gespielt, Unsinn gemacht [McGonagall, PoA, S. 213], und doch hatte er einen starken Willen – sonst hätte er sich kaum gegen seine gesamte Familie gestellt. Er hatte Führungsqualitäten [PoA, S. 213 „Black und Potter. Anführer ihrer kleinen Bande“]. Im Grunde war er wohl bis 1981 ein gutes Beispiel dafür, wie jemand sein sollte, der für die Seite des Lichts kämpft (Madam Rosmerta sagt, dass sie „nie gedacht“ hätte, dass Sirius Black auf die Dunkle Seite überlaufen würde [PoA, S. 212]). Es wird aus dem Gespräch zwischen Fudge, McGonagall, Hagrid, Flitwick und Rosmerta in PoA deutlich, dass es ein ziemlicher Schock für alle war, was Sirius getan hat. Und das, obwohl nicht einmal die Hälfte des ganzen Verbrechens bekannt war – dass Sirius (scheinbar) Geheimniswahrer war, wussten die wenigsten. Nun, was sagt das über seine Berufslaufbahn aus? Entweder hat Sirius von dem Vermögen gelebt, dass ihm sein Onkel hinterlassen hat, was unwahrscheinlich ist, da er zum Beispiel in OotP als jemand dargestellt wird, der unbedingt etwas unternehmen will. Oder Sirius hat einen Beruf ergriffen, der es ihm ermöglichte, zu handeln, abgesehen von seiner Arbeit im Orden. Der Ort, wo man das am besten kann, ist im Ministerium in der Abteilung für Magische Strafverfolgung. Dort gibt es nun zwei verschiedene Möglichkeiten: Eingreifzauberer der Magischen Polizeibrigade oder Auroren. Dazu sagt Fudge etwas in PoA: „Sie wissen doch nicht, wovon Sie reden, Hagrid […] Keiner außer den dafür geschulten Eingreifzauberern von der Magischen Polizeibrigade hätte eine Chance gegen Black gehabt, als er in die Enge getrieben war.“ [S. 217] Was sagt das nun aus? Nun, einmal, dass Sirius eindeutig ein ausgezeichneter Duellant bzw. Zauberer war – und das im Alter von ca. 22 Jahren, was sicherlich eine Leistung ist. Aber was noch? Man kann diese Aussage auf verschiedene Arten sehen:

a) Sirius war einfach ein sehr guter Zauberer und lag weit über dem Durchschnitt.

b) Sirius war selbst ein Eingreifzauberer, deshalb hätte es andere gebraucht, um ihn zu stoppen.

c) Sirius war (gerade fertiger) Auror.

Gehen wir davon aus, dass Sirius in der Abteilung für Magische Strafverfolgung gearbeitet hat. Damit fällt Option a) weg. Zwar wird die Aussage weiterhin stimmen, denn Sirius muss ein sehr guter Zauberer gewesen sein, aber es ist nicht die Erklärung dafür, welchen Job er inne gehabt haben könnte. Da sollte man sich die anderen beiden Möglichkeiten ansehen, b) und c). Fangen wir mit b) an. Hier liegt die Betonung auf „keiner außer den dafür geschulten Eingreifzauberern“, was ein Hinweis darauf bieten würde, dass es mehrere gebraucht hätte. Bezeichnend ist hier aber auch Fudges weitere Aussage: „Black wurde von zwanzig Leuten der Magischen Polizeibrigade abgeführt.“ [PoA, S. 218, kursives wurde von mir hervorgehoben] – Sirius muss wirklich unglaublich mächtig gewesen sein, wenn man zwanzig Mann braucht, um jemanden abzuführen, der eigentlich keinen Widerstand mehr leistet und im Prinzip dieselben Fähigkeiten haben dürfte wie die anderen. Eigentlich ein ziemlich deutlicher Hinweis darauf, dass Sirius wohl Auror war, denn das bedeutet eine besondere Ausbildung in allen Formen der Magie – immerhin dauert das drei Jahre, und wenn man sich ansieht, was die da alles lernen müssen, wird es eine sehr intensive Ausbildung gewesen sein. Da hätte man auch gleich die Erklärung für die zwanzig Mann, die man braucht. Das Ministerium wird wissen, wie mächtig seine Auroren sind, und dementsprechende Maßnahmen ergreifen. Variante c) scheint am wahrscheinlichsten. Andere Gründe dafür, dass er wohl eher ein Auror als alles andere war, sind ein paar Aussagen in GoF: „[Sirius] hört sich genauso an wie Moody […]’Immer wachsam!'“ [Harry, S. 425] – das deutet irgendwie darauf hin, dass Sirius ebenso diesen Grundsatz eingehämmert bekommen hat, so wie der falsche Moody es Moodys Eigenarten entsprechend mit den Schülern macht. Als Auroren hätten die sich sicherlich gekannt und Moody hätte das sicher an alle Neuen weitergegeben. Eine andere Aussage, die ein Hinweis darauf sein könnte, dass Sirius und Moody sich besser kannten als nur durch den Orden: „Er nimmt die Verteidigung gegen die dunklen Künste schon sehr ernst, der gute Moody. Ich bin mir nicht mal sicher, ob er überhaupt jemandem vertraut, und nach allem, was er erlebt hat, wundert mich das gar nicht.“ [Sirius, GoF, S.555 f.] Dass Sirius weiß, dass Moody seinen Job ernst nimmt, ist nicht unbedingt ausschlaggebend für die Idee, dass beide Auroren waren, aber es deutet darauf hin, dass sie sich besser kennen. Und der nächste Satz ist schon eher darauf bezogen: Wieso vertraut Moody wohl keinem? Weil sein Vertrauen in der Vergangenheit missbraucht wurde. Zumindest glaubt er, dass das der Fall ist, wenn man Sirius als den Vertrauensbrecher sieht. Sirius, junger Auror, vielversprechendes Talent, ein guter Kämpfer, ein Kollege – und dann der Schock: Sirius Black steht auf der Seite Lord Voldemorts. Ein sicherlich harter Schlag für Moody. Vor allem, weil der Verrat doppelt ist: Orden und Auroren. Kein Wunder, wenn Moody niemandem mehr trauen würde. Immerhin hat die doch eigentlich letzte Person, der man einen Verrat zutrauen würde, eben diesen begangen. Noch etwas, dass deutlich machen könnte, dass Sirius und Moody sich wohl nicht nur aus dem Orden kannten, sondern tatsächlich auch aus diversen Kämpfen (die ja eben nicht gegeneinander stattgefunden haben): „Eins halte ich Moody jedoch zugute, er hat nie getötet, wenn es sich vermeiden ließ. Hat die Leute immer lebend abgeliefert. Er war hart, aber er hat nie die Mittel der Todesser angewandt.“ [Sirius, Gof, S. 556] Woher sollte Sirius wissen, dass Moody nie getötet hat, wenn es sich vermeiden ließ? Es ist ja nicht so, dass es wahrscheinlich ist, dass Moody im Orden dann seine Kämpfe detailgetreu geschildert hat – vor allem, der Zusatz „wenn es sich vermeiden ließ“, deutet wohl darauf hin, dass Sirius da mehr Einsicht hatte als nur ein Bericht. Den nächste Satz könnte man so und so interpretieren, aber der danach, „er hat nie die Mittel der Todesser angewandt“, ist von derselben Art wie der darüber, dass Moody nicht getötet hat, wenn es nicht sein musste. Diese Aussagen von Sirius sind eine ziemlich gute Bestätigung für die Vermutung, dass Sirius Black nach der Schule mit der Aurorenausbildung angefangen hat und, fast schon paradoxerweise, Spätsommer-Frühherbst 1981 fertig war – kurz bevor seine Freunde ermordet werden und er selbst nach Askaban geschickt wird…

Die Leben und Leiden von Alastor, Minerva und Tom

Alle drei wurden in eine Zeit zwischen zwei Kriegen geboren. Alle drei erlebten den nächsten Krieg mit – und das teilweise hautnah.

Tom Riddle hatte es von jeher nicht leicht: Er wurde in einem Waisenhaus geboren, die Mutter war bei der Geburt gestorben, der Vater unbekannt und nicht an seinem Sohn interessiert. Das war die Situation, in der er steckte. Hinzu kam, dass das Waisenhaus sicherlich nicht die liebevollste Umgebung für ein Kind war – selbst die Dursleys werden Harry mehr Beachtung geschenkt haben, selbst wenn nicht unbedingt von der positiven Sorte.

Wie die Kindheit vor Hogwarts von Alastor und Minerva aussah ist schwer zu sagen. Vermutlich deutlich liebevoller als die von Tom, aber sicherlich immer noch geprägt durch die Zeit. So schnell vergisst man einen Krieg nicht – die Eltern werden immer noch daran gedacht haben.

Und dann kam Hogwarts. Alle drei kommen an eine Schule, die extra für ihre Fähigkeiten gemacht ist. Sie lernen, Magie zu wirken und zu kontrollieren. Sie gehören dazu. Es ist nicht sicher, wie Minerva und Alastor in ihrer Kindheit in Anbetracht ihrer magischen Fähigkeiten behandelt wurden, aber für Tom muss es ein Geschenk gewesen sein: Endlich ist er unter seinesgleichen, Leute, die ebenfalls Magie beherrschen, die ebenfalls die Macht kennen, die sie besitzen.

Aber das ist etwas ganz anderes. Hier geht es nicht um Hogwarts, hier geht es um die Zeit. Und die Zeit ist, wenn man Toms Schulzeit als Zeitbegrenzung ansieht, 1938 bis 1945. Die Zeit des zweiten Weltkrieges, der ab dem 1. September 1939 bis zum 8. Mai 1945 in Europa tobte.

Das wird die drei natürlich besonders beeinflusst haben. Tom Riddle lebte in London. 1940-1942 tobte ein Luftkrieg über England, London wurde mehrfach bombardiert, Kinder wurden evakuiert. Es ist daher nur wahrscheinlich, dass nicht nur die Muggelkinder evakuiert wurden, sondern auch Tom Riddle mit den anderen Waisenkindern – warum sollte man sie in London lassen, statt sie in Sicherheit zu bringen? Wobei das natürlich ein relativer Begriff ist. Dann würde nicht einmal Dumbledores Aussage, dass Tom jeden Sommer ins Waisenhaus zurückgekehrt ist, so falsch sein: Vielleicht ist das gesamte Waisenhaus praktisch umgezogen. Und auf dem Land, wo Angriffe weniger wahrscheinlich sind, wird Tom auch die Möglichkeit gehabt haben, durch die Straßen zu gehen, ohne immer auf Sirenen und Flugzeugmotoren lauschen zu müssen.

Wo Minerva und Alastor gelebt haben, ist nicht sicher, aber wenn sie in einer größeren Stadt gelebt haben, werden sie ebenfalls die Luftangriffe direkt miterlebt haben. Das zeichnet ein Kind natürlich – ist es verwunderlich, dass Minerva McGonagall eher ungern an die Zeit zurückdenkt? Nicht nur, dass in den Ferien die Gefahr bestand, durch einen Luftangriff umzukommen, in der Schule müssen sie alle Angst gehabt haben, dass die Eltern, Geschwister, Verwandten sterben (Tom Riddle wird diese Angst nicht gehabt haben, aber er wird auch nicht der einzige Waise geblieben sein). Und dann kam später auch noch die Öffnung der Kammer des Schreckens dazu. Wenn Minerva behauptet, nichts davon zu wissen, ist das dann eine simple Feststellung oder eher die Angst, zurück zu kehren in diese Zeit der Angst? Verdrängung scheint nicht sehr abwegig und wenn sie versucht zu negieren, dass es wirklich die Kammer des Schreckens ist, die 1992-1993 erneut geöffnet wurde, dann ist es womöglich nur deshalb, weil sie sich nicht an die Zeit von 1942-1943 zurückerinnern will. Wer kann es verdenken? Sie muss wirklich genug durchgemacht haben.

Wie wahrscheinlich ist es, dass Alastor eine Familie hatte? Nicht Frau und Kinder, sondern viel mehr Geschwister, Eltern sowieso. Und wie unwahrscheinlich ist es, dass er ein oder mehrere Familienmitglieder im Krieg verloren hat? Wenn er ein Halbblut oder muggelstämmig war, ist es dann möglich, dass ein älterer Bruder eingezogen wurde und im Kampf gefallen ist? Dass er selbst am Ende eingezogen wurde (sobald er achtzehn wurde, und das kann durchaus vor Kriegsende 1945 gewesen sein, wird das möglich gewesen sein)? Hatte er andere Geschwister? Wurde ein Familienmitglied durch einen Bombenangriff getötet?

Dasselbe kann man auf Minerva beziehen. Auch wenn sie dem Namen nach eine Schottin ist – wer sagt, dass nicht ein Mitglied ihrer Familie einmal in der Winkelgasse war, als ein Luftangriff passierte? Die Winkelgasse ist nicht zwingend sicherer, wenn es Bomben hagelt.

Man kann sich nun fragen, ob die Entwicklung der einzelnen Personen auf der eigenen Personalität zurückzuführen ist, oder ob es doch mehr mit der Zeit und der Umgebung zu tun hat, als man denkt. Alastor hat offensichtlich den Weg des Kämpfers eingeschlagen – er wurde Auror. Minerva scheint eher Sehnsucht nach Ruhe gehabt haben – sie wurde später Lehrerin. Und Tom schlug den Weg der Eroberung und Machtergreifung ein – er wurde ein neuer Kriegstreiber.

ZAGs und ZAPs – der Vergleich
und was die meisten Schüler in Harry Potter durchmachen

Es klingt ähnlich, ist ähnlich, und doch ist es doch ziemlich unterschiedlich. Einmal abgesehen davon, dass es hier um den Vergleich von einer „Muggelprüfung“ und einer „Zaubererprüfung“ geht, ist wohl ein weiterer Punkt, dass man hier zwei unterschiedliche Bildungssysteme hat.

Aber fangen wir einfach mal damit an, zu klären, wie die ZAPs ablaufen – oder wahlweise auch nur ZPs. Erst einmal haben sie eine gänzlich andere Bedeutung als die ZAGs. Statt „Zauberergrad“, wie es übersetzt wurde, geht es hier um „Zentrale (Abschluss)Prüfungen“. Im englischen ist es auch nicht viel anders in der Bedeutung, denn dort heißen die ZAGs OWLs, was „Ordinary Wizarding Levels“ sind. Man merkt: In Hogwarts geht es nur darum, seine Leistungen in den Fächern zu bestätigen, da sie dafür gebraucht werden, später Kurse zu belegen. In den ZAPs geht es im Zweifelsfalle um die Versetzung, denn sie werten gegen alle Arbeiten des Schuljahres auf.

In Hogwarts gibt es auch keine zwingende Nachprüfung, weder mündlich noch sonst wie, man wird in allen Fächern abgefragt, die man belegt hat, und man hat offenbar auch keine Nachschreibetermine. Es scheint jedoch möglich zu sein, die Prüfung zu wiederholen (siehe Goyle). Bei den ZAPs gibt es all das. Zuerst die Nachschreibetermine, wenn man ein Attest für den regulären Prüfungstermin vorweisen kann. Dann die mündliche Nachprüfung, wenn die Prüfungsnote um mindestens drei Noten von der Vornote (mündliche Beteiligung und alle vier Arbeiten des gesamten Schuljahres zusammengefasst) abweichen. Eine mündliche Nachprüfung ist erlaubt, wenn die Abweichung zwei Noten beträgt – dies liegt im Ermessen des Schülers. Und wenn die Notenabweichung eine Note beträgt, entscheidet der Lehrer.

Eine weitere Auffälligkeit, wo man gerade bei Lehrern ist: In den ZAPs wird von zwei Lehrern unabhängig voneinander korrigiert. Von den ZAGs ist das nicht bekannt.

Die ZAPs werden in drei Fächern geschrieben: Deutsch, Mathematik und eine Fremdsprache ab der fünften Klasse (für gewöhnlich ist das Englisch, aber es gibt z.B. auch sogenannte Profilklassen, die zusätzlich Latein ab der fünf haben). Die Prüfungen finden im gesamten Bundesland am gleichen Tag vormittags in der Schule statt und werden zentral gestellt, also haben absolut alle die gleichen Aufgaben. Abweichungen gibt es nur im zweiten Aufgabenteil, der an die Schulform angepasst ist.
Für den ersten Aufgabenteil sind dreißig Minuten veranschlagt, plus zehn Minuten für die Orientierung. Im Fach Deutsch bedeutet das also, dass man den ersten Aufgabenteil bekommt, zehn Minuten Zeit hat, den Text zu lesen und zu verstehen, und dann dreißig Minuten für die Bearbeitung bekommt. Der zweite Aufgabenteil hat in dem Fach Deutsch zwei volle Stunden plus zehn Minuten für die Auswahl der Aufgabe, in Mathematik und der Fremdsprache jeweils neunzig Minuten. Die Aufgaben des zweiten Teils werden erst ausgeteilt, nachdem man den ersten abgegeben hat, wobei man durchaus vor dem Ende der dreißig Minuten abgeben darf. Die gewonnene Zeit wird für den zweiten Aufgabenteil hinzugezählt.

An Material ist bei den ZAPs nur erlaubt für Deutsch ein Duden, der von der Schule gestellt wird (um sicherzustellen, dass keine Bemerkungen hineingeschrieben wurden) und Stifte (ggf. Radiergummi, wenn man es braucht). In Mathematik sind als Hilfsmittel Stifte, Radiergummi, Zirkel, Geodreieck und Lineal, Taschenrechner (dessen Speicher vorher gelöscht werden muss) und eine Formelsammlung (die von der Schule gestellt wird) zugelassen. In der Fremdsprache gibt es keine Hilfsmittel. Papier (sogenannte Klausurbögen) bekommt man von der Schule gestellt, so wie im Abitur auch.

Die Zeit ist festgelegt. Wenn die Zeit um ist, muss abgegeben werden, ob man fertig ist oder nicht. Der Beginn wird notiert und danach wird das Ende festgelegt. Wenn regulär der Beginn um neun Uhr ist, aber erst um drei Minuten nach neun ist alles bereit, dann werden die „verlorenen“ drei Minuten hinten angehängt.
Die Lehrer wechseln sich mit der Aufsicht ab, aber es ist immer mindestens einer im Raum. Sprechen ist nicht erlaubt. Fragen zu den Aufgaben darf man ebenfalls nicht stellen. Wenn man auf die Toilette geht, wird genau notiert, wann man rausgeht und wann man wiederkommt. Während den Pausen (also den regulären) darf man den Raum nicht verlassen und alle elektronischen Geräte müssen abgegeben werden (also Handys, Mp3-Player…), da diese als Mogelversuch gewertet werden.

Das sind also die ZAPs. Manche Lehrer nennen es auch „Miniabitur“, was durchaus zutreffend ist.

Wie genau sieht es mit den ZAGs aus? Die ZAGs sind in erster Linie sehr ähnlich: Zentrale Aufgabenstellung, alle schreiben gleichzeitig im selben Raum (manche Schulen machen das bei den ZAPs ebenso, andere benutzen verschiedene Klassenräume auf einem Flur für jede Klasse), das Material wird weitestgehend von der Schule gestellt. Wie das mit den Toilettengängen ist, ist ungewiss, aber sicherlich wird auch dort darauf geachtet, wer wann geht. Anders als bei den ZAPs wird jedoch auch das Schreibzeug gestellt, was aber wohl mehr darauf begründet ist, dass man es hier mit Magiern zu tun hat.

Der Ablauf der Prüfungen scheint ähnlich zu sein. Man bekommt die Sachen, hat eine gewisse Zeit, alles zu bearbeiten, und muss dann abgeben. Die Zeit, die man pro ZAG-Prüfung hat, ist dabei nicht ganz klar, aber wenn man davon ausgeht, dass es in zwei Wochen jeden Tag Prüfungen für ein Fach gibt, morgens theoretisch und nachmittags praktisch, kann man eine gewisse Zeit festlegen. Zumindest für den theoretischen Teil. Der Schultag beginnt gegen neun Uhr, davor ist Frühstück. Das bedeutet, neun Uhr ist der eheste Starttermin. Geht man davon aus, dass um zwölf Uhr Mittagessen ist, bedeutet das drei Stunden als Maximum für die theoretische Prüfung. Zeit, um die Einzeltische wieder durch die Haustische zu ersetzen, muss man nicht einrechnen – mit Magie ist das eine Sache von Sekunden. Bedenkt man jedoch, dass z.B. in OotP in „Snapes schlimmste Erinnerung“ dargestellt wird, dass alle nach draußen gehen und Pause haben, so scheinen drei Stunden ein wenig viel. Vielleicht kann man es wie bei den ZAPs machen: Je nach Fach hat man zwei bis zwei einhalb Stunden.

Anders als bei den ZAPs wird bei den ZAGs nicht von den Lehrern selbst geprüft (z.B. in der praktischen Aufgabe) und es gibt eine eigene Prüfungskommission, die vermutlich auch die Benotung macht. Die Lehrer führen zwar teilweise auch Aufsicht, aber immerhin haben sie selbst noch Unterricht und Vertretung ist eher schwierig.

Die ZAGs sind insofern jedoch wichtiger als die ZAPs, als dass sie ganz alleine bewertet werden. Wenn man also im Schuljahr O oder E stand, in der praktischen und theoretischen ZAG-Prüfung jedoch jeweils ein M hat (schlechter Tag, was auch immer), dann hat man ein M. Einzige Möglichkeit ist eine Nachprüfung, wobei nicht geklärt ist, unter welchen Umständen man diese machen kann/darf/muss.

Alles in allem aber sind die Prüfungen sich erstaunlich ähnlich, sieht man einmal davon ab, dass bei den ZAGs Zauberer über zwei Wochen täglich geprüft werden und bei den ZAPs Muggel in nur drei Fächern (wobei die Prüfungstage sich auch über zwei Wochen verteilen).

(Ein besonderer Dank geht an dieser Stelle an LMA23 alias Hope)

Alles, was Irrwichte betrifft…

Nicht wirklich nach Themengebiet geordnet. Einige Sachen reichen in andere hinein und die Themen, die zueinander gehören würden, sind auseinandergezogen. Zudem kommen einige Sachen erst später, die schon in einem anderen Punkt hätten behandelt werden sollen. Aber die grobe, grundlegende Einteilung ist wie folgt:

1. Severus‘ Irrwicht
2. Den Irrwicht zu schlagen
3. Euer Merkwürden…
4. Patroni und Irrwichte – Verbindungen?
5. Ängste und was sie über den Menschen aussagen
6. Ein paar Fragen, die man nicht wirklich beantworten kann
7. Die Sache mit Moody und dem Irrwicht
8. Irrwichte und ihre Opfer

Zuerst einmal, es wird hier insgesamt angenommen, dass ein Irrwicht sich genauso verändern kann wie ein Patronus. Immerhin fürchtet man sein Leben lang nicht unbedingt dieselbe Sache. Doch dazu später noch mehr.

1. Severus‘ Irrwicht

Was den Irrwicht von Severus Snape betrifft, gibt es vermutlich so viele Ideen wie Meinungen. In Anbetracht der oben genannten These, ist anzunehmen, dass Severus‘ Irrwicht im Laufe seines Lebens immer mal wieder gewandelt hat. Zumindest eine Station kann man soweit datieren: der Vorfall an der Heulenden Hütte. Es ist anzunehmen, dass ein Jugendlicher, der einem Werwolf in verwandelter Form antrifft, von diesem Werwolf nahezu angegriffen und getötet wird, davon verfolgt wird. Also ist anzunehmen, dass Severus‘ Irrwicht nach dem Vorfall vorerst die Gestalt eines Werwolfs angenommen hat. Ob dieser direkt wie Remus Lupin in Wolfsform aussah oder einfach allgemein, ist schwer zu sagen, da man schlecht sagen kann, ob Severus insgesamt Angst vor Werwölfen oder nur direkt vor Remus Lupin hatte. Demnach ist es auch möglich, dass der Irrwicht ein Remus Lupin in einer Vollmondnacht ist, in dem Augenblick, in dem er sich verwandelt. Aber davon einmal abgesehen, könnte man vielleicht festhalten, dass der Irrwicht in dem Augenblick – und auch einige Zeit danach – ein Werwolf, in welcher Form auch immer, war.

Danach gibt es mehrere Möglichkeiten, was Severus‘ Irrwicht betrifft. Natürlich gibt es praktisch Möglichkeiten ohne Ende, selbst was den Irrwicht vor dem Vorfall an der Heulenden Hütte betrifft. Darüber kann man praktisch nichts sagen. Was den danach betrifft… nun, es gibt verschiedene Szenarien:

Für diejenigen, die sich am Buch orientieren und gewisse Parallelen zu Molly Weasley sehen, könnte man daran denken, dass Severus‘ Irrwicht eventuell auch eine tote Lily sein könnte. Wobei sich da natürlich die Frage stellt, was genau nach Halloween 1981 dann mit seinem Irrwicht passiert ist. Möglicherweise, wenn man einen lilybezogenen Irrwicht weiterverfolgt, könnte man einen Irrwicht nehmen, der Lily im Augenblick ihres Todes zeigt – ihr Tod, ohne dass man bzw. Severus etwas dagegen tun kann. Wenn man also die Severus-Lily-Schiene einschlägt, kann man sich da gewiss auch noch andere Dinge ausdenken.

Andere, die eine eher psychologische Sichtweise bevorzugen und nicht solche Lily-Severus-Fans sind – und diese Variante bedeutet im Grunde nicht, dass es nicht mehr zu den Büchern passen würde, denn sie bietet einfach eine andere Sichtweise auf Severus‘ Charakter – könnten die Version benutzen, dass der Irrwicht Severus selbst ist. Natürlich nicht er selbst in seiner „normalen“ Form, sondern viel mehr in seiner schlimmst möglichen Erscheinung: überzeugter Todesser, treuer Diener des Dunklen Lords, vermutlich auch gefühlskalt, grausam und was sonst noch mit der schlimmsten Variante eines Todessers in Verbindung gebracht wird. Ein Severus, der auf der Seite des Ordens steht, würde sicherlich mit einigen Problemen konfrontiert, wenn er seinem Ich begegnet, das treu zu den Todessern steht. In Anbetracht der Tatsache, dass dieses Ich der Realität entsprach, ist es nicht verwunderlich, wenn Severus fürchten würde, dass er zurück in dieses Muster rutscht. Als größte Angst würde Severus also sich selbst haben, der tiefste Abgrund seines Ichs.

Wobei debattiert werden könnte, ob nicht das, was man als „schlimmst möglichen Todesser“ bezeichnen kann, nicht bereits im Kleinen bei Severus zu finden ist. Zumindest auf den ersten Blick: Einige Ordensmitglieder, Harry, Ron, sie alle sehen Severus als „böse“ an. Man beschreibt ihn als emotionslos, kalt, grausam… der perfekte Todesser, wie es aussieht. Man kann nun darüber nachdenken, ob das nach außen hin ist, also nur Tarnung – immerhin ist Severus ein Spion – oder ob es wirklich seiner Art entspricht. In gewisser Weise wird es vermutlich beides sein, wobei Severus, wie er „normal“ ist, weniger extrem in diesen Dingen ist. Auch ist er nicht vollkommen emotionslos/gleichgültig in gewissen Situationen. Er wirkt nicht unbedingt so, als würde er wirklich gar nichts fühlen, wenn er eine von den Gräueltaten, für die die Todesser bekannt sind, ausführen würde – er würde nicht unbeeinflusst sein, nicht, wenn er in der Form ist, in der er nun auftritt. Dasselbe gilt womöglich für das „grausam“: Er ist auf seine Weise immer noch grausam, doch dieses ist mehr im verbalen Bereich oder im kleinen auch in gewissen Taten, aber es ist nicht auf der Stufe mit einem Todesser wie zum Beispiel Bellatrix, die ja offenbar Freude in Grausamkeiten findet.

Wenn man genauer darüber nachdenkt, so kann man in diesen Dingen sehen, dass die Angst, wieder so zu werden, wie er vielleicht früher einmal war, noch verstärkt wird. Denn alle Eigenschaften eines wirklich fanatisch-loyalen Todessers sind noch vorhanden, abgeschwächt zwar, aber präsent. Es ist nicht mehr so extrem, aber die anderen können trotzdem erkennen, dass es da gewisse Verbindungen gibt. Dadurch würde es nur logisch erscheinen, dass er fürchtet, erneut in das Extrem abzurutschen – schließlich ist es absolut unwahrscheinlich, dass er da wieder herauskommen würde. Er hatte ja seine zweite Chance. Eine dritte wird er kaum bekommen.

Fasst man das zusammen, bedeutet das, dass man mehrere Möglichkeiten vor und nach dem Vorfall an der Heulenden Hütte hat. Vor dem Vorfall kann es praktisch alles mögliche sein, von den gewöhnlichen Kinderängsten bis hin zu anderen, mehr magischen, Schrecken. Die Zeit vom Vorfall an der Heulenden Hütte bis zum Krieg wird mit großer Wahrscheinlichkeit von einem Werwolf-Irrwicht begleitet sein, und danach hat man wieder diverse Möglichkeiten, von toten Freunden und Lieben bis hin zu den Schrecken der eigenen Seele. Je nachdem, was für einen Severus man will, wählt man die Schiene, die am ehesten passt.

2. Den Irrwicht zu schlagen…

Eine andere Frage im Bezug auf Irrwichte – und Severus‘ in den hier vorgeschlagenen Formen – ist, wie man sie besiegt. Es wird gesagt, dass Irrwichte durch Gelächter besiegt werden können. Durch den Zauber Riddikulus kann man seine Angst in etwas verwandeln, das einen zum Lachen bringt. Zumindest ist das die Theorie.

Die Praxis funktioniert nämlich nicht nach dem Schema – nicht in gewissen Fällen.

Nehmen wir ein Originalbeispiel aus den Büchern: Molly Weasley und ihr multipler Irrwicht. Offenbar funktioniert das Schema dort nicht, denn anstatt den Irrwicht in etwas zu verwandeln, was amüsant ist, wechselt er nur die Form in den nächsten Toten. Das mag an Mollys Verstörtheit liegen, aber gleichzeitig stellt sich auch die Frage, wie man einen Toten so verändern will, dass man darüber lachen kann. Kurz, es ist praktisch unmöglich. Das bedeutet, Molly Weasley ist durch die Angst, dass ihre Lieben sterben, nicht wirklich fähig, einen Irrwicht zu bezwingen. Natürlich könnte man nun behaupten, es würde helfen, sich die Toten in komischen Situationen vorzustellen, vielleicht auch etwas, was man bereits erlebt hat – Fred und George werden da viele Möglichkeiten bieten – aber andererseits könnte die Taktik auch ein wenig nach hinten losgehen und einen weiter verzweifeln lassen, wenn man davon ausgeht, dass diese Personen in der Vorstellung tot sind. Zudem würde es sowieso eine ungeheure Menge an Willenskraft erfordern, die nicht leicht aufzubringen wäre. Vor allem dann nicht, wenn man gerade eine Art Schock erlitten hat, wenn man seine Liebsten tot vor sich sieht.

Ein weiteres Beispiel: Harrys Angst vor Dementoren. Wie genau soll man einen Dementoren, der ja selbst als Irrwicht die Kräfte eines Dementoren wiederspiegelt, ins Lächerliche ziehen? Natürlich, man kann ganz einfach sagen „Ich lasse ihn stolpern und auf die Nase fliegen!“ – was an sich schon ein wenig schwierig sein dürfte, da Dementoren ja scheinbar eher schweben – aber vor allem eines: Wie will man die nötige Konzentration aufbringen, sich das vorzustellen und den Zauber zu sagen, wenn einem, wie zum Beispiel in Harrys Fall, Todesschreie im Kopf widerhallen? Nicht gerade etwas, was einfach erscheint.

Nimmt man an, dass Severus‘ Irrwicht ein Werwolf ist, könnte man sich eventuell die eine oder andere Variante überlegen, wie man das ins Lächerliche ziehen kann – vielleicht „Fellausfall“? – aber nichtsdestotrotz wird es nicht unbedingt so einfach, sich da was zu überlegen. Immerhin muss man es lustig finden. Ist Severus‘ Irrwicht jedoch ein Toter, ist es eher unwahrscheinlich, dass man etwas amüsantes daran findet. Ist er es sogar selbst, würde ich fast meinen, es ist geradezu unmöglich. Wie, bitte, soll man sich selbst, in seiner schlimmsten Form, ins Lächerliche ziehen? Dazu müsste man eine Person sein, die auch über sich selbst lachen kann – und eine solche Person wird eher wenig Angst vor sich selbst haben, denn sonst würde sie nicht unbedingt lachen.

Es gibt zwar jene Beispiele, die als Angst für andere geradezu lächerlich erscheinen, aber die ebenfalls nicht gerade einfach ins Lächerliche zu ziehen sind. Hermines Angst, dass sie durchfällt – wie zieht man das ins Lächerliche?

Leute wie Ron werden da weniger Probleme haben – nicht, wenn man Angst vor einer gewaltigen Spinne hat, und sie dadurch ins Lächerliche zieht, ihr die Beine wegzunehmen oder ihr Rollschuhe zu verpassen. Komplizierter wird es womöglich für Leute wie Seamus, die sich zum Beispiel vor Todesfeen fürchten. Deren Schrei ist nicht gerade ohne – aber sobald man eine Idee hat, wie man es ins Lächerliche ziehen kann, ist es natürlich kein Problem mehr. Vorausgesetzt, man hat vorher genug Zeit, sich zu überlegen, wie man es anstellt, ist es sicherlich sehr viel einfacher. Ron hätte sicherlich nicht Auge in Auge mit seiner größten Angst eine Idee gehabt, wie er sie ins Lächerliche ziehen könnte – man muss sich also vorher damit befassen.

Aber, eines der wohl größten Probleme ist nicht, wie man seine Angst ins Lächerliche zieht, sondern wie schnell man das kann. Man kann sich nicht hinstellen und sich sagen „So, ich nehme mir jetzt zehn Minuten und überlege mir was“. Das funktioniert so nicht. Denn in gewisser Weise muss man ja einen Kampf austragen. Wenn die größte Angst ein wutschnaubender Drache ist, der alles in Asche verwandeln kann, wird der kaum für zehn Minuten warten, bis man sich etwas überlegt hat. Man kann sich vielleicht vorbereiten, wenn man weiß, dass man gleich einem Irrwicht gegenübersteht, aber es wird auch Situationen geben, in denen man das nicht weiß. Und dann wird besagter Drache nicht warten, sondern gleich gegrillten Zauberer machen. Denn die Gefahr bei Irrwichten ist ja offenbar auch, dass sie alles, was mit der Angst des Opfers zusammenhängt, kopieren. Wie sonst sollte man den Dementoreffekt bei einem Irrwicht-Dementor finden? Vermutlich ist es dafür essentiell, dass man seine größte Angst kennt und bereits ganz genau weiß, wie man sie ins Lächerliche ziehen kann.

Ob man im Falle eines Falles noch daran denkt, das ist etwas anderes…

Und, was sicherlich auch eine Frage sein wird, ist, wie erkennt man, dass man einem Irrwicht gegenübersteht, wenn man ihn nicht aus einem Schrank, einem Sekretär oder sonst etwas herausholt? Die Drittklässler hatten es einfach: Der Schrank bebte und zitterte. Im fünften Band war es sicherlich genauso: Der Sekretär mit dem Irrwicht rumpelte vor sich hin. Aber wie ist es mit „freilaufenden“ Irrwichten? Harry begegnet so einem ja im Irrgarten beim Trimagischen Turnier. Zuerst hielt er den Irrwicht auch für einen echten Dementor, konnte aber schließlich doch feststellen, dass es doch nur ein Irrwicht war. Und wodurch? Der Irrwicht „stolperte“ auf ihn zu, nicht wie ein Dementor, der ja schwebt. Bedeutet das, dass ein Irrwicht zwar die Gestalt der größten Angst annehmen kann, auch die direkten Auswirkungen, aber nicht alle Details? Immerhin ist der Irrwicht-Dementor ebenso glücksaussaugend wie ein echter, eine Irrwicht-Banshee stößt auch Todesschreie aus. Eine Erklärung könnte sein, dass ein Irrwicht die Gestalt und die Fähigkeiten, die man fürchtet imitieren kann. Harry wird kaum an einem Dementor fürchten, dass er schwebt. Nur gibt es bei dem Erklärungsansatz das Problem mit Lupins Irrwicht: Immerhin ist das ein Vollmond, die Wirkung auf einen Werwolf ist eindeutig. Also, wie kann es sein, dass er den Irrwicht-Vollmond ansieht, sich aber nicht verwandelt? Lupin muss ja bereits vorher gewusst haben, dass das nicht passieren kann, denn sonst wäre er dieses Risiko niemals eingegangen. Hier könnte man nun zu der Erklärung hinzufügen, dass der Irrwicht nur unmittelbare Fähigkeiten imitieren kann. Das bedeutet, dass er nicht durch bloße Anwesenheit beeinflussen kann – zumindest nicht außerhalb des Bereiches der Angst. Ein Vollmond hat also keine eigene Fähigkeit, ein Dementor schon, also hat der Irrwicht-Dementor einen Effekt wie ein wirklicher.

Und dadurch könnte man nun versuchen, herauszufinden, ob ein Irrwicht ein Irrwicht ist oder doch die richtige Angst in Fleisch und Blut. Man muss versuchen, den Irrwicht oder das wirkliche Geschöpf/Ding dazu zu bringen, in einer Situation zu sein, in der sich herausstellt, ob es
die gefürchteten Fähigkeiten und die gefürchteten Fähigkeiten allein einsetzt,
die anderen, nicht gefürchteten Fähigkeiten, nicht einsetzen kann
und ob es durch bloße Anwesenheit beeinflussen kann, oder nicht.
Und, natürlich, muss man im Anbetracht der Gefahr nur noch daran denken. Zweifelhaft, ob man diese Tests durchführen könnte, wenn man Auge in Auge mit obengenanntem Drachen steht. Vermutlich wäre der erste Gedanke erst einmal „der ist echt“ und dementsprechend wären die Reaktionen. So wie Harry zuerst einen Patronus versucht hat, statt den Riddikulus-Zauber.

3. „Euer Merkwürden“

Etwas, was im Grunde merkwürdig ist, ist, dass man als Drittklässler lernt, sich gegen Irrwichte zu behaupten. Ist das nicht vielleicht ein wenig fortgeschritten für Dreizehnjährige? Immerhin ist das nicht einfach das Lernen eines Zauberspruches oder das Lernen einer Theorie. Für einen Irrwicht braucht man sicherlich die praktische Erfahrung – und genau das scheint der „punktus knacktus“ zu sein. Es mag ja sein, dass sie Zauberer und Hexen sind, und demnach sind diese Dreizehnjährigen vielleicht schon ein bisschen eher daran gewöhnt, in Situationen zu sein, die für einen normalen Menschen zu viel wären. Aber nicht jeder von ihnen ist ein Harry Potter, ein Ronald Weasley oder eine Hermine Granger. Man kann von ihnen schlecht erwarten, dass sie sich so einfach mal eben ihrer größten Angst stellen, oder? Zumindest erscheint es ziemlich unlogisch, wie es dargestellt ist: Sie kommen in dieses Lehrerzimmer, man sagt ihnen, dass sie gleich einem Irrwicht gegenüber stehen werden und dann sollen sie mal eben herausfinden, wie sie ihre größte Angst lächerlich machen können, so dass sie darüber lachen können. Und, erstaunlich, es gelingt sogar jedem – außer Harry, aber gut, er fürchtet ja auch einen Dementor.

Ist es nicht eigentlich ziemlich unwahrscheinlich, dass allen Schülern einfällt, wie man seine größte Angst ins Lächerliche ziehen kann? Es ist nicht ganz so unwahrscheinlich, dass der Zauber klappt, wenn sie ihrer Horrorvision gegenüberstehen, immerhin haben sie die Unterstützung vom gesamten Rest der Klasse, aber wie kann man in zehn Minuten herausfinden, wie man seine Angst in etwas Lachhaftes verwandelt? Vermutlich hat kaum einer von ihnen ihrer Angst gegenübergestanden – außer Harry und Ron. Außerdem, Lupin rechnet ja damit, dass Harrys größte Angst Voldemort ist. Was wäre denn, wenn andere Schüler auch Voldemort fürchteten? Neville hätte schließlich allen Grund gehabt, auch jemand anderen als Snape zu fürchten – zum Beispiel Bellatrix und Rodolphus, denn er weiß ja, dass sie diejenigen waren, die seine Eltern in den Wahnsinn getrieben haben. Ist es nicht irgendwie ein wenig verantwortungslos, so vollkommen ohne Vorbereitung da reinzugehen?

Logischer wäre es doch gewesen, zuvor noch eine Stunde zu machen, in der man darüber redet, wie genau man vorgeht, was man tun muss, wie man sich vorbereiten kann. Immerhin ist es die erste Begegnung. Man könnte wirklich ein wenig mehr Vorbereitung erwarten, immerhin sind es erst Dreizehnjährige. Die Szene, wie sie im Buch beschrieben wird, wirkt nicht so, als würde man seiner größten Angst begegnen. Eher wie das komplette Gegenteil.

4. Patroni und Irrwichte – Verbindungen?

Ein Irrwicht repräsentiert die größte Angst eines Menschen. Man könnte vielleicht sagen, es ist eine Art Gegenteil zum Patronus, denn dieser zeigt in gewisser Weise, was einen Menschen glücklich macht, ihm Mut gibt. Es ist bekannt, dass sich ein Patronus ändern kann – durch großen emotionalen Wandel. Kann man also annehmen, dass sich auch ein Irrwicht verändert? Es ist sehr wahrscheinlich – und es wäre unlogisch, wenn zum Beispiel Hermine, die in ihrem dritten Jahr fürchtet, in allen Prüfungen durchzufallen, ihr Leben lang dies als größte Angst hätte. Immerhin, sie schafft die Prüfungen mit Höchstnoten, und zudem bricht praktisch ein Jahr später ein Krieg aus (selbst wenn er für ein weiteres Jahr nur im Geheimen stattfindet). Man stelle sich vor, sie begegnet mit fünfunddreißig als Topwissenschaftlerin des Ministeriums einem Irrwicht – und sie soll dann Professor McGonagall sehen, die ihr mitteilt, sie sei in allen Prüfungen durchgefallen? Nein, wohl eher nicht. Auch wenn es möglich ist, dass ihre größte Angst bleibt, zu versagen, würde sie sich anders manifestieren. Vielleicht auch bei Ron, denn er muss ja nicht für den Rest seines Lebens Spinnen fürchten. Oder Neville. Er hatte zwar noch einige Zeit einen guten Grund, Snape zu fürchten, aber würde das nicht nach der Schlacht um Hogwarts, dem Sieg über Voldemort und all dem etwas anderes werden? Warum sollte er ihn schließlich weiterhin fürchten? Und es ist nicht vollkommen abwegig, dass er erfahren würde, dass Snape nie wirklich böse war, zumindest nicht der Snape, den er kannte. Also wird er wohl etwas anderes fürchten, denn er wird sich wohl weiterentwickelt haben.

Andere Leute werden vielleicht ihre größte Angst ihr Leben lang beibehalten. Zumindest Lupin macht den Anschein, denn es gibt keinen Hinweis, dass es etwas in seinem Leben gegeben hat, dass ihn seine Angst vor dem Vollmond vergessen lässt, und dafür etwas anderes die Stelle einnimmt. Ob Molly Weasley einen wirklichen Wandel in ihrem Irrwicht erlebt hat, ist auch fraglich – ihr Irrwicht scheint einfach nur eine Art multiple Angst zu sein, die praktisch nur erweitert wird, aber nicht geändert. Immerhin ist es nicht „entweder, oder“ sondern viel mehr „sowohl als auch“, denn in Band fünf wird gezeigt, dass sie nicht nur eine Person tot sieht, sondern alle, die ihr wirklich lieb und teuer sind. Da gibt es keine Veränderung, weil sie nicht plötzlich den einen lieber hat als den anderen und demnach der andere egal wird.

5. Ängste und was sie über den Menschen aussagen

Irrwichte können wahrscheinlich, anders als angeblich ein Patronus, für mehrere Personen dasselbe darstellen. Ob das nun wirklich für Patroni stimmt, dass sie einzigartig wie ein Fingerabdruck sind, bleibt fraglich, da ja angeblich Severus‘ Patronus Lilys darstellen soll – und damit wäre es irgendwo derselbe. Aber zurück zu den Irrwichten: Es ist ja durchaus möglich, dass mehrere Personen dasselbe fürchten, und das genauso sehr. Zum Beispiel könnte es drei oder vier andere Leute – Werwölfe – geben, die den Vollmond fürchten, so wie Lupin. Also ist ein Irrwicht nicht absolut individuell. Für ein paar spezielle Ängste mag das zutreffen, aber insgesamt gesehen kann man sagen, dass ein Irrwicht nicht so sehr die einzelne Persönlichkeit im Speziellen wiederspiegelt, sondern viel mehr ein Aspekt aus dem Leben bzw. der Vergangenheit einer Person, oder die Situation, in der sich eine Person befindet. Der Irrwicht sagt mehr etwas über das Umfeld aus, als nur über den Charakter. Das bedeutet aber nicht, dass der Charakter keine Rolle spielt.

Nehmen wir als Beispiel Harry. Harry fürchtet Dementoren – angeblich dadurch die Angst selbst. Das mag an und für sich zweifelhaft sein, denn ein Dementor bedeutet nicht Angst, sondern die schlimmsten Erinnerungen, die er heraufbeschwört. Diese können Angst verursachen, aber das muss ja nicht immer der Fall sein. Eher bedeutet es, dass einem die gesamten Fehler seiner Vergangenheit vorgeführt werden, die gesamten schrecklichen Dinge, die man erlebt hat. Wenn es die Angst wäre, die man fürchtet, müsste der Irrwicht nicht einen Irrwicht darstellen, weil dieser die größte Angst impersoniert? Das wiederum müsste bedeuten, dass ein Irrwicht bei jemandem, der nur die Angst selbst fürchtet, sich selbst darstellt – und damit würde jemand, der die Angst an sich fürchtet, den Irrwicht in seiner wahren Gestalt sehen. Nur, da niemand weiß, wie der Irrwicht in seiner wahren Gestalt aussieht – die ja zugleich „pure Angst“ darstellen müsste – ist nicht festzustellen, ob diese These der Wahrheit entspricht. Ein weiterer Punkt wäre sicherlich, dass man diese Angst in der reinsten Form nicht ins Lächerliche ziehen kann, zumindest nicht auf die Weise, wie die anderen Zauberer es scheinbar tun. Aber man könnte nun davon ausgehen, dass Harry nicht die Angst selbst fürchtet, da er einen Dementor als Irrwicht hat. Ist seine Angst also die Furcht vor seinen schlimmsten Erinnerungen? Oder doch eher die Verzweiflung, die sie mit sich bringen? Immerhin fühlt man sich bei einem Dementorenangriff so, als würde man nie wieder glücklich sein – durchaus etwas, was man fürchten kann.

Was sagt das nun über Harry aus, wenn er, wie bereits angenommen, die Erinnerungen und die Verzweiflung, die ein Dementor erzeugt, fürchtet? In gewisser Weise zum einen, dass er einen Teil seiner Vergangenheit, dass, was unter die Kategorie „Dinge, an die ich mich nicht erinnern will“ gehört, fürchtet, zum anderen aber auch, dass er sich fürchtet, dass er nie wieder glücklich sein wird. Vielleicht kann man damit eine Interpretation wagen, die darauf hinausläuft, dass Harry jemand ist, der nicht allzu sehr in der Vergangenheit verweilt, sondern vorwärts geht und praktisch auf das Beste hofft. Sozusagen ein Optimist, der auch schreckliche Situationen übersteht, weil er nach vorne blickt – was durchaus soweit auf Harry zutreffen könnte.

Also kann man zum einen sagen, dass der Irrwicht darstellt, was man fürchtet, und damit einen Teil der Umgebung wiedergibt, und gleichzeitig auch das, was das Gegenteil dessen ist, was den Charakter der Person ausmacht. Zumindest im Groben wäre das eine mögliche Definition. Überträgt man das auf z.B. Hermine, hätte man dort die Angst vor dem Versagen – sie will gerne die Beste sein, hat aber Angst, zu verlieren (zumindest bei der Angst mit dem Nichtbestehen der Prüfung ist das der Fall). Bei Ron ist es um einiges kniffliger, da er sich vor Spinnen fürchtet, weil sein Teddybär in eine Spinne verwandelt wurde. Möglicherweise könnte man versuchen, dass zu interpretieren – irgendetwas in der Richtung, dass er Angst davor hat, dass sich etwas, was er liebt oder gern hat, in etwas Schreckliches verwandelt, dass sich der Charakter einer geliebten Person so sehr ins Negative verkehrt, dass man diese Person als „Monster“ bezeichnen könnte, aber das soll nicht Hauptpunkt werden. Es ist auch möglich, dass der Irrwicht nicht bei jedem einen Teil des Charakters wiedergibt. Es ist nur eine mögliche Ergänzung. Zudem hat man einfach nicht genug Beispiele dafür, was jemand fürchtet und wieso das so sein könnte. Man weiß es über einige Schüler, über Molly und Lupin, und das ist nicht unbedingt viel. Was fürchten zum Beispiel Leute wie Alastor Moody? Albus Dumbledore? Minerva McGonagall? Sind es eher „einfache“ Dinge oder ist das ähnlich wie bei Harry, dass man Dementoren und dergleichen fürchtet? Ohne genauere Informationen darüber – und die Charaktere und Gründe hinter den Ängsten – kann man sich nur noch auf Spekulationen stützen.

6. Ein paar Fragen, die man nicht wirklich beantworten kann

Es gibt so ein paar Fragen bezüglich Irrwichten, die man nicht eindeutig beantworten kann. Bei manchen kann man auch nur haarsträubende Spekulationen anstellen. Zum Beispiel die Frage, was bei einer Person geschehen würde, die praktisch vollkommen furchtlos ist – und das bedeutet, dass diese Person auch nicht die Angst selbst fürchtet, weil das vermutlich zu oben bereits genanntem Ergebnis führen würde. Man fürchtet also absolut nichts. Und dabei ist „nichts“ gemeint, nicht „das Nichts“, was ja wieder etwas anderes wäre – aber sicherlich genauso ein Problem darstellen würde, wie anschließend noch erläutert wird.

Also, Fall Nummer eins lautet: Die entsprechende Person fürchtet sich vor nichts und niemandem und hat somit absolut keine einzige Angst, in die sich der Irrwicht verwandeln könnte. Was tut er? Nun, vielleicht bleibt der Irrwicht dann in seiner wahren Gestalt. Aber wie bereits zuvor angemerkt, wäre das vermutlich eher die Gestalt von „Angst“ und damit die Darstellung von etwas, was man nicht fürchtet, wenn man tatsächlich die oben genannte Person wäre. Eine Möglichkeit ist sicherlich auch, dass sich der Irrwicht einfach auflöst – besiegt durch den Mangel an Angst. Eine andere, dass eine solche Person niemals einem Irrwicht begegnen würde, weil ein Irrwicht irgendwie weiß, was der Gegenüber fürchtet, bevor er ihm gegenübertritt. Also würde sich der Irrwicht vielleicht einfach verstecken, weil er einer furchtlosen Person nichts entgegenzusetzen hat. Der Punkt ist, dass man es nicht sagen kann – und es ist zumindest sehr, sehr unwahrscheinlich, dass es wirklich eine solche Person gibt. In der Theorie ist vieles möglich, aber die Praxis sieht anders aus.

Dann ist da Fall Nummer zwei: Jemand hat keine einzelne größte Angst, sondern eine große Anzahl kleinerer Ängste, die er alle im gleichen Maße fürchtet. Was tut der Irrwicht dann? Verwandelt er sich in eine x-beliebige Angst, in der Hoffnung, das Opfer zu ängstigen? Oder versucht er, alle gleichzeitig darzustellen, so, wie Lupin es im Bezug auf einen Irrwicht erwähnt hat, der zwei Zauberern gleichzeitig gegenüberstand und sich in eine halbe Schnecke verwandelte? Da man keinen Charakter hat, der ein Beispiel dafür liefert – zumindest nicht in der Form, dass wir davon wüssten – kann man auch hier nur spekulieren. Nach dem, was Lupin erzählt, könnte es gut und gerne die „halbe Schnecke“ sein, denn der Irrwicht müsste ja versuchen, sein Gegenüber mit allen Dingen gleichzeitig zu erschrecken, was natürlich nicht zu bewerkstelligen ist.

Der Fall Nummer drei geht von einer sehr speziellen Angst aus: der Angst vor dem Nichts. Da es in gewisser Weise ähnlich ist, kann man hier auch die Angst vor etwas „Unsichtbarem“ behandeln, denn beides ist etwas, was man nicht sehen kann. Und das Nichts zu fühlen ist auch so eine Sache, weil es ja Nichts ist. Nichts ist nichts und kann damit ja im Sinne des Wortes nicht gesehen, nicht gehört, nicht geschmeckt, nicht gerochen und auch nicht gefühlt werden – es ist ja nichts. Bei dem Unsichtbaren besteht noch die Möglichkeit, dass man es hören kann, es fühlen kann, wenn es praktisch gegen einen stößt, aber man sieht es ja nicht – und weiß auf Anhieb auch nicht, ob es überhaupt da ist. Vielleicht hat es eine Art Präsenz, die man wahrnehmen kann, ein Zauberer vielleicht noch mehr als ein Muggel, aber woher weiß man bei so etwas dann, ob es nicht einfach nur eine Einbildung ist oder nicht? Abgesehen davon müsste auch der Irrwicht selbst vor einem Dilemma stehen, denn wie stellt man „Nichts“ dar oder etwas Unsichtbares? Natürlich, er könnte einfach unsichtbar werden und er wäre etwas Unsichtbares – aber hätte er dann noch seine wahre Gestalt oder nicht? Und, dann wieder die Frage, wie man etwas Unsichtbares bekämpfen soll. Man weiß schließlich nicht, wo es ist, also müsste man wild in die Gegend fluchen, in der Hoffnung, zu treffen. Etwas Unsichtbares lächerlich zu machen dürfte jedoch durchaus zu bewerkstelligen sein. Man stelle sich nur etwas Unsichtbares vor, dass plötzlich von Mehl überschüttet wird oder etwas dergleichen. Wenn man so etwas amüsant findet, dann ist da kein Problem. Das Problem liegt im Treffen. Das größere Problem für den Irrwicht dürfte das Nichts darstellen. Wie stellt man nichts dar? Indem man nichts macht, nichts zeigt, nicht mehr da ist…? Das würde bedeuten, der Irrwicht müsste einfach verschwinden. Nur würde man etwas, wovon man nicht einmal weiß, dass es da ist bzw. eben nicht da ist, fürchten? Wohl eher nicht.

Nun zu Fall Nummer vier und zurück in den sichtbaren Bereich: Man fürchtet, wie zum Beispiel Voldemort, den Tod – speziell seinen eigenen. Was sieht man? Ist das ähnlich wie bei Molly mit ihrer Angst um ihre Liebsten, dass man nun seine eigene Leiche sieht? Wobei es, auch wenn es schockierend ist, sich selbst tot zu sehen, doch gleichzeitig klar ist, dass man noch lebt. Denn man sieht ja, dass man tot ist, ist es aber nicht. Würde das für einen Irrwicht reichen, als Darstellung der größten Angst, oder lässt er sich dann was besseres einfallen? Immerhin, es wäre doch irgendwo zu einfach, jemanden wie Voldemort, damit zu erschrecken – er weiß, er lebt, und ist dann vollkommen verängstigt, wenn er seine eigene Leiche sieht, die ja nicht real ist? Scheint ein wenig unwahrscheinlich, aber eben auch nicht unmöglich. Die anderen Varianten sind ja noch um einiges unwahrscheinlicher. Zum Beispiel könnte der Tod in Person auftauchen – je nachdem, wie man ihn sich vorstellt. Wobei einige das vermutlich amüsant fänden, zumindest, wenn man an einen Tod, wie ihn zum Beispiel die Scheibenwelt besitzt, denkt. Also ist die Frage, was man sieht, und wenn man seine eigene Leiche sieht, was man dazu denkt. Gewiss wird es schockierend sein, vielleicht auch beängstigend, aber eben nicht unbedingt für jeden.

Etwas, was auch Bestandteil dieser Thematik ist: Woher weiß man, dass man der Urform eines Irrwichts gegenübersteht – immerhin hat sie nie einer gesehen? Also würde jemand, der die Angst fürchtet, nicht wissen, dass er dem originalen Irrwicht gegenübersteht, außer er hätte den Vergleich – und dieser Vergleich muss praktisch in einem sehr geringen Zeitabstand erbracht werden. Dazwischen darf kein einschneidendes Ereignis liegen, da es sonst bedeuten würde, dass der Irrwicht sich einfach verändert hat, weil die Angst sich gewandelt hat. Theoretisch hätte nur Moody die Möglichkeit, den Vergleich zu ziehen, und auch dass nur dann, wenn er eben nicht die Angst fürchtet und immer davon ausgehend, dass das magische Auge in der Lage ist, einen Irrwicht in seiner wahren Form zu sehen.

7. Die Sache mit Moody und dem Irrwicht

Und dann war da auch noch Alastor Moody mit seinem magischen Auge und der Irrwicht im Sekretär… Fragen, die sich einem da unwillkürlich aufdrängen, sind ganz sicherlich einmal die, was er sieht, und wieso. Dazu gibt es sicherlich verschiedene Theorien: Er sieht den Irrwicht in seiner normalen Gestalt, in der Form, die er am meisten fürchtet, oder er sieht ihn praktisch gar nicht, sondern nur einen verschwommenen Fleck oder etwas Derartiges. Immerhin muss der Irrwicht ja scheinbar bewusst die Gestalt verändern – anders könnte er gar nicht versuchen, mehrere Leute auf einmal zu erschrecken, oder sich eine Person herauspicken, wie es bei der Unterrichtsstunde der Fall war. Immerhin war eine gesamte Klasse – schätzungsweise also zwanzig Schüler plus der Lehrer – anwesend. Warum sollte der Irrwicht jetzt nur einen einzigen erschrecken und nicht versuchen, alle gleichzeitig zu erschrecken? Nur weil sie sich in einer Reihe aufstellen, würde das ja nicht automatisch bedeuten, dass der Irrwicht sie „ignoriert“. Ist der Irrwicht also darauf angewiesen, Auge in Auge mit dem Opfer zu stehen und danach sich zu verwandeln, oder könnte er es sich auch bewusst aussuchen? Die Idee, dass Moody ihn in verwandelter Form sieht, ist insofern eher unwahrscheinlich, dass der Irrwicht sich dann danach verwandeln müsste, wer ihn ansieht. Das ist aber nicht der Fall, wie die Unterrichtsstunde zeigt, denn dann müsste der Irrwicht zwanzig Ängste gleichzeitig darstellen, weil ihn zwanzig Leute anstarren.

Theorie eins, dass Moody den Irrwicht in verwandelter Form sieht, scheint damit unzutreffend. Theorie zwei, dass Moody den Irrwicht in unverwandelter Form sieht, ist jedoch genauso nicht zu bestätigen. Denn es ist, laut Hermine, eine Tatsache, dass noch niemand einen Irrwicht in seiner wahren Gestalt gesehen hat. Wenn Moody durch sein magisches Auge das tun könnte, würde das nicht bekannt sein? Zumindest, wenn es mehr als ein magisches Auge auf der Welt gibt – was wahrscheinlich ist, denn Moody wird darauf kein Patent besitzen. Vielleicht ist er der berühmteste Mann mit einem magischen Auge in England, aber weltweit würde es sicherlich mehrere Personen geben, die eines besitzen. Demnach kann es auch nicht sein, dass es unbekannt ist, wie ein Irrwicht denn nun wirklich aussieht, weil Moody einfach nie das Interesse daran hatte, es zu melden – irgendwer irgendwo auf der Welt würde sicherlich Interesse daran haben, denn es garantiert praktisch Berühmtheit, etwas, was Moody ganz sicher nicht mehr braucht. Wenn es jedoch stimmen würde, dass Moody tatsächlich in der Lage ist, einen unverwandelten Irrwicht zu sehen, wäre es durchaus denkbar, dass er es bisher niemandem auf die Nase gebunden hat. Vielleicht ist das auch einfach nach dem Motto „So wenig wie möglich über seine Fähigkeiten preisgeben – wer weiß, wer zuhört“. Bei Moodys Paranoia durchaus vorstellbar. Irgendein Todesser könnte das sicherlich herausfinden und in irgendeiner Weise gegen ihn verwenden. Zudem bleibt auch die Frage, ob Moody überhaupt wissen würde, dass es die Urform des Irrwichts ist, wenn niemand sie bisher gesehen hat – einzige Möglichkeit ist, dass er weiß, wie sein eigener Irrwicht aussieht, und Vergleiche ziehen kann. Das kann man zwar nur annehmen, aber immerhin erklärt Moody, dass er sich um den Irrwicht kümmern würde und demnach muss er Erfahrung darin haben. Er würde sich sicherlich nicht blindlings mit irgendwelchen Gefahren anlegen.

Bleibt noch Theorie drei, der verschwommene Fleck oder eine andere Variante des „sehenden Nichtsehens“. Moody sieht sich den Sekretär an, sieht praktisch nichts, was wirklich deutlich macht, was darin ist – ein verschwommener Fleck, weil das magische Auge den Irrwicht nicht zeigen kann, aus einem Grund oder dem anderen – und denkt sich „Ich kann es nicht sehen, also muss es ein Irrwicht sein.“ Durchaus möglich und wohl auch sehr wahrscheinlich, da wir nicht davon ausgehen können, dass das magische Auge dazu in der Lage ist, aus oben genannten Gründen. Moody sieht also praktisch, dass da etwas ist, was er nicht erkennen kann, und weiß durch Erfahrung oder Logik, oder beidem, dass es ein Irrwicht sein muss.

Und dann gibt es natürlich noch die ganz einfache Variante: Moody sieht nicht in den Sekretär, er sieht den Sekretär, der rumpelt und wackelt. Und dadurch weiß er, wie Hermine bei dem rumpelnden Schrank, dass er einen Irrwicht beinhaltet. Wobei das die Frage aufwirft, warum er sich das überhaupt ansehen soll, denn nach dem Verfahren könnte praktisch jeder den Irrwicht als solchen identifizieren. Es ist also am wahrscheinlichsten, dass Theorie drei zutrifft. Es gibt zwar ein wenig die Frage, durch wie viele Dinge, Wände etc. Moody auf einmal blicken kann – und durch welche Dinge überhaupt, denn er kann durch Wände, Tarnumhänge, Möbel und seinen Hinterkopf schauen. Gibt es eine spezielle Sicherung davor, einfach durch die Kleidung zu sehen? Denn die Sachen selbst müssten genauso „durchsichtig“ für ihn sein wie alles andere. Aber das ist nicht Thema des Essays.

8. Irrwichte und ihre Opfer

Eine Sache für sich: Irrwichte und ihre Opfer. Über dieses Kapitel weiß man fast gar nichts, denn alles, was man weiß, ist, dass Irrwichte sich in die größte Angst einer Person verwandeln. Aber was ist danach? Was tut ein Irrwicht, falls man es nicht schafft, ihn zu besiegen? Wird man dann gefressen oder geröstet (Beispiel: der bereits erwähnte Drache), oder passiert gar nichts außer, dass man Angst hat (Beispiel: Mollys größte Angst)? Man fragt sich also, ob ein Irrwicht an sich wirklich gefährlich ist oder nur stört. Man kann davon ausgehen, dass ein Irrwicht, der sich in einen tollwütigen Drachen verwandelt, durchaus gefährlich ist, wenn die Angst denn darin besteht, als ein Häufchen Asche zu enden, ein Irrwicht hingegen, der sich in etwas wie eine Gießkanne verwandelt (wobei die Frage bleibt, wie man sich davor fürchtet…), eher ungefährlich erscheint. Und natürlich ist dann so nebenbei noch die Frage, was passiert, wenn man etwas Abstraktes wie Wasser fürchtet, was ist dann? Ist es dann eine Welle? Eine Pfütze? Freischwebende Wassermoleküle? Oder kann ein Irrwicht so etwas einfach nicht darstellen? Es gibt immerhin Dinge, die man fürchten kann, die einfach nicht als „Bild“ einzufangen sind – dass einem der Himmel auf den Kopf fällt, dass die Welt untergeht…

Noch etwas: Wer zählt zu den Opfern eines Irrwichts? Einmal natürlich Magier, so viel ist zumindest gesichert. Aber, und ist es damit ein wenig wie bei Dementoren, dass auch Muggel von ihrer Anwesenheit wissen? Squibs? Wie wirkt sich das aus? Zum einen gibt es natürlich die Möglichkeit, dass es einfach für alle gleich ist. Jeder, der einen Irrwicht sieht, sieht ihn wie man einen Irrwicht eben so sieht – egal ob man magisch, nicht magisch oder ein Squib ist. Immerhin gab es bereits die Idee, dass das sogenannte „Monster unter dem Bett“ eigentlich ein Irrwicht ist – und damit dürfte es ihn auch für Muggel geben. Dabei lässt sich aber diskutieren, ob es vielleicht nur Kinder sind, die Irrwichte sehen können, denn immerhin gibt es kaum Erwachsene, die ein Monster unter dem Bett haben. Vielleicht kommt es bei den Muggeln ein wenig darauf an, wie sehr man an solche Dinge glaubt. Squibs, so ist anzunehmen, dürften dem genauso wie Magier gegenüberstehen, abgesehen von der Tatsache, dass sie keine Verteidigungszauber sprechen können. Also ist man an dieser Stelle dann wieder bei der obigen Frage.

Was auch ein paar Gedanken wert wäre, ist die Frage, wie es eigentlich mit magischen Wesen steht. Würde ein Zentaur einem Irrwicht begegnen, würde er ebenfalls seine größte Angst sehen? Oder ein Mantikor? Bei einem Mantikor scheint es eher unwahrscheinlich – wenn man davon ausgeht, dass ein Mantikor sich nicht vollkommen bewusst seiner Selbst ist und darüber nachdenkt, was er denn am meisten fürchtet. Ein Zentaur dagegen scheint da ein wahrscheinlicheres Opfer, wenn man davon ausgeht, dass Hauptopfer eines Irrwichts eben Menschen sind. Über diesen Gedankengang kann man zumindest annehmen, dass alle Wesen, die auch nur grob eine Verbindung zum Menschen haben (z.B. Zentauren, Riesen, Kobolde, aber vielleicht auch Trolle etc.) Opfer eines Irrwichts werden können.

Und, um eine von Hopes Fragen einzubauen, die alles ein wenig ins Humoristische zieht und die sich jeder selbst beantworten darf: Wovor fürchtet sich ein Irrwicht?

Patroni und Animagi – welche Verbindungen gibt es?

Auf den ersten Blick, wenn man sich nur die Worte betrachtet, haben diese beiden Dinge wenig gemein. Abgesehen davon, dass sie wohl beide lateinischen Ursprungs sind, sagt es nicht viel über eine Verbindung aus.

Patronus bedeutet übersetzt Schutzherr, Patron, Anwalt. Der Zauberspruch lautet expecto patronum und bedeutet ich erwarte den Schutzherrn. Im Grunde ist damit alles darüber ausgesagt, was der Zauber bewirkt: Er beschwört einen Schutzherrn herauf, der den Anwender und diejenigen, die der Anwender in Sicherheit wissen will, beschützt. Dieser Zauber wirkt scheinbar als einziges gegen Dementoren, vielleicht ist das auch der einzige Anwendungsbereich, in dem die Schutzfunktion zum Ausdruck kommt. Eine andere Funktion, die vom Orden des Phönix genutzt wird, ist die, dass man mithilfe eines Patronus Nachrichten verschicken kann. Natürlich braucht man keinen Patronus dafür, es ist auch keine allgemein angewandte Nutzung. Es hat nur den wundervollen Vorteil, dass man die Nachrichten nicht fälschen kann. Man sieht den Patronus und weiß, von wem die Nachricht stammt. Warum man eine Nachricht, die per Patronus gesandt wird, nicht fälschen kann, liegt in der Natur des Patronus: Er ist bei jedem Zauberer, jeder Hexe individuell. Zumindest ist es das, was man hört. Zu den Ausnahmen davon jedoch später.
Einen Patronus heraufzubeschwören ist kein leichtes Unterfangen. Tatsächlich ist es etwas, was nicht einmal alle erwachsenen Zauberer und Hexen zustande bringen. Dass es daher irgendwie unlogisch erscheint, dass ein dreizehnjähriger Zauberer das schafft, obwohl er eigentlich in der Schule nicht mehr als ein Durchschnittsschüler ist und praktisch jedes Mal, wenn ihm ein Dementor gegenübersteht, ohnmächtig wird, einmal außen vorgelassen, kann man davon ausgehen, dass es nicht nur eine Menge an Training braucht, sondern wohl auch eine gute Portion an magischem Potential und Glück – letzteres durchaus im wörtlichen Sinn. Denn selbst der mächtigste Zauberer würde nicht mehr als einen nebligen Dunst zustande bringen, wenn er keine glückliche Erinnerung besitzt und diese in Anwesenheit eines Dementors hervorholen kann. Das ist die wohl größte Schwierigkeit bei einem Patronus: Im Angesicht eines – oder mehrerer – Dementoren, die einem jedes glückliche Gefühl aussaugen, gerade eine solche, die stärkste, glückliche Erinnerung hervorzuholen, sie in seinem Geist zu sehen und den Zauber zu sprechen. Man kann beinahe davon ausgehen, dass viele diesen Zauber kennen, wissen, was man tun muss, aber es einfach nicht ausführen können. Das ist wohl einer der Gründe, warum Dementoren so gefährlich sind: Selbst wenn man weiß, wie man sich gegen sie verteidigen kann, bedeutet es nicht, dass man es im Angesicht der Gefahr auch kann.
Soviel zu der Theorie des Patronus-Zaubers und dessen Anwendung. Die Gestalt des Patronus ist in gewisser Weise komplizierter und einfacher zugleich. Zuerst einmal, man kann die Stärke eines Patronus an der Gestalt erkennen. Ist er sehr schwach, ist es nur ein dünner, silberner Nebel. Wird er stärker, formt er eine Gestalt. Wenn es ein sozusagen perfekter Patronus ist, dann zeigt er die Gestalt eines Tieres – ein silbernes, leuchtendes Tier, das offenbar so real wirken kann, dass man denkt, man kann es berühren. Diese Tiergestalt spiegelt einen Teil des Zauberers wieder, nämlich den, der das bezeichnet, was ihn am glücklichsten macht, wer sein Beschützer sein sollte, wen man liebt. Das zeigt sich zum Beispiel an Harrys Patronus, der einen Hirsch darstellt – und damit seinen Vater. Es ist nicht ganz klar, wie glücklich diese Erinnerung ist oder wie sehr Harry seinen Vater liebt, denn er hat ihn nie wirklich kennen gelernt. Aber es ist recht eindeutig, dass sein Vater ihn beschützen soll und es in Gestalt des Patronus tut. Ein anderes Beispiel ist vermutlich Tonks‘ Patronus. Er zeigt einen Wolf, der als Hinweis auf ihre Liebe zu Lupin gesehen werden kann. Der Aspekt des Beschützers könnte auch hineinspielen, der glückliche Teil scheint ein wenig mehr zweifelhaft – immerhin scheint Tonks zu dem Zeitpunkt, als sie ihn in Hogwarts beschwört, nicht unbedingt ganz so glücklich zu sein – aber in gewisser Weise zeigt auch ihr Patronus diese Zeichen, nur mit einem anderen Aspekt im Vordergrund.

Animagus ist wohl eine Zusammensetzung aus animal, is (Tier, Lebewesen) und magus (Weiser, Prophet, Zauberer, Hexer). Damit bedeutet Animagus wohl etwas in der Richtung von „Tiermagier“. Einen Zauberspruch gibt es nicht, soweit es bekannt ist, und man braucht für diesen Zauber auch keinen Zauberstab. Das einzige, was man scheinbar braucht, ist Übung, um den Zauber zu meistern und sich vollständig zu verwandeln, und Konzentration, wenn man die Verwandlung durchführt. Dabei dauert die Verwandlung höchstens ein paar Sekunden an, wie gezeigt von zum Beispiel Minerva McGonagall und Sirius Black. Dass man keinen Zauberstab braucht, beweist ebenfalls Sirius: Er hat sich in seiner Zelle in Askaban in einen Hund verwandelt, mehrfach, wie er erzählte, und es ist wirklich mehr als ersichtlich, dass man ihm seinen Zauberstab abgenommen hat, bevor man ihn eingesperrt hat.
Offensichtlich spiegelt die Animagusgestalt den Charakter des Zauberers wieder. So ist Sirius ein Hund, was darauf hinweisen könnte, dass er absolut loyal ist (er würde für seine Freunde sterben), nicht ständig drinnen sein kann – er muss sich bewegen und etwas tun (der fünfte Band zeigt das recht gut). Aber, und das ist ebenso wichtig, seine Animagusgestalt beeinflusst durchaus auch sein menschliches Wesen, denn sein Lachen wird mit einem Bellen verglichen. Aber offensichtlich wird nicht nur das Wesen mit auf die Animagusgestalt übertragen, sondern auch ein Teil des Äußeren. Zumindest bei einigen Personen: Minerva McGonagalls quadratische Brille wird zu einem quadratischen Fellmuster, Sirius‘ Haarfarbe spiegelt sich in der Fellfarbe wider – und sofern es Peter Pettigrew betrifft, nimmt er als Mensch eine etwas rattenartige Gestalt an, was jedoch ebenfalls an den gut zwölf Jahren als Ratte liegen kann.

Das deutet auf Verbindungen hin, die in der Ausführung und der Manifestation von Patroni und Animagi zu finden sind. Beide sind symbolisch zu verstehen: Ein Tier, beim Patronus offenbar auch Fabeltiere, symbolisiert eine Situation, Person oder Eigenschaft. Die Frage mag nun sein, wo gewisse Verbindungen bestehen, oder wie sich gewisse Eigenschaften auswirken.
Zum Beispiel fragt man sich, welche Eigenschaften überhaupt einen Bezug zu der Gestalt eines Animagus haben – es können schließlich nicht wirklich alle Charaktereigenschaften miteinbezogen werden. Sonst könnte man schlecht ein Tier finden, das dem Charakter entspricht. Und man fragt sich, welche Eigenschaften den Tieren gehören, die bereits vergeben wurden, die aber nicht in der Allgemeinheit mit Eigenschaften versehen sind – im Kontrast zu Tieren wie Fuchs, Wolf, Rabe, Hund, etc. Was zum Beispiel symbolisiert ein Kartoffelkäfer für einen Charakter? Man könnte sich jetzt die Person selbst ansehen, aber für eine wirkliche Analyse des Charakters und zum Ziehen von Vergleichen fehlen dann doch die Informationen. Man weiß, wie sich jemand wie Rita Kimmkorn bei der Arbeit verhält, was sie tut, um Informationen zu erhalten, aber sonst weiß man nur wenig. Und was genau bedeutet der Hirsch, in den sich James Potter verwandelt? Steht er für Arroganz? Für Verantwortung? Stolz? Das Problem bei jemandem wie James Potter ist auch, dass er sehr früh ein Animagus wurde – mit 12 begannen sie, es zu lernen, und mit 15 waren sie dann Animagi. Aber hat sich ihr Charakter in der Zeit nicht schon gewandelt? Wurden sie nicht ein wenig erwachsener? Das könnte bedeuten, am Anfang hätten sie vielleicht andere Tiere werden können als sie am Ende wurden. Und etwas anderes ist auch auffällig: Es wird gesagt, dass, beim Beispiel James, er sich von 15 bis 17-18 gewandelt hat, ruhiger wurde, verantwortungsbewusster – hat sich das in irgendeiner Weise auf seine Animagusgestalt ausgewirkt? Und wenn ja, wie? Wenn nicht, warum nicht? Man könnte nun natürlich eine Theorie aufstellen, die These, dass James‘ Animagusgestalt ihn zu dem Zeitpunkt widerspiegelt, als er am verantwortungsbewussten war – aber woher sollte man vorher wissen, wie sich James entwickelt? Und die Frage, ob sich die Animagusgestalt in irgendeiner Weise wandeln kann, bleibt. Immerhin, wenn jemand mit 15 Animagus wird, ein Symbol für den Charakter zu der Zeit, wer sagt denn, dass er mit 65 noch denselben Charakter hat und sich nicht vollkommen verändert hat?
Bei dem Patronus kann man eine Veränderung sofort erkennen. Immerhin wird von Tonks gesagt, dass sich ihr Patronus verändert hat – Snape nennt ihn sogar „schwächer“, was aber auch darauf bezogen sein kann, dass er sieht, worauf es sich bezieht. Diese Veränderung fand statt, als Tonks sich scheinbar in Lupin verliebt und Lupin sie abweist, weil er sich für gefährlich hält. Emotional wird das eine große Veränderung sein: unerwiderte Liebe, dazu dann auch noch der Verlust eines Freundes und Familienmitglieds, Kriegsausbruch auch noch… Man kann also davon ausgehen, dass sich der Patronus wandelt, wenn man große emotionale Veränderungen durchlebt, sich die glücklichen Erinnerungen wandeln, man einen neuen Beschützer entdeckt oder sich neu verliebt und das alles beeinflusst.
Der Patronus wandelt sich also mit dem Zauberer, die Animagusgestalt bleibt aber offenbar dieselbe, obwohl sich der Charakter auch verändern kann.

Von den drei charakterspezifischen Dingen bei Harry Potter (Irrwicht, Patronus und Animagus), scheint die Fähigkeit der Animagi die einzige zu sein, die sich nicht verändert. Ob das deshalb ist, weil sich der Charakter selbst nur schwer ändert, es kompliziert wird, wenn man sich in ein neues Tier verwandelt, es damit zusammenhängt, dass man sich selbst beeinflusst statt andere, oder es nicht einmal einen wirklichen Grund gibt, kann man ohne weiteres nicht sagen. Wie sich ein Irrwicht verändert, ist sicherlich klar – Ängste wandeln sich – und ein Patronus wandelt sich nur unter großer emotionaler Veränderung. Von der Reihenfolge würde es also bedeuten Irrwicht > Patronus > Animagus. Vielleicht kann man das auch so sehen: Fremdbeeinflussung > Beschwörung > Selbstbeeinflussung. Möglicherweise hängt das zusammen, möglicherweise nicht.
Sicher ist, es gibt einiges, was man da nicht ganz so eindeutig beantworten kann, wie man es gerne hätte, aber man hat sicherlich einige Ansätze, mit denen man weiterarbeiten kann.

(Dies wäre dann nun einer der beiden Pseudo-HP-Essays…)

Hilfe! – oder: IC, was ist das?

Wer kennt es nicht? Man liest eine Fanfiktion und denkt sich nichts Böses, bis dann der Schock kommt. Und er kommt nicht in Form einer entsetzlichen Handlung – oder nicht nur – sondern in Form von solchen Passagen:

»Severus Snape lächelte verträumt, während Sirius Black ihm gegenüber saß und ihm seine Pläne für ihre gemeinsamen Ferien unterbreitete. „Und dann, wenn wir an diesem wundervollen Palmenstrand liegen, uns die Sonne ins Gesicht scheint…“«

Was? Das klingt vollkommen normal? Wenn das der Fall ist, dann handelt es sich bei Ihnen auch um ein Opfer des hoffnungslosen OOCs. So OOC, dass es bereits nichts mehr mit den Charakteren zu tun hat, die sie eigentlich sein sollten – abgesehen vom Namen, aber auch das ist immer weniger verbreitet. Man denke nur an diese merkwürdigen Gestalten, die zehn bis zwanzig Vornamen besitzen und dann einen Tripelquadrupeldoppelnachnamen. Gestalten wie Alexis Alecksander Damien Lucien […] Slytherin-Gryffindor-Riddle-Potter. Was? Auch das klingt normal? Dann handelt es sich bei Ihnen offenbar nicht nur um ein Opfer des hoffnungslosen OOCs, nein, Sie sind auch noch ein hoffnungsloser Fall!

Fangen wir einfach einmal da an, wo man normalerweise immer beginnt, am Anfang.
Am Anfang war also das Buch, der Film, der Comic oder was auch immer – am Anfang steht immer ein (mehr oder weniger) künstlerisches Werk, das Fans findet. In unserem Beispiel ist es eindeutig Harry Potter und seine Welt.

Danach kommen die Fans. Und Fans sind Monster, die aus den Charakteren, die das Werk so erfolgreich gemacht haben, eindimensionale Wesen formen, die nichts mehr mit dem Ursprung gemein haben. Dann mutiert ein Lord Voldemort zum armen, missverstandenen Waisenkind, das eigentlich nur Zuneigung bracht – heute schon deinen Dunklen Lord umarmt? – und ein Albus Dumbledore mutiert zum manipulierenden, grausamen Erzbösen. Um ein paar Vergleiche zu ziehen: Kennen Sie Darth Sidious? Den oberbösen Erzbösewicht aus den Star Wars-Filmen? Ja? Der war beim Fan-Dumbledore in der Lehre. Er hat das Level von Dumbledores Bosheit nie ganz erreichen können, deshalb suchte er sich eine andere Geschichte.

Und was ist am Ende? Nun, wir haben eine von Zauberern und Mischwesen bevölkerte Welt, in der 90% der Bevölkerung scheinbar Zwangsheiraten unterliegen – heirate oder stirb! – und in der 99% der männlichen Bevölkerung schwul sind. Die restlichen 1% sind dabei meist diejenigen, deren Namen so zweideutig sind, dass sie genauso gut Mädchen sein könnten und damit lesbisch wären, oder die, die der Fan nicht leiden kann und somit aus dem Verkehr zieht. Und dabei kann man Verkehr durchaus auch zweideutig auffassen…

Das Problem ist, dass dieses vollkommen verdrehte und verzerrte Paralleluniversum des Universums aus dem Originalwerk, wieder Fans findet, die die bereits verdrehten Tatsachen weiter verdrehen… und Sie merken, wohin das führt. Ja, nach „weit, weit weg“ vom Original.

Und dann gibt es noch die Fans, die die Originale mögen, weil sie sind, wie sie sind. Diese armen, bemitleidenswerten Geschöpfe müssen nun feststellen, dass sie in einer Welt leben, die lieber alles auf den Kopf stellt. Wer will schon etwas über die „Originalcharaktere“ lesen, wenn er einen Elfen-Vampir-Veela-Harry haben kann, der so heißt wie oben bereits einmal erwähnt, in einer Beziehung mit seinen Erzfeinden (z.B. Draco Malfoy, Severus Snape, Lord Voldemort… – suchen Sie sich einen aus, wenn es sein muss, sonst nehmen Sie einfach alle) ist und die Macht hat, die Welt zu vernichten/zu retten, aber von evil Overlord-Dumbledore so manipuliert wird, dass er seiner wahren Bestimmung – die Weltherrschaft – nicht entsprechen kann. Oder so.

Was kann man dagegen tun? Nicht viel – außer sich vielleicht dem Wahn der verdrehten Fanwelt nicht anzuschließen. Aber das bedeutet, dass man weniger Leser seiner Fanfiktions hat – und damit weniger Reviews. Und weniger Reviews, das geht natürlich gar nicht.

Falls Sie jedoch nach wie vor daran interessiert sind, die armen, gebeutelten Charaktere zu unterstützen und ihnen zu helfen, Identitätskrisen zu vermeiden, machen Sie folgendes, wenn Sie eine Fanfiktion schreiben:
a) Haben Sie eine Idee. Es muss zu Anfang nichts Bombastisches sein… ein lustiger Einkaufstag in der Winkelgasse kann auch interessant sein, wenn man es zu schreiben weiß.
b) Wählen Sie die Charaktere aus. Und nein, es geht definitiv nicht anders. Sie können keinen Charakter nehmen, weil er Ihnen so gut gefällt, und ihn zwingen, einkaufen zu gehen, wenn es seinem Wesen so gar nicht entspricht. Es ist definitiv nicht glaubhaft, wenn ein gesuchter Mörder mal eben in den Kiosk marschiert und sich eine Packung Zigaretten kauft, zumindest nicht, ohne weitreichende Folgen.
c) Wenn Sie Ihren Charakter ausgewählt haben, seien Sie sich darüber im Klaren, was diesen Charakter ausmacht. Selbst wenn der Charakter vom Originalwesen her passt, es nützt nichts, wenn er nun plötzlich zu einem andersartigen Wesen mutiert. Ein Severus Snape sollte auch ein Severus Snape bleiben und nicht plötzlich ein Teletubbie-Hippie werden!
d) Schreiben Sie. Lesen Sie es noch einmal durch. Lassen Sie es noch einmal lesen.
Und was ganz wichtig ist: IMMER WACHSAM! Das OOC lauert an allen Ecken und Enden und es hat die Macht der Dunklen Seite (der Macht)! Es verführt und verdreht, und dann entstehen grausame Entstellungen und Transformationen…

K F C
~ und es heißt nicht Kentucky Fried Chicken… ~

Klischee, Fanon, Canon – die Reihenfolge des Schreckens
Nach dieser Reihe lief die Evolution wie folgt ab: Zuerst war das Klischee, dann wurde daraus Fanon und schließlich, als sich niemand mehr wehrte, wurde es Canon.

Mh, klingt irgendwie äußerst falsch. Nun denn, versuchen wir es anders. Zuerst kam der Canon und hatte nichts Böses im Sinn. Dann folgte der Fanon, der sich durch Ableitungen in die Köpfe der Menschheit schlich und schließlich, am Ende aller Dinge, kam das Klischee, das alles, was Canon und Fanon versuchten auf halbwegs logische Art darzustellen, vernichtete!

Ein Beispiel:
Severus Snape ist, offensichtlich, sehr begabt, was Tränke betrifft. Über ihn wird ausgesagt, dass er in der Schulzeit eine Begabung dafür hatte, Talent. Er hat sein Lehrbuch verbessert (und das tut nicht einmal Hermine, denn die hält sich haargenau an die Originalanweisungen – ergo kein „try and error“). Er unterrichtet Zaubertränke (wobei man hier über die Qualität des Lehrkörpers nachdenken könnte… man siehe nur Lockhart und Quirrel, wobei es dort aber auch Lehrermangel gegeben haben könnte). Er wird als Meister der Zaubertränke bezeichnet (als einziges Beispiel fällt mir nur die Kapitelüberschrift im ersten Band ein, „Der Meister der Zaubertränke“, aber allein das ist ja schon ein Hinweis). Er hat ein Tränkerätsel erfunden (wenngleich es auch mehr auf Logik basierte – als Tränkebrauer braucht man eben auch Logik). Er kann schwierige Tränke brauen (Veritaserum, Wolfsbanntrank…).
Das ist der Canon. Daran gibt es nichts zu rütteln, denn hier darf man sagen „es steht geschrieben“ – in anderen Fällen ist es eher kontraproduktiv, diese Formulierung zu benutzen, aber im Canon (zumindest bei Büchern) ist es erlaubt und erwünscht.
Nun, aus diesem Canon folgert der Fan und macht es zum Fanon: Severus Snape ist (einer) der begabteste(n) Tränkemeister Englands. Vielleicht auch der Welt, wie auch immer.
Diese Schlussfolgerung ist nicht falsch, aber auch nicht richtig. Es ist ein Vielleicht, dass man mit gewissen Buchelementen stützen kann, aber man kann es nicht beweisen, weil es nur Indizien gibt. Indizien sollten nicht ausreichen, um Beweise hinfällig zu machen, aber es kommt vor, dass es passiert – man sollte wirklich im Auge behalten, dass es nur Fanon ist. Es steht zwar irgendwie geschrieben, aber eben nicht im „heiligen Buch“, dass den Canon für die Geschichte liefert.

Etwas, was man auch immer beachten sollte, ist, dass sich der Canon ändert. Und das leider nicht nur durch das „heilige Buch“ in der Reihe, sondern auch durch Quellen, die nicht mehr geschrieben sind, nämlich Interviews. Und bei diesen Interviews gibt es durchaus auch Probleme, wenn es um Canon-Zahlen geht, denn es soll jene Schreiber des „heiligen Buches“ geben, die in Mathematik mangelhafte Fähigkeiten besitzen.
Und natürlich gibt es auch den Fanon, der nur selektierte Indizien zulässt.

Aber ein unmathematisches Beispiel dazu:
Severus Snape wird als Fledermaus bezeichnet (seine Auftritte verleihen ihm ein derartiges Aussehen). Er ist blass (und laut „heiligem Buch“ nicht „edel-blass“ sondern eher „kränklich-blass“…). Er hat sein Büro und seine Unterrichtsräume in den Kerkern, die Slytherins haben ihre Räume in den Kerkern, also können wir daraus schließen, dass er ebenfalls in den Kerkern lebt (wenn ich mich nicht irre, steht nirgends im „heiligen Buch“, wo seine Räume genau sind, also ist diese Annahme an sich schon Fanon, die jedoch zeitgleich durchaus das Zeug zum Canon hat, denn wir wissen, dass sein Haus in den Kerkern situiert ist – warum also nicht den Hauslehrer in der Nähe unterbringen…?). Er ist sehr oft nachts unterwegs (um Schüler aufzuspüren).
Was schlussfolgert der Fanon daraus? Severus Snape ist ein Vampir. Immerhin existieren Vampire im „heiligen Buch“. Doch jetzt kommt das große „ABER!“:
Im „heiligen Buch“ ist nie die Rede davon, dass Severus Snape Blut trinkt. Er zerfällt auch nicht zu Asche, wenn er ins Sonnenlicht geht (sonst könnte er ja nicht wirklich Pausenaufsicht auf dem Hof führen, geschweige denn ein Quidditchspiel referieren…).
Außerdem: Er kann praktisch keine Angst vor Knoblauch haben, denn man kann davon ausgehen, dass es in irgendwelchen Speisen in der Großen Halle Knoblauchgehalt gibt. Was Weihwasser betrifft, kann man nicht viel sagen, und bei Kreuzen müsste man herausfinden, wie das definiert ist. Außerdem gibt es noch die Sache mit seiner Beinverletzung im ersten Band – hätte die nicht innerhalb weniger Minuten heilen müssen?
Viele, viele zweifelhafte Dinge im Bezug auf Severus Snape Vampirismus. Aber im Zweifel für den Angeklagten, und wir bezweifeln einfach, dass Severus Snape solch ein Interesse daran hat, ein blutsaugender Untoter zu sein.
Und dann ist da auch noch der ungeschriebene Canon, der in Schall und Rauch verkündet: „Severus Snape ist kein Vampir!“
Demnach müssen wir ihn also ziehen lassen, in lebender und normalsterblicher Form. Aber es spricht zeitgleich nichts dagegen, dass es so bleiben muss… nach dem Zeitraum, den das „heilige Buch“ beschreibt, gibt es immer noch eine Zeit.

(Warnung: Es ist sehr lang, sehr detailiert, sehr zahlenlastig und überhaupt…)

Das Schulsystem von Hogwarts
~ ein paar Gedanken dazu ~

Einmal abgesehen davon, dass Hogwarts eine englische (bzw. schottische) Schule ist, obendrein ein Internat und eine Zaubererschule, ist das Schulsystem ein nicht ganz so schwer zu verstehendes. Dazu muss man anmerken, dass das Hogwarts-System dem englischen zu folgen scheint und nicht dem schottischen, wie man vom Standort her vielleicht denken könnte. Außerdem könnte man auch überlegen, ob und wie sich Hogwarts‘ System im Laufe der Jahre verändert hat, denn es ist unwahrscheinlich, dass es nie Veränderungen gab.

1. Das Schulsystem
1.1 Primary
1.2 Secondary
2. Prüfungen und Qualifikationen
2.1 Schulprüfungen
2.2 Pflichtprüfungen
3. Internat
3.1 Häuser
3.1.1 Hausverwaltung
3.1.2 Unterbringung
3.1.3 Gemeinschaft
3.2 Mahlzeiten
3.3 Schuluniform
3.4 Schulgebühren
3.5 Campus
3.5.1 Kiosk
4. Schulalltag
4.1 Akademisches Jahr
4.1.1 Wochenendregelung
4.2 Gruppen und Noten
4.3 Stundenplan
4.3.1 Individualität
4.3.2 Fächer
4.3.3 Blockung
4.3.4 Schulausflüge
4.4 Kommunikation
4.4.1 Besuche
4.5 Regeln
4.5.1 Strafmaßnahmen

1. Das Schulsystem

Das englische Schulsystem hat eine Schulpflicht vom fünften bis zum sechzehnten Lebensjahr. Der erste Herbstterm nach dem fünften Geburtstag ist der Beginn des verpflichteten Schülerlebens und endet mit dem Oster- oder Sommerterm nach dem sechzehnten Geburtstag – welcher von beiden es ist, hängt vom Geburtsdatum ab. Nach dieser Pflichtzeit gibt es die Möglichkeit, die Schule weiter zu besuchen (bis achtzehn), um zum Beispiel dann zur Universität zu wechseln.

Das britische Gesetz erlaubt es Sechzehnjährigen, einen Beruf anzunehmen, ein Haus zu mieten, sofern sie es sich leisten können, zu rauchen und bei ihren Eltern auszuziehen. Für all das brauchen sie nicht das Einverständnis der Eltern. Diese benötigen sie jedoch dafür, die Schule zu beenden oder zu heiraten. Den Führerschein kann man mit Siebzehn machen. Wählen, Alkohol trinken, heiraten und Schule beenden ist ohne das Einverständnis der Eltern erst ab Achtzehn möglich.

Trotzdem, und auch den allgemein als besser angesehenen Chancen mit einem höheren Schulabschluss, bleiben nur um die 30% der Schüler für die letzten beiden Jahre (sechstes und siebtes) in der Schule. Sechzehn ist das normale Alter, um die Schule zu beenden.

1.1 Primary

Auch wenn Vergleiche zwischen verschiedenen Schulsystemen nur oberflächlich möglich sind, kann man die Primary School als etwas wie ein Mischung aus Kindergarten und Grundschule bezeichnen. Der Begriff ist jedoch nicht eins zu eins anwendbar, da die Primary School auch nur eine Art Sammelbegriff für zwei weitere Schulen ist: die Infant School und die Junior School. Diese sind in unterschiedlichen Gebäuden untergebracht, haben unterschiedliche Schulleiter, aber denselben Namen (mit der Unterscheidung Infant/Junior) und sind auf demselben Gelände.

Insgesamt umfasst die Primary School sechs Jahre und unterrichtet Schüler von fünf bis elf Jahre.

Vor der Infant School werden teilweise Nursery Classes genutzt, die für Drei- bis Vierjährige sind. Diese „Klasse“ wird meist in die Infant School integriert und ist optional. Die Stunden sind dann zum Beispiel entweder nur morgens oder nur drei Tage die Woche.

Die Infant School (eventuell ähnlich dem Kindergarten) umfasst zwei Jahre: Die Schüler sind fünf bis sieben Jahre alt. Dies ist jedoch nur die vom Gesetz vorgeschriebene Altersgruppe. Hinzu kommen noch Vierjährige, da die meisten Schüler mit dem Alter von vier Jahren ihre Schullaufbahn starten. Das resultiert in drei verschiedenen Klassen:

~ Reception (4-5) (einige Schüler beginnen erst im Frühjahrs- oder Sommerterm, wegen ihrem Geburtsdatum)
~ Middles (5-6)
~ Tops (6-7)

Am Ende der Infant School ist jeder Schüler des Lesens und Schreibens mächtig. Wenn das nicht der Fall ist, würde der Lehrer den Schüler für „Nachhilfe“ eintragen lassen.

Nach der Infant School wechselt der Schüler in die Junior School (ähnlich der Grundschule) und bleibt dort für vier Jahre. Die Junior School umfasst Schüler des Alters sieben bis elf. Die Klassen sind unterteilt in erste Klasse, zweite Klasse, etc. Unterrichtsfächer sind dabei Mathe und Englisch (wie in Deutschland Mathe und Sprache/Deutsch), Sport, Musik, und ein paar andere Fächer, die meist auch von der jeweiligen Schule abhängen.

Nach der Junior School ist die Primary School beendet und man wechselt zur Secondary School.

Von einer magischen Primary School ist in den Büchern nie die Rede, was jedoch nicht bedeutet, dass so etwas nicht existiert. Dennoch hat es den Anschein, dass die meisten Zauberer zu Hause unterrichtet werden, was lesen, schreiben und rechnen betrifft. Einige werden vielleicht auch eine Muggelschule besucht haben, wobei es bei Familien wie den Malfoys eher ersteres sein wird.

1.2 Secondary

Die Secondary School hat fünf Pflichtjahre und zwei weitere, die ähnlich der deutschen Oberstufe sind. Die Schüler in der Secondary School sind im Alter von elf bis achtzehn. Die Klassen sind einfach durchnummeriert, wie bereits in der Junior School: erste Klasse, zweite Klasse, etc. Jedoch wird das siebte Schuljahr allgemein als „höheres sechstes“ bezeichnet.

In Anbetracht dieser Dinge kann man Hogwarts also als „Secondary School“ bezeichnen, da es ebenfalls sieben Schuljahre gibt und dieselben Altersgruppen sind.

Hogwarts hat, wie auch die Secondary School, nur fünf Pflichtjahre: Nach den ZAGs (O.W.L.s) im fünften Jahr ist man nicht verpflichtet, die letzten beiden Jahre in Hogwarts anzutreten. Dies wird deutlich durch Stan Shunpike, der mit sechzehn bereits einen Job hat und demnach nicht mehr Hogwarts besucht. Das ist durchaus mit dem Gesetz konform, wenngleich es in der Zaubererwelt nicht Gang und Gebe scheint: Harrys Klassenkameraden scheinen alle weiterhin Hogwarts zu besuchen, auch nach ihren ZAGs.

2. Prüfungen und Qualifikationen

2.1 Schulprüfungen

Die Schulen sind nicht dazu verpflichtet, Prüfungen zu halten, aber die meisten Schulen – selbst Junior – haben mindestens einmal im Jahr Prüfungen. Manchmal sind es auch Prüfungen am Ende jedes Terms oder auch zwei Mal im Jahr, einmal vor Weihnachten und einmal im Juni, am Ende des Schuljahres. Das ist je nach Schule unterschiedlich.

Man kann jedoch nicht wirklich durchfallen, selbst wenn man jede Prüfung in den Sand setzt. Es ist eher unwahrscheinlich und unnormal in England ein Jahr zu wiederholen, denn man ist bestrebt, die Schüler in ihrer Altersgruppe zu halten. Es gibt Ausnahmen, diese sind jedoch sehr, sehr selten und meist nur in wirklichen Präzedenzfällen.

Marcus Flint müsste von daher wirklich ein mehr als nur hoffnungsloser Fall gewesen sein, außer es gibt in Hogwarts andere Regelungen. Tatsächlich scheint es in Hogwarts Endjahresprüfungen zu geben und je nach Lehrer Tests und kleinere Prüfungen durch das Schuljahr hindurch. Wie das jedoch mit dem Durchfallen steht – und dem Wiederholen des Jahres – ist unbekannt, da der einzige Fall eines Sitzengebliebenen eben Marcus Flint ist.

2.2 Pflichtprüfungen

Es gibt drei verschiedene Arten von Prüfungen, die verpflichtend sind:

1. Secondary School Eintrittsprüfung

Diese Prüfungen sind nicht verpflichtend für alle Schüler, aber für all jene, die auf die Grammar School (vergleiche: Gymnasium) gehen wollen. Die Schüler machen diese Prüfungen freiwillig, aber es schaffen meist nur die obersten 5% der Bevölkerung in die Grammar School.

Für Hogwarts ist diese Prüfung irrelevant, da man keine Aufnahmeprüfung oder Qualifikationsprüfung machen muss. Mit Erhalt des Briefes ist man automatisch aufgenommen.

2. End-of-Fifth-Year Prüfung

In den 1970ern war diese Prüfung, die heute GCSE (General Certificate of Secondary Education) genannt wird, unter dem Namen O-Levels (Ordinary Levels) bekannt. Im deutschen Schulsystem könnte man es mit der Mittleren Reife vergleichen. Diese Prüfungen werden am Ende des fünften Schuljahres – also im Alter von sechzehn Jahren – gemacht. Sie sind wichtig für die anschließende Laufbahn.

Bei der Schule selbst kann man nicht durchfallen, nur die O-Levels können in den Sand gesetzt werden. Man kann so viele O-Levels machen, wie die Schule und die Fähigkeiten erlauben, und wenn man in einem Fach durchfällt, taucht dieses nur nicht auf der Bilanz auf. Auch wenn es gesetzlich nicht verboten ist, würde man mit mehr als zehn Fächern Probleme mit den Zeitplänen bekommen. Universitäten verlangen mindestens fünf O-Levels, und davon muss jeweils eins in Englisch und Mathe sein.

In Hogwarts sind diese Prüfungen ebenfalls vorhanden, denn die ZAGs sind eine eindeutige Parodie der O-Levels: Im Englischen sind es die Ordinary Wizarding Levels. Wie genau das mit der Wahl der Fächer aussieht, ist unbekannt, da es scheinbar einfach nur die Fächer sind, die man zuvor belegt hat. Auch gibt es in der Zaubererwelt laut JKR keine Universität, was die Anforderungen für diverse Berufszweige unbekannt macht, die man in der Muggelwelt studieren würde. Für einige Berufe sind nur die UTZ-Anforderungen bekannt: Im Buch wird der Beruf „Auror“ explizit erwähnt und man kann davon ausgehen, dass auch „Heiler“ eine weitreichende Kenntnis in den Gebieten Zaubertränke, Zauberkunst, Kräuterkunde, Pflege Magischer Geschöpfe und Verteidigung gegen die Dunklen Künste erfordert – letztere jedoch vermutlich nur in den einzelnen Fachgebieten.

3. End-of-Seventh-Year Prüfung

Diese Prüfungen werden Advanced Levels (A-Levels) genannt und entsprechen ungefähr dem deutschen Abitur. Sie sind die für die Universität verlangten Prüfungen, wobei nur zwei A-Levels nötig sind. Meist werden jedoch drei bis vier A-Levels abgelegt – fünf sind eine Ausnahme.

Die A-Levels entsprechen, natürlich, den UTZs (N.E.W.T.s = Nastily Exhausting Wizarding Tests) und sind diesen damit sehr ähnlich. Wobei es hier erneut die Sache mit der Universität gibt, die in der Zaubererwelt laut JKR nicht existiert.

3. Internat

In einem Internat gibt es oft zwei Sorten von Schülern: die „boarders“ (die Schüler, die im Internat wohnen) und die „non-boarders“ oder „day-pupils“ (Schüler aus der Umgebung, die morgens kommen und abends gehen). Die Schüler, die im Internat wohnen, werden auf Häuser verteilt, die eine Art Familie bilden.

3.1 Häuser

Die Anzahl der Häuser hängt von der Größe der Schule ab. Man kann damit rechnen, dass in einem Haus fünfzig Schüler und mehr sind. Auf Hogwarts übertragen sind es pauschal gesagt vier Häuser à siebzig Schüler mit je zehn Schülern pro Jahrgang und im Jahrgang jeweils fünf Mädchen und fünf Jungen. Das ist jedoch keine feststehende Zahl wie es in den Muggelschulen der Fall sein dürfte, da in Hogwarts das Verteilen vom Sprechenden Hut übernommen wird. Demnach müsste es möglich sein, dass es in einem Jahrgang nur einen Gryffindor, dafür aber zwanzig Hufflepuffs oder etwas in der Art gibt, selbst wenn es sehr unwahrscheinlich ist.

Ein Haus entwickelt mit der Zeit oftmals einen besonderen eigenen „Charakter“ – ähnlich den Eigenschaften der Hogwarts-Häuser – und eine gesunde Rivalität zwischen den Häusern wird durchaus befürwortet, besonders bei sportlichen Ereignissen. Zu regelrechten Häuserkämpfen wie in Hogwarts zwischen Gryffindor und Slytherin sollte es dabei jedoch nicht kommen.

Die Häuser sind oft in separaten Gebäuden in der näheren Umgebung der Schule. Die Schüler brauchen eine Genehmigung, um das Gelände der Schule zu verlassen, auch wenn es zu bestimmten Zeiten erlaubt ist, sich in bestimmten anderen Bereichen aufzuhalten. Damit vergleichbar ist die Regelung der Hogsmeade-Wochenenden in Hogwarts.

3.1.1 Hausverwaltung

Die Häuser werden von sogenannten „head masters“ bzw. „head mistresses“ geleitet – eine Übersetzung als „Hausmeister/in“ wäre im Deutschen äußerst unpassend. Der Begriff „Hauslehrer“ ist hier der wohl Beste, auch wenn es trotz allem Komplikationen mit den Bezeichnungen geben könnte.

Der Hauslehrer ist ein bereits älteres Mitglied des Lehrerkollegiums, da für diese Position Verantwortung und Erfahrung von Nöten sind. Er trägt eine quasi elterliche Verantwortung für die Schüler seines Hauses. Diese Verantwortung betrifft insbesondere die Zeit außerhalb des Unterrichts, aber auch im Unterricht bleibt sie bestehen – es ist also ein Rund-um-die-Uhr-Job. Die Wohnräume des Hauslehrers sind deshalb auch in unmittelbarer Nähe ihres Hauses, wenngleich sie nicht in das Haus integriert sind.

Als Hilfe hat der Hauslehrer oftmals noch andere Lehrer, zum Beispiel den „house keeper“ (auch hier ist die Übersetzung schwierig), oft auch als „matron“ (vgl. Matrone, Hausmutter) bezeichnet, oder auch den „house tutor“, den „Hauslehrer“, der für die schulischen Belange zuständig ist, wie Nachhilfe und ähnliches. Diese Aufteilung sorgt in den meisten Fällen dafür, dass es Aufsichtspersonen jedes Geschlechts für ein Haus gibt.

Da trotz allem die älteren Schüler meist unbeaufsichtigt sind, gibt es ein System aus Vertrauensschülern (monitors oder prefects). Diese erhalten eine beschränkte Autorität und sind ausschließlich ältere Schüler, die vertrauensvoll genug sind.

3.1.2 Unterbringung

Die Unterbringung variiert von Schule zu Schule, oftmals sogar sehr. Einmal abgesehen davon, dass es verschiedene Formen der Schulen gibt (Mädchen-, Jungen- und gemischte Internate) und die Unterbringung auch ein wenig davon abhängt, gibt es teilweise auch Unterschiede in den Arten der Zimmer.

Generell kann gesagt werden, dass jüngere Kinder in Räumen unterkommen, die unter mehreren geteilt werden (man denke dabei zum Beispiel an die Art von Zimmer in Jugendherbergen, die Vier-Bett- oder Sechs-Bett-Zimmer). Die älteren hingegen werden eher in Einzel- oder Doppelzimmern untergebracht. Pauschal kann man das jedoch nicht sagen, da es eben von Schule zu Schule variiert. Hier jedoch eine Art der Unterbringung in den gemeinschaftlichen Schlafräumen:

Zunächst wird unterteilt in zwei Typen: Zimmer für bis zu acht bis zehn Schüler und Zimmer für mehr als acht bis zehn Schüler. Die genauen Zahlen können hier jedoch ebenfalls variieren.

In einem Raum für über acht bis zehn Schüler ist der Raum selbst noch einmal unterteilt. Der Bereich von Bett und Schrank ist in kleinere Räume bzw. Zellen unterteilt, die durch Vorhänge getrennt sind. Dies bietet eine gewisse Privatsphäre, ohne die Gemeinschaftsatmosphäre zu beeinträchtigen. Diese Art von Räumen wird „dormitory“ (Schlafsaal) genannt.

Die andere Variante, in der bis zu acht oder zehn Schüler untergebracht werden, besteht aus großen, offenen Räumen ohne jegliche abgetrennte private Bereiche. Die Betten können, abgesehen von der ganz normalen Form, auch Hochbetten für zwei Schüler sein oder aus einem integrierten Schreibtisch unten und einem Bett oben bestehen.

Da das Internatshaus ein Heim weit weg von Zuhause darstellt, werden die Schüler durchaus dazu ermutigt, ihrem Bereich im Schlafsaal eine persönliche Note zu verleihen. Diese kann zum Beispiel aus eigenem Bettbezügen und Postern an der Wand bestehen. Die Koffer werden während der Schulzeit nicht im Schlafsaal aufbewahrt, sondern werden separat verstaut. An den Türen gibt es keine Schlösser, so dass es unratsam ist, größere Geldbeträge oder andere Wertsachen im Haus zu aufzubewahren.

In Hogwarts sind die Zimmer offenbar eine kleine Mixtur aus beiden Unterbringungsarten, zumindest wenn man den Schlafsaal der Gryffindorjungen als verallgemeinerndes Beispiel nehmen kann. So hat man mit den Himmelbetten die Möglichkeit, die Vorhänge zuzuziehen und somit eine gewisse Privatsphäre zu schaffen, gleichzeitig ist der Raum aber eigentlich eine offene Fläche. Anders als in der Muggelvariante werden die Koffer jedoch im Schlafsaal behalten, und da es sich um Zauberer handelt, sind Schlösser und Sicherheit kein Problem. Dasselbe gilt jedoch auch für das Knacken derselben, wenn man es von der anderen Seite betrachtet.

3.1.3 Gemeinschaft

Die Gemeinschaft basiert hauptsächlich auf dem Haus. Man könnte es vielleicht in Minerva McGonagalls Worten sagen: „…denn das Haus ist gleichsam eure Familie in Hogwarts. Ihr habt gemeinsam Unterricht, ihr schlaft im Schlafsaal eures Hauses und verbringt eure Freizeit im Gemeinschaftsraum.“ (B1, S.126/267)

Neben den Wohnräumen des Hauslehrers in der Nähe des Hauses und den Schlafsälen, gibt es natürlich noch andere gemeinsame Bereiche für das Haus. Zum Beispiel der Gemeinschaftsraum, teilweise auch als Fernsehraum genutzt, und eine kleine Küche, in der die Schüler außerhalb der Mahlzeiten am Abend und am Wochenende Tee, Kaffee oder Kakao kochen, kalte Getränke bekommen oder Toasts und Sandwiches machen können. Es kann durchaus sein, dass es, statt einem großen Speisesaal für alle Häuser und die Lehrer gemeinsam, kleinere Speisesäle („refectory“) im Haus selbst gibt, wo die Schüler zu bestimmten Zeiten gemeinsam ihre Mahlzeiten einnehmen. Weitere Räumlichkeiten können aus einer Bibliothek und einer Halle oder Zellen für Hausaufgaben bestehen.

Diese Räumlichkeiten können auch mit anderen Häusern geteilt werden.

Natürlich besitzen die einzelnen Häuser auch Waschmöglichkeiten. Diese bestehen aus einem gemeinschaftlichen Waschsaal (natürlich nach Geschlechtern getrennt) mit Waschbecken, Duschkabinen und separaten Räumen fürs Baden. Da heutzutage Duschen bevorzugt werden, werden inzwischen mehr Duschen als Bäder installiert. Toiletten gibt es selbstverständlich auch.

In Hogwarts sind die Dinge ähnlich, wenngleich einige Sachen im Bereich der Spekulation verlaufen. So haben in Hogwarts die Häuser jeweils separate Gemeinschaftsräume, jedoch gibt es nur eine Bibliothek, die allen zugänglich ist, und, wenn man den Filmen trauen kann, wird die Große Halle neben den Gemeinschaftsräumen für Hausaufgaben genutzt. Wie genau das mit den Bädern verläuft, ist eher unbekannt – man weiß nur, dass es über das Schloss verteilt viele Toiletten gibt und dass es ein separates Badezimmer für Vertrauensschüler, Schulsprecher und Mannschaftskapitäne gibt. Küchen scheint es in den Häusern selbst nicht zu geben – die einzige bekannte Küche ist die Hauptküche von Hogwarts. Und es scheint auch nicht so, als gäbe es einen privaten Speisesaal für die Häuser, wenngleich der Gemeinschaftsraum im Falle eines Falls umfunktioniert werden kann.

3.2 Mahlzeiten

Die Mahlzeiten werden von allen Schülern und Lehrern gemeinsam in einem großen Speisesaal („refectory“) eingenommen. In manchen Schulen werden diese jedoch in den Speisesälen der Internatswohnheime eingenommen. Die drei Mahlzeiten, die ausgegeben werden, sind Frühstück, Mittagessen und Abendessen.

Die meisten Schulen benutzen inzwischen ein Selbstbedienungssystem. Eine Ausnahme von diesem System sind die jüngeren Schüler, die von den älteren Schülern oder dem Cateringpersonal bedient werden. Bei der Selbstbedienung gibt es zwei Möglichkeiten: Einmal die, dass der Schüler von jeder verfügbaren Essenskategorie etwas wählen können, oder die, dass die Schüler darüber informiert werden, welche Limitationen es gibt, um danach ihr Essen zu wählen. Eine andere Möglichkeit als die Selbstbedienung ist die, dass die Portionen vom Küchenpersonal verteilt werden. In diesem Fall, wenn ein Schüler eine zweite Portion möchte, kann er sich eine holen, sobald alle anderen Schüler ihre erste erhalten haben.

Am Ende der Mahlzeiten wird von den Schülern erwartet, dass sie das dreckige Geschirr und die Tabletts zu einem Sammelpunkt bringen, damit diese gewaschen werden können. In manchen Fällen müssen sie die einzelnen Gegenstände auch abladen und sortieren. Diese Praxis ist der von manchen Imbissen oder der Mensa ähnlich.

In Hogwarts gibt es einen Speisesaal für die gesamte Schule, wobei die Häuser natürlich getrennt sind, sowie die Lehrer von den Schülern. Auch gibt es keine Selbstbedienung oder Küchenpersonal, das einzelne Portionen verteilt, sondern das Essen wird von den Hauselfen direkt auf die Tische geschickt, so dass alle gleichzeitig essen können. Ein Limit für die Portionen gibt es auch nicht – solange etwas da ist, darf man es sich nehmen. Jedoch gibt es ein zeitliches Limit, da nach einer gewissen Zeit der Hauptgang verschwindet und dafür der Nachtisch erscheint. Abräumen müssen die Schüler ebenfalls nicht, da das auch durch die Hauselfen geschieht.

3.3 Schuluniform

Die Schuluniform hat zwei große Zielsetzungen: Sie soll zum einen ein Zugehörigkeitsgefühl und Schulstolz vermitteln, andererseits jedoch verhindern, dass Kleidung zum Statussymbol wird. Wenn jeder dasselbe trägt, kann niemand niedergemacht werden, weil er keine Markenkleidung oder ähnliches trägt. Das verhindert zwar Individualität, aber eliminiert zugleich andere Probleme. Die meisten Schulen haben sehr konkrete Bestimmungen, was die Kleidung betrifft. Jede Schule hat eine Liste, die alle Gegenstände der Uniform abdeckt – das schließt sowohl die normale Alltagsuniform ein, oft auch mit Schuhen, als auch speziellere Sportsachen und andere Ausrüstungsgegenstände.

Die Uniform besteht für Jungen aus einem Hemd, einer Krawatte, Hosen und einer Jacke (Blazer), während Mädchen statt Hosen meist einen Rock tragen. Im Winter wird auch ein Mantel bzw. eine Regenjacke verlangt, während der Schulschal ein optionaler Bestandteil der Kleidung ist. Bei älteren Schülern werden an manchen Schulen gewisse Ausnahmen gestattet, zum Beispiel, dass Ersetzen einer Bluse, eines Hemdes oder eines Pullovers durch ein Kleidungsstück, dass der Wahl des Schülers entspricht. Das kann sogar soweit gehen, dass ein Kleidungsstil erlaubt wird, der ansonsten nicht den Uniformen entspricht, und praktisch vollkommen frei ist, solange die Kleidung sauber, ordentlich und nicht zu unorthodox in ihrer Art ist.

Manche Schulen verlangen für alle Kleidungsstücke und Schuhe eine bestimmte Marke. Andere Schulen setzen weniger strenge Anforderungen: Sie erlauben es, normale Kleidungsstücke zu kaufen, zum Beispiel weiße Hemden oder Schuhe, solange diese mit dem Schulstandard übereinstimmen. Auf dem Campus von manchen Schulen gibt es einen Laden, in dem man alle Teile der Schuluniform kaufen kann. Hat die Schule keinen eigenen Laden auf dem Campus, wird von der Schule der Laden angegeben, in dem die Uniform gekauft werden kann. Diese Läden befinden sich dann entweder in der nächstgelegenen Stadt oder in London und sind die anerkannten Anbieter. Die Uniform muss dann dort gekauft und bezahlt werden. Die Kleidungsstücke müssen alle mit dem Namen und Initialen des Schülers versehen sein. Die dazu verwendeten Namensschilder können entweder beim Schulladen oder beim anerkannten Lieferanten gekauft werden.

In den meisten Schulen gibt es einen begrenzten Raum für Alltagskleidung, so dass diese auf ein Minimum begrenzt ist. Alltagskleidung kann nach dem Unterricht und an Wochenenden auf dem Schulgelände, wobei sie an Wochenenden außerhalb des Geländes immer getragen werden können. Wenn ein Schüler jedoch die Stadt in der Nähe unter der Woche besucht oder an einer Exkursion oder Aktivität außerhalb teilnimmt, ist das Tragen der Schuluniform Pflicht.

In Hogwarts gibt es auch eine Schuluniform, wenngleich in den Büchern nicht sehr detailliert darauf eingegangen wird. Nimmt man die Filme als Hinweis, unterscheidet sich die Uniform je nach Haus – die Krawatte und die Säume sind in den Hausfarben, zudem ist auf dem Umhang das Hauswappen. Allgemein ist die Farbe der Uniform in Hogwarts schwarz mit dem Hogwartswappen auf der Brust.

Auf dem Schulgelände selbst gibt es keinen Laden, aber in der Winkelgasse gibt es mindestens einen Laden, Madam Malkins, der Hogwartsuniformen im Sortiment hat. Im sechsten Band erfährt man von einem zweiten Laden, den die Malfoys später aufsuchen, der ebenfalls Uniformen verkauft. Zudem muss es auch die Möglichkeit geben, gebrauchte Umhänge für die Uniformen zu kaufen, denn es wird in einem Band erwähnt, dass Molly Weasley welche für Ginny kauft. Fragwürdig bleibt nur, wie man die Uniformen an die Häuser anpasst, wenn man das Haus noch nicht kennt – wenn es überhaupt diese Unterscheidung gibt, da dies nur in den Filmen ist. Entweder werden später von der Schule die Uniformen entsprechend verzaubert, oder man erhält nach der Auswahlzeremonie im ersten Schuljahr die jeweiligen Hausuniformen. Nach dem ersten Schuljahr könnte man das im Laden angeben und Uniformen danach gemacht erhalten.

Die Tatsache, dass es unterschiedliche Uniformen für die einzelnen Häuser gibt, könnte zum einen das Gefühl der Hauszugehörigkeit verstärken, andererseits bringt es die Differenzierung zwischen den einzelnen Häusern noch einmal mehr zum Ausdruck. Besonders im Streit Slytherin und Gryffindor kann das ein erheblicher Nachteil sein, da nur noch auf das Haus geachtet wird, nicht jedoch auf die Person selbst.

Die andere Variante, die von den wenigen Buchinformationen abgeleitet wird, ist die, dass es eine (!) einheitliche Uniform gibt – schwarze Roben, schwarze Umhänge – und die einzelnen Hausfarben tauchen gar nicht oder nur als ein später angefügtes Wappen auf dem Umhang auf. Dabei bleibt es unbekannt, was unter den Umhängen/Roben getragen wird, da es verschiedene Beispiele im Buch gibt: Trainingshose (Ron) oder nur Unterwäsche (Snape). Zudem bleibt die Frage nach den Pullovern, die Molly immer wieder strickt. Offenbar ist es durchaus möglich, die Uniform in diesen Punkten zu variieren.

3.4 Schulgebühren

Die Schulgebühren decken die Kosten für den Unterricht im Rahmen des Lehrplans und die Internatskosten und müssen zu Beginn jedes Terms in voller Höhe bezahlt werden. Die Internatskosten schließen die Unterbringung und die Mahlzeiten (Frühstück, Mittagessen, Abendessen) mit ein. Auch wird vom Schulgeld die Wäsche bezahlt – die Kleidung und das Bettzeug werden von der Schule regelmäßig gewaschen – und natürlich auch die im Internat residierende Krankenschwester, die für die medizinische Versorgung zuständig ist. Bei Bedarf an weiterer medizinischer Behandlung wird diese mit dem lokalen Arzt arrangiert, der auch für die Schule zuständig ist.

Die Internate bestimmen die Höhe der Gebühren selbst, die jährlich geprüft werden und die Erhöhungen werden meist am Schuljahresbeginn durchgeführt (also September). Manche Schulen erhöhen die Gebühren jedoch jeden Januar. Die Gebühren variieren von Schule zu Schule, da es keine Institution gibt, die diese festsetzen kann. Generell gibt es die Varianten, dass Schulen, die höhere Gebühren verlangen, auch bessere Einrichtungen vorweisen können, oder sie sind so populär, dass sie höhere Gebühren verlangen können. Daneben gibt es jedoch auch die Möglichkeit, dass Schulen niedrige Gebühren verlangen können, wenn sie große Spenden von Eltern, ehemaligen Schülern oder anderen Einrichtungen erhalten. Einige Schulen verlangen für alle Schüler dieselben Gebühren, während andere die Kosten erhöhen, je älter der Schüler ist.

Hinzu kommen andere Dinge und Dienste, die in den meisten Fällen optional sind. Diese werden der Rechnung des einzelnen Schülers hinzugefügt und tauchen schließlich auf der Abrechnung für das Ende des jeweiligen Terms auf.

Ob man für Hogwarts Schulgeld bezahlen muss, ist unbekannt. Einziger Hinweis darauf, dass man eventuell etwas für die Ausbildung in Hogwarts zahlen muss, ist die Aussage von Vernon Dursley, dass er „keinen hirnrissigen alten Dummkopf bezahlt, damit er ihm (Harry) Zaubertricks beibringt“ (Band 1, S. 68). Das ist natürlich keine Aussage, die man gewichten kann, denn er ist zum einen ziemlich zornig, zum anderen kennt er Hogwarts nicht. Da Hogwarts zudem die einzige Zaubererschule im Vereinigten Königreich ist (laut JKR), hätten Familien wie die Weasleys vermutlich einige Probleme, wenn es wirklich Schulegebühren geben würde. Oder zumindest, wenn diese hoch sind. In Anbetracht von dem vielen Equipment, das es in Hogwarts gibt, und das meistens hohe Qualität hat (außer die Besen, wie es scheint), kann man davon ausgehen, dass es entweder hohe Schulgebühren sind oder große Spenden von außerhalb.

Zumindest reduzieren sich die Schulgebühren dadurch, dass ein Großteil des Personals aus Hauselfen besteht, die kein Gehalt einfordern. Damit kostet die Wäsche vermutlich eher wenig, die Mahlzeiten ebenfalls. Die Kosten beschränken sich demnach scheinbar nur auf die Materialkosten.

3.5 Campus

Normalerweise hat ein Internat eine in sich geschlossene Gesellschaft – die wichtigsten Dienste sind auf dem Gelände zu finden. Das bedeutet eine Gruppe von Gebäuden mit jeweils eigenen Funktionen. Je nach Größe der Schule und des Schulgeländes ist es möglich, dass der Campus einem kleinen Dorf ähnelt, komplett mit einigen Straßen und Wegen, die die verschiedenen Gebäude und Parkanlagen verbinden.

Oft ist das Hauptgebäude der Schule eines mit historischem Hintergrund. Meist war es früher einmal das Heim einer reichen Adelsfamilie. In diesem Gebäude befindet sich meistens die gesamte Administration, z.B. das Büro des Schulleiters und andere verwaltungsspezifische Dinge (Sekretariat, etc.). Die Klassenräume können entweder in extra dafür errichtete Gebäude oder auch in älteren Bauwerken, die dafür umgewandelt und mit den entsprechenden Gerätschaften ausgestattet wurden, untergebracht sein.

Die Unterbringung der Schüler ist auf verschiedene Arten und Weisen möglich. Zum einen kann der Wohnbereich der Schüler einen Teil des Hauptgebäudes oder der Gebäude für die Klassenräume einnehmen. Eine andere Möglichkeit ist auch, dass es separate Häuser für die Schüler gibt – diese sind dann gleichzeitig auch die Internatshäuser, von denen zuvor die Rede war. Zusätzlich zu diesen Gebäuden hat jede Schule, wie bereits erwähnt, eine eigene Bibliothek, einen eigenen Speisesaal, einen Laden, eine Kapelle, Sporthallen und Sportplätze (darunter auch z.B. ein Tennisplatz, ein Fußballfeld etc.) und viele Schulen haben auch ein eigenes Hallen- und Freibad.

Zusätzlich gibt es eine Art Miniklinik auf dem Campus – Krankenstation (infirmary) oder Heilanstalt (sanatorium) genannt. Dort werden kleinere Verletzungen behandelt oder auch ansteckende Krankheiten, bis zu deren Kurierung der Schüler auf der Krankenstation untergebracht wird.

Hogwarts ist, offensichtlich, ebenfalls ein historisches Gebäude – ein Schloss kann schwerlich als etwas anderes bezeichnet werden – und es besitzt auch die meisten anderen Dinge, die auf einem Campus zu finden sind: eine Krankenstation (bzw. einen Krankenflügel), eine Bibliothek, einen Speisesaal (der auch als Festsaal und allgemeiner Versammlungsort verwendet wird), einen Sportplatz (bzw. ein Quidditchfeld)… dabei befinden sich alle Räumlichkeiten innerhalb des Schlosses, und nur die Gewächshäuser, Beete, das Quidditchfeld und Hagrids Hütte liegen außerhalb. Insgesamt besteht Hogwarts aus zwei wirklichen Gebäuden, wovon eines Hagrids Hütte ist. Alle Einrichtungen, die innerhalb eines Gebäudes liegen müssen, liegen im Hauptgebäude bzw. im einzigen Gebäude überhaupt. Dennoch hat Hogwarts große Ländereien, die einen Wald und einen See mit einschließen.

3.5.1 Kiosk

Eigentlich alle Internate haben einen kleinen Laden auf dem Campus, in dem die Schüler alles für den Alltagsbedarf kaufen können. Das sind zum Beispiel Schreibwaren (Briefpapier, Blöcke, Hefte, Stifte, Tinte…), Toilettenartikel, Bücher, Zeitungen und Zeitschriften, Telefonkarten und Süßigkeiten und Knabbergebäck. In einigen Schulen haben diese Läden auch die gesamte Schuluniform im Sortiment.

Normalerweise wird alles mit Bargeld bezahlt, aber unter besonderen Umständen – zum Beispiel, wenn es um Lehrbücher oder Wörterbücher geht, manchmal auch bei der Schuluniform – können die Schüler eine Anfrage darauf stellen, dass diese Dinge auf ihre individuelle Schulrechnung gesetzt und am Ende des Terms bezahlt werden.

In Hogwarts scheint es keinen solchen Laden zu geben. Zumindest wird er in keinem Buch erwähnt, und Hermine will später auch in Hogsmeade Tinte und Pergament kaufen – das weist daraufhin, dass es in Hogwarts keine Möglichkeit gibt, diese Dinge zu erwerben, außer von anderen Schülern. Das bringt jedoch einige Probleme mit sich: Einmal abgesehen davon, dass Erst- und Zweitklässler nicht nach Hogsmeade dürfen, die Wochenenden sind auch sehr verteilt und nur mit einer Erlaubnis des Vormunds darf man das Dorf besuchen. Woher bekommen nun aber die, die in Hogwarts bleiben müssen, ihre Schreibmaterialien? Man kann am Anfang des Schuljahres ja nur schlecht voraussehen, wie viel Tinte oder Pergament man braucht. Und die Schüler müssen es offensichtlich selbst besorgen – sonst würde Hermine es nicht kaufen wollen.

Eine Möglichkeit ist, dass sie es von Zuhause geschickt bekommen. Da haben aber Hermine und Harry ein Problem: Hermines Eltern können nicht in die Winkelgasse, da sie keine Zauberstäbe haben, und eine Eule haben sie auch nicht. Harrys Verwandte werden sich nicht die Mühe machen, ihm irgendwas zu schicken. Bleibt nur übrig, dass die Schüler es im Notfall von den Hauslehrern oder anderen Personen – zum Beispiel Madam Pince, da sie Bibliothekarin ist und möglicherweise auch einen kleinen internen Schreibwarenverkauf in Hogwarts haben könnte, da es vom Ort her passen würde… – kaufen können.

4. Schulalltag

4.1 Akademisches Jahr

Das akademische Jahr in England – das natürlich für diverse Ferientage, Ferien, Wochenenden und ähnliches angepasst werden muss – ist im Grunde wie folgt aufgebaut:

Es beginnt mit dem ersten September, wobei nur die Lehrer an dem Tag arbeiten. Die Schüler kommen am Dienstag, Mittwoch oder Donnerstag, der dem zweiten September am nächsten ist, zurück. Damit beginnt der Herbstterm. Dieser endet um den zwanzigsten Dezember – an einem Mittwoch, Donnerstag oder Freitag. Die Weihnachtsferien dauern zwei Wochen.

Der Frühlingsterm – oder auch Osterterm – beginnt an dem Dienstag, Mittwoch oder Donnerstag um den dritten bis fünften Januar. Die Länge dieses Terms hängt vom Osterdatum ab: Der letzte Tag des Terms ist der Freitag vor Karfreitag und die Osterferien dauern ebenfalls zwei Wochen.

Der Sommerterm beginnt an dem Montag nach dem Weißen Sonntag und endet an einem Mittwoch, Donnerstag oder Freitag um den achtzehnten Juli herum. Die Sommerferien dauern knapp über sechs Wochen.

Zusätzlich zu diesen Ferien (Winter-, Oster- und Sommerferien) gibt es noch die Halbtermferien in der Mitte des jeweiligen Terms. Im Herbstterm gibt es eine Woche Ferien um Halloween herum, wobei Halloween in England kein so großes Ereignis ist, wie zum Beispiel in Amerika. Im längeren der anderen beiden Terme gibt es erneut eine ganze Woche Ferien, während es im kürzeren nur einen Montag oder Freitag frei gibt.

In Internaten gibt es ebenfalls diese drei Terme, die meist alle dreizehn Wochen und ein paar Tage Halbtermferien haben. Während der Ferien wird von den Schülern erwartet, nach Hause zu fahren. Es kann auch einige Beurlaubungen oder Wochenenden in jeder Termhälfte, an denen die Schüler nach Hause oder weg gehen können. Da die meisten Schüler in einfacher Reisedistanz von der Schule wohnen (also, das Elternhaus), können sie ihre Familien regelmäßig sehen.

In Hogwarts gibt es keine Halbtermferien, auch wenn es eventuell einen Feiertag an Halloween gibt. Die zwei freien Halbtermwochen sind in Hogwarts an die Sommerferien angehängt, so dass es in Hogwarts acht, wenn nicht sogar neun Wochen Sommerferien gibt. Damit endet das akademische Jahr in Hogwarts im frühen Juli bzw. im späten Juni.

4.1.1 Wochenendregelung

Die Wochenenden sind für die Internatsschüler oft mit vielen verschiedenen Terminen und Veranstaltungen gefüllt. Da die Schüler in verschiedene Aktivitäten verwickelt sein können – zum Beispiel sportliche Veranstaltungen, Konzerte und Theaterstücke, sowie Clubveranstaltungen für diejenigen, die einem Hobby nachgehen – ist die Zeit leicht verplant. Gleichzeitig werden die Wochenenden auch für Ausflüge genutzt, seien es nun nur Tagesausflüge oder ganze Wochenendausflüge. An einigen Wochenenden können die Schüler auch nach Hause fahren. Generell ist am Wochenende jedoch auch genug Zeit für die Schüler, um einfach zu entspannen.

Was Hogwarts betrifft, so gibt es keine genauen Aussagen über Clubs, Theaterstücke, Konzerte oder Ausflüge irgendeiner Art – abgesehen von den Hogsmeade-Wochenenden, an denen die Schüler ab der dritten Klasse das Dorf besuchen dürfen. Außerdem dürfen die Schüler in Hogwarts scheinbar nur in den Ferien nach Hause fahren, da kein Fall dieser Art bekannt ist. Gleichzeitig muss man dabei jedoch bedenken, dass man meist nur etwas von Harry, Ron und Hermine erfährt: Harry wird an den Wochenenden nicht zurück zu den Dursleys wollen, Ron hat auch kaum einen Grund, wenn ein Großteil seiner Geschwister gleichzeitig in Hogwarts bleibt und Hermine wird das Wochenende eher mit Lernen verbringen.

Was jedoch bekannt ist, ist, dass die Quidditchspiele am Wochenende stattfinden. Damit wäre zumindest bekannt, dass die Sportveranstaltungen in Hogwarts dem Schema folgen.

4.2 Gruppen und Noten

Die meisten Schüler in England besuchen eine Gesamtschule, in der sie nach ihrem Leistungsstandard in Gruppen eingeteilt werden. Diese Gruppen – und auch die Noten, die unmittelbar damit zusammenhängen – werden zunächst in Prozent gerechnet. Es gibt 0%-100% und die Benotung läuft auf folgendes hinaus:

70%-100% => First Class (A)
60%-69% => Upper Second Class (B)
50%-59% => Lower Second Class (C)
40%-49% => Third Class (D)
0%-39% => Fail (E)

Da man nicht sitzen bleiben kann, außer bei besonderen Präzedenzfällen, und diese sind vermutlich nur am Ende der Primary bzw. Secondary erlaubt, scheint es kein übermäßiges Problem zu sein, wenn man durchgehend nur E erreicht. Für einen durchschnittlichen Studienaufwand werden ungefähr 55% vergeben – was einer deutschen Drei entsprechen dürfte. Bei außergewöhnlichen Leistungen gibt es mehr als 70%, wobei über 90% nur selten vergeben werden.

Insgesamt ist das Notensystem ein wenig gewöhnungsbedürftig, hat man in Deutschland doch die Noten Eins bis Sechs (sehr gut, gut, befriedigend, ausreichend, mangelhaft, ungenügend) oder, in der Oberstufe, das Punktesystem null bis fünfzehn (wobei null Punkte eine Sechs sind und fünfzehn eine Eins plus).

Wie die Benotung in Hogwarts abläuft, ist nicht ganz geklärt, zumindest was die Klassen eins bis vier betrifft. In der fünften Klasse beginnen die Lehrer damit, die Schüler so zu bewerten, wie es bei den ZAGs der Fall ist. Die Noten hierbei sind O (Ohnegleichen), E (Erwartungen übertroffen), A (Annehmbar), M (Mies), S (Schrecklich) und T (Troll). Im Englischen heißen diese Noten O (Outstanding), E (Exceeds Expectations), A (Acceptable), P (Poor), D (Dreadful) und T (Troll). Mit den Noten O-A hat man bestanden, mit P-T ist man durchgefallen. Dieses System ist dem deutschen System ähnlicher als die prozentualen Noten, wenngleich man in Deutschland mit den Noten Eins bis Vier besteht (eine Vier minus ist jedoch ein Defizit und damit fällt man durch).

In Hogwarts gibt es auch keine Gruppen. Entweder liegt es daran, dass Hogwarts nicht zur Kategorie Gesamtschule zählt, oder dass es bei vierzig Schülern pro Jahrgang einfach unsinnig erscheint. Möglich ist natürlich auch, dass JKR keine Lust hatte, die Schüler nach ihren Leistungen aufzuteilen, vor allem, da das Trio vermutlich getrennt worden wäre.

4.3 Stundenplan

Hier gehen die Informationen nun weit auseinander, zumindest was die Dauer der Stunden betrifft. Die meisten Quellen sagen zwar fünfzig Minuten, aber andere sagen siebzig Minuten, oder auch eine normale Zeitstunde. Aus Gründen der Einfachheit nehmen wir an, dass eine Schulstunde fünfzig Minuten dauert – was fünf Minuten mehr als in Deutschland sind. Fünf-Minuten-Pausen gibt es in England offenbar auch, so dass vom Beginn einer Stunde bis zum Beginn der nächsten Stunde fünfundfünfzig Minuten vergehen.

In Hogwarts kann man das sicherlich auf sechzig hoch setzen, denn die Wege sind beträchtlich länger, wenn man bedenkt, dass eine Stunde Pflege magischer Geschöpfe an Hagrids Hütte gegeben wird, und die nächste Wahrsagen auf dem Nordturm ist.

Der Aufbau des Tages ist einfach. In der Primary beginnt der Schultag um 8.50 Uhr (Stundenbeginn wäre dann so um 9.00 Uhr) und endet gegen 15.15 Uhr (bzw. um 3-3.30 Uhr, je nach Quelle). In der Secondary beginnt der Tag um 8.45 Uhr und endet um 16.00 Uhr. Inwiefern diese Uhrzeiten nun allgemeingültig sind, ist schwer zu sagen. Grob gesehen kann man aber sagen, der offizielle Schultag dauert von 9.00 Uhr bis 16.00 Uhr.

Dazwischen gibt es diverse Pausen. Neben den notwendigen Fünf-Minuten-Pausen gibt es natürlich auch große Pausen und die Pause im Anschluss an das Mittagessen. Bis zu zwei Stunden des Schultages können von diversen Pausen belegt werden – das wären dann zwei von sieben Stunden. Eine Stunde Pause wird vom Mittagessen beansprucht. Laut einigen Stundenplanbeispielen hat ein normaler Schultag (bis 15.40 Uhr) fünf Schulstunden à siebzig Minuten, mit einer zehnminütigen Pause nach der zweiten Stunde und einer Stunde fürs Mittagessen nach der dritten Stunde. Eine andere Möglichkeit wäre, wenn man mit fünfzig Minuten rechnet, dass der Unterricht um 9.05 Uhr beginnt, zwei Stunden läuft, eine zehnminütige Pause, zwei Stunden, Mittagessen (eine Stunde), zwei Unterrichtsstunden (bis 15.25 Uhr) und eventuell noch eine siebte Stunde bis 16.20 Uhr oder 16.30 Uhr, wenn man noch eine zehnminütige Pause dazwischen schieben will.

Eine andere Quelle gibt einen solchen Stundenplan (die Schulstunden dauern vierzig oder fünfundvierzig Minuten): Ankunft an der Schule (bei einem Internat natürlich nicht; 8.30 Uhr), Anmeldung (Senior School) oder Versammlung (Junior School) (8.45-9.00 Uhr), Versammlung (Senior) oder Anmeldung (Junior) (9.00-9.15 Uhr), die erste Stunde (9.15-9.50 Uhr), zweite Stunde (9.50-10.30 Uhr), dritte Stunde (10.30-11.05 Uhr), vierte Stunde (11.05-11.45 Uhr), Pause (11.45-12.15 Uhr), fünfte Stunde (12.15-12.50 Uhr), sechste Stunde (12.50-13.30 Uhr), Mittagspause (13.30-14.20 Uhr), Nachmittagsanmeldung (14.20-14.25 Uhr), siebte Stunde (14.25-15.00 Uhr), achte Stunde (15.00-15.40 Uhr) und dann das Verlassen der Schule (außer im Internat, natürlich; 15.40 Uhr). Bei dieser Variante gibt es keine Fünf-Minuten-Pausen.

Eine Variante mit Fünf-Minuten-Pausen und fünfundvierzig Minuten Unterricht wäre diese: Anmeldung (8.45 Uhr), erste Stunde (9.00-9.45 Uhr), zweite Stunde (9.50-10.35 Uhr), Pause (10.35-10.55 Uhr), dritte Stunde (11.00-11.45 Uhr), vierte Stunde (11.50-12.35 Uhr), fünfte Stunde (12.40-13.25 Uhr), Mittagessen (13.30-14.15 Uhr), siebte Stunde (14.20-15.05 Uhr), achte Stunde (15.10-15.50 Uhr), Abmeldung (15.50-16.00 Uhr) und außerschulische Aktivitäten (16.15-17.30 Uhr).

Da man keine genauen Angaben hat, wie lange eine Schulstunde in Hogwarts dauert, kann man schlecht feststellen, wie ein normaler Schultag in Hogwarts aussieht. Die Länge einer Schulstunde kann offenbar variieren zwischen vierzig/fünfundvierzig Minuten und siebzig Minuten. Man weiß nur, dass es in Hogwarts Doppelstunden gibt, um z.B. in Zaubertränke einen Trank vollenden zu können. Man kann nun darüber nachdenken, ob neunzig Minuten dafür ausreichen oder es doch eher in den Bereich hundertvierzig Minuten geht. Und ob es Fünf-Minuten-Pausen gibt, ist auch unbekannt, wenngleich es logisch erscheint – nicht alles in einer Schule basiert auf Logik, deshalb reicht Logik allein als Faktor nicht aus.

4.3.1 Individualität

Jeder Schüler hat einen individuellen Stundenplan. Das hat in den frühen Jahren den Nachteil, dass es wenig freie Verfügung für die Schüler gibt. In den normalen Schulstunden werden die Schüler – sowohl die von allen Häusern, als auch die von außerhalb der Schule – zusammen unterrichtet. Jedoch haben die Internatsschüler auch außerhalb der Schulstunden ein gewisses Programm, darunter diverse Aktivitäten und eine Hausaufgabenperiode.

Zu diesen Aktivitäten gehören Clubs, Arbeitsgruppen (z.B. Theater, Rhetorik, Lyrik…), Mannschaften für Sport oder Exkursionen (z.B.. zu Theaterstücken, einem Schultanz oder auch Einkaufen). Diese können bis spät abends laufen. Für die diversen Clubs gibt es in Internaten neben den normalen Einrichtungen – Klassenräume und Laboratorien, z.B. – auch Räume für die außerhalb des Lehrplans angesiedelten Aktivitäten. Das sind dann zum Beispiel Musikräume, Squashplätze, Schwimmbecken, Kinos und Theater. Zudem gibt es eine Schulkapelle in der Nähe. Die Schüler, die nicht im Internat wohnen, bleiben nach der Schule oftmals noch da, um diese Einrichtungen mitbenutzen zu können.

In Hogwarts sind diese Clubs mit den Quidditchmannschaften oder dem Koboldsteinklub zu vergleichen. Vermutlich zählt auch der Duellierklub – trotz der kurzen Dauer – dazu, und in Hogwarts finden sich sicherlich noch einige andere Clubs, von denen man durch die Bücher nur nichts erfährt. Ein Schachklub ist fast selbstverständlich, aber vielleicht gibt es auch eine Theater-Gruppe, einen Lyrik-Zirkel oder ähnliches.

4.3.2 Fächer

Die Fächer, die in Hogwarts unterrichtet werden, sind durch die Bücher ja allgemein bekannt. Auch, dass sich diese in Pflicht- und Wahlfächer unterteilen.

So hat man als Pflichtfächer in der ersten bis fünften Klasse Verteidigung gegen die Dunklen Künste, Zaubertränke, Verwandlung, Astronomie, Kräuterkunde, Zauberkunst und Geschichte der Zauberei. Im ersten Schuljahr gibt es zudem Flugstunden, die verpflichtend sind, aber es ist nicht bekannt, ob diese auch in späteren Jahren für die Schüler, die nicht in einer der Quidditchmannschaften sind, Pflicht ist. Vermutlich jedoch nicht.

Ab dem dritten Jahr gibt es Wahlfächer, wobei man scheinbar mindestens zwei wählen muss – warum sonst hätte jemand wie Ron, der sich über Freistunden und ähnliches freut, zwei Fächer wählen sollen, wenn es nicht verpflichtend ist? Vermutlich kann man insgesamt drei Fächer wählen, außer in Ausnahmefällen wie Hermine – die fünf Wahlfächer belegt hatte, bis sie zwei „abgeworfen“ hat. Zur Auswahl stehen Pflege magischer Geschöpfe, Wahrsagen, Alte Runen, Arithmantik und Muggelkunde.

Im fünften Jahr muss man in allen gewählten und verpflichtenden Fächern seine ZAGs machen. Je nach Ergebnis der ZAGs werden dann im sechsten Jahr die neuen Kurse gewählt, die bis zum Ende der siebten Klasse laufen und dann in den UTZs abgefragt werden.

In Anbetracht der Tatsache, dass einige Fächer nicht verpflichtend sind, ist es schwer zu sagen, ob die Ausbildung gutes Allgemeinwissen bringt. Zum Beispiel ist Arithmantik – was man als Stellvertreter für Mathematik sehen könnte – ein Wahlfach. Damit wäre nur ein geringer Teil der Schüler in Mathematik bewandert, so dass das mathematische Wissen sich bei vielen darauf beschränkt, was sie in der Primary School (wenn sie diese überhaupt besucht haben) gelernt haben. Reinblüter werden keine Muggelschulen besucht haben, so dass ihr mathematisches Wissen allein auf dem basiert, was die Eltern ihnen beibringen.

Vergleiche zu Muggelfächern sind auch bei anderen Zaubererfächern möglich: Zaubertränke würde Chemie entsprechen (was in einer Muggelschule auf Mathematik basieren würde, die in Hogwarts nicht gelehrt wird…), Kräuterkunde einem Teil der Biologie (der andere Teil würde auf Pflege magischer Geschöpfe fallen und nur als Wahlfach angeboten), Flugstunden vielleicht Sport (wenngleich es unklar ist, wie lange es verpflichtend ist und wie sportlich es ist, auf einem Besen zu sitzen) und natürlich Geschichte der Zauberei als Geschichte (wobei es hier nur um die Zauberergeschichte gehen würde). Man könnte sicherlich noch weitere Fachbereiche aufteilen, um sie den Hogwarts-Fächern anzupassen, aber etwas wird auch so recht deutlich: der Mangel an Sprachen, sowohl Englisch als auch Fremdsprachen.

Die Schüler lernen nicht Englisch (zumindest nicht als Fach), obwohl von ihnen erwartet wird, dass sie Essays und ähnliches schreiben. Das scheint eher unwahrscheinlich, da es in der Primary School bzw. von den Eltern oder anderen privaten Lehrern nur die Grundzüge der englischen Sprache gegeben haben wird. Man kann schlecht erwarten, dass ein Elfjähriger einfach weiß, wie man eine Abhandlung und ähnliches verfasst, wenn das nie im Unterricht besprochen wird. Man sollte also davon ausgehen können, dass es in Hogwarts Englisch als Fach gibt, und sei es nur um der Logik willen.

Eine weitere Sprache, die in Hogwarts sicherlich unterrichtet wird, ist Latein. Viele Zaubersprüche und Bezeichnungen in der Zaubererwelt haben lateinische Wurzeln. Und man sollte meinen, dass die Schüler zumindest eine leichte Ahnung von der lateinischen Sprache haben. Immerhin ist es auch in der Muggelwelt ein guter Rat das Latinum zu haben, wenn man zum Beispiel Mediziner werden will – und bei den Muggeln ist die Sprache tot. Die Zauberer müssten ein weitaus lebendigeres Bild von der Sprache haben.

Und etwas, was auch fehlt, ist ein Fach wie „magische Kultur“, als Gegenteil zu Muggelkunde. Es erscheint unsinnig, von Schülern, die unter Muggeln und fern jeder Magie aufgewachsen sind, zu erwarten, dass sie nach ein paar Gesprächen mit einem Ministeriumszauberer alles über die magische Welt wissen. Zumindest im ersten Schuljahr sollte es daher einen solchen Kurs für die Muggelgeborenen geben, wo sie sich in Sitten, Gebräuche und andere Dinge über die magische Welt einarbeiten können.

Insgesamt fehlen in Hogwarts einige wichtige Bildungszweige bzw. Aspekte, die man den Schülern irgendwie vermitteln sollte: Politik und Rechtskunde, Wirtschaft und Soziales… fast die gesamte Palette an Gesellschaftswissenschaften plus einige Fremdsprachen, die angeboten werden sollten. Und eventuell auch normaler Sportunterricht, denn wenn man bedenkt, dass Zauberer und Hexen für die meisten Dinge nur mit der Hand wedeln müssen, wären sie alle in ziemlich schlechter körperlicher Verfassung. Und auch Dinge wie Kunst und Musik sollten in irgendeiner Form, und sei es nur als AG oder Club, angeboten werden.

4.3.3 Blockung

In Anbetracht der Hinweise aus dem Buch gibt es pro Pflichtfach (Pflicht von der ersten bis zur fünften Klasse) zwei Kurse mit jeweils zwei Häusern. Das ergibt pro Kurs rund zwanzig Schüler, wenn man Harrys Jahrgang als Maßstab nimmt und pro Haus zehn Schüler einkalkuliert. Wenn der Jahrgang größer ist, zum Beispiel sechzig Schüler, könnte es vielleicht auch drei Kurse pro Hauptfach geben, je nach Aufteilung der Schüler auf die Häuser. In den Wahlfächern gibt es, in Harrys Jahrgang, nur einen Kurs pro Fach, was zweierlei bedeuten kann: a) Es gibt in keinem Kurs viel mehr als zwanzig Schüler oder b) in den Nebenfächern können Kurse die Größe von vierzig Schülern haben. Wahrscheinlicher ist Ersteres. Demnach würde es bei einer größeren Beliebtheit eines Faches zwei Kurse geben. Ab welcher Schülerzahl dies der Fall ist, ist fraglich, denn es ist möglich, dass es ab fünfundzwanzig in zwei Kurse geteilt wird (zwölf und dreizehn Schüler) oder doch erst ab dreißig (je fünfzehn Schüler) oder doch erst bei einer größeren Zahl. Man kann jedoch sagen, dass es pro Wahlfach ein bis zwei Kurse gibt. Vorausgesetzt, es gibt genug Schüler die das Fach wählen, denn normal kommen Kurse erst ab einer bestimmten Schülerzahl zustande. Diese Grenze liegt oft bei fünfzehn Schülern, kann aber auch bei z.B. zehn angesetzt werden.

Damit hat man pro Hauptfach (an der Zahl sind es sieben) zwei bis drei Kurse, und in den Nebenfächern (insgesamt fünf) ein bis zwei. Das ergibt für die Jahre eins bis fünf eine Zahl von zehn bis fünfzehn Kursen pro Hauptfach und für die Jahre drei bis fünf eine Anzahl von drei bis sechs Kursen pro Fach.

Ein größeres Problem als die einfache Anzahl von Kursen ist die Anzahl von Stunden, die überhaupt zur Verfügung stehen. Nimmt man den Stundenplan, der die meisten Stunden beinhaltet – acht pro Tag – erhält man vierzig verfügbare Unterrichtsstunden pro Woche. Die Verteilung der Stunden auf die Fächer ist je nach Fach unterschiedlich.

Die deutsche Verteilung unterteilt in Haupt- und Nebenfächer, die drei bis sechs bzw. ein bis drei Stunden unterrichtet werden. In England sieht es ein wenig anders aus, da die Fächer anders unterteilt werden. Die Stundenanzahl hängt damit nicht nur vom Fach, sondern auch von der Klasse ab. Zum Beispiel wird Englisch in den Klassenäquivalenten sieben bis neun vier Stunden unterrichtet, in den Klassen zehn und elf jedoch fünf. Andere Fächer werden nur eine Zeit lang mit einer Wochenstunde unterrichtet (z.B. Musik in den Klassen sieben bis neun). Demnach variieren die Wochenstunden von eins bis fünf. Die wöchentliche Stundenzahl bleibt dabei jedoch recht konstant bei vierunddreißig Stunden die Woche.

Man muss die Hogwarts-Fächer nun also aufteilen. Verteidigung gegen die Dunklen Künste, Zaubertränke, Zauberkunst, Verwandlung und Kräuterkunde sind etwas wie Hauptfächer in Hogwarts, also kann man für diese Fächer vier bis fünf Stunden veranschlagen. Geschichte der Zauberei kann man mit der Anzahl Stunden bedenken, die Geschichte in einer Muggelschule erhält – das wären drei. Flugstunden nehmen zumindest im ersten Jahr eine Doppelstunde ein. Astronomie könnte man mit Erdkunde gleichsetzen, was drei bis vier Stunden bedeutet. Die Wahlfächer müssen alle dieselbe Stundenzahl haben. Gleichsetzbar vielleicht mit Kunst oder einer gewählten Fremdsprache ergibt das jeweils drei Stunden. Das ergibt für die erste Klasse achtundzwanzig Wochenstunden Minimum und vierunddreißig Stunden als Maximum. In der dritten Klasse wird es jedoch ein wenig kniffliger, da man hier zwei bis drei Wahlfächer hat – das ergibt sechs oder neun Stunden zusätzlich zu den sechsundzwanzig bis zweiunddreißig normalen Stunden (sofern die Flugstunden nur in der ersten Klasse stattfinden). Das gibt eine Zahl von zweiunddreißig bis einundvierzig Stunden für einen Schüler mit zwei Wahlfächern und eine Zahl von fünfunddreißig bis vierundvierzig Stunden für Schüler mit drei Wahlfächern.

Zusätzlich zu den normalen Stunden kommen die Freistunden, die unvermeidlich sind, wenn es Kurse gibt. Bei drei von fünf möglichen Wahlfächern wird vorausgesetzt, dass zumindest eines in einer Zeit liegt, wo die anderen Schüler, die das Fach nicht gewählt haben, eine Freistunde haben. Im Detail hängt das von den genauen Wahlen der Schüler ab, da diese berücksichtigt werden müssen. Es ist nicht bekannt, ob es in Hogwarts die Praxis gibt, dass manche Schüler ihre Wahlen ändern müssen, falls es von der Blockung her nicht passt, daher müsste rein theoretisch die Möglichkeit bestehen, dass alle Wahlfächer hintereinander laufen, statt parallel. Das resultiert in einer großen Zahl an Freistunden und die Gesamtzahl Wochenstunden würde steigen.

Wobei es in Anbetracht von Freistunden immer die Frage gibt, ab welcher Klasse sie überhaupt zugelassen sind. Denn pauschal wird gesagt, dass es in der Unterstufe (Klasse 5-10 in Deutschland) keine Freistunden geben soll – wenn Unterricht dort ausfällt, wird, im Gegensatz zur Oberstufe soweit es meinen Erfahrungen entspricht, nicht vertreten, und die Wahlfächer und ähnliches sind so gelegt, dass Freistunden nicht auftreten. Sollte es durch Präzedenzfälle doch dazu kommen (Religion abwählen, z.B., oder bei Profilklassen ein freiwilliges Wahlfach etc.), dann wird in den meisten Fällen dafür gesorgt, dass die Schüler einen anderen Unterricht besuchen. Es wäre nun die Frage, ob es solche Fälle auch in Hogwarts geben würde, bzw. wie das gesamte Freistundensystem von Anfang an gehandhabt wird.

Für die Jahre sechs und sieben kann man getrost eine gleiche Stundenzahl für alle Fächer ansetzen, denn diese sind immerhin alle UTZ-relevant. Man kann es eventuell ein wenig mit der deutschen Oberstufe vergleichen, wo Hauptfächer dieselbe Anzahl Stunden haben wie die Nebenfächer – oder ehemaligen Nebenfächer. Eine vernünftige Stundenzahl wäre hier sicherlich fünf Stunden pro Fach. Dort hängt die Wochenstundenzahl von der Anzahl der Fächer ab.

4.3.4 Schulausflüge

Viele Schulen bieten diverse Ausflüge und Exkursionen an. Ein solches Programm beinhaltet Museums- und Theaterbesuche, Ausflüge zu Orten in der Umgebung, die von irgendeinem Interesse sind, sowie auch längere Ausflüge ins weitere Umland. Das können dann Winterausflüge zum Skiurlaub oder der Besuch von anderen kulturellen Orten, auch im Ausland. Ein Vergleich dazu sind vielleicht Klassenfahrten (dabei ist zu unterscheiden zwischen Fahrten, um die Klassengemeinschaft zu stärken, und Fahrten, um sich Dinge von historisch-kultureller Bedeutung anzusehen), Skifreizeit, eventuell auch Besinnungstage und ähnliches.

In Hogwarts scheint es keinerlei Ausflüge zu geben, einmal abgesehen von den optionalen Hogsmeade-Wochenenden. Der einzige Fall, bei dem es offenbar eine Art Ausflug gibt, ist das Trimagische Turnier – sofern es in einer anderen Schule stattfindet.

4.4 Kommunikation

Es gibt verschiedene Möglichkeiten für Eltern mit ihrem Kind in Kontakt zu treten, während dieses im Internat ist. Die eine Möglichkeit sind natürlich Briefe. Diese sollten, neben der Schuladresse und dem Namen des Kindes, auch den Namen des Hauses beinhalten. Die Post wird vom jeweiligen Hauslehrer an die Schüler verteilt. Eine weitere Möglichkeit an vielen Schulen ist es, Faxe zu verschicken – für die muss jedoch Gebühr – oder an manchen Schulen gibt es auch die Möglichkeit von E-Mails. Wie auch die Briefe sollten all diese Kommunikationswege den vollständigen Namen des Kindes und das Haus beinhalten, damit keine Verwirrung entsteht und die Nachrichten so schnell wie möglich weitergegeben werden können.

Telefonanrufe sollten nur nach dem Unterricht getätigt werden, und wenn die Eltern anrufen, sollten sie die Nummer des Hauses, falls eine solche existiert, benutzen. Nur in einem Notfall sollte während des Unterrichts angerufen werden, wobei die Schüler den Unterricht jedoch nicht verlassen dürfen. Es kann eine Nachricht beim Hauslehrer oder im Sekretariat hinterlassen werden, damit der Schüler später zurückrufen kann.

Manche Schulen haben ein Mailboxangebot (für eine Extragebühr), wo jeder Schüler einen eigenen Anrufbeantworter hat, auf dem eine kurze Nachricht hinterlassen werden kann. Die Eltern sollten dabei die Nummer der Schule selbst wählen und, während der Schulstunden, nach der Mailbox fragen. Danach werden sie zur Mailbox durchgestellt und wählen die Nummer des Schülers. Dann können sie eine Nachricht hinterlassen. Wenn außerhalb der Schulstunden angerufen wird, gibt es eine Nachricht auf dem Schulanrufbeantworter, die Anweisungen dafür erteilt, welche Nummer Zugang zum Mailboxsystem gewährt, und dann wird erneut die Schülernummer eingegeben und die Nachricht für den Schüler hinterlassen.

Hogwarts hat nur eine Möglichkeit der Kommunikation mit den Eltern oder anderen Verwandten, und das ist via Eule. Bei Eulenpost ist es jedoch nicht notwendig, das Haus mitanzugeben – es scheint nicht einmal notwendig, die Schule anzugeben (die Adresse von Hogwarts ist ja sowieso unbekannt). Da alle anderen Systeme (Fax, Mail, Telefon, Mailbox) auf Muggeltechnologie und Elektrizität basieren und Hogwarts weder ans Stromnetz noch an eine Telefonleitung angeschlossen ist, sind diese für die Schule so oder so nicht nutzbar.

4.4.1 Besuche

Generell sind die Eltern jederzeit in der Schule willkommen, jedoch sollten sie zuvor den Hauslehrer ihres Kindes kontaktieren, damit dieser dafür sorgen kann, dass das Kind und alle Lehrer, die die Eltern sehen wollen, zugegen sind und auch Zeit haben. Wenn die Eltern den Schulleiter sprechen wollen, sollten sie einen Termin mit dem Sekretär des Schulleiters machen.

Jeden Term gibt es Elternsprechtage, die von Eltern oder dem Vormund im Falle von Überseeschülern besucht werden können. Dies wird sogar ermutigt, da sie eine gute Möglichkeit für die Eltern bieten, mit jedem Mitglied des Lehrerkollegiums, einschließlich des Hausvorstands, über die Leistungen und das Wohlergehen ihrer Kinder zu sprechen.

In Hogwarts scheint es ähnlich zu funktionieren, wenn man nach den Filmen gehen kann: Bei den Quidditchspielen sind mehr Erwachsene als nur die Lehrer anwesend. Prominentestes Beispiel ist zweifellos Lucius Malfoy, wenngleich man in bis zu seinem Ausschluss aus dem Schulrat auch aus diesem Grund in Hogwarts vermuten könnte.

4.5 Regeln

Die Regeln sind, wie nicht anders zu erwarten, von Schule zu Schule unterschiedlich. Sie dienen dazu, die Sicherheit der Schüler und den reibungslosen Ablauf des Schulalltags zu gewährleisten.

Generell werden gewisse Dinge verlangt, die nicht in Regeln festgesetzt sind, sondern sich durch den gesunden Menschenverstand ergeben. Dazu gehören gute Manieren, ein gewisses Verantwortungsgefühl und Ordentlichkeit. Besonders werden diese Dinge, auf die jederzeit geachtet werden sollte, jedoch verlangt, wenn der Schüler die Schule nach außerhalb repräsentiert.

Als Regel kann die Anwesenheitspflicht bezeichnet werden, die für alle Unterrichtsstunden und Sportereignisse bzw. prinzipiell alle Aktivitäten auf dem Stundenplan des Schülers gilt. Im Unterricht selbst wird eine positive Mitarbeit verlangt – das bedeutet, ruhig sein, mitarbeiten, aufmerksam dem Unterricht folgen u.Ä.. Störungen des Unterrichts werden prinzipiell nicht toleriert und dementsprechend ermahnt und bestraft.

Grundsätzlich verboten sind Gewalt, Mobbing, Drohungen und unehrliches Verhalten. Dazu kommt das Verbot des Besitzes von Alkohol, Zigaretten, Drogen, gefährliche Waffen, pornographisches Material und Feuerwerkskörper. Da die meisten Drogen so oder so illegal sind, erübrigt sich das extra Verbot beinahe schon, da es vom Gesetz her bereits verboten ist. Abgesehen davon ist Sachbeschädigung natürlich auch verboten – die Schüler sollten das Eigentum von anderen respektieren. Zudem ist der Besitz von Handys, obwohl nicht grundsätzlich verboten, auch nicht ermutigt, denn die Schule muss nicht für deren Sicherheit garantieren. Die Benutzung von Handys ist während des Unterrichts und anderer Zeiten, bei denen andere gestört werden können, verboten, logischerweise.

Gewisse Regeln gibt es auch bezüglich des Erscheinungsbildes: Zum einen wird verlangt, dass die Schüler auf ihre äußere Erscheinung achten, zum anderen gibt es Vorschriften, wie dieses auszusehen hat. Die Kleidung muss ordentlich und sauber sein, die Haare dürfen nicht gefärbt sein oder einen Schnitt haben, der vom Kollegium der Schule nicht gebilligt wird. Daneben gibt es auch Regelungen, was das Tragen von Schmuck betrifft. Generell ist es nicht gestattet, Schmuck zu tragen, mit der Ausnahme von einfachen Ohrringen – für Mädchen! – und eine einfache Halskette mit einem einfachen Anhänger.

Das Verlassen des Schulgeländes ist nur zu bestimmten Zeiten gestattet, was noch einmal genauer in den einzelnen Regelwerken steht. Meistens ist es so, dass jüngere Schüler (bis 13 Jahre) die Schule nur zu den erlaubten Zeiten verlassen dürfen, und dazu brauchen sie die Erlaubnis des Hausvorstands. Ältere Schüler dürfen die Schule zu gewissen Zeiten auch ohne Erlaubnis verlassen.

Aus Hogwarts kennt man einige Regeln und Verbote, wie zum Beispiel das Zaubern und Rennen auf den Gängen, das verboten ist. Auch ist es verboten, nach bestimmten Zeiten das Haus zu verlassen. Es gibt bestimmte Areale, die nicht betreten werden dürfen, wobei das nur im ersten Band innerhalb des Schlosses der Fall war – aber das immer aus gutem Grund! Ungebührliches Verhalten ist selbstverständlich auch nicht wirklich gestattet, wobei die Handhabung von Lehrer zu Lehrer variiert.

Auch das Verlassen des Schulgeländes ist ohne Erlaubnis eines Elternteils oder Vormundes verboten – und eine Erlaubnis gibt es sowieso erst für Schüler ab dem dritten Schuljahr. In Hogwarts gibt es jedoch eine recht einheitliche Regelung: Alle Schüler dürfen nur an den Hogsmeade-Wochenenden das Schloss verlassen. Die Frage, wie es mit den volljährigen Schülern ist, bleibt dabei jedoch offen. Zudem kann man sich fragen, ob sie sich eine Erlaubnis selbst schreiben könnten, wenn sie wollten.

4.5.1 Strafmaßnahmen

Es gibt verschiedenste Möglichkeiten für die Schulen, Regelwidrigkeiten zu ahnden. Dabei sind körperliche Strafen in allen Schulen verboten. Die am häufigsten benutzten Strafen sind folgende:

Strafarbeit (detention)
Normalerweise wird diese Art der Strafe für fehlende Mühe bzw. schlechte Leistungen oder auch schlechtes Benehmen im kleineren Umfang. Die Strafe besteht darin, dass der Schüler eine beaufsichtigte Arbeit verrichten muss. Diese bestehen entweder in schulischen oder sozialen Arbeiten. Die Dauer einer solchen Strafarbeit ist meist dreißig Minuten, kann aber natürlich auch länger dauern – Strafarbeiten sind dabei immer in der potentiellen Freizeit (also nach dem Mittagessen oder nach Unterrichtsschluss) angesetzt.

‚Hausarrest‘ (internal suspension)
Angewandt wird diese Art von Strafe bei einem ernsten Regelbruch (z.B. Besitz oder Konsum von Alkohol) oder dauerhaft schlechtem Benehmen. Der Schüler darf dabei den Unterricht besuchen, muss aber in der gesamten Freizeit soziale Dienste leisten und ist während dieser Zeit von außerschulischen Aktivitäten wie Sport und Ähnliches ausgeschlossen. Die Strafe kann eine gesamte Woche andauern.

Suspendierung (suspension)
Für ernste Brüche der Schulregeln – zum Beispiel auch Mobbing – kann eine zeitweilige Suspendierung verhängt werden. Der Schüler wird dabei aufgefordert, die Schule für eine bestimmte Zeit zu verlassen. Bei Kindern aus Übersee müssen diese mit ihrem Vormund verbleiben. Eine Suspendierung bedeutet keine Ferien, denn es kann eine ernsthafte Gefahr für die schulischen Leistungen des Schülers darstellen.

Rauswurf (expulsion)
In besonders extremen Fällen – Besitz von illegalen Drogen, sexuelle Beziehungen etc. – kann der Schüler aufgefordert werden, die Schule zu verlassen. Eine Rückkehr ist nicht möglich und die Schulgebühren, die bereits für den entsprechenden Term bezahlt wurden, werden nicht zurückerstattet.

In Hogwarts wird sehr oft Gebrauch von Strafarbeiten gemacht, die teilweise auch ein wenig in Hausarrest übergehen können – man denke an das Verbot für Harry, Quidditch zu spielen. Jedoch ist nicht bekannt, ob es auch Suspendierungen und Rauswürfe in Hogwarts gibt, wenngleich es anzunehmen ist. Immerhin müssen schwarzmagische Aktivitäten auch bestraft werden – ein Rauswurf scheint bei gewissen Delikten sogar noch eine recht milde Strafe zu sein.

Außerdem gibt es in Hogwarts ein Punktesystem, das sowohl für gute Leistungen als auch schlechte Leistungen eine Darstellungsmöglichkeit bietet. Dabei hat ein solches System gewisse Nachteile, denn zum einen bedeutet es zwar, dass man darüber nachdenkt, einen Regelbruch zu begehen, da es das gesamte Haus in Misskredit bringt, andererseits bringt ein jeder Punktverlust Probleme für den jeweiligen Schüler: Gruppenzwang und Druck auf die einzelnen Schüler, mehr Punkte zu sammeln. Und jeder Verlust kann dadurch zu Mobbing führen.

In dem Wissen, dass ich mir vermutlich nicht nur Freunde damit mache:

Der Anti-Severus-und-Hermine-Essay

Ja, ich gebe es offen und ehrlich zu: Mir ist dieses Pairing zuwider. Wirklich. Ich habe es früher gelesen, aber je mehr ich darüber nachdenke, desto unsinniger erscheint es mir. Aber dies ist ein Essay – oder der Versuch eines Essays, wenn man es so ausdrücken möchte – und deshalb werde ich versuchen, objektive Argumente vorzubringen.

Einmal ganz abgesehen von Heiligtümer des Todes, was ganz deutlich sagt, dass Snape immer Lily geliebt hat, möchte ich auf das Alter zu sprechen kommen. Es mag zwar für Zauberer kein großes Alter sein, so 20 Jahre, aber mal ehrlich: Würde Snape etwas mit einer ehemaligen Schülerin anfangen? Noch dazu eine, die er verspottet und verhöhnt hat (man denke an Band 4, wo ihre bereits leicht überstehenden Vorderzähne bis zum Kinn wachsen und Snape nur meint, er könne keinen Unterschied feststellen)? Wirkt für mich sehr abwegig. Abgesehen davon ist Hermine mit Harry und Ron befreundet – Personen, die Snape regelmäßig heruntermacht. Er macht sie fertig, wenn sie Neville helfen will.

Und auch wenn Hermine ihn vor Harry und Ron verteidigt, wer sagt, dass es irgendetwas damit zu tun hat, dass es romantische Gefühle gibt? Sie respektiert ihn für sein Können – als Mensch kann sie ihn nicht viel besser finden als Harry und Ron es tun. Wo ist da die romantische Beziehung, wenn eine Person ihre Autorität über die andere ausnutzt, um sie bloß zu stellen? Er zeigt keinerlei Beachtung ihrer Leistung, vermeidet es, sie dran zu nehmen, macht selbst richtige Antworten runter… und dann soll er es deshalb tun, weil er sie von sich fernhalten will, weil er verbotene Gefühle hegt? Dann muss er aber schrecklich entzwei gerissen sein: Er würde dann ja auch eine gewisse romantische Einstellung zu Harry oder Neville haben…

Nun habe ich mich vermutlich ein wenig verzettelt, deshalb werde ich mich einem altbekannten Plotmodell zuwenden, das da lautet: Hermine muss/soll Snape bei einem Tränkeexperiment/neuen Zauber helfen. Das ist bereits so lächerlich, wenn man darüber nachdenkt, dass man schreien möchte. Wenn wir davon ausgehen, dass es sich um ein Tränkeprojekt handelt – wer zum Henker kommt auf die Idee, dass eine Schülerin bzw. eine Person, die nur die Erfahrungen aus der Schule hat, mit experimentellen Zaubertränken zurechtkommt? Hermine zeigt sich im sechsten Band deutlich abgeneigt, von bestehenden Anweisungen abzuweichen, selbst wenn sie sieht, dass diese Veränderungen das Ergebnis verbessern. Wer also würde glauben, dass sie einen Zaubertrank erfindet? Es passt nicht zu ihr, denn sie misstraut handschriftlichen Ideen ohne genaue Quellenangaben für dieselben. Geeignetere Personen zum Assistieren wären da die Weasley-Zwillinge, denn sie sind kreativ und scheuen sich nicht vor Experimenten. Und was die Zaubersprüche angeht: Hermine hat nie versucht, einen eigenen Zauber zu erfinden. Auch hier ist sie gegen selbst erfundene Dinge. Außerdem wäre für Zaubersprüche als Leitung sicherlich Flitwick geeigneter, er ist nicht umsonst Zauberkunstlehrer.

Wo ist also der Sinn, Hermine wegen irgendeinem Projekt bei Snape einzuquartieren? Nirgends, zumindest von der unromantischen Seite aus.

Es gibt auch das Modell, dass Hermine bei Snape in die Lehre geht. An sich eine nette Idee, immerhin ist Snape auch ein Meister der Zaubertränke – aber seit wann hat Hermine so ein großes Interesse an Zaubertränken, wenn sie nicht einmal dazu bereit ist, eigene Ideen einzubringen? Sie hat vielleicht im zweiten Schuljahr einen Vielsafttrank gebraut, aber was ist das schon? Sie hatte ein Rezept! Snape hat im fünften Schuljahr bereits eigene Zauber entwickelt und im sechsten spätestens (!) bestehende Rezepturen verbessert. Snape zeigt deutlich, dass er mehr Interesse an der Materie hat, experimentierfreudiger ist – wieso sollte er eine Schülerin wollen, die nur Antworten aus Büchern zitiert? Hermine zeigt sich häufig genug als verdammt unkreativ.

Außerdem stellt sich mir persönlich an dieser Stelle auch die Frage, wieso Snape überhaupt einen Lehrling wollen würde. Er hat die sieben Jahre, die Harry zur Schule geht, keine Lehrlinge, keiner der Weasleys verliert je ein Wort darüber – und man sollte meinen, dass es auffallen würde, wenn jemand bei Snape unterkommt. Und ein Lehrling würde bei ihm wohnen, oder zumindest in Hogwarts, denn das ist ein Fulltimejob. Ein Lehrling würde Snape sicherlich zum Unterricht begleiten. Und man soll nun wirklich glauben, dass er Hermine eine solche Stelle einräumt – und sie sein erster Lehrling in grob 20 Jahren wäre? Sehr unwahrscheinlich.

Kommen wir nun auch zum Heiratsgesetz. An sich ja eine nette Idee – Ministerium gibt Gesetz raus, die Paare müssen kompatibel sein, alles in Butter. Nur frage ich mich erstens, welche Bevölkerung sich so ein Gesetz aufzwingen lässt, insbesondere, wenn es dann solche Sachen wie „Reinblüter muss Muggelstämmigen heiraten“ gibt oder sonstige Regelungen, und zweitens, wie das Ministerium überhaupt feststellen will, ob ein Paar zusammenpasst oder nicht. Es gibt einfach kein Patentrezept. Lily und James wirken wie das perfekte Paar, einfach weil sie beide beliebt waren und fast alle nur gutes über sie sagen – aber wer sagt denn, dass die Ehe nicht trotzdem gescheitert wäre, wenn sie 20 Jahre zusammen gewesen wären? Die Lächerlichkeit von irgendwelchen Bindungszaubern und Tränken ist einfach unbeschreiblich. Warum werden dann junge Zauberer nicht gleich getestet, wenn sie nach Hogwarts kommen? Dann könnten die sich bereits verloben und besser kennen lernen. Dass Hermine und Snape das auch noch akzeptieren würden, das ist der Gipfel der Lächerlichkeit. Snape wirkt nun wirklich nicht so, als würde er nicht alle Hebel in Bewegung setzen, um so einem Gesetz zu entgehen, und wenn er sich auf eine einsame Insel mitten im Nirgendwo zurückziehen müsste. Natürlich mit den entsprechenden Dingen, um seinen Hobbys nachgehen zu können.

Dann gibt es natürlich, neben den „äußeren“ Einflüssen, noch die Idee, dass Hermine bei Snape Strafarbeiten ableistet oder Nachsitzen bekommt, sich darauf nach und nach mehr entwickelt, etc. etc.

Zunächst die Frage: Wie oft kommt es vor, dass Hermine etwas tut, dass wirklich Strafarbeiten verlangt? Selten. Insbesondere, da sie mit jemandem befreundet ist, der prädestiniert für jegliche Strafarbeiten, Punktabzüge und Nachsitzen ist, die anfallen können – Harry. Abgesehen davon ist Snape einer von jener Sorte, die die Strafarbeit entweder mit Kesselschrubben und ähnlichem ableisten lässt, oder den Bestraften zu Filch schickt. Gehen wir aber mal davon aus, dass Hermine einen schlechten Tag hat und Snape gnädig genug ist, sie zum Kesselschrubben zu verdonnern statt ihr Filch auf den Hals zu hetzen. Sie schrubbt also Kessel. Nicht gerade der Burner, um eine Beziehung zum Laufen zu bekommen. Auch dann nicht, wenn sie einen Rock trägt, denn Hermine ist nicht Sailor Moon – ihr Rock dürfte ein wenig länger sein als das. Außerdem, sie wird sich kaum bücken, um Kessel zu schrubben, denn es ist weitaus einfacher, sich einfach auf den Boden zu knien (wenn wir von den großen Kesseln ausgehen – wenn die Kessel die Größe von Töpfen haben, dann wird sie eher aufrecht stehen). Während Hermine nun also auf dem Boden herumkriecht, um die Kessel sauber zu machen, wird sie vermutlich auch ihren Umhang tragen, denn bekanntermaßen sind die Kerker ein wenig kühl – liegt daran, dass sie ein wenig unterirdisch sind und nicht so viel Sonne abbekommen. Nicht unbedingt etwas, was Aufmerksamkeit verlangt. Abgesehen davon: Wieso würde Snape überhaupt auf sie achten? Er könnte die Zeit viel besser dazu nützen, Aufsätze zu korrigieren. Er würde es hören, wenn sie ihre Arbeit unterbräche, und dann könnte er einschreiten. Also: Kesselschrubben ist kein Mittel, um eine Beziehung aufzubauen.

Eine andere Möglichkeit, die gerne verwendet wird, ist die, dass Hermine bei ihrer Strafarbeit die Aufgabe bekommt, Snape bei seinen Tränken zu helfen, zum Beispiel bei den Tränken für den Krankenflügel. Je nach Zeitpunkt ist das mehr oder weniger plausibel. Wäre sie, z.B., in der siebten Klasse, könnte Snape vielleicht auf die Idee kommen, sie ein paar Tränke machen zu lassen. Die Frage ist aber, inwieweit es helfen würde, eine Beziehung zu starten. Snape weiß, dass Hermine nach Rezept brauen kann, und für alles andere würde er sich (s.o.) jemand anderen holen. Hermine würde ihm also nur Arbeit abnehmen, und das ist nicht mal etwas, was Hermine besonders macht, denn eigentlich müsste er diese Leistungen im Zaubertrankbrauen von allen Schülern in der siebten Klasse erwarten können – immerhin waren sie gut genug, damit er sie in seine UTZ-Kurse genommen hat.

Wenn man es wirklich darauf anlegt, dieses Pairing zu schreiben, wird man garantiert für alles eine Möglichkeit finden, es zu umgehen, aber es ist eine Tatsache, dass Hermine und Snape vom Charakter her nicht darauf angelegt sind, dass sie zusammenpassen. Ein Treffen nach der Schule würde – rein vom Charakter her – sicherlich ebenso im Sande verlaufen, wie eine Annäherung während der Schulzeit. Sie sind einfach nicht füreinander geschaffen.

Und jetzt darf gesteinigt werden – aber nur mit Wattebauschen.

Das Geld der Zauberer

Ich befasse mich gerne mal mit Dingen, von denen ich nicht weiß, ob ich sie jemals brauchen werde. Meistens landen meine Erkenntnisse dann in einer Möglichkeit, diese zu nutzen – auch wenn ich es eigentlich nie tue. So ist eine Excel-Tabelle zur Berechnung der Rangliste im Quidditch entstanden – und eine Tabelle zur Umrechnung realer Währungen in die der Zauberer.

Tatsache ist, es gibt eine Menge solcher Umrechner im Internet. Fakt ist aber auch, dass ich davon genervt war, jedes Mal einen solchen zu suchen, vor allem, da man die dann auch nur dann verwenden kann, wenn man gerade eben auch Internet hat. Also habe ich mir selbst einen gebastelt, was an sich auch nicht weiter schwer ist. Die wichtigsten Informationen sind einmal Hagrids Worte in Band 1 und die Preise, die auf den Büchern „Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind“ und „Quidditch im Wandel der Zeiten“ stehen. Ich gebe zu, da habe ich nicht selbst nachgeforscht und einfach den geläufigsten Wert übernommen – eine Galleone sind fünf Pfund.

Aber damit habe ich nicht aufgehört. Weil Galleonen nun einmal aus Gold bestehen und der Goldpreis schwankt. Also habe ich einen zusätzlichen Umrechner gebastelt, der den Wechselkurs über den Goldpreis bestimmt – auch wenn es zweifelhaft ist, dass der Wechselkurs tatsächlich davon abhängig ist, da man sonst massenweise Galleonen verkaufen könnte, um Muggelgeld zu erhalten. Aber früher war es vielleicht mal so, und da ich eben auch viel über die Vergangenheit schreibe, fand ich einen solchen Umrechner interessant. Möglicherweise könnte man den ja mal brauchen.

Ich hatte also eine Umrechnung von Galleonen in Pfund, die einmal auf einem fixen Wert und einmal auf dem Goldpreis basierte. Den Goldwert einer Galleone kann man mit ein wenig Nachdenken ermitteln, wenn man einfach in Betracht zieht, dass Galleonen relativ groß sein sollen, Münzen sind (also eine gewisse Dicke aufweisen müssen) und man eintausend von ihnen auf einen Nachttisch werfen kann, ohne dass dieser unter dem Gewicht zusammenbricht. Ganz zu schweigen davon, dass man eben eintausend von ihnen sozusagen werfen kann. Aber das ist nicht das, worüber ich eigentlich hier schreiben wollte.

Fakt ist: Ich hatte eine funktionierende Umrechnungstabelle, die mir hin und her alle Werte lieferte, die ich wollen könnte. Bis zu dem Zeitpunkt, als ich realisiert habe, dass ich mich ja nur mit dem dezimalen Währungssystem beschäftigt habe. Und das ist der Knackpunkt, bei dem ich ansetzen will.

»Die goldenen sind Galleonen«, erklärte Hagrid. »Siebzehn Silbersickel sind eine Galleone und neunundzwanzig Knuts sind ein Sickel. Nichts einfacher als das.«
(»The gold ones are Galleons. […] Seventeen silver Sickles to a Galleon and twenty-nine Knuts to a Sickle, it’s easy enough.«)

Genau. Nichts einfacher als das. Und warum ist nichts einfacher als das? Weil es definitiv auch komplizierter geht. Man bedenke, siebzehn und neunundzwanzig sind Primzahlen, das heißt, man kann sie nur durch sich selbst und eins teilen. Damit fallen andere Teilungen weg, außer man möchte eben eine Halbsickelmünze mit einem Wert von 8,5 Knuts haben. Wäre möglich, aber die Zauberer haben so etwas nicht – also ist es relativ einfach, oder? Sicherlich ist es ungewohnt, mit drei Münzen zu rechnen, vor allem, da sie eben nicht dem uns so geläufigen dezimalen System entsprechen, aber wenn man bedenkt, dass das Ganze in England spielt und die Briten gerne ihr eigenes Süppchen kochen … man denke nur an die Längenmaße. Metrisch sind die jedenfalls auch nicht.

Bis 1971 gab es in England keine metrisch aufgebaute Währung. Dementsprechend sind die Zauberer in der Hinsicht also nicht weit zurück oder so sonderlich, wie es auf den ersten Blick scheinen mag. Tatsächlich haben die älteren Charaktere wohl auch noch nach dem alten System den Umgang mit Geld gelernt – ähnlich wie man eben bis 2002 auch noch D-Mark statt den Euro hatte, mit Pfennigen und Groschen und 5-Mark-Stücken (die ja weitaus häufiger als Scheine waren – und ich gebe zu, ich stelle mir Galleonen meistens als eine Art goldenes 5-Mark-Stück vor).

Das heißt im Klartext:
1 Pfund = 20 Schilling = 240 Pence
1 Schilling = 12 Pence

Zum Vergleich:
1 Galleone = 17 Sickel = 493 Knuts
1 Sickel = 29 Knuts

Für die ältere Generation wird es also nur ein Umrechnen, kein Umdenken gewesen sein. Zumindest für die, die eben in der Muggelwelt großgeworden sind. Der große Unterschied wird wohl die Größe und Art der Münzen gewesen sein, wie Ron ja auch feststellt, als Harry von den Dursleys eine 5-Pence-Münze bekommt (was nach der Dezimalisierung ein Schilling wäre, also £0.05). Die Frage ist, ob er sich darüber wundert, wie klein die Münze ist (wenn man es mit der Beschreibung der Zauberermünzen vergleicht), oder ob es der Wert der Münze ist, da die Zauberer scheinbar nur drei Münztypen haben – zumindest werden keine weiteren erwähnt. In der Muggelwelt hingegen gibt es eine ganze Reihe an Münzen, insbesondere vor der Dezimalisierung, aber auch einige Zeit danach (da die Münzen auch weiterhin als Zahlungsmittel akzeptiert waren).

Man denke nur daran, wie viele Münzen wir haben, obwohl wir nur das System „1 Euro = 100 Cent“ haben – 1-Cent-, 2-Cent-, 5-Cent-, 10-Cent-, 20-Cent- und 50-Cent-Münzen, so wie 1- und 2-Eurostücke. Das sind 8 Münzen für zwei Einheiten. Die Zauberer haben, laut dem, was wir aus den Büchern wissen, 3 Münzen für 3 Einheiten – nichts einfacher als das, also. Kein Wunder, dass die Zauberer sich jedes Mal über die Muggelwährung wundern: mehr Münzen und dann eben auch noch Scheine.

Vor 1971 – und eben noch eine gewisse Zeit danach – gab es in Muggelengland definitiv mehr Münzen, als die Zauberer von ihrer Währung kannten. Nicht nur Münzen, die das Spektrum von Penny zu Schilling zu Pfund abdeckten, nein, es gab auch Münzen, die weniger als ein Penny wert waren. Bis 1982 wurde auch die Unterscheidung zwischen altem Penny (ein 240stel Pfund) und dem neuen Penny (New Pence, ein 100stel Pfund) gemacht. Heute gibt es fünf verschiedene Penny-Münzen, die noch im Kurs sind – die ½-Penny-Münze wurde außer Kurs gesetzt. Die Werte der Pennies sind 50, 20, 10, 5, 2 und 1 Penny. Dabei wurden die 5- und 10-Penny-Münzen 1968 und die 50-Penny-Münzen 1969 eingeführt, um die 1- und 2-Schilling-Münzen bzw. die 10-Schilling-Note zu ersetzen. Die 20-Penny-Münze wurde 1982 eingeführt. Zudem veränderte sich die Schreibweise der verschiedenen Einheiten, damit man sie unterscheiden konnte:

Altes System:
£ / s / d – Pfund, Schilling, Penny
Neues System:
£ und p – Pfund und Penny

Alles in allem – ein ziemliches Durcheinander. Zudem wurde 1983 eine £1-Münze eingeführt, die die £1-Note ablösen sollte. Der Schein wurde ab 1984 nicht mehr gedruckt, zumindest nicht von der Bank of England. Die Royal Bank of Scotland hat sie noch 2006 gedruckt. Der ½-Penny wurde 1984 abgeschafft, weil er nicht mehr nützlich war, da die Geldeinheit zu klein war. Die Schilling-Münzen wurden ebenfalls nach und nach außer Kurs gesetzt. Eine kleine Zusammenfassung zu den Münzen:

½-Penny-Münze (£0.005, ½p) – eingeführt 1971, abgeschafft 1984

1-Penny-Münze (£0.01, 1p) – eingeführt 1971

2-Penny-Münze (£0.02, 2p) – eingeführt 1971

5-Penny-Münze (£0.05, 5p) – eingeführt 1968 in der Größe der damaligen 1-Schilling-Münze, ab 1990 in der neuen, verringerten Größe

10-Penny-Münze (£0.10, 10p) – eingeführt 1968 in der Größe der damaligen 2-Schilling-Münze, ab 1992 in der neuen, verringerten Größe

20-Penny-Münze (£0.20, 20p) – eingeführt 1982, um den Unterschied zwischen 10- und 50-Penny-Münze zu überbrücken

25-Penny-Münze (£0.25, 25p), auch Crown – von 1972 bis 1981 als Spezialprägung, nicht im normalen Umlauf

50-Penny-Münze (£0.50, 50p) – eingeführt 1969 in der Größe der damaligen 10-Schilling-Münze, ab 1997 in der neuen, verringerten Größe

1-Pfund-Münze (£1.00) – eingeführt 1983

2-Pfund-Münze (£2.00) – von 1986 bis 1997 als Spezialprägungen, ab 1997 im normalen Umlauf

5-Pfund-Münze (£5.00), auch Crown – ab 1990 als Spezialprägungen und nicht im normalen Umlauf, aber als legales Zahlungsmittel anerkannt

Das macht insgesamt acht Münzen plus eine Münze, die nur zu speziellen Ereignissen geprägt wird, und zwei, die zwischenzeitlich außer Kurs gesetzt wurden. Und das sind nur die, die nach der Dezimalisierung im Umlauf waren – vor 1971 gab es schließlich auch noch die Schilling-Münzen und einige zerquetschte Penny-Münzen (Halb-Penny und Viertel-Penny). Im Vergleich dazu, insbesondere wenn man die Währungsumstellung von nicht-dezimal zu dezimal betrachtet, ja, die Zaubererwährung kann mit nichts einfacher als das beschrieben werden.