Georg büchner (1813-1837): dantons tod (1835)

Biographie:Georg Buchner wird 1813 als Sohn eines Arztes aus Goddelau bei Darmstadt geboren. Im Herbst 1831 zieht er nach Stra?burg und studiert Medizin und Naturwissenschaften. Hier wird er mit den Gedanken der Franzosischen Revolution konfrontiert und engagiert sich selbst politisch. Nach zwei Jahren setzt er seine Studien im hessischen Gie?en fort. Obwohl er sich zunachst verachtlich uber die dortige Politik au?ert, erkennt er die rucksichtslose Ausbeutung der Bevolkerung und sieht sich dadurch gezwungen, aktiv einzugreifen. Aus sozialem Mitgefuhl wird er der Fuhrer der hessischen Arbeiter, denen er zu ihrem Recht verhelfen will. Er erkennt, da? nicht von der Literatur her die soziale Revolution kommen kann, sondern nur von der Tat. Daher grundet er in Gie?en die geheime „Gesellschaft der Menschenrechte“ und gibt den „Hessischen Landboten“, eine revolutionare Flugschrift, heraus, der das kennzeichnende Motto „Friede den Hutten, Krieg den Palasten!“ tragt. Wegen der gro?en Angst der Bauern, die die Flugschrift der Polizei aushandigen, und des Verrats eines Mitarbeiters fliegt das Unternehmen auf. Buchner kann den Rest der Beteiligten rechtzeitig waren, so da? eine Hausdurchsuchung der Polizei erfolglos bleibt. Wiederholt wird Buchner als Zeuge vor Gericht geladen. Trotzdem denkt er nicht daran, seine revolutionaren Tatigkeiten aufzugeben. In dieser Zeit beginnt er mit der Niederschrift von „Dantons Tod“, und innerhalb von funf Wochen ist das Drama fertiggestellt. Auf Grund seiner gefahrlichen Lage und weil er einsieht, da? es zu einer sozialen Revolution noch zu fruh ist, flieht er nach Stra?burg, um den Verfolgungen der Polizei zu entgehen. Spater zieht er nach Zurich, wo er als Privatdozent und als steckbrieflich verfolgter Fluchtling 1837 im Alter von 24 Jahren an einem Nervenfieber (Typhusepidemie) stirbt.

Werke:

Dantons Tod: Revolutionsdrama

Leonce und Lena: Lustspiel

Woyzeck: Trauerspiel

Lenz: Erzahlung

Entstehung:

Im Winter 1835 schrieb Georg Buchner innerhalb weniger Wochen das Drama „Dantons Tod“. In dem Bestreben, ein getreues Geschichtsbild zu zeichnen und kein Tendenzstuck zu schreiben, schlo? sich Buchner eng an seine Quellen an, aus denen er Teile, vor allem Reden der Politiker wortlich ubernahm. Er benutzte vor allem die Geschichte der Franzosischen Revolution von Adolphe Thiers (ersch. 1823-27). Er schildert mit uberzeugender Wirklichkeitstreue den Kampf zwischen Danton und Robespierre vor dem bewegten Hintergrund jener historischen Tage.

Form, Gattung, Sprache:

Drama in 4 Akten

Volkstumliche, plastische, of drastische und obszone Sprache und neuartige Dialoggestaltung, was im Kontrast zum pathetischen Stil der Klassiker (idealisierend), v.a. Schillers, steht.

Personen:

Georg Danton: Abgeordneter des Konvents. Deputierter.

Camille Desmoulins: Dantons Weggefahrte, Abgeordneter.

Philippeau: Dantons Weggefahrte, Abgeordneter.

Lacroix: Abgeordneter.

Legendre: Anhanger Dantons

Robespierre: Mitglied des Wohlfahrtsausschusses.

Saint-Just Jakobiner, Mitglied des Wohlfahrtsausschusses, Parteiganger Robespierres

Ort und Zeit:

Paris. 24.3.-5.4.1794. Spatphase der Franz. Rev., in der sie in ihr Gegenteil, eine selbstmorderische Diktatur, umzuschlagen beginnt und zwei uberragende Revolutionsfuhrer, Robespierre und Danton, zu entschiedener Gegnerschaft zwingt.