Georg büchner: dantons tod – inhaltsangabe

Der Beginn des ersten Akts zeigt Danton mit seiner Frau Julie in einem Spielsalon. Am Spieltisch beklagen einige Deputierte des Nationalkongresses den Revolutionsterror und beschworen ihr Ideal einer freien Republik. Danton au?ert seine politische Resignation: »die Statue der Freiheit ist noch nicht gegossen, der Ofen gluht, wir alle konnen uns noch die Finger dabei verbrennen.« In der zweiten Szene wird das Elend des Volkes illustriert: Simon schlagt seine Frau, weil sie zula?t, da? ihre Tochter die Familie durch Prostitution ernahrt. Burger beobachten die Szene und lenken den Volkszorn auf die Aristokraten: »Totgeschlagen, wer kein Loch im Rock hat! . . . Totgeschlagen, wer lesen und schreiben kann!« Robespierre tritt auf und prasentiert die Jakobiner als Anwalt des Volkes. Ihre >Solidaritat< besteht in der Ermordung der Volksfeinde. Die folgende Szene spielt im Jakobinerklub und hat ihren Hohepunkt in Robespierres Pladoyer fur die Fortsetzung der Gewalt: »Die Waffe der Republik ist der Schrecken«. Eine Zwischenszene zeigt das Klima des Terrors und der Angst im Gesprach der Nationalkonventsdeputierten Legendre und Lacroix. Im Kontrast dazu erscheint in der funften Szene Danton fern vom politischen Geschehen, in Leidenschaft versetzt durch die Prostituierte Marion. Sein Freund und Anhanger Lacroix kommt und warnt ihn vor dem Wiederaufleben des Terrors. Danton fuhlt sich unangreifbar, beschlie?t aber dennoch, das Gesprach mit Robespierre zu suchen. Der erste Akt findet seinen Hohepunkt und Abschlu? in der Auseinandersetzung zwischen Robespierre und Danton: Danton spricht sich gegen die Fortsetzung des Terrors aus und wirft Robespierre eine scheinheilige Moralitat vor, deren Zweck die Ausschaltung seiner Gegner ist: »Robespierre, du bist emporend rechtschaffen.« Nach Dantons Abgang beschlie?t Robespierre, ihn und seine Anhanger zu beseitigen; seine Rolle sieht er als die eines Erlosers unter umgekehrten Vorzeichen: »Jawohl, Blutmessias, der opfert und nicht geopfert wird.«Zu Beginn des zweiten Akts erscheinen Dantons Anhanger, um ihn vergeblich zur Flucht zu drangen. In der zweiten Szene wird eine Alltagssituation als Stra?enpanorama entworfen: kurioser Revolutionsenthusiasmus, Manner, die um Frauen werben (unter ihnen als lustvoller Beobachter Danton), und naiver Fortschrittsoptimismus stehen nebeneinander. In der folgenden Szene eroffnet Danton dem Ehepaar Lucile und Camille, da? seine Verhaftung beschlossen wurde. Dennoch trifft er keine Anstalten zur Flucht: »Ich bin nicht trag, aber mude.« Die vierte Szene auf freiem Feld ist ein Reflexionsmonolog, der Dantons spielerische Todessehnsucht zum Ausdruck bringt: »Ich kokettiere mit dem Tod.« Die folgende Szene zeigt Danton mit Julie. Danton ist von einem Alptraum erwacht; verzweifelt sieht er die Menschen als Spielballe ihrer inneren Gewalttatigkeit. In der nachsten Szene erscheinen Burgersoldaten zur Verhaftung Dantons. Der zweite Akt endet mit einer Szenen im Nationalkonvent, wo Robespierre und St. Just diese Verhaftung rechtfertigen und Legendres Antrag auf Anhorung Dantons abzuschmettern versuchen. Die Szene endet im Absingen der Marseillaise.

Der dritte Akt behandelt den Proze? gegen Danton. Er beginnt im Palais Luxembourg, das als Gefangnis umfunktioniert ist. Dort sitzen die Revolutionare Chaumette, Payne, Mercier und Hérault Séchelles und diskutieren atheistische und materialistische Philosophien. Danton und seine Anhanger werden eingeliefert. Camille au?ert seine Enttauschung uber ihr politisches Scheitern. Die folgende Szene zeigt, wie der offentliche Anklager FouquierTinville und Herman, ein Prasident des Revolutionstribunals, die Geschworenenauswahl fur Dantons Proze? manipulieren. In der dritten Szene, in der Conciergerie, beklagt sich Danton uber das von ihm geschaffene Revolutionstribunal: gegrundet, um Unschuldige zu retten, ist es nun ein Instrument des Justizmords. Vor diesem Revolutionstribunal spielt die nachste Szene: Danton wird der revolutionsfeindlichen Konspiration beschuldigt. Er fordert ein Verhor vor den Ausschussen und rechtfertigt seine Verteidigung wirkungsvoll als »Nationalkuhnheit«. Die Versammlung beklatscht seinen Patriotismus, so da? der Vorsitzende die Sitzung nur mit fadenscheinigen Grunden aufheben kann. Die >Verschworung< eines inhaftierten betrunkenen Generals zur Befreiung Dantons in der funften Szene wird in der anschlie?enden Szene von St. Just als brauchbares Mittel gegen Danton bewertet. Die siebte Szene, wieder in der Conciergerie, zeigt Danton erneut in Lethargie: er sucht Ruhe, aber nicht in Gott, wie Philippeau vermutet, sondern im »Nichts«. Die nachste Kurzszene bringt die Übermittlung der Denunziation. In der neunten Szene gelingt es Danton vorlaufig, die Sitzung vor dem Revolutionstribunal fur sich zu nutzen: »ich werde mit der Kanone der Wahrheit hervorbrechen und meine Feinde zermalmen.« Die Stimmung in der Versammlung scheint gunstig: »Es lebe Danton, nieder mit den Dezemvirn!« Doch in der letzten Szene des dritten Akts, vor dem Justizpalast, genugt das >Argument< eines Burgers, Danton sei ein wohlhabender Fresser, Saufer und Lustmolch, um den Volkshaufen fur Robespierre zu gewinnen. Der vierte Akt eroffnet mit Julie, die Danton uber einen Knaben eine Locke von sich schickt. In der zweiten Szene rechtfertigt Dumas, wie Herman ein Prasident des Revolutionstribunals, gegenuber einem Burger das bevorstehende Todesurteil als Opfer fur das Vaterland. Die Opfer werden in der folgenden Szene, in der Conciergerie, gezeigt. Vor der Hinrichtung greift Camille zu einer Erbauungsschrift als Trostmittel, Danton dagegen zu Voltaires Spottwerk uber die heilige Jungfrau von Orléans. In der nachsten Szene, auf dem Platz vor der Conciergerie, erscheint Camilles Frau Lucile, vor Entsetzen in geistige Verwirrung versetzt, vor dem Fenster der Gefangenen. In der Conciergerie, in der funften Szene, nehmen die Dantonisten Abschied voneinander. In der sechsten Szene begeht Julie Selbstmord. Der Rest des Dramas gehort der Hinrichtung: in der siebten Szene werden die Gefangenen auf den Revolutionsplatz gefuhrt. Fur das Volk ist die Hinrichtung eine Ablenkung von existentiellen Sorgen; eine Frau sagt: »Die Kinder schreien, sie haben Hunger. Ich mu? sie zusehen machen, da? sie still sind.« Die letzten beiden Szenen zeigen Lucile, die durch die Stra?en irrt und von der vollzogenen Hinrichtung hort. Zugleich mu? sie sehen, wie der Alltag uber diese Katastrophe hinweggeht. Am Revolutionsplatz schlie?lich verurteilt sie sich selbst zum Tod, indem sie den Konig hochleben la?t: Am Ende wird sie abgefuhrt ein Burger ruft: »Im Namen der Republik!«