Glaubensbekenntnis eines Atheisten?

Der weiter abgesetzte Anfang, sowie der ebenfalls getrennte Abschluss gehören nicht zum ursprünglichen Essay, sondern sind dazu gedacht, einen besseren Überblick zu gewährleisten (und um einige Stichworte einzuarbeiten, die nachträglich hinzugekommen sind). Der Abschnitt um die Konfirmation ist nachträglich ergänzt worden.

Ich möchte hiermit niemanden ärgern oder verurteilen, nehmt mir meine Meinung also bitte auch nicht krumm, auch wenn ihr nicht damit einverstanden seid.

Ach ja, Essay ist auch für den Deutschunterricht bestimmt gewesen, mein erster und vermutlich einziger Versuch zu dieser Form des Schreibens. Nicht, weil es nicht Spaß gemacht hätte, sondern eher, weil ich nicht so recht weiß worüber noch schreiben.

Glaubensbekenntnis eines Atheisten?

Mein Religionslehrer kam einmal mit der Idee, ich könnte doch mal aufschreiben, an was genau ich denn jetzt glaube, wo ich doch ungetauft im Unterricht bei ihm sitze, munter meine kritische Meinung mit einbringe und hin und wieder damit verblüffe, die Kirche trotzdem zu mögen und mich dort wohl zu fühlen. Eineinhalb Jahre später, inzwischen helfe ich in der Kinderkirche mit und bin fasziniert vom Glauben der Kinder (auch wenn ich es manchmal auch ein wenig verstörend finde), und mehrere Gespräche später starte ich hiermit also den Versuch, meine Gedanken auf Papier zu bringen. Eine Art Annäherung vielleicht, nicht unbedingt mehr, angeregt durch ein Gespräch mit eben diesem Lehrer, der mir dreist grinsend erklärt, dass ich mich vielleicht grade mitten auf meinem Weg zur Glaubensfindung befinde (nein, ich lasse mich nicht bekehren, sollte er das vorhaben), und einer Mitschülerin, die zum Thema Glauben die wohl gegensätzlichste Meinung meiner gegenüber hat (zumindest im Unterricht, außerhalb bin ich mir nicht so sicher). Hier also meine Darstellung, sehr lang, aber nicht so ausführlich, wie sie in Gedanken existiert. Außerdem wollte meine Deutschlehrerin den Essay endlich zum Korrigieren haben…

Von Charles Baudelaire stammt der Satz „Gott ist das einzige Wesen, das, um zu herrschen, nicht zu existieren braucht.“ Und es ist in der Tat faszinierend, welche Kraft der Glauben hat, wie er uns beeinflusst, unser Leben unbemerkt prägt und vorbestimmt.
Dennoch kann ich für mich mit ziemlicher Bestimmtheit sagen, dass ich nicht an Gott glaube. Ich sehe auch nicht ein, dass er existiert. Was allerdings tatsächlich zu finden ist, ist der Glaube an Gott, der eben diese Kraft zutage bringt, die man sich von Gott erhofft. Und diesen finde ich bewundernswert, fehlt es mir doch selbst eben daran.

Meine teilweise seltsamen Erfahrungen mit Gott, Kirche und Glauben begannen im Kindergarten, als wir eine Art Adventskalender zu Ostern hatten. Zum ersten Mal höre ich die Geschichte von der Kreuzigung und frage mich, was daran toll sein soll. Weshalb kam vor zweitausend Jahren jemand auf die Idee, sich umbringen zu lassen, für Leute, die er gar nicht kennt? Bis ich eigeschult werde, lerne ich nur noch das Gleichnis vom verlorenen Schaf kennen, das mir jemand unterjubelt, ohne eine Verbindung zu einem Gott herzustellen – ein Stickerbuch über einen Bauernhof, den biblischen Anteil fand ich damals langweilig und ich hab ihn nicht wirklich verstanden. Davon abgesehen war mir schon immer die Weihnachtsgeschichte bekannt, die meine Eltern wohl erzählt haben, weil sie eine Bildungslücke befürchteten.
Aus eben diesem Grund schickte man mich wohl auch in den Religionsunterricht, ich wüsste keinen anderen, weshalb man ein ungetauftes Kind von Eltern, die sich von der Kirche abgewandt haben, sonst damit behelligen sollte. Also lerne ich die Geschichten von Noah, Abraham, Jona, Josef und Moses kennen und frage mich, warum man Kindern solche teils ausgesprochen grausame Märchen erzählt, in denen immer dieser Gott vorkommt. Dieser stellt sich schließlich für mich als jemand heraus, der über den Wolken hockt, nicht gesehen wird, aber selbst alles beobachten kann. Fand ich unrealistisch, existierte für mich nicht und ein eigenes Bild kann ich mir nicht machen. Dennoch hüte ich mich davor, etwas zu sagen, anderen scheint der Kerl ja sehr wichtig zu sein. Ich genieße den Religionsunterricht, freue mich darüber, dass wir jede Stunde singen, auch wenn mir die Texte nicht wirklich viel sagen. Ob andere Kinder mit diesen etwas anfangen konnten? Würde mich wirklich interessieren.

Mit dem Wechsel auf die weiterführende Schule lässt meine Begeisterung für den Religionsunterricht stark nach, nicht zuletzt der Lehrer wegen. Als dann gefühlt bereits zum zehnten Mal Luther durchgenommen wird, kann ich nur noch dem Film etwas abgewinnen. Bebildert überstehe ich die eigentlich erst zweite Wiederholung des Themas und schaffe es, den Reformator nicht zu hassen. Ich werde mit zwei wundervollen Sprüchen ausgestattet, die mir noch heute durch die Bibel helfen, der Schulgottesdienst bringt mir das Vater Unser bei. Warum ich diese Veranstaltungen besuche, ist mir nicht ganz klar, sicher ist jedoch, dass ich damit zu einer Minderheit in der Klasse gehöre. Wieder habe ich Spaß am Singen, ich beginne, mich auch mit den Texten anzufreunden. Nicht mit allen, aber größtenteils. Lediglich bei einem Lied, an dessen Titel ich mich nicht erinnere, weigere ich mich mitzusingen.
Doch ansonsten bin ich mit Feuereifer dabei, die Aussage und die Gedanken, die hinter vielen Texten stehen, gefallen mir. Ich finde es schön, wie die Lieder einem Mut machen und für gute Laune sorgen. Außerdem gibt es wohl (fast) nichts schöneres, als in einer Kirche mit anderen zusammen zu singen. Für einen sonntäglichen Besuch im Gottesdienst reicht meine Begeisterung allerdings nicht, der Schlaf ist mir doch wichtiger.
Mit einem neuen Lehrer in der Schule habe ich wieder Freude am Unterricht, endlich kann ich wieder meine Meinung äußern, ohne Notenabzug fürchten zu müssen, sollte ich nicht die Auffassung der Lehrkraft teilen.

Im privaten Bereich stolpere ich über Kreationisten, die mich tief erschüttern. Ich finde es vollkommen unverständlich, wie manch einer sogar als Naturwissenschaftler wortwörtlich an die Bibel glauben kann. Ich diskutiere mit meinen Cousinen, bekomme erklärt, dass Jesus jedem mehrmals im Leben ein Zeichen gibt, eine Chance, ihm zu folgen. Dieses Signal muss an mir vorbeigegangen sein, ich habe jedenfalls nichts davon gemerkt. Vielleicht sollte der Messias das nächste Mal mit Trompeten und Posaunen auf sich aufmerksam machen, dann höre ich ihn vielleicht. Allerdings befürchte ich, dankend abzulehnen.
Ich denke, eine gewisse Grundhaltung, ein Mindestmaß an Gottesglauben muss vorhanden sein, dass man so einem Wink folgen kann. Eben das besitze ich nicht, also werde ich wohl mein Leben lang ein fehlgeleiteter Mensch bleiben. Gott existiert nicht, Jesus ist tot. Sollte dem nicht so sein, werde ich es schon bemerken, wenn ich sterbe. Vielleicht stehen sie dann beide vor mir. Dann würde ich meine Meinung freilich ändern, auch wenn sich ein Glaube an Gott dann erübrigt, ich weiß dann ja schließlich, dass er existiert. Allerdings vermute ich, dass die beiden gar keine Zeit für mich haben, schließlich gibt es viel zu tun, und bei so vielen Leuten, die sterben, bin ich als böser Ungläubiger vermutlich nicht weiter von Belang. Manch einer würde nun erklären, dass jeder Gott wichtig ist, dennoch bezweifle ich, dass der gute Herr die Zeit hat, sich um die über 150.000 Tote je 24 Stunden zu kümmern. Allmächtig hin oder her, das kann ich mir nicht vorstellen. Und was ich mir nicht vorstellen kann, daran kann ich auch nicht glauben, so einfach ist das. Also kann es keinen Gott geben, das war damals meine Meinung, das ist sie heute. Aus mehreren Gründen, das hier ist einer davon. Ein weiterer wäre die Theodizee-Frage, auf die ich der Länge halber nicht eingehen werde.

In der achten Klasse werden dann all meine Mitschüler in der Religionsklasse konfirmiert, ganz kurz bin ich versucht, nicht doch der Kirche beizutreten. Es scheitert letztendlich an dem Wunsch, sich nicht zum Affen zu machen, an dem, nicht dort vorne stehen zu wollen, und um dem Vorwurf zu entgehen, es nur des Geldes wegen zu machen. Inzwischen bin ich froh über diese Entscheidung, denn ich wäre da nicht glücklich geworden (auch wenn ich die Konfirmanden um ihre gemeinsame Zeit und ihre Erfahrungen und Diskussionen beneide…und um die Kerze und den Spruch). Außerdem will ich kein Heuchler sein, ich stehe zu meiner Meinung.

Einen tiefen Schlag in die Magengrube verpasst mir die Passionsandacht einen Tag vor Karfreitag. Nachdem ich an Weihnachten zum ersten Mal einem Gottesdienst beigewohnt habe, der nicht schulisch organisiert war, hatte ich mir überlegt, meine Freundinnen zu begleiten. Inzwischen halte ich es so, dass ich bei Gebeten eben einfach an hilfsbedürftige Menschen denke und ihnen viel Glück wünsche, um es mal ganz banal auszudrücken. Auf den Rest übertragen, ich genieße die Veranstaltung und blende Gott aus. Ich freue mich, dass man heutzutage noch so nett zueinander ist und nicke fleißig, wenn mir dann (meistens zumindest) die Aussage und die Botschaft hinter Predigten, Liedern und Geschichten gefällt. Ich fühle mich wohl in der Kirche. Bis zur besagten Passionsandacht. Ich kann mich an genau zwei Dinge erinnern. Zum einen hat man mir beim anschließenden Abendmahl den Wein anstatt Traubensaft gereicht, zum anderen hatte ich durchgehend das Gefühl, fehl am Platz zu sein. Ich konnte so wenig mit der Predigt anfangen, so wenig nachvollziehen. Ich war völlig verloren und kam mir vor wie ein Eindringling. Als würde ich den anderen etwas Böses tun, wenn ich hier als Ungläubige dabeisitze. Meine bisher schlimmste Erfahrung mit der Kirche, ein Gefühl wie da habe ich sonst noch nie erlebt. Ausgesprochen tröstlich war im Nachhinein allerdings, dass meine gläubigen Freunde sich genauso komisch vorgekommen sind. Den Schock hatte ich letztendlich schnell überwunden, auch wenn ich seither mehr darüber nachdenke, woran ich glaube und wie ich mich dabei mit der Kirche arrangiere.
Das zeigt sich dann auch im Religionsunterricht, ich bin geradezu besessen davon, meine Meinung kundzutun und damit möglichst noch Entsetzen auf den Gesichtern meiner Mitschüler zu entdecken. Um nichts in der Welt würde ich zu Ethik wechseln wollen, da würde meiner Klasse doch die kritische Stimme fehlen. Ich diskutiere gerne über alle möglichen Themen, der einzige Punkt, an dem ich nach wie vor kapitulieren muss, sind eigene Erfahrung und Empfindungen im Bezug auf Gott. Die habe ich nicht gemacht und kann sie auch bei anderen nicht nachvollziehen. Das muss ich auch nicht, aber es schränkt mein Verständnis bei den jeweiligen Diskussionsbeiträgen schon sehr ein, wenn vom Vertrauen zu Gott und ähnlichem die Rede ist.

Wahnsinnig spannend waren dann vor allem meine letzten beiden Jahre, die Unterrichtsthemen waren einfach toll. Sehr interessant vor allem unsere Stunden zum Bibelverständnis. Ich bin beeindruckt, wie man mit dem Buch umgehen kann, was man daraus lesen und weiterentwickeln kann. Bis auf das wörtliche Bibelverständnis – da sträubt sich alles in mir – kann ich alles nachvollziehen, kann ich jeder Idee etwas abgewinnen. Egal ob tiefenpsychologisch oder historisch-kritisch, grundsätzlich einmal kann ich mich mit allem anfreunden; mein Lehrer wirft mir in der Klausur dann Beliebigkeit vor…Also habe ich versucht, mir auch dahingehend zu überlegen, welche Meinung zur Bibel ich tatsächlich selbst vertrete. Von der Vorstellung eines Märchenbuches habe ich Abstand genommen, inzwischen finde ich, dass das historisch-kritische Bibelverständnis meinem Denken entspricht, beziehungsweise, mein Denken entspricht dieser Auslegung. Die Bibel wurde von Menschen einer früheren Zeit geschrieben, die anders dachten als wir, eine andere Sprache hatten und sich anders ausdrückten. Ihr Umfeld und ihren Lebensumstände unterschieden sich von den unseren, also ist es nötig, das alles zu beachten, wenn man die Bibel verstehen möchte. Ich glaube gern, dass die Menschen die Wahrheit aufgeschrieben haben, so wie sie sie empfunden haben, ich würde keine Wunder abstreiten, die beschrieben werden. Doch ist für mich klar, dass es eigentlich nur unerklärliche Naturphänomene waren, die man eben einem Gott zugeschrieben hat.
Die Bibel ist also ein historisches Buch, in dem man Lehren gesammelt hat, die im Gesamten nur in Anbetracht der Zeit, in der sie verfasst wurden, gänzlich zu verstehen sind.
Nachdem ich ja nun wusste, was die Bibel für mich darstellt, tut sich für mich im nächsten Jahr gleich ein neues Thema auf: Jesus. Die größte Zeit meines Lebens war er für mich ein teilweise etwas verrückter Geschichtenerzähler, dem ich die Geschenke an Weihnachten und die Eier an Ostern zu verdanken habe. Fernab davon, aber nicht weiter interessant waren für mich früher seine Wundertaten, die Tatsache, dass er Gottes Sohn sein soll und einige weitere Dinge. Für mich ist Jesus jemand, den man ganz gut mit diesen zwei Aspekten zusammenfassen kann: a) Intelligent und b) um die Menschheit besorgt. Also hat er sich überlegt, wie er den armen Leuten helfen kann und ist auf die Idee gekommen, den Glauben zu reformieren mit der Hoffnung, das Leid in der Welt zu verringern. Er wollte ein gutes Miteinander, Menschlichkeit und Nächstenliebe. Ehrenhafte Ziele, keine Frage, und einer der Gründe, weshalb ich mich in der Kirche wohlfühle. Diese Grundgedanken sind wichtig und je mehr Menschen sich in dieser Hinsicht ein wenig bemühen, desto besser für alle.

Doch leider hab ich manchmal das Gefühl, dass die Kirche auch keine besseren Menschen macht. Vielleicht sogar im Gegenteil, wenn man sich zum Beispiel die katholische Kirche zu Zeiten Luthers anschaut. Oder zur Zeit der Kreuzzüge. Kriege im Namen Gottes führen ist Irrsinn, dass kann Gott doch nicht wollen, sollte es ihn geben. Und wenn doch, dann sollte man diesen Glauben wohl kaum unterstützen. Doch ohne ins Extrem zu gehen sollte jedem klar sein, dass man nicht Christ sein muss, um ein guter Mensch zu sein. Genauso wie ein regelmäßiger Kirchgänger nicht zwangsläufig einer ist. Wer sonntags brav und gläubig ist, aber dafür am Montag im Büro seiner Angestellten das Leben zur Hölle macht, ist für mich kein wahrer Christ. Dazu gehört für mich auch, dass man eben den ein oder anderen gutgemeinten Grundsatz auch tatsächlich lebt.

„Going to church doesn´t make you a Christian any more than standing in your garage makes you a car.” Ein wahrer Spruch, der den Nagel auf den Kopf trifft.

Auch wenn ich nicht an Gott glaube, ich bin gerne in der Kirche und auch gerne unter Leuten, mit denen man über Religion reden kann. Unter solchen, die sich Mühe geben. Niemand ist perfekt, aber ein bisschen Anstrengung ist wünschenswert.
Gerade als Atheist schätze ich die Solidarität und das Miteinander in einer Gemeinde, die vielen doch immer noch etwas wert sind. Und zu manchen Zeiten, da beneide ich die frommen Leute, die aus ihrem Glauben Kraft schöpfen, die darauf vertrauen und wissen, dass Jesus immer ein offenes Ohr hat und gerne hilft. Es gab eine Zeit, da hab ich mir eingeredet, ich würde an Gott glauben. Doch mir ist schnell klargeworden, dass das nicht der Fall ist und ich es auch nicht erzwingen kann.
Jetzt bin ich auch ein wenig stolz darauf, Atheist zu sein, vielleicht auch nur, damit ich mir nicht so verloren vorkomme, und würde von mir selbst sagen, dass ich aber gewisse Anwandlungen an Hilfsbereitschaft und Nächstenliebe durchsaus gerne aufbringe. Vielleicht könnte ich mich als Christ, der nicht an Gott glaubt, bezeichnen. Aber außer mir wird das wohl kaum einer verstehen.

Der Glaube ist wichtig und Gott ist ein Mittel, den Glauben zu bewahren, ihn zu schützen. Es gibt ihn nicht, aber er bietet eine Hilfestellung, gibt einem die Mittel dazu. „Gott ist das einzige Wesen, das, um zu herrschen, nicht zu existieren braucht.“ Gott befielt nicht, er bietet eine Möglichkeit. Und so viele nehmen sie an. Es ist ein Prinzip, dass funktioniert, auch ohne Gott. Der Glaube reicht.

Das ist nun also der grobe Überblick über meine Meinung zum Thema Gott und die versuchte Definition meines eigenen, ganz persönlichen Glaubens. Eine Anmerkung zum Schluss, um sofortigen Protesten entgegenzuwirken, auch wenn die schlimmsten entfallen dürften, da ihre Urheber nicht zu Ende gelesen haben dürften, ich bin der Meinung, jeder hat einen individuellen Glauben, den er mit niemandem auf der Welt genau so teilt. Auch ich.

Zweitens, wenn ich wöllte, könnte ich auch einen für mich existierenden Gott definieren. Allerdings wird es da auch einen Haufen Proteste hageln, da es nicht im Mindesten mit der Bibel übereinstimmt.

Drittens, für mich kann die Bibel nicht das einzige Kriterium in Sachen Glaube sein. Alleinschon weil sie zu veraltet ist. Basta.

Und letztens, keiner muss das hier gut finden, ich möchte niemandem meine Meinung aufzwingen, Ich möchte sie nur kundtun und bin gerne bereit, darüber ausführlich zu reden und zu diskutieren. Mehr nicht. Ich akzeptiere, dass ich wohl eine nicht sehr populäre Meinung vertrete, und toleriere Andersdenkende. Und das sollte, finde ich, die grundlegende Haltung dem Glauben eines jeden Menschen gegenüber sein. Es gehört zu den schlimmsten Dingen des Christentums zu missionieren. Einen Austausch über Religion halte ich für erstrebenswert, aber allein schon der anderen Kultur zuliebe sollte man niemandem seine Glauben aufschwatzen. Zumal es z.B. einer geschändeten Muslimin wenig bringt, sich Taufen zu lassen, um dann verfolgt zu werden, noch mehr Probleme am Hals zu haben und am Ende verbrannt zu werden. Mag jetzt ein krasses Beispiel sein, aber trifft einen Teil dessen, was ich zu diesem Thema zu sagen habe.

Der Glaube zählt, nicht das Wie oder das Woran.