Hitler, Adolf – die Machtübernahme im Deutschen Reich

Adolf Hitler – Die Machtübernahme Hitlers

Adolf Hitler wurde am 20. April 1889 in Braunau am Inn geboren. Gestorben ist er am 30. April 1945 in Berlin. Hitler war von 1933 bis 1945 Reichskanzler und Diktator des Deutschen Reiches. Hitler wurde von Reichspräsident Paul von Hindenburg am 30. Januar 1933 zum deutschen Reichskanzler ernannt. Innerhalb von Monaten beseitigte sein Regime mit Terror, Notverordnungen, Gleichschaltungsgesetzen, Organisations- und Parteiverboten die Demokratie, den Föderalismus und den Rechtsstaat. Politische Gegner wurden dabei in Konzentrationslagern inhaftiert, gefoltert und ermordet.

Hitlers Machtübernahme teilte sich in mehrere Stationen und wurde mit einer Politik aus Propaganda, politischem Kalkül, Brutalität, Einschüchterung, Gleichschaltung und daraus resultierende Regimehörigkeit erreicht. Doch bevor Hitler über diese Machtstrukturen verfügte, arbeitete er lange darauf hin. Seine Ziele formulierte Adolf Hitler bereits in seinem Buch „Mein Kampf“, das er schon 1924 während eines kurzen Gefängnisaufenthaltes nach einem Putschversuch, verfasste. Seitdem strebte Hitler mit legalen Mitteln an die Macht zu kommen.

Seine im Buch beschriebenen Ziele bestanden aus der Abschaffung der Demokratie in eine stark hierarchisch geprägte Staatsstruktur, der Degradierung von Juden innerhalb Deutschlands, die Erweiterung des Lebensraumes durch die Annektion slawischer Gebiete und die Umwandlung der Volksgesinnung in eine „Volksgemeinschaft“. Die Volksgesinnung sollte sich dabei nur auf ein Ziel ausrichten, nämlich der Ausführung und Umsetzung von Befehlen und Ideologien der Parteizentrale.

Diese Ziele basierten alle auf Überlegungen Hitlers, die er sich zu wissenschaftlichen Theorien dieser Zeit machte um daraus eine Verschwörungstheorie zu entwickeln. Diese Theorie zeigte Hitler als Anhänger des „Sozialdarwinismus“, welche sich an die Darwinistische Evolutionstheorie anlehnt und auf soziale Strukturen in Kombination vorherrschender Rassenannahmen fußt.

So splittete Hitler seine Weltansicht in Klassen, unterteilt nach Rassen. Zuoberst standen für ihn die „Arier“, die seiner Theorie zufolge die einzig wahren Begründer von Kultur, Kunst, Wissenschaft und Technik seien. Danach folgten seiner Theorie zufolge die Europäer wie die Franzosen usw. Darunter standen so genannte Hilfsvölker wie Slawen, Asiaten und Afrikaner.

Auf der untersten Stufe standen die Juden. So wurden Juden von Hitler für die wirtschaftlich angespannte Situation Deutschlands, sowie für alle finanziellen und strukturellen Probleme als Sündenbock herangezogen, die innerhalb der Weimarer Republik auftraten oder postum auch schon in der Kaiserzeit oder während des Krieges auftraten. Hitler strikte daraus seine eigene Verschwörungstheorie, so sah er an den Schaltstellen der finanziellen, politischen Gruppierungen und Institutionen oder politischen Parteien Juden an den wichtigen Schaltstellen sitzen, die nur eines im Sinn hätten, nämlich den Arier von innen auszuschalten.

Auch den Kommunismus stellte Hitler hier auf eine Stufe indem er Karl Marx, den Verfasser des Kommunistischen Manifests und Juden anführte. Der Linke Flügel wurde zum Feindbild erklärt. Ein weiteres Feindbild stellten die sogenannten „Sozis“, also die Mitglieder und Parteifunktionäre der SPD, dar. Hintergrund dieser Anfeindung war die Unterzeichnung des Versailler Vertrag durch den damaligen Außenminister Hermann Müller (SPD) und dem Verkehrsminister Johannes Bell (Zentrum). Die sogenannte Dolchstoßlegende (auch Dolchstoßlüge) war eine in die Welt gesetzte Verschwörungstheorie, die die Schuld an der militärischen Niederlage des Deutschen Reiches im Ersten Weltkrieg vor allem auf die Sozialdemokratie und andere demokratische Politiker abwälzen sollte. Sie besagte, das deutsche Heer sei im Weltkrieg „im Felde unbesiegt“ geblieben und habe erst durch oppositionelle „vaterlandslose“ Zivilisten aus der Heimat einen „Dolchstoß von hinten“ erhalten.

Mit diesem Gedankenkonstrukt und den daraus resultierenden politischen Leitmotiven, fand Hitler bis 1928 nur mäßigen Anklang, zusätzlich teilte die NSDAP ihr Klientel mit mehreren rivalisierenden National gesinnten Parteien. Mit dem New Yorker Börsencrash 1929 änderte sich dies. Allgemein war in den Folgejahren zu beobachten, dass sich die Wählerstimmen nun vermehrt auf die extremen Lager verteilten. So gewann die KPD, so wie die NSDAP, aber auch die DNVP an Stimmen dazu. Mit dieser Radikalisierung der Gesellschaft, stieg auch das Gewaltpotential stärker an. Die paramilitärischen Kampftruppen der extremen Lager, die SA aber auch die Stahlhelme der DNVP und der RFB Bund lieferten sich immer härtere Straßenschlachten.

Die Ursachen für das Abdriften der Deutschen zu den radikalen Lagern sind in der Unzufriedenheit der Bevölkerung mit der Politik und der damals stetig ansteigende Arbeitslosigkeit zu sehen. Die Arbeitslosigkeit wurde dabei durch den Börsencrash (1927/1929) und der aufkommenden Weltwirtschaftskrise beflügelt. Doch zu nennen ist auch der Deflationskurs den Brüning in der Krise verfolgte. Brüning hielt aus außenpolitischen Gründen an seinem Deflationskurs fest. Es kam weder zu einer aktiven Konjunkturpolitik noch zu kreditfinanzierten Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen. Die Löhne wurden ebenso herabgesetzt wie die Preise. Dadurch hoffte die Regierung, dass einerseits die Massenkaufkraft nicht stark abnahm und dass andererseits deutsche Produkte im Ausland besser abgesetzt werden konnten.

Zentrales Ziel war es eine Lockerung des Versailler Vertrages zu erreichen oder gar einen Erlass der Schulden. Das Sparprogramm Brünings sah allerdings auch eine Kürzung der staatlichen Leistungen (z. B. der Arbeitslosenhilfe) vor. So verschärfte sich die tatsächliche Not und die Krise in Deutschland weiter. Depression und Arbeitslosigkeit ließen die Menschen zum Lager der Rechten also der NSDAP und der DNVP überlaufen.

Nur auf dem Land und in den stark katholisch geprägten Gebieten, blieben die Wähler meist bei ihrer stets treu gewählten Zentrumspartei, aus deren Reihen eben auch Brüning stammte. Allerdings war dieser auch nur mit einer Mehrheit durch die SPD an die Macht gekommen und so handlungsfähig geworden. In den zunehmend radikalisierenden Zeiten regierte Brüning wie bereits erwähnt, auf allen Ebenen, mit harter Hand. So beschloß er, immer mit der Duldung des Reichspräsidenten, Notverordnungen, Versammlungsverbote und auch ein Verbot der SA. Dieses währte aber nicht lange, da Reichspräsident Hindenburg der Regierung Brüning im Mai 1932 sein Vertrauen entzog.

Dies geschah einmal, da er Brüning nicht für regierungsfähig befand, da er immer noch auf, die von Hindenburg so gehassten Demokraten angewiesen war, aber auch weil er mit den Beschlüssen Brünings nicht immer konform ging. So kam es im Jahr 1932 das erste Mal zur Neuwahl des Reichstages. Noch im März des Jahres hatten sich Brüning und seine Partei und auch die demokratischen Kräfte der SPD im Reichstag hinter Hindenburg gestellt und eine erneute Kandidatur für das Amt des Reichspräsidenten befürwortet, vor allem aber um Adolf Hitler und damit den radikalen rechten Kräften Einhalt zu gebieten und Hitler an der Machtübernahme zu hindern.

Hitler, der in diesem Wahlkampf als zweitstärkste Kraft hervorging, aber trotzdem gegen den mittlerweile 84 Jährigen, aber trotzdem stark populären Hindenburg zurückstecken musste, sah eine erneute Chance in der nun im Juli 1932 anstehenden Reichstagswahl.

Er brillierte mit eingängigen Wahlslogans wie : „Hitler über Deutschland“. Dabei überließ er nichts dem Zufall. Jede Rede, jeder Ort wurde von Göbbels, dem späteren Minister für Propaganda, genauestens geplant. Jede Geste studierte Hitler genauestens mit Hilfe von Spiegeln und Fotografien akribisch ein. Er entdeckte auch die Macht der Medien für sich. Die Macht der Medien, die schon im 1. Weltkrieg die Kriegsmaschinerie des Kaisers durch Werbefilme und Kriegspropaganda am laufen hielt, nutzte Hitler perfekt. Er perfektionierte und initialisierte sie für seinen Wahlkampf. Für jede Veranstaltung ließ Hitler sich etwas Medienwirksames einfallen. Zum Beispiel flog er, wie die vom Volk umschwärmten Stars, im Flugzeug zu seinen Veranstaltungen. Seine Reden gestaltete er sehr emotional und mitreißend. Dies fesselte die Menschen, entsprach es doch dem eigenen Empfinden, der von politischen Unruhen und von Arbeitslosigkeit bedrohten Massen eher, als das ruhige Auftreten, der anderen, gesichtslosen, Politiker.

Ein Unterschied zu den anderen Parteien stellte auch die Personalisierung des Wahlkampfes dar. Denn der war genau auf Hitler zugeschnitten. Hitler ist die Partei, während es für die anderen Parteien schwierig ist, einen Mann zu finden, der ähnlich Massenwirksam auftreten konnte. Die vielen Wahlkampfreden und das ewige Wiederholen seiner Thesen und Schuldzuweisungen brachten Hitler in der ersten Wahl überdurchschnittliche Erfolge mit über 37 % der Stimmen ein.

Dennoch kam es nicht zu einer Regierungsbeteiligung Hitlers, da er sich gegen die Bildung eines Kabinetts, ohne ihn als Reichskanzler aussprach. Deshalb schenkte Hindenburg sein Vertrauen von Papen und einigen Mitstreitern seiner Partei, die sich aus Männern der „alten Elite“, also den Monarchisten zusammensetzten. Nach deren Scheitern folgte eine weitere Wahl, die Hitler Stimmeneinbußen von 4 % brachten. Dies ist mit dem Umstand zu erklären, dass sich im zweiten Drittel des Jahres 1932 langsam eine Stabilisierung der stark durch den Börsencrash beeinflussten Wirtschaft ergab.

Der neue Kanzler und vorherige Reichswehrminister Schleicher strebte eine Querfrontregierung an. Er versuchte die NSDAP zu spalten, indem er Gregor Strasser, Hitlers Generalsekretär, mit an der Regierung beteiligte. Die Öffentlichkeit sah Hitler nach dieser Wahl aus dem politischen Leben verschwinden. Anfang 1933 begann Hitler allerdings Gespräche mit dem ehemaligen Reichskanzler von Papen. Hitler, ließ sich auf eine Kabinettsbildung mit ihm unter der Bedingung der Kanzlerschaft ein. Am 28. Januar trat Kurt von Schleicher als Reichskanzler zurück. Von Papen, der einen guten Draht zu Hindenburg hatte, setzte sich nun für ein Kabinett unter Hitler als Reichskanzler ein.

Hindenburg, der 1930 schon zu der Ansicht gelangt war, dass Hitler zwar National gesinnt doch zu brachial und undiszipliniert vorgehe, lässt sich von dem Argument der Zahlenmäßigen Überlegenheit der Kabinettsmitglieder Papens und der daraus resultierenden Kontrolle überzeugen. So wird Adolf Hitler Reichskanzler und von Papen Vize-Kanzler. Die NSDAP stellte noch zwei weitere Minister, war allerdings dennoch zahlenmäßig unterlegen. Zusätzlich musste Hitler eine Klausel unterschreiben, die ihn dazu verpflichtete nur mit legalen Mitteln zu regieren. Dies war der erste Schritt der Machtübernahme. Am 01. Februar erwirkte Adolf Hitler bei Reichspräsident Hindenburg die Auflösung des Reichstages und die Ausrufung von Neuwahlen um dabei die erforderliche absolute Mehrheit zu erlangen.

Denn nur so, so Hitlers Kalkül, waren verfassungsändernde Gesetze möglich. Hitler erließ am 4. Februar eine Notverordnung, die die Einschränkung der Pressefreiheit, sowie ein Versammlungsverbot bewirkte. So war Hitler nun in der Lage die Vervielfältigungsorgane, sprich Zeitungen, politische Versammlungen, Flugblätter und Plakate zu kontrollieren. Das heißt er konnte zensieren, politische Versammlungen aufheben und Zeitungen einfach verbieten. Das brachte große Schwierigkeiten für andere Parteien mit sich, da sie nun immer weniger in der Lage waren einen Wahlkampf zu führen. Unter Berufung auf die Verordnung wurden Plakate der gegnerischen Parteien Hitlers einfach zugeklebt. Hitler präsentierte seinen Kopf in den Kinos und in Werbefilmen, hielt öffentliche Ansprachen und koppelte seine eigene Popularität geschickt mit der Hindenburgs.

Mit dieser Omnipräsenz fegte Hitler die anderen Parteien aus dem öffentlichen Straßenbild. Am 27. Februar wurde der Reichstag in Brand gesteckt. Hitler nutzte diese Gelegenheit für eigene Propagandazwecke, indem er öffentlich verlautbaren ließ, dass die Marxisten dieses Feuer gelegt hätten und drohte den Mitgliedern dieser Partei, jeden einzelnen, der sich ihm (also der Partei) in den Weg stellen würde, zu vernichten. Am nächsten Tag erließ er die so genannte Brandverordnung, die den Menschen quasi über Nacht ihre Bürgerrechte nahm indem die Persönlichkeitsrechte sowie die Presserechte stark beschnitten wurden. Dies stellte den ersten Eingriff in die Verfassung des Landes dar und hätte vom Reichspräsidenten Hindenburg erkannt und rückgängig gemacht werden können, was aber nicht geschah.

Auf der Basis dieser Verordnung wurden nun KPD sowie SPD Mitglieder von der SA, die unterdessen zur Hilfspolizei ernannt worden war, festgenommen und in die ersten wilden Konzentrationslager, wie zum Beispiel das in Dachau, gebracht. Am 05. März fanden erneut Wahlen statt. Trotz sehr hoher Wahlbeteiligung und teurer Propaganda, die von deutschen Großunternehmern gesponsert wurden, erreichte die NSDAP nicht die absolute Mehrheit. Sie erreichte lediglich 43,9 % der Stimmen. Um die erforderliche Mehrheit zur Regierungsbildung zu erlangen, bildete Hitler mit der DNVP eine Koalition.

Am 21.03.2013 inszenierte Goebbels ein Riesenspektakel für die Massen und Medien. Vor der Potsdamer Garnisonskirche reichte Adolf Hitler zur Amtseinführung Paul von Hindenburg die Hand. Dies suggerierte dem Volk einen Schulterschluss zwischen der Alten und der neuen Zeit und Politik. Am 24.03.1933 wollte Hitler über ein Ermächtigungsgesetz abstimmen lassen, dass ihm die gesamte Macht und Handlungsfähigkeit bringen und den Reichstag bzw. das Parlament überflüssig machen sollte.

Denn das immer noch demokratische System steht dem eigentlichen Ziel Hitlers – der Machtübernahme – entgegen. Da der Großteil der KPD und SPD Mitglieder mittlerweile inhaftiert oder geflohen waren und die Zentrumspartei zustimmte, erreichte die rechte Koalition die nötige 2/3 Mehrheit und das Gesetz wurde verabschiedet. Die SPD stimmte mit 94 Stimmen geschlossen gegen das Gesetz, mit der Begründung, dass eine Regierung, die auf der Basis von Gewalt und Terror regiere keine volksgemeintschaftliche Regierung eines Rechtsstaates sein könne. Die Verabschiedung des Ermächtigungsgesetzes verschaffte Hitler nun die Macht die er benötigte um die so genannte Gleichschaltung in Gang zu setzen.

Die SA führte schon 1933 die erste gesammelten Aktionen gegen Juden aus. Sie beschmierte die Schaufenster jüdischer Geschäfte, postierte sich davor und die NSDAP rief zu einem allgemeinen Boykott jüdischer Güter etc. auf. Das fand anfänglich zunächst noch keinen großen Anklang innerhalb der Bevölkerung. Die Juden in Übersee riefen danach ihrerseits zu einem Boykott Deutscher Waren auf, was der Deutschen Wirtschaft wiederum schadete. Deshalb milderte die NSDAP ihren Kurs erst einmal ab und begann mit der öffentlichen Degradierung der Juden auf staatlicher Ebene. So erließ Hitler Gesetze, die das öffentliche Leben der Juden einschränkte. Juden wurden von Fakultäten, aus dem Beamtentum und anderen öffentlichen Organisationen ausgeschlossen.

Auch Mitglieder anderer Parteien und etwaige Regimegegner wurden aus dem Beamtentum und von anderen Positionen entfernt. An die Schaltstellen setzte man nun NSDAP Mitglieder. Schnell war vielen klar, dass nur noch NSDAP Mitgliedern ein Aufstieg im Wirtschaftssystem und im Beamtentum etc. sicher war. So konnte die NSDAP in den Folgejahren einen enormen Mitgliederzuwachs verzeichnen.

Gleichzeitig gab es sogenannte „Blutreinheitsgesetze“, die es Juden verboten mit „Ariern“ zu verkehren, oder Ehen zu schließen. Auch die Finanzsektoren wurden von der NSDAP bestimmt. So wurden auch hier jüdische Angehörige aus ihrer Position verdrängt und durch Parteimitglieder ersetzt. Zusätzlich wurden allgemein die Emigrationsgesetze verändert. So mussten Menschen in den ersten Jahren nach der Machtergreifung, die das Land verlassen wollten, ein Viertel ihres Vermögens als Reichsfluchtsteuer entrichten. Ab 1934 bestimmte ein Gesetz, dass Juden nur noch 10 Reichsmark mit über die Grenze nehmen durften, wenn sie vorhatten das Land zu verlassen.

Wer Wertgegenstände mit über die Grenze schmuggelte und erwischt wurde, musste sich auf eine Ermittlung einstellen und am Ende auf die Deportation. 1935 wurden Juden und Halbjuden zu Menschen minderen Rechts degradiert. Außerdem war es Juden in den Jahren von 1937 bis 1941 gestattet etwa 150 -300 Reichsmark für den monatlichen Bedarf von ihrem Konto abzuheben. Damit wollte der Staat größere Geldtransaktionen ins Ausland verhindern. Diese Gesetze ebneten am 09.11.1938 den Weg zur Umsetzung der Reichspogromnacht in der Deutschlandweit und auch in den angeschlossenen Gebieten die Synagogen angezündet, Scheiben eingeschlagen, Juden misshandelt und gedemütigt und letztendlich in Konzentrationslager verschleppt wurden.

Die Durchsetzung des Staatsapparates mit NSDAP Mitgliedern machte sich nicht nur in der Umsetzung der Anti-Jüdischen Politik bemerkbar. Auch die Deutsche Bevölkerung war davon betroffen. Denn sie leistete den größten Beitrag zur Gleichschaltung der Deutschen in eine „Volksgemeinschaft“. Etwaige Regimegegner dazu gehörten Anhänger der SPD, KPD, Gewerkschaftsführer und Pazifisten wurden weiterhin verfolgt und in die Konzentrationslager gesteckt. Am 2. Mai wurden die Gewerkschaften vom Regime zerschlagen. Stattdessen führte die NSDAP einen eigenen Verband die „deutsche Arbeiterfront“ ein, in der Mitgliedspflicht für jeden Arbeiter herrscht. Um die Arbeitslosigkeit einzudämmen schaffte Hitler, vorerst mit Krediten finanziert, Arbeitsmaßnahmen. Außerdem führte Hitler den Reichsarbeitsdienst ein. Es wurden viele Bauprojekte in Angriff genommen. Straßen, Autobahnen, Eisenbahnstrecken, aber auch die Parteizentrale und etwaige Prunkbauten wurden beauftragt. Allerdings konnten durch den Kriegsbeginn nicht alle Projekte fertiggestellt werden.

Das gesamte staatliche System hörte auf die Befehle Hitlers. Die Parteiobersten leiteten Befehle umgehend weiter durch die hierarchische Struktur, bis sie an der vorgesehenen Stelle von den jeweiligen Leitern umgesetzt wurden. Die SA begleitete diese Umsetzung. Mit der reinen Präsenz dieses bekannten Schlägertrupps und den taktisch besetzten Schaltstellen wurde so Druck auf die Bevölkerung ausgeübt, die verlangten Änderungen am Verhalten vorzunehmen und sich anzupassen. Geschah das nicht mussten Betroffene bangen von der Universität verwiesen zu werden, Pensionsansprüche oder die Arbeit zu verlieren. Aber nicht nur staatliche Organisationen erlebten eine Umstrukturierung. Auch private Institutionen waren betroffen. So wurden sämtliche, auch kirchliche Pfadfingergruppen in die Hitlerjugend eingegliedert. Mädchen fanden sich im Bund deutscher Mädel zusammen. Im Juli 1933 erließ Hitler ein Verbot zur Neubildung von Parteien und erhob die NSDAP damit, zur einzigen zugelassenen politischen Macht. Bald war Deutschland von grundauf neu strukturiert.

Das System bestand nun aus regionalen Gliederungen in Ortsgruppen, Gauen, Kreisen, Zellen und Blocks die alle jeweils ihren Leitern unterstellt waren, die sich wiederum als Chorp der Hoheitsträger zusammenfanden. Darüber stand die Reichskanzlei mit den Ministern und ganz oben der Reichsleiter Adolf Hitler als Führer. Mit den Gliederungen verbunden waren verschiedene Verbände die der NSDAP unterstanden, die Berufsgruppen vereinigten und regelten, wie zum Beispiel die NS Ärztekammer. Aber auch der NS-Bund der Juristen und der Arbeiter. Diese extrem penible Gliederung erlaubte es Hitler und seinen Anhängern eine vollkommene Kontrolle auf die Bevölkerung auszuüben. Um den Verlust der Freiheit zu übertünchen sorgte Hitler für Freizeitangebote, pompöse Parteitage mit Partizipation der Bevölkerung und Volksfestcharakter. Finanzielle Grundlage für die kostspieligen Projekte waren unter anderem die Einnahmen aus beschlagnahmten oder besteuerten Vermögen der jüdischen Bevölkerung, sowie Parteimitgliedsgebühren, Einnahmen aus Vermietungen neugebauter Siedlungen für Arbeiter etc..

Menschen die mit dem Regime und dessen Politik nicht einverstanden waren, übten selten Widerstand aus. Der Gegendruck war einfach zu groß. Hitler, der es offensichtlich geschafft hatte, die Arbeitslosigkeit zu bekämpfen und scheinbar ein Wirtschaftswachstum erzeugen konnte und den Gemeinschaftssinn förderte, erkaufte sich damit im Grunde genommen das Stillschweigen der Gesellschaft zu seiner Menschenfeindlichen Politik. 1934 säuberte Hitler seine eigenen Reihen mit einer Großaktion in der 200 Mitglieder aber auch etwaige Regimegegner unter vorgeschobenen Gründen liquidiert wurden. Einer davon war Ernst Röhm, der Stabsführer der SA. Hitler unterstellte ihm einen geplanten Putschversuch. Hindenburg, schickt ihm nach dieser Aktion ein Glückwunschtelegramm. Dies zeigt,dass er sich voll und ganz hinter die Politik Hitlers stellte. Am 1. August 1934 bestimmte Hitler den Übergang der Reichskanzlerschaft und des Reichspräsidenten zu einem Staatsoberhaupt zusammenzufassen. Am 02. August starb Hindenburg und das Gesetz trat in Kraft. Damit war das Ziel der Machtübernahme erreicht, da keine korrektiven Instanzen mehr über Hitler und seinem Regime standen. Das deutsche Reich war nun eine Diktatur.