Kirchenlästerung

Eine kleine Glosse über die katholische Kirche. Ich wünsche jetzt einfach mal viel Spaß dabei.^^

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Kirchenlästerung
Ist die Kirche nicht einfach etwas schönes? Ich meine jetzt nicht nur das Gebäude, sondern spreche auch von der Einrichtung an sich. Kaum etwas beeinflusst mehr oder weniger bewusst unseren Alltag, weist uns auf den rechten – tja, ich sage bewusst, der rechte – Weg und trifft wichtige Entscheidungen. Teilweise sind es solche wie ‚wie viele Schritte darfst du Sonntags tun‘, aber manchmal sind es auch Beschlüsse zu Themen wie ‚Ist Verhütung erlaubt‘. Mit diesem wirklich schwer zu beantwortendem Thema musste sich in letzter Zeit ja besonders unser hochverehrter Papst auseinander setzten. Schließlich kam er dann ja auch zu einem so glänzenden und von Weisheit erleuchteten Ergebnis, dass man ihn dafür geradezu selbst als Gott verehren müsste. Obwohl muss man eigentlich gar nicht mehr, unsere werten Herren Kardinäle halten sich ja sowieso schon dafür. Was dann ja irgendwie dem Monotheismus der katholische Kirche widersprechen würde, wäre jeder von ihnen Gott; aber das nur am Rande. Auf jeden Fall kam Papst Benedikt XVI. zu dem glorreichen Entschluss, dass Kondome in Afrika erlaubt werden. Wobei er sich die kleine Anmerkung, dies sei keine ‚wirkliche und moralische Lösung‘, dann doch nicht verkneifen konnte. Recht hat er. Lieber werden in einem ohnehin schon armen Kontinent wie Afrika noch mehr Kinder geboren, damit bald überhaupt kein Essen und Trinken mehr vorhanden ist. Vielleicht sterben sie dann ja nach und nach endlich mal alle, dann hätten die Weißen wieder einen Kontinent mehr, den sie zerstören könnten. Dass sie dies ganz wundervoll beherrschen, haben sie ja beispielsweise bei den Indianern aufs Beste bewiesen. Aber immerhin ergeben die vielen Kinder billige Arbeitskräfte, um unter menschenunwürdigsten Bedingungen für die Weißen in Fabriken zu arbeiten. Wieder ein Vorteil. Eins muss man unserm Kirchenoberhaupt schon lassen: er denkt wirtschaftlich sehr intelligent. Vielleicht liegt dieses Denken bei Kirchenleuten ja im Blut, schließlich war und ist sie immer schon eine der reichsten Einrichtungen unserer Zeit. Sie hat’s ja im Mittelalter schon klug angestellt: Die armen Leute immer schön dumm halten, damit sie schließlich alles glauben mussten, was ihnen irgendwelche alten Säcke im Gottesdienst auf Latein vorgepredigt haben. Dass in der Bibel etwas von ‚werft der Kirche euer hartverdientes Geld in den Rachen, dann kommt ihr auch in den Himmel‘ stand, ist ja zumindest heute nicht mehr unbedingt bestätigbar; aber die Kirche hat das bestimmt noch nicht einmal getan, um sich sich selbst zu berreichern, nein, sie wollten dem armen Volk nur helfen. Schließlich waren die Münzen damals noch ziemlich schwer und die meisten Menschen, die vom täglichen Arbeiten ohnehin schon einen krummen Rücken hatten, waren sicher froh, wenn sie um das schwere Geld erleichtert wurden. Mal wieder hat die Kirche also aus reiner Wohltätigkeit und Nächstenliebe gehandelt. Na ja, oder die Priester waren einfach wirklich zu blöd, sich den Sinn der Bibel richtig zu übersetzten. Obwohl die meisten auch heute noch nicht in der Lage dazu sind; Geistliche wie Glaubensanhänger gleichermaßen. Ich meine, wie sonst könnte es auch heute, in unserm aufgeklärten Zeitalter, noch Menschen geben, die tatsächlich glauben, dass die Erde in mehr als sieben Tagen geschaffen wurde? Es steht schließlich ganz klar in der Bibel. Zuerst erschuf Gott Licht und Finsternis, dann Wasser und Land und so weiter bis hin zum Menschen. Seltsam ist dann natürlich, dass Gott in einer zweiten Darstellung in der Bibel erst mal Adam und Eva im Garten Eden erschuf… Aber das interessiert doch auch gar nicht. Dann widersprechen sich die beiden Schöpfungsbericht eben ein bisschen. Na und? Es war sicher trotzdem so. Wie genau das funktionieren sollte, können einem zwar nicht einmal die fanatischsten Gläubigen erklären, aber egal, es war so. Die Bibel ist schließlich unfehlbar; wie könnte sie nicht? Na ja, okay, sie wurde von Menschen geschrieben und nicht von Gott oder Jesus selbst, aber…aber…sie ist trotzdem heilig. Punkt, Basta, Aus!

Wie wichtig die Kirche ist und war, sieht man ja allein auch schon daran, wie diese früher gebaut wurden. Prunkvollere Gebäude gab es kaum. Hier eine goldene Marienstatur, da noch ein diamantbesetztes Kreuz, die Bänke aus edelstem und teuerstem Holz und nicht zu vergessen, der Altar aus seltenem, kostbarem Mamorstein. Wunderschön. Dass dafür Unmengen von Geld drauf gingen, interessierte nur wenig. Wofür hätte man es sonst auch ausgeben sollen? Um das nieder Volk am Verhungern zu hindern? Ach iwo, die hat doch eh niemand gebraucht. Vielleicht um den Staat aufrecht zu erhalten, weil sie die ganze Arbeit erledigt haben, aber das wirklich wichtige, z.B. Geld zu verschwenden, ausschweifende Feste zu feiern, sich dabei besinnungslos zu trinken, aus Langeweile sämtliche Zofen der eigenen Gattin zu schwängern und ähnliches, war dann doch den bedeutenden Führungspersonen, den Fürsten etc, vorbehalten. Jetzt denkt man sich natürlich zuerst mal, ‚Na und? Wie gesagt, es waren die Fürsten, nicht die Kirche, die diesen Aufgaben nach kamen.‘. Stimmt selbstverständlich, aber dann bedenke man doch bitte auch, woher die Kirche ihr ganzes Geld hatte. Vielleicht haben sie ja gespart, schließlich hat sich zumindest der ganze Klerus immer lieb und brav im Kloster verschanzt und bei Wasser und Brot zu Gott gebetet… Ja, nee, ist klar. Die kleinen Leute haben zwar auch ihr Geld in die Kirche investiert, aber der Großteil der kirchlichen Einnahmen kamen von Adligen, die sich von ihren Sünden freikauften.
Zwar war es nicht immer so, der gute alte Franz von Assisi hat schließlich eindrucksvoll bewiesen, dass man auch in Armut seinem Gott treu sein kann, doch wie der Mensch nun mal ist, nimmt er immer den leichtesten Weg. Die andern Geistlichen hatten keine Lust, auf den Luxus zu verzichten und stattdessen im Schlamm rum zu kriechen und so kam es schließlich in Mode, dass man umso gläubiger war, je mehr Geld man besaß.
Dass man nur so seine wahre Liebe zu Gott zeigen kann, ist ja eigentlich nur logisch. Schließlich hat schon Jesus in Saus und Braus gelebt, feierte er doch die prunkvollsten Feste, gab sich nur mit der oberen Gesellschaft ab und hätte sich niemals vor irgendjemandem erniedrigt oder gar aufgeopfert. So was war noch nie wichtig. Auch Abraham hat es sich in einer schicken Hütte irgendwo im Süden bequem gemacht und dort ein Leben als egoistischer Superguru verbracht. Na ja, ein Beispiel haben sie sich zumindest an Abrahams Enkel Jakob genommen, also was das mit den dreitausend verschiedenen Frauen und Kindern angeht… Also, wie gesagt, je mehr Kohle, desto näher standest du Jesus und desto sicherer war dein Platz im Himmel. Es war egal, wie viele Menschen du getötet, wie viele unschuldige Knecht du verprügelt, wie viele Frauen du gegen ihren Willen geschwängert hattest, solange du reich warst, warst du von Gott geliebt. Tolle Idee, ich kann mir vostellen, wieso sich viele Menschen insgeheim dieses System zurück wünschen.

Auch dass die Kirche beispielweise immer wieder ihren Unmut gegenüber Homosexuellen äußert, kann ich sehr begrüßen. Was will man denn schon mit denen? Ist doch abstoßend! Wie ekelerfüllt muss Gott sich fühlen, wenn er sieht, dass die von ihm erschaffene Spezie es sogar gewagt hat, sich über die von ihm gesetzte Richtlinie der Pärchenverteilung hinweg zu setzten? Früher war noch alles gut, da wurdest du ausgepeitscht oder im besten Falle gleich umgebracht, wenn du als Mann in einem sexuellen Akt mit einem anderen Mann erwischt wurdest. Heutzutage gibt es zwar immer noch viele Menschen, die dies auch gerne mit Homosexuellen tun würden, doch da der Großteil der Menschheit zumindest theoretisch und offiziell tolerant ist, geht es leider nicht mehr gar so einfach. Was immer wieder von der ach so wichtigen Nächstenliebe gefaselt wird, ist eigenltich eh nicht wichtig. Als Jesus sagte, ‚du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst‘, ist er eben davon ausgegangen, dass dein Nächster in dem Moment vom anderen Geschlecht ist. Aus diesem Grunde hat sich Jesus früher auch ausschließlich mit einem Harem an Frauen umgeben. Nein, jetzt mal ehrlich, wer kann eigentlich mit Sicherheit sagen, dass Jesus nicht auch seine homosexuelle Seite hatte? Ich will niemanden beleidigen, erst recht nicht Jesus, aber was ist schon eine Beleidigung daran, wenn überlegt wird, ob jemand schwul ist oder nicht. Jesus war doch schließlich auch ein Mensch, wenn auch ein besonderer. Jeder Mensch hat ein sexuelles Bedürfnis und ich kann mir eigentlich nicht vorstellen, dass Jesus einen Grund hatte ohne Sex zu leben. Nur weil er Gottes Sohn war, heißt das ja nicht gleich absolute Keuschheit. Und da bei Jesus nie wirklich was von einer Frau erwähnt wurde (na gut, Maria Magdalena lasse ich hier jetzt mal außen vor), wohl aber seine unbegrenzte Liebe zu jedem, besonders seinen zwölf Jüngern, könnte ich mir für meinen Teil zumindest durchaus realistisch vorstellen, dass Jesus auch mal seinen Spaß mit Männern hatte. Wie gesagt, keine Beleidigung, nur eine Überlegung. Und außerdem gilt das nicht nur für Jesus, sondern für viele biblische Figuren. Wenn ihr also die Bibel schon ach so wörtlich nehmt, dann lest sie bitte zumindest genau und mit Hirn und auch etwas Fantasie durch, liebe Geistliche!

Ein weiterer Punkt, der im Zusammenhang mit der katholischen Kirche genannt werden muss, sind meiner Meinung nach die Missbrauchsfälle. In mir kommt dann doch immer wieder ein ziemlich starker Würgreiz auf, wenn ich daran denke, wie viele Kirchenleute sich an hilflosen Kindern vergriffen haben. Jahrzehnte lang ungestraft, nebenbei bemerkt. Da schickt man in einer gut konservativen Familie seine Kinder jahrelang auf die Klosterschule oder auch in einen renommierten Knabenchor, nur um Jahre später zu erfahren, dass diese dort von ihren Lehrern sexuell missbraucht wurden. Bravo! Vielleicht wirkt das Priester-, Pfarrer-, Sonst-was-amt auf viele Pädophile gerade deshalb so attraktiv, weil sie in diesem vielen Kindern gegenüber eine Schutzfunktion zu erfüllen haben. Die Frage, ob sie ihre Pflicht damit erfüllen, Elfjährige kleine Jungen zu Oralsex und Schlimmerem zu zwingen, soll sich bitte jeder selbst beantworten. Aber beruhigend sind zumindest die Reaktionen der Kirche auf das Lautwerden dieser Fälle. Sie ‚zeigen sich schockiert‘. Sie sind ‚entsetzt‘. Bringt einem natürlich viel, wenn man als heute vielleicht zwanzig Jahre junger Mann in Therapie gehen muss, weil man als Kind vom Lehrer oder Pfarrer missbraucht wurde. Klar, da ist es doch schön und beruhigend zu hören, dass die Kirche darüber ’schockiert‘ ist. Nimmt doch gleich das ganze Trauma von einem. Und warum sollte man diese Leute dann auch einsperren? Wenn ihre Glaubensbrüder doch ‚entsetzt‘ sind. Zum Teil sind die Täter ohnehin schon abgekratzt oder ihre Tat ist verjährt. Dann ist doch alles gut, oder? Die Typen dürfen weiter in ihrem Amt tätig sein und fröhlich weiter Kinder missbrauchen. Mit der Zeit lernt man dann bestimmt auch, wie man es anstellen muss, dass diese sich gar nicht mehr trauen, etwas davon an Eltern oder Presse zu verraten. Und im schlimmsten Fall erhält man als Geistlicher eben einen sogenannten ‚Verweis‘ oder muss eine Geldstrafe bezahlen. Da sieht man doch mal wieder, wie gut unsere Justiz doch gegen wirklich schwere Straftaten vorgeht.
Vielleicht sollte man sich auch einfach mal anschauen, was für Gestalten da im Vatikan und sonst wo rumrennen. Dass die keine anderen Bettpartner abkriegen und sie deshalb mit Minderjährigen vorlieb nehmen müssen, erklärt sich dann eigentlich von selbst.
Ob diese Missbrauchsfälle etwas mit einem weiteren unglaublich klugen Einfall der Kirche, nämlich dem Zölibat, zu tun haben, kann wohl niemand genau bestätigen. Trotzdem wird auch das Zölibat schon seit einiger Zeit stark kritisiert. Katholische Geistliche sollen ehelos und enthaltsam leben. Klasse Idee, wer wünscht sich so etwas nicht? Der Gedanke, dass dies vielleicht ein ausschlaggebender Grund für junge Männer sein könnte, nicht ins Priesteramt einzutreten, ist wohl das Absurdeste, was man vorbringen kann. Die katholische Kirche begründet die weitere Erhaltung des Zölibats damit, dass der Sohn Gottes schließlich auch nicht verheiratet gewesen war. Tja, leider konnte der arme Jesus damals nicht wissen, was seine Ledigkeit für Folgen mit sich bringen würde. Hätte er es gewusst, hätte er vielleicht den heutigen Geistlichen zuliebe geheiratet. Obwohl, vielleicht wären diese Genies dann auch noch auf die Idee gekommen, dass nur verheiratete Leute Priester oder ähnliches werden können… Du lieber Himmel, es ist und bleibt im wahrsten Sinne des Wortes ein Teufelskreis.

Wie es nun also sein kann, dass die Kirche – die doch offiziell für jedermanns Seelenheil da ist, trotzdem aber oftmals die schlimmsten rassistischen Züge aufweist und sich immer öfter durch schreckliche Skandale in den Vordergrund schiebt – immer mehr an Ansehen, besonders in den jugendlichen Kreisen, verliert, wird mir wahrscheinlich auf ewig ein Rätsel bleiben…

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Ein herzliches Hallo an jeden, der es bis hier hin überlebt hat.^-^
Ich möche an dieser Stelle gerne noch etwas anmerken: Mir ist durchaus bewusst, dass nicht alle Geistlichen so sind, wie von mir oben überspitz dargestellt. Wir hatten in meiner Gemeinde einen fantastischen Pfarrer, den ich von klein auf kannte. Er war sehr liberal und tolerant, so wie man sich das von einem guten Seelsorger wünscht. Leider starb er vor zwei Jahren. Die beiden Pfarrer, die wir jetzt im Wechsel haben, sind auch okay. Na ja, ich bin zwar nicht begeistert, aber da ich ohnehin kein typischer Kirchengänger bin, geht es schon. Ebenso habe ich einen genialen Religionslehrer, der selbst von den religiösen Extrema genervt ist. ‚Verbohrtheit hoch drei‘, wie er es so passend ausgedrückt hat. Aber es gibt eben auch fanatische Menschen; immer noch viel zu viele. Diese ganzen Kirchentypen, die von sich selbst auf einmal denken, sie wären Gott. Und die kritisiere ich hiermit, denn ich finde, so was geht nicht an!
Kritik, Verbesserungsvorschläge und Lob sind gerne gesehen. 🙂