Mein Senf – Musikblog

Hallo Leser,

In diesem Beitrag werde ich einen Teil meiner Liebe zur Musik ausleben, gleichzeitig werde ich versuchen euch Lesern etwas Neues an schon bekannter Musik zu zeigen. Ebenfalls werde ich hier über Musiker/Musik reden, die ihr sicher noch nicht kennt und euch vielleicht gefällt. Vielleicht findet ihr hier ja euren neuen Lieblingsmusiker?

Analysen von Songtexten, Musikstilen, Alben und anderen Dingen werde ich hier veröffentlichen. Genre werden in weitem Rahmen sein, deutsche Sprache als auch die englische beeinhalten.

Wenn euch meine Arbeit hier gefällt, könnt ihr mir auch gerne Musiker/Songs weitergeben, die ich analysieren soll.

Abgeschlossen:
-Songanalyse: „Kopf Verloren“ von Peter Fox (Deutschrap)

-Songanalyse: „Begin Again“ von Purity Ring (Alternative

-König des Deutschrap

-Songanalyse: „Downtown Love“ von G-Eazy (Rap)

-Songanalyse: „Nothing Else Matters“ von Metallica (Rock)

-Songanalyse: „Swimming Pools“ von Kendrick Lamar (Rap)

-Songanalyse: „Ferrari“ von Yung Hurn (Cloud Rap/Alternative)

Geplant:
-Songanalyse: „Haunted“ von Disturbed (Heavy Metal)

-Musikerspotlight: Wer ist Bones? (Cloudrap)

-Musikerspotlight: Wer ist Depeche Mode (Alternative 80s)

-Musikerspotlight: Wer ist Klimeks (ruhiger Elektro – Wave)

-Songanalyse: von Linkin Park, Song wird noch ausgewählt (Rock)

-Songanalyse: von The Neighbourhood, Song wird noch ausgewählt (Alternative)

-Musikerspotlight: Wer ist MØ? (Alternative)

-Songanalyse: „Mockingbird“ von Eminem (Rap)

-Songanalyse: „Born To Die“ von Lana Del Rey (Indie Pop)

-Songanalyse: „Alt & Verstaubt“ von Marteria (Deutsch Rap)

Projekte von Bloglesern:
-Songanalyse: „Centuries “ von Fall Out Boy – Wunsch von Yato-chan (Alternative Rock)(abgeschlossen)

-Songanalyse: „Blue“ von Yoko Kanno – Wunsch von Schokospecht (Alternative)(abgeschlossen)

-Songanalyse: „Bohemian Rhapsody“ von Queen – Wunsch von BlutfederderDichter (Rock) (geplant)

-Hier kann dein vorgeschlagener Song stehen!

Diese erste Seite werde ich regelmäßig aktualisieren, wenn Projekte feststehen oder in Arbeit sind. Also schaut hier doch öfter mal rein. 😉

Songanalyse „Kopf Verloren“ von Peter Fox:

(Den Song könnt ihr auf Spotify sowie Youtube finden, sicher auch noch woanders)

Warum dieser Song?
Ja, warum dieser Song gerade. Ich stehe unheimlich auf Interpretation von Sprache. Extrem musikalisch und toll eingerappt, was den Sprachfluss (Flow) angeht. Mehr kann ich nicht wirklich dazu sagen.
Peter Fox hat bis jetzt nur ein Album alleine veröffentlicht, sonst war er nur mit der, wohl noch mehr als er selbst, bekannten Band „Seeed“ unterwegs.
Das ganze Album „Stadtaffe“ ist für mich ein Meisterstück, der deutschen Sprache und Musik. Die Themen des Tonträgers gehen von gesellschaftskritischen über partyvolle zu gefühlvollen Themen.
Dieser Song ist mein Lieblingstrack der Scheibe, daher genau dieser Song. Außerdem ist der Track nicht jedem bekannt, wie zum Beispiel „Haus am See“, was Schade ist.

Thematik (nicht interpretiert):

Der nach seiner Haarfarbe benannte Rapper erzählt eine kurze Geschichte. Kurzfassung: Er nimmt sich den eigenen Kopf vor lauter Gedanken vom Haupt, um sich eine Pause zu gönnen.

„20.000 Szenen durchgespielt, 100.000 Szenen ausgedacht, Mein Höllenschädel raucht und knackt, Ich brauch ne Pause und ich pack das verdammte Ding und schraub es ab“

Das runde Steuerorgan macht sich allerdings selbstständig und geht ihm sofort verloren.

„Die Kugel fällt nach vorn, Kann nichts sehen bin ohne Ohren, Ich steh im Dunkeln ich hab meinen Kopf verloren“

Verzweifelt versucht er seine „Birne“ wieder in die Finger zu kriegen – ohne Erfolg, bis der neugeborene Möchtegern-Dullahan schließlich in den Staub fällt und darum bittet aufzuwachen aus seinem Albtraum.

„Meine Murmel hat mich abgehängt, Ich frag mich was ich wohl grade denk“

„Ich strauchel, fall hin, lieg im Staub, Das Grauen streckt seine Klauen aus, Oh weck mich aus meinem Albtraum auf“

Hört sich schräg an? Ja, klingt aber super.

Sogar die meisten Nicht-Raphörer mögen den orangehaarigen Mann mit dem unverwechselbaren Blick genau wie junge Raphörer. Generell ist das ganze Album nur höchstens zu empfehlen für Menschen jeden Alters, ich habe wenige Leute kennengelernt, die keinen einzigen Song des Albums nicht mochten.

(Es folgt der Interpretationsteil, hier wäre es spätestens ratsam, den Song einmal gehört zu haben, wenn dies nicht schon mal im Leben passiert ist)

Thematik (interpretiert):

Dies ist meine Interpretation, wer etwas anderes in dem Song sieht, kann mir das gerne in den Kommentaren mitteilen…

Der Text handelt von Fox´ Liebeskummer zu einer Frau, die seine Liebe allerdings nicht (mehr?) erwidert, wahrscheinlich stand er jedoch schon vorher mit ihr in Kontakt. Daraufhin betrinkt er sich und landet (im Refrain) vor ihrer Türe.

Nun fragt sich vielleicht der ein oder andere wie ich darauf komme?
Nun vorerst sei gesagt, das jeder Track auf dem Album Stadtaffe eine mehr oder weniger offensichtliche Interpretation bzw Message aufzuweisen hat, also warum sollte dieser gerade keine „versteckte“ Thematik besitzen?

Einige Zeilen deuten darauf hin, dass es sich um Liebeskummer handelt:

„Ich gieß mir einen auf die Lampe, Bringt nichts die Gedanken rennen, Durch den Schädel immer im Kreis, Alle Drähte laufen heiß“ – er denkt immer zu an die unbekannte Dame

„Ich denk zu viel, Es wäre gut wenn mein Hirn aus dem Fenster fiel, Druck im Kopf es gibt kein Ventil, 20.000 Szenen durchgespielt, 100.000 Szenen ausgedacht“ – Peter leidet unter der Sehnsucht zu der Frau und wünscht sich nicht mehr über sie nachzudenken, was jedoch vergeblich ist. Er spielt etliche Szenen im Kopf durch, sowie etliche mehr, die ausgedacht sind, was passieren kann oder hätte passieren können.

Er greift zum Alkohol, um seine Gedanken zu betäuben – „Ich brauch ne Pause und ich pack das verdammte Ding und schraub es ab“

Dann folgen die Auswirkungen, unkontrollierte Handlungen und mangelnde Selbstkontrolle (trinkt nicht so viel Alkohol Leute! :D) – „Der Kopf rollt, denn er ist rund, Ich hinterher renn alles um, Bin taub stumm blind und dumm, ein Königreich für einen Blindenhund“ – die nicht nutzbaren Sinne sind für mich eine Metapher für die fehlende Kontrolle über sich selbst.

„Vielleicht ruf ich mich, doch ich kann nix hören, Wie konnt ich mich nur so zerstören? Stoß mich an allen Ecken blau“

„Ich strauchel, fall hin, lieg im Staub, Das Grauen streckt seine Klauen aus, Oh weck mich aus mei´m Albtraum auf“ – So viel getrunken, dass er nicht mehr stehen kann, oder sogar kurz vorm Kolaps? Realisiert seinen Zustand

Der Refrain beinhaltet die aussagekräftigsten Zeilen für diese Interpretation:

„Der Tag bricht an es klopft an deine Tür, Und du machst auf da steh ich ohne Kopf vor dir, Oh halt mich fest weil ich mich sonst verlier, Nur mit dir find ich den Weg zurück zu mir“ – Peter steht betrunken (also „ohne Kopf“ bzw Verstand) vor ihrer Türe und bittet sie ihn anzunehmen (wahrscheinlich zurückzunehmen, also wieder in eine Liebesbeziehung). Ohne sie kann er nicht sein/er selbst sein.

Schlussworte:

Das war meine erste Analyse. Lass doch bitte einen Kommentar da, wie es dir gefallen hat.

Weitere Analysen können von der Art her ganz anders werden. Hier habe ich mich wenig auf Reime und anderes bezogen, sondern ausschließlich auf den Inhalt/Interpretation.

Liebe Grüße Jim

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Ihr habt einen Song oder einen Musiker über den ich hier schreiben soll? Sag mir Bescheid und vielleicht kannst du schon bald meine Meinung hier lesen.

Songanalyse „Begin Again“ von Purity Ring:

(Den Song könnt ihr auf Spotify sowie Youtube finden, sicher auch noch woanders)

Warum dieser Song?
Der Track ist für mich einer der Besten vom neusten und zweiten Album von Purity Ring, welche aus einem relativ neuen Duo besteht, die ihr erstes Album 2012 veröffentlichten.
Megan James singt zu den produzierten Instrumentals ihres Partners Corrin Roddick. Der Sound den die beiden Kanadier produzieren kombiniert interessante Elektrobeats, die nach vorne gehen mit der ungewöhnlichen und angenehmen Stimme der Sängerin.
Im sonst so eintönigen Pop-Genre bildet das Duo für mich einen außergewöhnlichen Sound, der nicht das Geringste mit den immer gleich klingenden Chartliedern zu tun hat.
Die Texte drehen sich, wie so viele Songs meist um die Liebe und alles was damit zu tun hat. Toll klingende Metaphern strecken sich über das ganze Album und verpacken die oft simplen Themen zu etwas Authentischem.

Thematik (interpretiert):
Hier kann ich keine uninterpretierte Sicht des Songs schreiben, da es sonst wirres Kauderwelsch wäre.
Die Thematik hängt eng mit dem Namen des Songs zusammen – Begin Again, also übersetzt „Neuanfang“ oder „wieder anfangen“. Es geht um eine komplizierte Beziehung zwischen der Sängerin und einem für den Hörer unbekannten Geliebten.
Mit Neuanfang ist hier ein weiterer Versuch einer Beziehung gemeint, die jedoch nie lange hält, bis sie wieder zerbricht und der Zyklus schließlich wiederholt wird.
Refrain: „You be the moon, I´ll be the earth, And when we burst, Start over oh darling, begin again begin again begin again“

Die Kanadierin beschreibt in einigen Zeilen eine große Abhängigkeit zu der Person und tut alles in ihrer Macht stehende um ihren Geliebten zurück zu gewinnen/bei sich zu behalten.
„Look at the fire and think of me, I´ve been watching you creep around my wandering feet, Trying for years to flee“

„I need not one thing more, Oh wrap the ground around“

Sie zieht die mysteriöse, ihr immer noch unbekannte Seite des Mannes an und seine unsichere Art, was er eigentlich fühlt.
„My Moon oh my moon, (…) Will you stop your lovely orbiting“

Text und Reime:

Immer noch muss man bedenken, dass das Pop-Genre meist pro Lied nicht so viel Text aufweist bzw meist viel wiederholt wird, was jedoch nichts Schlechtes sein muss, so werden die wenigen Reime bzw der Text noch entscheidender. Wie schon vorher erwähnt finde ich die Wortwahl und auch die Reime äußerst gut.

Pre-Chorus (Vor-Refrain) „I need not one thing more, Oh wrap the ground around, Your gentle winding mind, Oh guard the pounding sound, Breathe in your fiery air, Oh wrap the ground around, Give back an hungrier stare, Oh guard the pounding sound“

Im Vergleich zu diversen anderen Musikern des Genres haut Megan James reimtechnisch auf die Kacke, dass die anderen Interpreten verärgert auf ihre jetzt braun beschmutzte Kleidung blicken.

Am meisten sticht aus dem Pre-Chorus der fast perfekte Doppelreim heraus: ground around – pounding sound nur das „a“ in around und das „i“ in pounding sind nicht aufeinander abgestimmt, aber man kann nicht alles haben.

Wenn man sich die Zeilen nochmal genauer anhört bzw. anguckt gibt es noch mehrere Reime, die den schön gewählten Worten noch eine kleine Krone aufsetzen: fiery air – hungrier stare

Noch dazu lockert das „ing“ in winding und pounding die zwei hintereinander gesetzten Zeilen mithilfe der Betonung noch zusätzlich etwas auf.

Erwähnenswert ist noch die Reimkette im 1 Verse, die die letzten Worte von 4 Zeilen benutzt:
of me – you creep – (wander)ing feet – to flee

Schlussworte:

Ich hoffe die Analyse hat euch gefallen inklusive dem Lied, was ihr danach wahrscheinlich angehört habt. Ich kann jedem der im Pop-Genre mal etwas Anderes sucht Purity Rings neustes Album (Another Eternity) empfehlen. Lasst gerne einen Kommentar da.

Liebe Grüße Jim

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Wer ist Kollegah? – Musikerspotlight

Warum dieser Künstler:
Warum er und wer ist er eigentlich? Mit richtigem Namen genannt Felix Antoine Blume ist Kollegah der momentan kommerziel erfolgreichste Deutschrapper. Doch warum ist das so? Steckt da auch Qualität hinter oder ist er einfach nur gut darin sich zu vermarkten mit asozialem Rap? Ich habe diesen Interpret gewählt, da ich meistens täglich mindestens einen Song des Rappers höre, diverse Gründe, warum ich das tue werde ich erst später nennen und auch an gut anschaulichen Beispielen begründen. Wem Rap nicht zusagt, sich aber für Sprache interessiert sollte hier trotzdem weiterlesen. 😉

Merkmale des Stils:
Kollegahs Textinhalt zeichnet sich größtenteils durch asoziale, surreale und völlig überzogene Szenarien aus. Oft werden Doubletime, Vergleiche und Reimketten benutzt. Beliebte Themen sind Drogen, Frauen, Waffen, Muskeln und das er nun mal einfach der Beste Rapper ist. Klingt nicht gerade kreativ und nach einigen anderen Rappern? Ja das stimmt, doch hinter dem Herumgepöbel des Halb Kanadiers und Deutschen steckt einiges mehr.

Von Anfang bis heute (kurz):
Als erstes aufgetaucht ist Kollegah im Internet schon vor 2005 mit diversen RBA-Runden, die etwa heraus kamen als er gerade 20 Jahre alt war. „Reimliga Battle Arena“ gab Rappern damals die Möglichkeit sich gegenseitig mithilfe eines Songs zu „dissen“ aus reinem Spaß an der Sache, auch „Battlerap“ genannt. Das erste Album „Zuhältertape Vol. 1“ kam 2005 und erregte in der damals noch relativ kleinen deutschen Rapszene großes Aufsehen, da der Text und Stil ungewöhnlich anders war. Im gleichen Jahr ging er unter Vertrag beim Label „Selfmade Records“, wo er heute immer noch verweilt. Selfmade ist das erfolgreichste deutsche Raplabel seit einiger Zeit. Von Jahr zu Jahr kam nun jeweils ein Album, des ehemaligen Abiturienten und Jurastudenten heraus. Die Bekanntheit in der Rapszene wuchs, die ebenfalls immer größer wurde. Der größte Durchbruch kam dann 2014 mit dem Album „King“, welches innerhalb weniger Tage Platin ging und das meist verkaufte deutsche Album des Jahres wurde vor Giganten wie Helene Fischer – Ich bin kein Fan von Volksmusik und Schlagern. Sein bisher letztes Album kam Ende 2015.

Kollegah ist ein Sprachgenie:
Ja, genau als solches sehe ich den breit gebauten Muskelrapper an. Kollegah ist in meinen Augen, der beste deutsche Sprachartist der Musik. Große Worte? Ja. Berechtigt? Das werde ich nun erläutern, warum das MEINE Meinung ist, wenn das jemand anders sieht kann er mir das gerne mitteilen, aber bitte mit handfesten Argumenten. Ich beziehe mich hier nicht auf den Geschmack sondern rein auf das Können des Interpreten.

Reime:
Besonders was die reine Reimtechnik angeht kommt kein anderer Rapper an den 32 jährigen heran.

Beispiele: „Ey guck auf die Breitling an mei´m Handgelenk, Dein sogenannter Rap hört sich an als wärst du ein weibliches Gesangstalent“ – die Silbenanzahl die hier sauber aufeinander und hintereinander gereimt wird beträgt 7.

„Ich traf deine Mum paar Mal hier und da, Sie arbeitet am Straßenstrich, als zöge sie die Fahrbahnmarkierung nach.“ – 6 Silben sauber aufeinander gereimt kombiniert mit einem Vergleich.

Vergleiche:
Auch in Vergleichen kann ihm niemand das Wasser reichen. Kollegah war die Person, die Vergleiche in einer hohen Anzahl im Deutschrap etabliert hat.

Beispiele:
„Und nachdem ich dir Patronen wie nem Schulfüller geb, Zieht man Kreide um dein Kopf als wärst du ein Poolbilliardqueue“ –hier sind direkt zwei Vergleiche. Patronen sind hier sowohl in einem Füller als auch in einer Pistole gemeint.

„Es wär besser gewesen friedlich zu bleiben, denn die einzige Möglichkeit Kollegah ein Haar zu krümmen ist ihn in Kursivschrift zu schreiben.“ – In Kursivschrift wird das H krumm geschrieben. Ebenfalls ist hier das Haar am Kopf gemeint, bzw der Spruch „jemandem ein Haar krümmen“

„Ich nehm glänzende MGs erledige Fake-Gees und sie fressen Blei, wie chinesische Babys.“ – Mit Blei fressen ist hier erstens das Blei der MG-Kugel gemeint mit dem die Gangster getroffen werden, zweitens Brei dem man chinesischen Babys zu essen gibt. Er nennt es Blei, da viele Asiaten das R nicht aussprechen können und dabei dann nur ein L heraus kommt.

Spitten/ Teekesselchen:
Bedeutet, dass die gleichen Worte eine andere Bedeutung haben.
Simples Beispiel: „achten Stock – Ach den Stock“ von Farid Bang
Nur durch die Betonung der Silben und der Länge der Pausen gibt es direkt eine andere Bedeutung. Kollegah benutzt weit kompliziertere Wortkonstrukte, die um einiges länger sind. Beispiele:
„Du hast sächsischen Dialekt? Der Boss nicht, er hat sechs Ischen die er leckt.“ – Selbsterklärend

„Also glaub nicht, dass du Hund hier ’n Aufreißer wirst wie’n Chinaimbiss“ – Ein Vergleich kombiniert mit einem unaufgelöstem Teekesselchen.

1.Dass du Hund hier ein Aufreißer wirst
2.Dass du Hundhirn auf Reis servierst (wie im Chinaimbiss)

Reimketten:
Eine Reimkette erklärt sich schon vom Namen. Beliebig viele Zeilen haben Wörter die sich aufeinander reimen. Hier stelle ich nur ein besonderes Beispiel heraus, da es etliche hiervon gibt und sie nun mal sehr lang sind. Beispiel:
„Charismatische NATO-Ratsmitglieder stehen unter Zwang des Wunderklangs asiatischer Stradivarispieler, Patriarchische Nazistaatenführer Attackieren Stalingrad mit martialischen Kamikazefliegern, Radikalislamische Partisanenkrieger brennen den Vatikan und zentraleurasische Kathedralen nieder.“ – Hier verbergen sich streng genommen zwei kombinierte Reimketten.

1.charismatische – asiatische(r) – patriarchische – martialische(n) – (radikal)islamische – (zentral)eurasische
2.NATO-Ratsmitglieder – Stradivarispieler – Nazistaatenführer – Kamikazefliegern – Partisanenkrieger – Kathedralen nieder

Flow:
Für den Flow, also den Wortfluss, kann ich leider keine Beispiele für geben, da dies nur über hörbare Basis möglich ist. Hier gibt es ein zu weites Spektrum an Wortakrobaten, die durchaus mit Kollegah mithalten können – man kann nicht in allem der Beste sein. Außerdem ist der Flow viel Geschmackssache und kann auf viele Arten auf seine Qualität bewertet werden. Klar ist jedoch, dass Herr Blume auch hier ganz oben mitspielt.

Doubletime:
Bedeutet Passagen doppelt so schnell, wie den Rest auf den Beat zu rappen, dabei ist wichtig alles immer noch deutlich auszusprechen. Einer der schnellsten Rapper ist der breite „Boss“ schon, jedoch nicht der schnellste, was viele Raphörer glauben. Es gibt schneller eingerappte Passagen, die ich schon gehört habe und ebenfalls welche die mindestens genauso deutlich ausgesprochen werden. (Wer sich von den Kennern fragt wer es schneller kann: DCVDNS auf German Choppers, dort wird ein Satz so sauber und schnell wie ich es noch nie gehört habe eingerappt)

Technikfazit:
Kollegah ist klar in den meisten der genannten und wichtigsten Rubriken der Raptechnik entweder der Beste oder einer der Besten. Insgesamt liegt er klar vorne und erzeugt einen großen Abstand zu Konkurrenten, wie Kool Savas, Spongebozz und anderen Rappern.

I->Für die Rapkenner: Wer nun damit kommt, dass Kool Savas besser ist – Kool Savas ist in manchen Aspekten sehr wohl besser als Kollegah, wie zum Beispiel beim Flow und bei der Nutzung der Tonleiter (Konsonanten), doch insgesamt sehe ich Kollegah vor dem Urgestein Savas.

Anmerkung zum Stil:
Kollegah erzeugt Sätze bei denen sich der Zuhörer ein sehr genaues und meist authentisches Bild oder einen Ablauf vorstellen kann.
Beispiel: „Kid, und du siehst mich den Mercedes parken, Flügeltüren gehen auf, ich stepp‘ in Zeitlupe aus Nebelschwaden“

Kollegahs Kunstform:
Die meisten Alben vom „Boss“, wie er sich gerne selber bezeichnet, beschreibt er als „Zuhälterrap“, was wohl selbst erklärend ist. Es kamen 4 Alben heraus die er danach sogar benannt hat – die Zuhältertapes 1,3 und 4 (erstes 2005, letztes 2015).
Kollegahs Texte machen es dem Hörer unmöglich ihm zu glauben, was er rappt, da die beschriebenen Szenarien so übertrieben sind, dass sie meist am Rand der Möglichkeiten sind oder komplett surreal. Da er dies aber mit einer solchen Überzeugung und Authentizität rappt nehmen Leute vieles zu ernst.
Beispiel: „Ich muss stark sein denn allein meine Armbanduhr wiegt 60 Tonnen“

Beispiel: „Ey ich lass wenn sie die Regel haben, Mädels blasen jeden Abend“

Im Gegensatz zu vielen Gangsterrappern wirken Kollegahs Texte nach genauerer Auseinandersetzung nicht ernst, wie die einiger Konkurrenten. Es wirkt schon fast wie eine Parodie oder als würde er sich über seine Genrekollegen lustig machen. Jeder seiner Hörer weiß, dass der Text nicht ernst gemeint ist und der „Zuhälter“ in dessen Rolle er oft schlüpft nur eine Art Kunstfigur ist.

Gesamtfazit:
Für mich ist Kollegah ein Sprachkünstler der Superlative, dem es Spaß macht mit der deutschen Sprache zu spielen. Dafür benutzt er sein Stilmittel als vermeintlicher Zuhälter, Drogenbaron und Player. Ich höre seine Musik sehr gerne, nicht wegen des Textinhalts, sondern wegen der Technik und Kunst die dahinter steckt. Wer also viel Wert auf Sprache legt und kein Problem mit dem Stilmittel von Kollegah hat, kann ich Herrn Blume nur ans Herz legen. Auch wenn man es kaum glauben mag findet man meist auch Gefallen an den Themen der Tracks.

Funfacts:
1. Tatsächlich hat Kollegah in seinen jungen Zeiten Drogen verkauft, da er in armen Verhältnissen aufwuchs und sich so Geldprobleme vom Hals schaffte. Es gab also eine Wandlung von einigermaßen realen Texten zur heutigen Kunstform.

2. Laut Studien besitzt Kollegah einen größeren Wortschatz, als ein Urgestein der Deutschen Sprachgeschichte – Goethe.

3. Kollegah macht zwar größtenteils Imagerap, hat jedoch auch ein paar Songs mit ernsten Themen oder sehr privaten Inhalten veröffentlicht. (Songnamen als Beispiel: Du, Sommer, NWO)

Songempfehlungen:
Für die die sich nun für den Rapper interessieren und nicht vertraut sind mit seiner Musik habe ich ein paar Empfehlungen von Tracks, die zu meinen Favoriten gehören:

-„Armageddon“ & „Bossaura“ sind für mich zwei seiner besten Songs sowohl technisch als auch musikalisch. Beide Songs weisen keine Hook auf und haben eine ungewöhnlich lange Laufzeit.

-„Schwarzer Benz“ Musikalisch genial und das übliche Technikniveau

-„Genozid“ Storytelling im Rap wie aus dem Bilderbuch, fasst seine Karriere im Track unter anderem zusammen

-„Sommer“ tiefsinniger Track, religiös beeinflusst da Kollegah Moslem ist, was den Track für Nichtangehörige der Religion jedoch nicht schlechter macht, da die Message die Gleiche bleibt

-„Red Light District Soundtrack“ aus dem ersten Album, was qualitativ den anderen nur in der Soundqualität nachsteht. Die alten Songs erinnern an West/Eastcoast Rapsongs aus den USA in den 90ern.

Schlussworte:
Da ich mich sehr viel mit dem Rapper, seinen Texten etc beschäftigt habe ist diese Analyse so lang geworden. Wer bis hier hin gelesen hat, danke, auch wenn du vielleicht ein paar Punkte übersprungen hast. 😉 Im deutschen Bereich ist er mein Lieblingsmusiker, deshalb musste ich mir eine so lange Analyse einfach erlauben. Ich hoffe du hast Spaß gehabt beim lesen.

Liebe Grüße Jim

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Songanalyse „Centuries“ von Fall Out Boy

(Den Song könnt ihr auf Spotify sowie Youtube finden, sicher auch noch woanders)

Warum dieser Song:
Auf Wunsch von Yato-chan sollte ich mir etwas raus suchen von Fall Out Boy und eine Analyse machen. Er wollte keinen speziellen Song also warum dieser hier genau? Centuries war ein erfolgreicher Song, der in den Charts auf beachtlichen Positionen zu finden war. Mir gefällt der Song von der Thematik und wie er klingt. Also ein GUTER Chartsong in meinen Augen, was für meinen Musikgeschmack nicht wirklich täglich vorkommt.

Genre, Stilart und Hintergründe (kurz):
Fall Out Boy ist eine 2001 gegründete Rockband, die kommerziellen Erfolg das erste Mal 2005 aufweisen konnte, sogar Doppelplatin gewann das damalige Album „From Under the Cork Tree“.
Obwohl das Genre Rock ist, sind in manchen Songs – besonders in Neueren – Parallelen zu Rap zu erkennen. Die Texte sind von der Lyrik nicht zu unterschätzen.

Thematik des Songs:
Der Song befasst sich mit der Musikszene und besonders mit ihnen selbst. Im Song wird quasi eine Aufforderung der Band gegeben sich „Centuries“, also Jahrhunderte an sie zu erinnern. Ist das nicht der Wunsch eines jeden Musikers? Es wird eine Art Kampf beschrieben, sich in die Köpfe der Menschen mit ihrer Kunst zu brennen:
„And i can´t stop ´til the whole world knows my name“

Alles in diesem 3 ½ Minuten Stück drückt nur so die Motivation und Leidenschaft für Musik von der Band aus, was man ihnen auch nur zu gerne nach so einem Song glaubt. Auch etwas Motivierendes hat der Song, da er im Endeffekt auch ausdrückt: „Hey, seht mal ich hab es geschafft meine Träume zu verwirklichen. Das könnt ihr auch.“

Jedoch ist sich die Band hier auch bewusst, dass der Erfolg auch schnell platzen kann:
„Just one Mistake, Is all it will take“

Es wird auch auf das häufige „One Hit Wonder” hingewiesen, also eine Band (oder Musiker) die einen Hit herausbringen und die danach wieder in der Senke der Unbekannten verschwinden:
„And you are a cherry blossom, You are about to bloom, You look so pretty but you are gone so soon“ – hier wird eine Metapher benutzt mithilfe von Kirschblütenbäumen (cherry blossom). Kirschblütenbäume blühen nur eine sehr kurze Zeit bevor sie ihre schönen prägnanten Blüten verlieren.

Technik:
Die Reimtechnik ist relativ simpel, wie meistens im Rock. Doch Technik ist hier oft auch reichlich unwichtig, da die Songs nach vorne gehen sollen und genau das tut Fall Out Boy mit einem tollen eigenen Klang in diesem Genre. Fall Out Boy benutzt außerdem oft genug Metaphern, die perfekt in ihre Songs passen.

Fazit:
Ein Song der nach vorne geht und alles wegrockt. Generell kann ich Fall Out Boy jedem Rock Hörer empfehlen. Selbst höre ich sie selten, da ich nicht viel dieses Genre höre. Auch im Club ist so ein Club immer ein Kracher.

Schlussworte:
Ich hoffe, dass euch und besonders dir lieber Yato die Analyse gefallen hat. Je nach dem, was ihr Kommentarschreiber mir unter die Nase haltet an Songs gibt es eine entsprechende Länge einer Analyse, das ist jedoch schlecht berechenbar wieviel mein Kopf jeweils ausspuckt. 😉

Liebe Grüße eurer Jim

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Songanalyse „Downtown Love“ von G-Eazy

Die Analyse wird SEHR lang schon mal als Warnung, viel Spaß!

Zu empfehlen wäre den Song einmal vor der Analyse zu hören und einmal danach. Es gibt ein offizielles Video zu dem Song auf Youtube, auch unter Spotify könnt ihr ihn euch anhören. Bei dem offiziellen Video fehlt jedoch der letzte und meiner Meinung nach beste Part, aber ihr findet sicher dort auch die normale vollständige Version.

Warum dieser Song?
G-Eazy hat im Track Gesellschaftskritik, lyrisch starke Technik und Storytelling aus seinem Leben kombiniert. Außerdem beinhaltet der Song einen guten Einblick in das Leben und die Gefühlswelt des Rappers. Ja, es geht wieder um Rap, doch mal wieder etwas komplett anderes. Womit wir auch schon zum nächsten Punkt kommen. Ein lustiger Fakt ist, dass es G-Eazys Lieblingssong von seinem Album ist.

Musikstil des Interpreten:
Der englischsprachige und hellhäutige G-Eazy verbindet atmosphärische Elektrobeats und Sounds der meist ruhigeren Art mit seinem Rap. Die prägnante Stimme harmoniert perfekt mit den Beats. G-Eazy verwendet technisch gesehen starke Reime und einige Metaphern. Doch dazu später mehr.

Über den Künstler:
Hinter seinem Musikernamen steckt der momentan 26 jährige Gerald Earl Gillum. Die Hintergründe sind teilweise wichtig für den Song, da man zumindest wissen muss, wie sein normales Leben abläuft.
Schon mit jungen Jahren begann er selbst Musik zu produzieren, erst überhaupt nicht mit Rap sondern nur Beats, also brachte sich selbst das „producen“ bei. Er interessierte sich nicht sehr viel für anderes als Musik und verbrachte die meiste Zeit wohl Zuhause mit seinen Freunden und produzierte. Irgendwann begann er das Rappen auf seine eigenen Beats, was er bis heute noch tut. Er brachte einige Mixtapes ab 2010 heraus und erlangte zunehmend Popularität durch seine sehr prägnante Art und Weise im Rap. Mitte 2014 kam dann das erste Studioalbum, was den Durchbruch schaffte und einen gigantischen Erfolg in Amerika feierte (meiner Meinung nach berechtigt).Es belegte für mehrere Wochen den 3 Platz der amerikanischen Albumcharts. Ende 2015 kam sein zweites Album heraus, womit er an den großen Erfolg anknüpfen konnte.
Kurz gesagt ein neuer Rapper der schnell an die Spitze gekommen ist. Interessant ist, dass G-Eazy theoretisch kein Zuhause besitzt. Seit seinem Album 2014 tourt er permanent und ist nur unterwegs, feiert, macht Auftritte und hat sicher schon die 200er Grenze an Sexpartnern geknackt. Klingt nach Sex, Drugs and Rockn Roll nur im Rap? Das könnte man so sagen, nur dass Gerald auch eine sehr weiche Seite hat und diese auch sehr offen in Songs behandelt. Sehr viel schon über den Künstler, doch finde ich ist er eine faszinierende Person, die dadurch noch viel authentischer in ihrer Musik wirkt.

Thematik des Songs:
Es wird eine Geschichte über eine längere Zeitspanne erzählt. Es geht um ihn und eine junge reiche Frau und seine Gefühle zu ihr während der verschiedenen Zeiten. Gleichzeitig werden die Zustände beschrieben durch die man eine gute Vorstellung bekommt, wie die Frau tickt. G-Eazy klingt im Song oft verurteilend und herabschauend. Da das Lied sehr viel Inhalt bietet über die 5.26min werde ich jeden Part einzeln behandeln. Uiuiui das wird wirklich sehr lang. 😀

Refrain/Hook: Mit ihr beginnt der Song und trennt jeweils, die Parts voneinander. Die Hook ist wundervoll gesungen von John Michael Rouchell.
„Dont want none of your downtown love, Just wondering if you notice me“
Ja was bedeutet das denn jetzt? Einerseits verneint er die Art ihrer Liebe. Mit downtown ist ein schneller und wilder Lebensstil gemeint, also Partys, Drogen und teurer Schmuck. Habe ich schon erwähnt, dass das in einer gewissen Art ein Lovesong ist? 😉 Als Gegenstück kommt dann sofort ein „Ich frage mich ob du mich bemerkst“, worauf ich später noch eingehe.

Part 1:
Ich werde fast jede Zeile dieses Songs auseinander nehmen, da G-Eazy hier keine Zeile verschwendet und etwas belangloses rappt.
„Wood floors in your Soho apartment, Every morning always roll one and spark it, Credit cards left on your glass table, You been wildin since i met you last April“ – Soho ist ein Wolkenkratzer, der ziemlich teuer von der Miete ist, in New York, also sowieso teuer. Allein die erste Line spiegelt wieder, dass die Frau einiges an Geld haben muss. „roll one“ bedeutet hier sich einen Joint zu drehen und zwar direkt nach dem aufstehen. Die nächste Zeile ist eine Mischung aus Reichtum (Kreditkarten) und Drogen. Erklärt: Sie hat Kokainlines mithilfe der Kreditkarten am vorherigen Abend genommen. Das „last April“ lässt vermuten, dass sowas anscheinend schon so lange von statten geht, solange er sie kennt.

„A beautiful outgoing alcoholic socialite, Like the way i talk to you i was so polite“ – ich sage wenn ich Zeilen auslasse hier also nichts bis jetzt. Die Beschreibung auf das Mädchen klingt ganz toll nur wurde das hässliche Wort „alcoholic“ hineingebracht, was es dann doch bröckeln lässt. Die Zeile danach weist darauf hin, dass er sie immer nett behandelt hat, besonders da er mehr sieht als nur den Sex mit der Frau.

„Always claimin that you are not the type to notice hype, But that is the reason we kicked it and you know its right“ – Sie behauptet von sich selbst dass ihr Geralds Fame nicht wichtig sei und sie nicht deshalb mit ihm Zeit verbringt, doch er und sie genau wissen, dass genau das der Grund ist.

„I was your Bob Dylan, you were my Edie Sedgwick, But where i used to see beauty, now i just see pathtic“ – Ein berühmtes Paar in Amerika gewesen (Dylan war Musiker, Sedgwick war Model), was man noch beachten sollte ist, dass Sedgwick mit der G-Eazy das Mädchen vergleicht, an einer Drogenüberdosis starb. In der Erzählung erkennt er langsam, dass das tolle verliebte Bild der Frau von ihm langsam schwindet und sie langsam erbärmlich auf ihn wirkt.

„It was fun while it lasted but you´ll never get it, You are living in your own world, where love is all synthetic“ – Sie waren zwar in einer Beziehung, doch sie hat ihn nie wirklich geliebt. In ihrer selbstzentrierten Welt gibt es laut Gerald keine wirkliche Liebe.

1 Zeile wird hier übersprungen die ich nicht recht zu deuten weiß, ja das passiert mir auch 😉

„For a minute thought about forever like its Jodeci“ – nach Recherche kam ich zum Schluss, dass er das Album „Forever my Lady“ von Jodeci meint. Also hat er kurz darüber nachgedacht, dauerhaft mit ihr zusammen zu sein, doch den Gedanken nach seinen Erkenntnissen schnell wieder verworfen.

„But now you are spiraling and falling over hopelessly, And i just wonder if you notice me, yeah“ – Wem es hier auffällt – eine schöne Reimkette, die Zeile die ich wegließ gehört noch dazu, doch dazu später in der Technik. Gerald behauptet, dass sie mittlerweile in einer Spirale die immer weiter nach unten geht gefangen ist. Doch noch immer fragt er sich traurig, ob sie überhaupt seine richtige echte Liebe erkennt.

Das war Part 1, ganz schöner Happen finde ich. Hier kann man denke ich auch schon sehen, was ich meine mit der weichen Art von Gerald. In diesem Song sticht sie jedoch nicht total hervor.

Refrain folgt

Part 2:
„And you spending your allowance cash, On some shopping sprees drink and a powder stash“ – Deutet darauf hin, dass sie nicht arbeiten muss für ihr Geld. Anscheinend kriegt sie es von ihren reichen Eltern. SIe gibt ihr Geld in Massen für Kleidung, Alkohol und Kokain (powder stash) aus. Schon jetzt baut sich ein Bild einer materiellen Person auf, die sich durch Dinge die sie besitzt auszeichnet, Gerald sieht sie wahrscheinlich auch als eine Art Besitz an. Powder stash wird auch benutzt als Sand in der nächsten Zeile.

„But it drains like the sand in an hour glass, And when it does is when i see you turning sour fast“ – Drogen halten nur für eine bestimmte Zeit, mittlerweile wird sie aggressiv und sauer, wenn sie nicht mehr diesen Effekt hat.

„Free falling from the sky till the gravel caught us, Spending cash burning holes in her fragile pockets“ – Die erste Line soll aussagen, dass die Frau solange weiter fallen wird bis sie im Grab landet (gravel). Ihre Ausgaben sind immens und lassen das Geld schnell verschwinden. Mit „fragile“ kann gemeint sein, dass ihre Eltern ihr jederzeit den Geldhahn abdrehen können, es ist keine verlässliche Quelle.

„Doin drugs on the surface of apple products, started beautiful but look at where havoc brought us“ – sie zieht Kokain auf Appleprodukten, also wahrscheinlich auf ihrem iPhone. Interessant ist, dass manchmal ein „wir“ benutzt wird, was darauf hindeutet, dass sich Gerald das ein oder andere Mal bei dem schnellen Leben mitreißen ließ, doch was dieser Song klar ausdrückt, ist das er es auf Dauer nicht will und es ihn unglücklich macht.

„You are never happy, always looking around for something new“ – Deutet wieder auf Drogenkonsum des Mädchens hin. Sie machen nicht glücklich auf Dauer. Sie sucht ständig neue Arten von Drogen, um etwas Neues zu haben, was sie glücklich macht. Generell wird hiermit wohl das Konsumverhalten angesprochen. Sie ist süchtig nach neuen Dingen.

Zeilen werden übersprungen

„See you are in love with material, And even more in love with attention, Walking through life so eager for affection, There never really was a connection“ – Weitere harte Zeilen. Wie vorher erwähnt hat sie nur Augen für Besitz. Genauso giert sie nach Aufmerksamkeit. Gerald schämt sich mittlerweile schon fast seine Beziehung zu ihr „Liebe“ genannt zu haben.

Hook/Refrain

Pre Part 3:
Es folgt ein langer toller musikalischer Übergang zu Pre Part 3.
„So in love with the scene she was, 4AM is when she leaves clubs. She is…“ –Die Frau war so vernarrt in den Lebensstil, dass dieser sie schließlich nicht mehr loslässt.

Part 3:
Es folgt der meiner Meinung nach beste Part im Track, als auch was G-Eazy jemals geschrieben hat. Sogar im Englischbereich sehe ich dieses Part und dieses Lied für mich selbst ganz weit vorne. Genug des Lobes.

„In love with fashion still trying to be Audrey Hepburn, Grabs the check but she spends what she hasn´t yet earned, Life is a bitch if you play with fire you get burned, The road of the riches could throw you off at the next turn“ – Erstmal wow…Krasse Reimkette in einem lyrisch großartigen Zusammenhang. *Räusper* Entschuldigung, da geht der Technikfanatiker wieder in mir durch.
Hepburn war eine Schauspielerin, die bekannt war für die hippe Mode, die sie trug. Die Ausgabenw erden mittlerweile so hoch, dass sie sich Geld leihen muss, um ihre Gier zu Konsumieren zu befriedigen. „Mit dem Feuer spielen“, genau das tut die attraktive Dame durch die Ausgaben, den Drogenkonsum und das viele feiern. Gerald warnt nochmal, dass ihre Eltern jederzeit den Geldhahn abdrehen können.

„Yeah poor little rich girl, Cries her eyes out it is all part of the show, fell in love with the fast live but started it slow“ – Gerald beneidet sie nicht, im Gegenteil. Weinen ist Teil ihrer Show, um Aufmerksamkeit zu bekommen nach der sie abhängig ist. Der Lebensstil weist psychologisch darauf hin, dass sie nicht mit sich selbst zufrieden ist. Sie versucht es mit den Drogen und dem allgemeinen Konsum zu kompensieren. Früher war sie ein ganz braves Mädchen, doch umso länger sie das „fast live“ lebt umso unmöglicher wird es ihr zu entkommen.

„Loves creative types slept with every artist she know, Comes from high society, but they frown on her actions“ – Um sich gut zu fühlen schläft sie mit jeder berühmten Person, die sie kennenlernte. Das Blatt beginnt sich immer weiter zum schlechteren für sie zu wenden, ihre Familie aus gutem Haus ist entsetzt von ihrem Verhalten und Lebensstil.

„Instagrams half naked, how she sounds in her captions“ – Halb nackte Bilder in Instagramm und darunter ein motivierender Spruch. Dahinter sieht Gerald keinen Sinn und nur ein weiteres Mittel Aufmerksamkeit zu erlangen.

Zeile übersprungen

„Wants to party, thumbs through a rolodex full of dealers“ – Sie ist schlau. Ein Rolodex ist eine Art Kontakte festzuhalten in einem speziellen Block, also nicht elektronisch. Die ganzen illegalen Kontakte sind sicherer auf diese Art. Es zeigt außerdem wie viele Drogen sie mittlerweile Konsumiert, wenn sie ein ganzes Teil voll hat mit Dealern.

„Cause she said that the high was devine, The first time is what she kept on searching trying to find, Scared to lose it all but everything was nothing inside, Couldn´t face the truth but everyone got something to hide“ – „Devine“ ist Sprache die wohl aus ihrer reichen Familie kommt, also aus der hohen Schicht. Sie sucht nach den ersten Drogenerlebnissen, die meist die intensivsten sind. Sie hat riesige Angst alles zu verlieren, Gerald sagt im Endeffekt, dass sie bereits alles verloren hat, da Drogen, Partys und Kleidung im Inneren nichts ist. Sie konnte die traurige Wahrheit über sich selbst nicht akzeptieren. Sie versteckt ihr wahres Gesicht hinter der ganzen Fassade, die Gerald nun schon länger durchschaut.

„It is ironic how conscious she is of how she appear, Two hours getting dressed but still can´t look herself in the mirror“ – G-Eazy findet es ironisch, dass das Mädchen sich sehr bewusst ist, wie sie sich verhält. Sie kann sich nicht einmal nach langem hübsch machen selbst im Spiegel angucken, weil sie sich selbst hasst.

„Making poor choices even at her wealthiest year, Was a fast lifestyle that no one helped her to steer, yeah“ – Sogar in ihrem besten Jahr hat sie nur dumme Entscheidungen getroffen und Dinge getan. Niemand half ihr bei der Kontrolle ihres intensiven Lebensstils, woran sie wie hier angedeutet vermutlich zugrunde gegangen ist, oder ein ähnliches Schicksal wie Marion aus „Requiem For A Dream“ hat. Ein Film den jeder, ab mindestens 16 Jahren gesehen haben sollte, die die jünger sind…Bitte lasst die Finger davon, das tut der Psyche nicht gut, da der Film reinen Realismus zeigt. Aber ich schweife ab.
Das war der Text mit Bedeutung dahinter. Ich weiß es war viel, aber für mich ist jede Zeile so gut, dass ich es machen musste.

Wo ist jetzt die Gesellschaftskritik?
Wer sich das fragt hat eventuell etwas falsch gemacht. Im Song beschreibt G-Eazy ein extremes Beispiel, doch überall gibt es Menschen die der beschriebenen Frau ähneln. Überall gibt es Menschen die Dinge durch eine große Menge Aufmerksamkeit kompensieren wollen, sich selbst nicht so akzeptieren wie sie sind. Ebenfalls fangen viele Leute egal ob arm oder reich an Drogen zu nehmen aus ähnlichen Gründen. Wenn DU mein/e Leser/in nur kleine gewisse Ähnlichkeiten zu der beschriebenen Person siehst – denk mal drüber nach, warum du diese Dinge tust und versteck dich nicht vor dir und deinen Problemen. Für mich sagt dieser Song indirekt meine Meinung aus, weshalb ich ihn sicher auch noch zusätzlich mag. Man sollte die Person als abschreckendes Beispiel nehmen. Ich stehe für so Themen sowohl in den Kommentaren, als auch Privat gern zur Verfügung als Gesprächspartner. So jetzt ist Schluss mit tiefgründigen Worten und ab in die Technik.

Technik:
G-Eazy bringt tolle Reime und Reimketten mit seinem flüssigen und trotzdem oft einzigartig wirkenden Flow.
Da es einige Reimketten in diesem Song gab, reihe ich hier nur die Wörter aneinander. Die Analyse ist jetzt schon unglaublich lang.

Alcoholic socialite – so polite – type to notice hype – know its right

Woefully – Jodeci – hopelessly –notice me

Allowance cash – powder stash –hour glass – sour fast

Caught us – pockets –products – brought us

Hepburn – yet earned – get burned – next turn

Divine – first time –trying to find – nothing inside – something to hide

Die vielen Reime lassen den Song sich so gut anhören.

Mehr über den Künstler:
G-Eazy ist ein zweischneidiges Schwert, er hat Songs die typisch Rap sind in denen er ausdrückt, wie sehr ihn die Frauen lieben und in welchem Luxus und er nun leben kann. Die andere Seite ist die zerbrechliche nachdenkliche und emotionale Seite des gut aussehenden Rappers. Faszinierend ist, dass seine Fans einen großen Anteil an oberflächlichen Menschen sind, für die ein Song wie Downtown Love und diverse andere theoretisch ein Schlag ins dick geschminkte Gesicht ist und trotzdem feiern sie seine Musik…Lustig.

Schlussworte:
Einer meiner Lieblingssongs im Rapgenre durch die starke Technik, den starken Text und die tollen Metaphern alle in Kombination. G-Eazy macht noch einige andere Songs die gut gelaunt und partyhaft (ist das ein Wort?) klingen. Also ein vielseitiger begabter Künstler. Sein elektronischer Sound sagt mir in den meisten Fällen sehr zu. Wer das Lied hier mag sollte sich definitv noch andere Lieder von ihm anhören(wie zB Tumblr Girls, I Mean It, Been On). Nicht jeder mag seinen Stil, wie es aber ja bei vielen Dingen ist. Ich kann auch nur darum bitten ein Kommentar dar zu lassen, da ich immer sehr viele Aufrufe habe und einfach gerne wissen will wie euch dieser Blog gefällt.

Liebe Grüße Jim

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Ihr habt einen Song oder einen Musiker über den ich hier schreiben soll? Sag mir Bescheid und vielleicht kannst du schon bald meine Meinung hier lesen.

Songanalyse: „Nothing Else Matters“ von Metallica

(Der Song ist sicher auf jeder möglichen Plattform zu finden.)

Warum dieser Song?
Die meisten von euch Lesern sollten den ausgewählten Titel kennen, wenn nicht weiß ich nicht wie das passieren konnte. Es gibt mehrere Gründe warum genau dieser Track: Für mich ist es einer der schönsten Songs die es gibt, sowohl vom Klang, als auch vom Text. Ich bin aufgewachsen mit diesem Lied seit ich ein kleines Kind war. Ich stehe hinter der Message des Liedes. Es ist sehr gefühlvoll eingesungen und kommt von Herzen.

Über die Band:
Metallica kann man als noch lebendes Urgestein des Rock/Metals bezeichnen. Die Band existiert schon seit über 30 Jahren und ist immer noch aktiv. Millionen von verkauften Tonträgern ihrer Alben machen die Band zu einer der erfolgreichsten ihres Genres. Nothing Else Mathers ist aus dem bisher erfolgreichsten Album von 1991 gewesen, was sie nach ihrem Bandnamen benannt haben. Metallica hatte oft starke Stilwechsel im Laufe ihrer Karriere gemacht und vieles ausprobiert, bleib jedoch meistens im Bereich Metal und Rock.

Hintergründe & Thematik des Songs:
Der Song wurde vom Sänger James Hetfield geschrieben während sie ihr erfolgreichstes Album aufnahmen und wurde auch in dieses übernommen. Die Band tat ein Jahr fast nichts anderes als im Studio zu sitzen. Bei ein paar der Bandmitglieder resultierte daraus sogar die Scheidung. Die Band tat immer das, was sie wollte in der Musik und ließ sich nicht reinreden. James komponierte den Song innerhalb mehrerer Aufnahmepausen im Studio, während er mit seiner Freundin telefonierte – sehr ungewöhnlich so einen Hit zu machen. James drückt im Text seine und die Einstellung der Band aus, Gefühle über seine Freundin und auch die Band. Die Message des Songs ist, dass man auf versuchen soll seine Träume zu erreichen und seinem Herzen folgen soll. Hach klingt das nicht schön? Da das Lied nicht unglaublich viel Text hat werde ich jede Zeile analysieren. Der Song war der Erste, den Hetfield geschrieben hat, wo er so offen über Persönliches redet.

Text (interpretiert):
„So close no matter how far, Couldn´t be much more from the heart“ – Gerichtet an seine Freundin, die er nicht oft sieht durch das produzieren des Albums. Sie ist zwar weit weg, doch sie ist immer nah in seinen Gedanken. Die zweite Zeile kann sich sowohl auf die erste beziehen, als auch auf den ganzen Song, der von ganzem Herzen kommt.

„Forever trusting who we are, And nothing else matters“ – Bezogen auf die Band. Er vertraut sich und der Band und was sie zusammen tun, er sieht es als richtig. Nichts anderes ist wirklich wichtig.

„Never opened myself this way, Life is ours we live it our way, All these words i don´t just say, And nothing else mathers“ – Hetfield erwähnt hier nochmal, wie sehr ihn sein eigener Text berührt und wie ehrlich er ist. Es wirkt schon fast, als wäre er überrascht, dass er sich so öffnen kann in Form von Musik. Er und die Band lebt ihr Leben so, wie sie es wollen und für richtig halten. Nichts anderes ist wichtig.

Viele Zeilen können doppeldeutig gesehen werden, also sowohl auf seine Band als auch auf seine Freundin bezogen werden wie hier:

„Trust i seek and i find in you, Every day for us something new, Open Mind for a different view, And nothing else matters“ – Er sucht vertrauen bei seiner Freundin (oder Band) und findet sie, jeder Tag ist für ihn neu und aufregend. Die 3 Zeile könnte an die Fans von Metallica gerichtet sein, da es das erste Album war, was stark von ihrem bisherigen Stil abwich.

Refrain: „Never cared for what they do, Never cared for what they know, But i know“ – Wieder doppeldeutig, einerseits kann hier gemeint sein das es der Band immer egal war, was andere getan und gesagt haben, anderseits kann hier wieder die Beziehung gemeint sein.

Bridge: „Never cared for what they say, Never cared for games they play, Never cared for what they do, Never cared for what they know“ – Der Band/dem Paar ist es egal, was andere tun, sagen, wie sie sich aufführen und was sie wissen. Sie werden ihr Ding durchziehen und so leben wie sie es wollen, ihren Träumen nachjagen und auf die Weise leben, die sie lieben.

Der Rest des Songs ist Wiederholung der Zeilen.

Schlussworte:
Ein Song der unglaublich viele Gefühle versprüht und auslöst. Ich mag sehr das Doppeldeutige, da es dem Hörer „Freiraum“ bietet den Song für sich zu genießen. Außerdem ist es eine Kunst einen guten Song zu produzieren, der theoretisch ganz simpel aufgebaut ist, sowohl musikalisch, als auch vom Text. Wer nicht auf den normalen Metal und Rock steht, aber dieser Track gefällt, kann ich noch ein paar Lieder empfehlen, die auch etwas ruhiger sind: „Low Man´s Lyric“, „The Unforgiven“, „The Unforgiven 2“.

Liebe Grüße Jim
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Songanalyse „Blue“ von Yoko Kanno

(Den Song gibt es auf Youtube, in der Rezension von Schokospecht unter diesem Blog ist ebenfalls ein Link dazu)

Warum dieser Song:
Auf Wunsch von Schokospecht sollte ich mir dieses Lied anhören. Es ist der Ending Song von dem Anime Cowboy Bebop, der schon zu den älteren Modellen der Animes gehört, jedoch (immer noch) sehr beliebt ist. Trotzdem habe ich ihn noch nicht gesehen, deshalb liege ich vielleicht daneben mit meinen Interpretationen, da der Song eventuell etwas mit dem Inhalt des Animes zu tun hat, aber wir werden sehen.

Musikalität:
Da ich jedes Lied anders reviewe und nicht unbedingt nach einem Muster vorgehe wollte ich diesen Aspekt hier einmal beleuchten. Der Song ist musikalisch wirklich wunderschön und hat mich auf eine gewisse Weise berührt. Eine Mischung aus Rock, Chor und Gesang, die sich zu Anfang noch getrennt entfalten und im 2 Teil des Liedes teilweise überlappen – Sehr schön.

Text und Interpretation:
Ich bin mir bei diesem Track sehr unschlüssig, doch ich interpretiere den Text und besonders auch die Art, wie es gesungen wird, dass es in dem Song um das Leben generell geht. Träume und Freiheit, die man erreichen will und die Frage nach dem Sinn des Lebens. Ich will hier nicht zu poetisch werden. 😀
Die ziemlich hervorgehobene Botschaft „wanna be free“ zeigt eine Sehnsucht nach diesen Dingen.
Der Text des Songs ist sehr rar und doch sehr vielsagend, was eine Kunst für sich ist, besonders wenn man Themen wie hier erwähnt behandelt.

Fazit & Schlussworte:
Ja, mehr kann ich hier zu nicht sagen. Ein sehr schöner Song, der sehr lohnenswert fürs anhören ist und sich auch bei mir einen Platz in einer meiner Playlisten erobert hat. Danke für die Frage nach diesem Song Schokospecht. Natürlich hoffe ich, dass es neben den anderen Lesern besonders dir gefallen hat, was ich hier relativ knapp geschrieben habe. Jeder Song bietet mir nur eine gewisse Menge, was ich zu sagen habe, manchmal kurz und manchmal Seiten lang. ^^

Liebe Grüße Jim
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Songanalyse: „Swimming Pools (Drank)“ von Kendrick Lamar

(Der Song ist auf Youtube mit offiziellem (sehr gutem) Video und auf Spotify verfügbar)

Warum dieser Song:
Ich bringe eine Menge Dinge mit diesem Song in Verbindung erst einmal ohne textliche Bedeutung, als auch mit dieser, die mir jedoch zum größten Teil zu Privat erscheinen. Außerdem zählt dieser Song rein aus musikalischer Sicht zu einem der besten Raptracks die ich kenne, als auch aus textlicher.

Über den Künstler:
Kendrick Lamar, den man auch den „King of Compton“ nennt wuchs in der höchst kriminellen Stadt Compton auf und widmete sich schon im jungen Alter der Musik. Die Stadt hat im Rap eine gewisse Bedeutung, da aus dieser die prägende Rapgruppe N.W.A. stammt (Mitglieder: Dr Dre, Eazy E, Ice Cube, DJ Yella, MC Ren, Arabian Prince) von denen man schon mal gehört haben sollte. Schnell erreichte Lamar große Aufmerksamkeit mit seiner Musik und wurde beim Beatgott Doctor Dre schließlich unter Vertrag genommen, womit noch mehr Aufmerksamkeit auf den Nachwuchsrapper aus Compton gerichtet wurde. Kendrick Lamar besitzt eine ganz eigene Art von Rap und besonders der Musik generell, was ihr sicher auch in Swimming Pools beim anhören bemerken werdet, wobei es bei diesem Lied nicht so stark, wie bei anderen heraussticht. Über die Jahre hat er sich den Titel „King of Compton“ erarbeitet, was wohl so viel bedeutet, als dass er über den Giganten, die ebenfalls dort ihren Anfang fanden steht.

Thematik des Songs:
Ich will dies hier separat vom Text machen. Der Song dreht sich um Gruppenzwang, exzessives Feiern und besonders trinken. Dies wird unglaublich elegant und clever verpackt mit tollen Metaphern und bildlichen Beschreibungen, wie gleich an der schieren Menge der Erklärungen zum Text gesehen werden kann. Der Text ist zudem unglaublich harmonisch zum Beat. Wie immer empfehle ich den Song einmal vor der Analyse und einmal danach zu hören, falls Interesse besteht. Besonders mit dem Video ist das Lied noch einmal etwas eindrucksvoller, welches am Rande gesagt sogar einige Videopreise gewonnen hat.

Text (interpretiert):
Hehehe… 😀 *Räusper*
Der Song beginnt mit der Bridge, die insgesamt 4 Mal im Lied vorkommt. Das klingt jetzt schon so, als könnte es nervig werden, aber nein dem ist erstaunlicherweise überhaupt nicht so. Tatsächlich bemerkt man es fast gar nicht, dass sie tatsächlich so oft vorkommt, da das Lied einen sehr angenehmen Fluss hat.

Nun ja hier die Bridge:
„Pour up (Drank), head shot (Drank),
Sit down (Drank), stand up (Drank),
Pass out (Drank), wake up (Drank),
Faded (Drank), faded (Drank)“ – Die Bridge spiegelt den Ablauf einer Feier im Stile von Kendrick Lamar in seiner Jugend (und der Gesellschaft) wieder. Der Song besteht aus wahren Begebenheiten und hat eine sehr persönliche Marke an sich, wie ihr noch sicher merken werdet. Übersetzt bedeuten die verschiedenen Phasen: Auffüllen – Headshot (eine kleine Menge hochprozentigen Alkohol trinken) – Hinsetzen/Aufstehen (Soll das feiern darstellen) – Ohnmacht – Aufwachen – Verblichen/Verblüht

Es folgt der erste Verse:
Dies wird wieder eine sehr lange Analyse, weil ich den Text als außerordentlich gut betrachte. x) Mich würde interessieren ob du mein/e Leser/in, lieber kurze oder lange Varianten von meinen Analysen magst, teil es mir gerne mit.

„Now i done grew up round some people livin their lifes in bottles,
Granddaddy had the golden flask, backstroke everyday in Chicago“ – Schon von klein auf wuchs Kendrick zwischen Menschen auf, die ihr Leben „in Flaschen lebten“, also Alkoholiker waren, was in der armen Gesellschaftsschicht Amerikas nicht ungewöhnlich ist/war.
„Golden Flask“ ist der typische Flachmann in den man Alkohol füllt, den sein Großvater wohl immer dabei hatte. Mit „back stroke everyday in Chicago“ wird ein geniales Wortspiel veranstaltet, da „back stroke“ Rückenschwimmen bedeutet, was auf den Namen des Songs anspielt. Bildlich gesprochen schwimmt sein Großvater jeden Tagen in Alkohol. Der Swimmingpool ist in diesem Lied immer mit Alkohol gefüllt (natürlich nur bildlich gemeint), dies soll die große Menge Alkohol der Leute im Song verdeutlichen, die sie konsumieren.

(Ich werde wieder erwähnen, wenn ich Zeilen auslasse.)

„Some people like the way it feels, some people wanna kill their sorrows,
Some people wanna fit in with the popular, that was my problem“ – Diese Zeilen zeigen die Gründe, warum wohl alle Menschen zum Alkohol greifen: Manche mögen schlicht das Gefühl des Betrunkenseins, andere wollen ihre Sorgen für eine Weile vergessen und andere tun es schlicht weg aus Gruppenzwang, wie Kendrick es selbst tat. Ich finde diese Zeilen zudem sehr harte Kritik an der Gesellschaft.

„I was in a dark room, loud tunes, looking to make a vow soon“,
That ima get fucked up fillin up my cup, I see the crowd mood,
Changin by the minute and the record on repeat,
Took a sip then another sip, then somebody said to me: (es folgt der Refrain)“ – Unglaublich verpackt hier wie ich finde. Er ist laut Beschreibung auf einer Party (es ist dunkel und laut, es gibt eine Menschenmenge). Er beschließt ein Gelübde zu begehen, das er übertreibt mit dem trinken. Das Gelübde ist natürlich eine Interpretation. Er trinkt immer weiter und weiter, wie die anderen deren Stimmung (mood) sich ebenfalls durch den Konsum ändert. Doch trotz seinem vielen trinken sagt jemand zu ihm…

Hook:
…sagt jemand zu ihm „N-Wort (:D), why you babysitting only two or three shots?
I´mma show you how to turn in up a notch,
First you get a swimming pool full of liquor, then you dive in it,
I wave a few bottles, then i watch them all flock,…“ –Die inhaltliche Hälfte der Hook: Seine Freunde mit denen er feiern geht sehen es als fast schon lächerlich wie „wenig“ er trinkt. Hier tritt bereits der Gruppenzwang ein. Laut ihnen muss man einen ganzen Swimmingpool (wieder bildlich) voll Alkohol haben und dann in ihm schwimmen bzw trinken, was hinter der Metapher des Schwimmens in diesem Song steckt.
Die nächste Zeile finde ich wieder genial. Rein bildlich ist Kendrick, der sich immer sehr allgemein darstellt im Song, also dauernd sich auf die Gesellschaft bezieht, im Swimming Pool und schwimmt nun in diesem, er schwenkt ein paar Flaschen umher, bevor er alle das Selbe machen sieht. Das umherschwenken der Hände (hier noch mit Flaschen voll mit Alkohol) im „Wasser“ bedeutet eigentlich, um Hilfe zu bitten vor dem Ertrinken. Hier ist es als Metapher gemeint also ein Hilferuf, den jedoch niemand beachtet. Und was tun sie? Sich abschießen und ihre Probleme im Alkohol ertränken. Viele Leute heutzutage feiern so und neigen allgemein zur Übertreibung beim „Spaß haben“.

Nach der Bridge folgt nun Verse 2:
„Okay now open your mind up and listen me, Kendick i am your conscience, if you do not hear me, then you will be history, Kendrick i know you are nauseous right now and Im hopin to lead you to victory, Kendrick“ – Diese Zeilen werden mit einer höheren Stimme eingesprochen die noch einmal verdeutlichen sollen, dass sein Gewissen zu ihm spricht. Da er betrunken ist, ist sein Gewissen nicht mehr stark vertreten und warnt, dass er wahrscheinlich stirbt, wenn er nicht aufhört zu trinken. Es hofft, dass ihm übel vom Alkohol wird und er aufhört zu trinken.

Darauf antwortet Kendrick, als wäre es eine Art Gespräch:
„If i take another one down, Ima drown in some poison, abusing my limit. I think Im feeling the vibe, I see the love in her eyes, I see the feeling the freedom is granted as soon as the damage of vodka arrived. This how you capitalize, this is parental advice, Then apparently Im over influenced by what you are doing, I thought I was doing the most till someone said to me…(Hook) – Die Anfangszeilen geben seinem Gewissen Recht, er hat zu viel getrunken und steht einer Alkoholvergiftung nahe und vlt sogar dem Tod. Doch trotzdem fühlt er das Gefühl (vibe), was Alkohol einem geben soll. Doppeldeutig kann man die Line „. I think Im feeling the vibe, I see the love in her eyes, I see the feeling the freedom is granted as soon as the damage of vodka arrived.“ Sehen da hier einerseits eine Frau gemeint ist und andererseits genauso der Tod gemeint sein kann, das man ihn schon sehen kann und man Frei ist sobald der Alkohol seine negative Wirkung entfaltet. Eine Art Witz ist die Bemerkung „this is parental advice“, was so viel bedeutet wie „Empfehlung von Eltern“, es ist immer auf CDs mit anzüglichen Texten zu finden in Amerika. Hier will Kendrick so viel sagen wie „Eltern raten euch keinen (oder nicht zu viel) Alkohol zu trinken, tun es selbst aber.“.

(Es folgt die Hook, anschließend die Bridge.)

Es folgt der sogenannte Break:
Ja Songstruktur kann vielseitig sein bei manchen Künstlern. 😀
„I ride, you ride, bang, One chopper, one hundred shots, bang
Hop out, do you bang?
Two chopper, two hundred shots, bang“ (2x) – Hiermit wird sehr klar Gruppenzwang angesprochen. „ride“ wird hier als feiern benutzt. Die Interpretation von Hubschraubern mit jeweils 100 Schüssen bedeutet, Hubschrauber = Mensch, Shots = (Alkohol)Shots. Am Ende sind es zwei die massenhaft Alkohol trinken. So kann man es immer weiter drehen.

Ich lasse den 3 Verse weg aus folgenden Gründen:
Es würde unvorstellbar lang werden. Ich habe keine Lust mehr das aufzubereiten, da jetzt schon einige Arbeit für dieses Lied drin steckt. Es gibt zwei Versionen, eine mit dem 3 Verse und eine ohne. Zwar ist der 3 Verse extrem stark vom Inhalt, nur ist er für mich durch eine Veränderung des Beats nicht sehr passend. Das offizielle Video ist ebenfalls ohne den 3 Verse. Das Lied wirkt für mich so einfach besser ohne.

Schlussworte:
Ein toller Song, von musikalischer, inhaltlicher und technischer Seite. Wer es bis hier hin geschafft hat – Danke! Ich hoffe DU kannst vielleicht etwas mitnehmen hieraus und sei es nur ein guter Rapsong.

Liebe Grüße Jim

PS: Nein, ich bin niemand der einen Alki in der Familie hat oder so. 😀 Falls tatsächlich jemand gewartet hat, dass ich hier etwas neues schreibe – Sorry! Momentan treiben mich Privat andere Dinge an.

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Songanalyse: „Ferrari“ von Yung Hurn

Ich empfehle !DIR! das Musikvideo erst zu sehen, nachdem du „Warum dieser Song“ und „Über den Künstler“ gelesen hast.
Wie schon zu entnehmen gibt es das Lied mit Video auf Youtube.
Ich kann mir auch gut vorstellen, dass es sich lohnt ganz am Ende meiner Analyse sich noch einmal diesen Song anzuhören, jedenfalls wenn ihr es ertragen könnt. 😉

Warum dieser Song?
Ich weiß von vorn herein, dass es geteilte Meinungen über den Song geben wird. Ich kann zu dem Song nur sagen, dass er FÜR MICH genial, höchst musikalisch und auf eine clevere Art simpel ist. Zwar gehört dieser Track zum Genre Rap, doch ich denke ihr habt noch nie etwas gehört, was weniger danach klang. Bis jetzt habe ich zwei Meinungen über die Musik von Yung Hurn gehört und das war „absolut genial“ und „was ist denn dieser Dreck?“ Ich selbst fand die Musik zu Anfang nur „ganz okay“ und andere Lieder „abgrundtief scheiße das es wieder lustig ist.“, nach 3 Tagen erinnerte ich mich aus dem Nichts an den speziellen Rapper und hörte es mir aus Langeweile nochmal an. Erst waren es nur 2 Songs die noch sehr „normal“ sind, die ich total gefeiert habe und jetzt neige ich mein Haupt vor dieser jungen Hure. Lasst mich gerne eure Meinung zu dem Lied wissen, doch erst lest weiter. 😉

Über den Künstler:
Yung Hurn ist Österreicher und wohnt momentan in Wien. Verkauft höchstwahrscheinlich Drogen, um Miete zu zahlen und nimmt auch nicht wenig davon selbst. Kein Studium, kein Abi und doch jemand, der in seiner Freizeit sonst nichts anderes tut als Musik zu machen, Museen zu besuchen und andere bildende Dinge. „Yung Hurn“ bedeutet mit österreicher Dialekt „junge Hure“. Viele wissen das nicht und assoziieren seinen Namen (wenn überhaupt) mit dem berühmtesten schwedischen Rapper Yung Lean, der in derselben Musiksparte (Cloud Rap) sein Ding macht. Viele seiner Songs haben Textstellen die gefreestylt wurden beim Aufnehmen, also spontan eingesprochen wurden. Seine Hooks entstehen laut ihm oft „um 4 Uhr Nachts beim Freestylen und auf Drogen“
Es ist schwierig Hurn mit Worten zu beschreiben, dafür tun es seine Videos und Musik umso mehr. Auf eine gewisse Art ist er sehr expressionistisch. Der Klang ist extrem gut produziert und die Videos extrem gut bearbeitet und geschnitten. Die Videos werden meist zum Großteil sehr ungeplant aufgenommen. Teilweise laufen sie auch nur durch die Straßen der Stadt und filmen nebenbei. Im Allgemeinen drückt er einen Lifestyle aus der sehr frei ist, SEHR frei und genauso produziert er auch seine Musik. Es gibt wenig Reime, was für mich sonst der Tod ist, aber hier stört es mich kein bisschen. Naja, wer bis jetzt gewartet hat HOPP! Schaut euch das Video an, danke für das Warten. 😀 Ich bitte jeden so offen wie möglich an die Musik heran zu gehen.

Thematik des Songs:
So! Ihr solltet am besten das Video gesehen haben. Ich will genauer auf das Gesamte eingehen und vielleicht so Leuten, die nicht meine Meinung teilen einen besseren Einblick gewähren. Der Song dreht sich hauptsächlich darum, allein zu sein. Reichtum wird hier noch hinzugegeben um zu zeigen, dass dabei auch kein Geld hilft (nicht wirklich, ihr wisst wie ich es meine). Das alles finde (jedenfalls ich) extrem authentisch auf welche Weise man es auch immer betrachtet. Im Video ist wohl klar ersichtlich, dass Hurn in einem extremen Sinneszustand durch Drogen ist, man könnte meinen er wäre in dem Video vom Geiste nur noch halb da. Genau dieser Faktor verstärkt die Authentizität noch mehr, da Drogen oft genommen werden, um seinen Problemen aus dem Weg zu gehen. Unter anderem weißt der Text auch noch auf einen menschlichen Verlust hin. Das Video ist, wenn man die verschiedenen Videosequenzen mal genauer ansieht, sehr künstlerisch und teilweise sehr gut passend zum Song geschnitten und bearbeitet. Meiner Meinung zählt hier zum großen Teil das Gesamtwerk: Video, Stimme und Beat (Video natürlich nur optional).

Text (interpretiert):
Der Text ist ausgeklügelter, als einige vielleicht vermuten. Kaum vorstellbar, dass in diesem Song vielleicht ein paar Zeilen gefreestylt wurden.

(Hook)
„Fahr allein in meim Ferrari,
Camel blue Thschick und mein Blackberry
(2x) Und ich fahr durch die Nacht und ich fahr durch die Stadt“ – Er fährt alleine in der Nacht durch die Stadt in einem Ferrari und hat nur seine Camel Zigaretten und sein Blackberry Handy dabei. Die Hook kriegt durch die Verse deutlich mehr Bedeutung.

Verse 1:
„Cowboy ohne Hut und
das Pferd is nur am Logo oben,
aber schnell wirklich glaubs Brudi,
Fahr kurz mit und ich zeigs Brudi

Kahlenberg ist ein großer Berg,
Mein Herz für dich war ein großes Herz
Höhenstraße hilft gegen Schmerz
Fahr rum und es regnet sehr“ – Cowboy ohne Hut ist eine Anspielung auf den Ferrari, der pseudomäßig im Vordergrund steht, es eigentlich jedoch nicht tut. Cowboys haben eigentlich immer ein Pferd und einen Hut. Eine Metapher für sein Alleinsein. Cowboys waren oft Einzelgänger (oder nur in kleinen Gruppen unterwegs, was hier jedoch nicht gemeint ist). Besonders in Filmen sind es immer die coolen Alleingänger, dass er keinen Hut und kein Pferd hat soll so viel bedeuten wie, dass er etwas wichtiges nicht (oder nicht mehr) hat. Dies deutet als Erstes auf Jemand verstorbenes oder eine Ex-Freundin hin, kann jedoch auch als etwas anderes, was ihm fehlt interpretiert werden.

Mit den 2 Brudi-Lines kann ich nur schemenhaft etwas anfangen, aber traue mich hier nicht eine Interpretation zu machen, es kann auch einfach ohne Sinn sein, was ab und zu mal vorkommt (jedoch nicht viel in diesem Track, in anderen teilweise öfter).

Der Kahlenberg ist ein Berg in mitten in Wien, der dort der berühmteste Aussichtspunkt ist. Die „große Herz für dich“-Line deutet wieder auf jemand hin den er auf eine Weise verloren hat.
Die Höhenstraße ist eine Straße zum Kahlenberg. Hiermit wird wohl angespielt, dass schnelles Fahren im Ferrari und die Aussicht gegen den Schmerz helfen. Der Regen soll einfach noch mehr das Melancholische verdeutlichen.

(Hook)

Verse 2:
„Meine Pommes brauchen kein Salz,
Ich lass paar Tränen einfach rauf tropfen,
Stich ein Messer in mein Herz Baby
Hoff dann hört es endlich auf zu klopfen

Keiner kann mich killen weil ich tot bin,
Ich bin nurmehr wach wenn ich Koks nehm,
Greif auf die Narben in mein Gesicht drin,
Sie sind blutig weil sie frisch sind“-In Tränen ist wie ich denke jeder weiß Salz – eine weitere Metapher für Traurig- und Einsamkeit. Die Messer-Line ist auch selbsterklärend: Der Schmerz dieser negativen Gefühle ist extrem groß. Er fühlt sich von seiner Gefühlswelt und eventuell körperlichen so taub, dass er sich als tot bezeichnet, nur Koks, was einen Menschen sich extrem wach, energetisch und lebendig fühlen lässt, bringt ihn aus diesem Zustand heraus. Die frischen blutenden Narben deuten darauf hin, dass der Verlust oder Etwas anderes gravierend negatives vor kurzem passiert ist.

(Hook als Ende)

Schlussworte:
Da der Song sehr allgemein vom Inhalt gehalten ist, fällt es nicht schwer sich damit zu identifizieren, wenn man eine schwere Zeit hat/gehabt hat und natürlich den Sound mag. Ich will anmerken, dass dies wohl der düsterste Track von Yung Hurn ist und er auch Songs zu bieten hat die relativ normal sind, wer ihn interessant findet, sollte sich vielleicht mal auf Youtube „Bianco“, „Pillen“, „Nein“ und „Stoli“ anhören. Mit diesen Liedern hab ich „angefangen“ denn es zieht einen immer weiter rein in die Musikrichtung, wenn man einmal Gefallen daran gefunden hat. Wer es noch verrückter will und wo es auch bei mir aufhört mit vollem Genuss ist „Opernsänger“. Der Name hält was er verspricht…
Für mich ein Hammer Track den ich momentan mit besonders den aufgesagten Tracks wirklich sehr viel höre. Noch nie konnte mir ein Künstler so viel Inhalt mit so wenig Text geben. Mich interessiert hierbei diesmal besonders eure Meinung, schreibt mir doch gerne eine Review oder eine Nachricht, wie immer. Wenn euch sowas gefallen hat mache ich sicher irgendwann nochmal eine Analyse über einen seiner Songs.

Liebe Grüße Jim
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