Netware 3.x

1.1 ÜbersichtNetWare 3.x arbeitet als Fileserver-Betriebssystem, d.h. das man sich an einem Server anmeldet (LOGIN SERVER/NAME).

NetWare 3.x verwaltet Server-zentriert, deshalb mu? der Benutzer auf jedem Server eingetragen sein. Benutzer, Gruppen und Drucker sind fur jeden Server getrennt gespeichert. Die Dateien, die die entsprechenden Informationen enthalten, hei?en BINDERY. Jeder Benutzer kann an max. 8 Servern gleichzeitig angemeldet sein. Das liegt unter anderem an der Verbindungstabelle, die nicht dafur vorgesehen war, mehr als acht Server gleichzeitig aufzunehmen.

1.2 Leistungsfahigkeit

Multitasking-Kern:

NetWare ist ein Betriebssystem mit einem Multiuser/Multitasking-Kern.

Elevator-Seeking:

NetWare enthalt einen eigenen Plattenleseproze?, der dafur sorgt, da? Daten von der Festplatte des Servers gelesen und in Zwischenspeichern abgelegt werden. Dieser Plattenproze? sortiert die ankommenden Leseanforderungen nach Prioritat, wobei er sich nach der jeweiligen Position des Schreib/Lesekopfes richtet. Diese Technik, Elevator Seeking genannt, optimiert die Bewegungen des Plattenkopfes und fuhrt unter starker Beanspruchung zu wesentlich hoheren Plattendurchsatzraten.

Disk Caching:

NetWare legt oft benotigte Dateien in einem Zwischenspeicher im Server ab, von wo sie schneller gelesen werden konnen als von der Festplatte. Bei einem Plattenlese-proze? werden nicht nur die angeforderten Dateien, sonder gro?e Abschnitte der Platte gelesen und unter Vorwegnahme kunftiger Anforderungen in einem Teil des Arbeitsspeichers gespeichert.

Durch diesen Vorgang wird die Anzahl der tatsachlichen Plattenzugriffe minimiert und die Leistung gesteigert.

Hintergrund-Schreiboperationen:

Das Schreiben auf die Festplatte wird bei NetWare durch einen eigenen Proze? geregelt.

Die Trennung von Schreib- und Lesevorgang ermoglicht die Abarbeitung des Schreibvorganges im Hintergrund, die in Zeiten geringer Netzwerkbelastung durchgefuhrt wird.

Überlappende Suchvorgange:

Wenn ein NetWare Server mehrere Festplattenkanale besitzt, so kann er gleichzeitig auf mehrere Festplatten zugreifen.

Turbo FATs(Indizierte Dateizuordnungstabellen):

Das Dateisystem von NetWare setzt Dateizu-ordnungstabellen ein, um Daten auf den Netzwerk-Festplatten zu finden. Wenn auf dem Server gro?e Dateien gespeichert werden, legt NetWare zur Beschleunigung des Zugriffs einen Index der FAT an, wodurch die Geschwindigkeit von Plattenlesevorgange erhoht wird.

Directory Hashing:

Dem Benutzer erscheint das Dateisystem von NetWare hierarchisch strukturiert. In Wirklichkeit ist die Struktur aber flach realisiert. Über sogenannte Directory-Handles wird jeder Datei das entsprechende SubDirectory zugeordnet. Um den Zugriff auf die Directory-Eintrage zu beschleunigen, wird ein Hash-Verfahren angewandt.

1.3 Zuverlassigkeit

Read-After-Write Verification (Pruflesen):

Nach jedem Schreibvorgang auf die Platte werden die Daten sofort auf ihre Lesbarkeit uberpruft.

Duplizieren der Verzeichnisse:

NetWare legt eine Kopie der Verzeichnisstruktur an. Wenn die Verzeichnisstruktur

beschadigt ist, wird durch das Backup gewahrleistet, da? die Benutzer weiterhin Zugriff auf die Netzwerkdateien haben.

Duplizierung der FAT:

NetWare legt eine Kopie der Dateizuordnungstabelle an. Dadurch wird verhindert, da? im Falle einer Zerstorung der FAT die gesamte Platte unbrauchbar wird.

Hot Fix:

Wird nach einer Read-After-Write Verification ein Plattenbereich als defekt erkannt, werden die Daten sofort, d.h. wahrend des normalen Betriebes in einem reservierten Bereich (Hot Fix Area) gespeichert und der Festplattenbereich als defekt markiert.

UPS Monitoring:

Eine eingebaute UPS-Überwachungsfunktion uberwacht die an den Server angeschlossene USV (Unterbrechnungsfreie Stromversorgung) und gewahrleistet bei Stromausfall das automatische, sichere Herunterfahren des Systems.

Transaction Tracking System (TTS):

Dadurch werden Anwendungsdateien vor Beschadigungen aufgrund unvollstandiger

Transaktionen geschutzt.

SFT (System Fault Tolerance):

SFT enthalt mehrere Funktionen zur Wahrung der Zuverlassigkeit, einschlie?lich Plattenspiegelung, Plattenduplizierung und TTS.

1.4 Sicherheit

Aufzeichnungsformate der Festplatte:

NetWare verwendet ein eigenes Aufzeichnungsformat und eine eigene Directory- und FAT-Struktur.

Vorteil:

. hohere Zugriffsgeschwindigkeit auf Daten, die auf der Festplatte gespeichert sind

. gro?ere Datensicherheit, da die Benutzer nur uber NetWare und nicht uber andere Betriebssysteme wie DOS, OS/2 oder UNIX auf die Daten zugreifen kann

Pa?worter:

Pa?worter werden auf der Netzwerk-Festplatte in verschlusselter Form gespeichert und der Supervisor kann festlegen, da? die Benutzer ihre Pa?worter in regelma?igen Abstanden andern mussen. Die Pa?worter werden verschlusselt vom Arbeitsplatz-rechner zum Server ubertragen, damit sie nicht durch Unerlaubtes Abhoren der Leitung herausgefunden werden konnen. Eindringlings-Erkennung und Sperr-funktionen (Intruder-Lockout) zeigen dem Supervisor unerlaubte Zugriffsversuche an.

Login-Beschrankungen:

Der Supervisor kann festlegen, wann (an welchen Tagen zu welchen Zeiten) und wo (welche Stationen) sich ein Benutzer einloggen darf.

Zugriffsrechte:

Zugriffsberechtigungen konnen fur einzelne User, fur Usergruppen, fur Verzeichnisse oder fur einzelne Dateien festgelegt werden. Damit kann der Supervisor exakt kontrollieren, welche Benutzer auf welche Dateien in welchem Umfang Zugriff haben.

Kontofuhrung:

Mittels einer Abrechnungsfunktion konnen jedem Benutzer Limits hinsichtlich der verbrauchten Resourcen, wie Speicherplatz, Plattenzugriffe etc. gesetzt werden.