Pflege des dateisystems

Festplattenkapazitaten werden unter UNIX in Form von Dateisystemen verwaltet. Jedes Dateisystem fur

sich hat eine gewisse Kapazitat, die zweigeteilt ist.

Der eine Speicherplatzhalfte ist fur Dateikopfe, die andere ist fur die in den Dateien gespeicherten Daten.

Die Zahl von Dateisystemen, die gleichzeitig verwendet werden konnen, hat keine praktische Begrenzung. Das sogenannte Basisdateisystem (engl. „root-filesystem“), das das Betriebssystem selbst

enthalt und als Ausgangspunkt fur die Benutzung weiterer Dateisysteme verwendet wird,

ist immer vorhanden.

1.1. Physikalischer Aufbau von Dateisystemen

Ein UNIX-System kann mehrere Festplatten besitzen, die logisch als Geratedateien verwaltet werden.

Eine Festplatte entspricht mindestens einem Dateisystem, kann aber auch in mehrere Dateisysteme

aufgeteilt werden. Jedes Dateisystem hat ein eigenes Hauptverzeichnis.

Ein Dateisystem hat folgenden physikalischen Aufbau:

Boot-Block:

Dieser Block enthalt ein Programm zum Starten des Betriebssystems.

Super-Block:

Der Super-Block enthalt alle Informationen, die das Dateisystem beschreiben,

wie z.B.: Gro?e, freie Blocke etc. (entspricht dem Block Null der FAT unter DOS).

I-Liste:

(engl. „inode-table“) In der I-Liste sind zu jeder Datei bestimmte Informationen,

wie Name, Pfad, Zugriffsrechte, Besitzer, Gruppe, Adressen der Datenblocke usw. eingetragen.

Ein Eintrag in der I-Liste hei?t I-Knoten.

Datenblocks:

Hier sind die Daten (Inhalte der einzelnen Dateien) blockweise abgespeichert,

wobei ein Block in der Regel 512 oder 1024 Byte umfa?t. Die Adressen der Daten in einer

Datei sind in der I-Liste im I-Knoten der Datei gespeichert.

1.2.Prufung von Dateisystemen

Wurde der Rechner nicht korrekt heruntergefahren, oder gibt es Probleme bei der Benutzung des

Dateisystems (z.B.: defekte Dateien), so ist es notwendig, das Dateisystem zu uberprufen.

Da das Dateisystem ohnehin mindestens 1 mal pro Woche untersucht werden soll, kann dies

automatisch beim Starten des Systems oder durch Eingabe des Kommandos fsck erfolgen.

Wichtig:

Sollten Fehler im Dateisystem festgestellt werden, so verursachen diese im allgemeinen einen

Datenverlust, der, wenn Anwender in keiner Applikation arbeiten, unbedeutend ist

und die verlorenen Daten vom Betriebssystem rekonstruiert werden konnen.

1.3.Festplattenkapazitaten verwalten

Festplatten spielen bei der Benutzung von UNIX-Systemen eine besondere Rolle.

Auf ihnen werden alle Betriebssystem-, Applikations- und Benutzerdaten gespeichert, Druckauftrage

abgelegt, temporare Ergebnisse gesichert usw.

UNIX reagiert, im Gegensatz zu anderen Betriebssystemen, auf eine volle Festplatte empfindlicher,

da UNIX versucht, moglichst viele Zugriffe (sowohl lesende als auch schreibende) im Hauptspeicher

zu puffern (engl. „caching“), wodurch ein erneuter Zugriff auf die gleichen Daten erheblich

schneller erfolgen kann.

Da auch schreibende Zugriffe gepuffert werden, leiten sich zwei Probleme ab:

I) Was passiert bei einem Stromausfall?

Bei dem Problem gibt es eine einfache Losung. SCO-UNIX sichert die im Hauptspeicher

gepufferten Daten mindestens jede halbe Minute auf die Festplatte.

II) Was passiert, wenn die Festplatte voll ist?

Dieses Problem ist etwas komplizierter. Wenn die Festplatte voll ist, konnen keine Daten

mehr gesichert werden, und es kommt zu gro?eren Systemproblemen,

bei denen Daten verloren gehen.

Um dieses Problem zu verhindern, kann die Festplattenkapazitat in vier Bereiche unterteilt werden:

Blau: die Festplatte ist weniger als 60% belegt.

Grun: die Festplatte ist mehr als 60%, aber weniger als 85% belegt.

Gelb: die Festplatte ist mehr als 85%, aber weniger als 98% belegt.

Rot: die Festplatte ist uber 98% belegt.

(Bei einer 80 MB Festplatte sind 2% 1,6 MB; bei einer 1,2 GB sind das 24 MB !!!)

Je nachdem, in welchem Bereich sich die Festplattenkapazitat befindet, werden vom Systemverwalter

verschiedene Aktionen erwartet:

Blau:

In diesem Bereich mussen nur die normalen Verwaltungsaktivitaten erfolgen, das hei?t

regelma?ige Loschungen von Protokolldaten, nicht mehr benotigter Daten etc.

Grun:

In diesem Bereich kann normal gearbeitet werden. Es ist jedoch davon auszugehen,

da? nicht mehr genugend Kapazitat vorhanden ist, um weitere firmenweit genutzte

Applikationen zu installieren.

Gelb:

In diesem Bereich sollte auf Dauer nicht gearbeitet werden. Der Systemverwalter sollte

dringend alle notwendigen Schritte einleiten, um freie Plattenkapazitaten zu schaffen

(indem er z.B. die Benutzer auffordert, ihre Daten zu sichten und teilweise zu loschen).

Konnte nicht ausreichend genug Platz geschaffen werden, um wieder im grunen

Bereich zu arbeiten, mussen die Plattenkapazitaten erweitert werden.

Rot:

In diesem Bereich darf auf keinen Fall mehr gearbeitet werden, da es bei einer normalen

Benutzung schnell zu einem Überlauf der Festplatte kommen kann. Der Systemverwalter sollte

veranlassen, da? sich die Benutzer vom System abmelden, und dann versuchen, soviel

Platz zu schaffen, da? sich das System wieder im gelben Bereich befindet.

Solange sich das System nicht im gelben Bereich befindet durfen die ubrigen Benutzer

nicht am System arbeiten. Wenn das System dringend benotigt wird, kann man im

Notfall unwichtige Systemkomponenten (z.B. das elektronische Handbuch) oder

andere Applikationen loschen und spater wieder draufspielen.

SCO-UNIX bietet 3 verschiedene Kommandos zur Kapazitatsverbrauchsermittlung. Diese 3

Kommandos geben den freien bzw. belegten Speicherplatz in Blocken aus.

Ein Block ist 512 Byte gro?, bei vielen SCO-UNIX-Systemen umfa?t jedoch die kleinste

Belegungseinheit 1024 Byte, wodurch eine Datei mindestens 2 Blocke belegen mu?.

Durch die Eingabe des Kommandos cmchk kann die Belegungseinheit ermittelt werden BSIZE=1024.

1.3.1.Freien Speicherplatz ermitteln

df gibt die Gesamtgro?e des belegten und freien Platzes fur alle Dateisysteme aus.

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1.3.2.Platzverbrauch eines Verzeichnisses ermitteln

du ermittelt den Platzverbrauch fur ein Verzeichnis.

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1.3.3.Platzverbrauch von Benutzerdateien ermitteln

quot bestimmt den Platzverbrauch durch die Daten eines Benutzers.

Option

-f: Anzahl der Datein pro Benutzer wird mit ausgegeben

-c: Übersicht, wieviele Dateien in welcher Blockgro?e existieren

Nur der Benutzer, der unter root eingeloggt ist, kann das Kommando ausfuhren.

1.4.Dateisysteme einrichten, ein- und aushangen

1.4.1.Dateisysteme auf Disketten einrichten

Zur Benutzung einer Diskette mu? man auf der Diskette ein Basisdateisystem einrichten und dieses danach in das Betriebssystem einhangen und nach der Benutzung wieder aushangen.

entweder durch mkdev fd,

oder durch SysadmSh Filesystems Floppy

kann ein Dateisystem auf einer Diskette eingerichtet werden.

Danach mussen folgende Schritte ausgefuhrt werden:

I) Typ der Diskette festlegen: 360 KB, 1.2 MB, 720 KB, 1.44 MB

II) Angabe des Laufwerkes (0 fur das erste, 1 fur das zweite)

III) Art des Dateisystems wahlen:

Filesystem

normales Dateisystem.

Bootable only

dies ware unter DOS die BOOT-Disk.

Root filesystem only

Notfalldiskette auf der die wichtigsten Datein des Basisdateisystems gespeichert sind.

IV) Nach einlegen der Diskette, mu? die Meldung mit RETURN bestatigt werden.

V) Ist die Diskette nicht formatiert, so kann dies jetzt geschehen (Frage mit y beantworten).

VI) Typfestlegung des Dateisystems:

AFS (Acer Fast Filesystem), standartmassig

S51K (UNIX Filesystem)

XENIX (XENIX Filesystem)

VII) Nach Einrichtung des Dateisystems erscheint die Meldung Filesystem creation complete.

VIII) Das Kommando fsck wird automatisch ausgefuhrt.

IX) Am Schlu? wird noch die Meldung floppy created and checked succesfully ausgegeben.

Danach kann noch eine Diskette eingerichtet werden oder mit q das Programm verlassen werden.

X) Zu beachten ist, da? das Dateisystem auf der Diskette eingehangt werden mu?,

bevor es benutzt werden kann.

1.4.2.Dateisysteme ein- und aushangen

Innerhalb des Basisdateisystems konnen an beliebiger Stelle weitere Dateisysteme eingehangt werden.

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1.5.Wo finde ich was? – die wichtigsten Verzeichnisse

Folie

1.6.Die wichtigsten Protokolldateien

Folie

Zu 1.2.:

fsck dateisystem

fsck /dev/root

Zu 1.3.1.:

$ df

/ (/dev/root ): 1230070 blocks 55891 i-nodes

$ df -t

/ (/dev/root ): 1230070 blocks 55891 i-nodes

total: 1641214 blocks 65488 i-nodes

$ df -v

Mount Dir Filesystem blocks used free % used

/ /dev/root 1641214 411144 1230070 25%

$ df -i

Mount Dir Filesystem iused ifree itotal % iused

/ /dev/root 9597 55891 65488 14%

blocks … Gesamtanzahl der Blocke

used … Anzahl der belegten Blocke

free … Anzahl der freien Blocke

%used … Prozentanteil an belegten Blocken

Eintrage in der I-Liste:

iused … Anz. d. belegten Eintr.

ifree … Anz. d. freien Eintr.

itotal … max. Anz. d. moglichen Eintr.

%iused … Prozentanteil d. belegten Eintr.

Zu 1.3.2.:

$ du

2 ./usr/hugo/auftrag/daten

4 ./usr/hugo/auftrag

6 ./usr/hugo

8 ./usr

62 .

Platzverbrauch von Verzeichnissen mit rekursiver Angabe der Unterverzeichnisse.

$ du -s

Platzverbrauch des angegebenen Verzeichnisses (ohne Unterverzeichnis).

$ du -a

Ausgabe des Platzbedarfes von Dateien in einem Verzeichnis.

Zu 1.4.1.:

Kommandos zur Einrichtung von Dateisystemen auf Diskette:

mkdev fd

SysadmSh Filesystems Floppy

Zu 1.4.2.:

Basisdateisystem Dateisystem1 Einhangen von Dateisystem1 ins Basisdateisystem

/ / /

/usr /auftrag /usr

/usr/hugo /auftrag/daten /usr/hugo

/usr/fritz /auftrag/programm /usr/hugo/auftrag

/dev /usr/hugo/auftrag/daten

/etc /usr/hugo/auftrag/programm

/usr/fritz

/dev

/etc

Dateisysteme einhangen: mount und mnt

Dateisysteme aushangen: umount und umnt

Zu 1.5.:

Wo finde ich was? – die wichtigsten Verzeichnisse:

/bin Kommando-Verzeichnis. Die gangigen Kommandos, die jedem Benutzer zur Verfugung stehen.

/dev Verzeichnis der Geratedateien.

/etc Erweitertes Kommando- und Datenverzeichnis fur den Systemverwalter.

/etc/default Enthalt Dateien, die Vorgaben fur viele Kommandos enthalten.

/usr Enthalt neben Heimat-Verzeichnisse diverse wichtige Unterverzeichnisse.

/usr/bin Enthalt weniger wichtige UNIX-Kommandos.

/usr/lib Enthalt Bibliotheken und Datendateien fur diverse UNIX-Kommandos.

/usr/spool Wird fur die Zwischenspeicherung von Daten zum Drucker o. zu and. UNIX-Sys. benutzt.

/usr/tmp Ablage von temporaren Dateien, die durch Kommandos aufgerufen wurden.

/tcb Enthalt Dateien und Kommandos fur das „protected subsystem“.

/tmp Ablage von temporaren Dateien jeden normalen Benutzers.

Zu 1.6.:

Die wichtigsten Protokolldateien:

Protokolldatei Bedeutung

/etc/wtmp An- und Abmeldung

/usr/adm/messages Systemmeldungen

/etc/ddate Daten der uber die SysAdmSh durchgefuhrten Datensicherungen.

/usr/lib/cron/cronlog Enthalt Informationen uber die Ausfuhrung von at und crontab.