Robespierre vor dem nationalkonvent (s. 42f)

Danton war verhaftet worden, und wird vor Gericht gestellt. Legendre will, dass Danton sprechen darf, um sich zu verteidigen. Robespierre will dies naturlich nicht, da er Danton aus dem Weg raumen will. Legendre begrundet seine Meinung, dass Danton sprechen darf damit, dass Danton ein wichtiger Mann war, und immer treu gegen die Revolution und die Republik. Robespierre steigt gleich damit ein, dass er den Wunsch des Nationalkonvents Danton sprechen zu lassen als Verwirrung bezeichnet. Er sagt damit, dass jeder, der dafur ist, verwirrt ist.

     Ausserdem setzt er die Redeerlaubnis Dantons mit einem Sieg uber das Vaterland gleich. Diese die vor Danton vor Gericht kamen hatten auch keine Redeerlaubnis, und sie alle hatten so lange gegen Privilegien gekampft, so muss also jeder, der fur dieses Privileg ist, verwirrt sein. Sie hatten sich ein neues Vaterland ohne Privilegien erbaut, und sollte es nun jemand schaffen, dass der Nationalkonvent selbst Privilegien verteilt, so hat er wahrlich nicht einen Sieg uber das Vaterland erlangt. „Wir wollen keine Privilegien, wir wollen keine Gotzen“ sagt Robespierre, um alle auf seine Seite zu bekommen. Er setzt nun die Taten Dantons herab. Er nennt seine Nachfolger „betrogene Individuen und andere, die sich nicht betrugen liessen“, und dass Danton mit jenen „dem Gluck und der Macht“ in die Arme liefen, und sagt, dass Patrioten, die ihm folgten betrog.

     Die betrogenen sind diese Patrioten, die Danton benutzte, um an die Macht zu kommen. Der benutzte diese, um fur sich Privilegien zu bekommen. Diese, die sich nicht betrugen liessen, waren diese, die ihm zwar folgten, aber nicht, weil sie Patrioten waren, sondern, weil sie mit ihm an die Macht wollten. Mit diesen sind Dantons Mitverhaftete gemeint. Nun beginnt Robespierre wieder die Mittel ins rechte licht zu rucken, wie in der ersten Rede. Die Mittel, mit denen die Feinde der Republik bekampft werden waren zu hart, aber Robespierre entgegnet, dass nur die Schuldigen sich davor furchten, und dass jeder, der gegen diese Mittel ist schuldig ist.

     Er sagt, dass ihm gesagt wurde, dass, wenn nicht mal Danton vor der Guillotine sicher sein, dann sei es niemand, und wenn er Danton hinrichte, konnte es auch ihn treffen. Darauf aber sagt er, dass er die Guillotine nicht furchte. Denn, wie er sagte furchten nur die Schuldigen die Strafe. Dadurch zeigt er, dass er sich nicht furchtet, obwohl auch fur ihn Gefahr besteht, und er somit unschuldig ist. Nach der Hinrichtung Dantons wurde fur ihn die Gefahr bestehen auch hingerichtet zu werden. Da er aber keine Angst hat ist er also unschuldig.

     Da er unschuldig ist, und er Danton hingerichtet hat, war die Hinrichtung Dantons kein Verbrechen (QED logischer Schluss). Er will noch, dass nicht das Gefuhl aufkommt, dass es ewig so weiter geht mit dem guillotinieren, also sagt er, um sie nun dazu zu bringen gegen Legendres Vorschlag zu stimmen: „Die Zahl der Schurken nicht gross; wir haben nur wenige Kopfe zu treffen, und das Vaterland ist gerettet.“ Er nennt die Zahl der Schurken „nicht gross“. Er sagt nicht „klein“, weil er die Anzahl der Feinde im Gegensatz zur Anzahl der Verbundeten setzten will, die Gross ist. Er sagt, dass die „Kopfe zu treffen“ sind. Mit Kopfen meint er Anfuhrer.

     Er spricht zwar auf das Guillotinieren an, aber er sagt, dass nur wenige Anfuhrer zu toten sind die das Volk verfuhren. Eben solche wie Danton.