Spät-ma (1254-1517):

Nach einer Doppelwahl 1257 konnte sich erst Rudolf I. von Habsburg (Regierungsjahre 1273-91) wieder in Deutschland durchsetzen. Mit dem Erwerb der Hzgt. Osterreich, Steiermark und Krain im O legte er den Grund der habsburg. Hausmacht. Heinrich VII.

     von Luxemburg (Regierungsjahre 1308-13) gelang 1310 der Erwerb Bohmens. Das Ausgreifen des Wittelsbachers Ludwig IV., des Bayern (Regierungsjahre 1314 bis 1347), nach Italien (1323) fuhrte zur letzten gro?en Auseinandersetzung zw. Kaisertum und Papsttum. Die Anspruche auf papstl. Bestatigung ihrer Konigswahl wiesen die Kurfursten im Kurverein von Rhense 1338 zuruck.

     Der gegen die rigorose Hausmachtpolitik Ludwigs gewahlte Luxemburger Karl IV. (Regierungsjahre 1346-78) machte Bohmen zum Kernland des Reiches. Die Goldene Bulle (1356) gewahrleistete unzweifelhafte Konigswahlen und schuf mit der Sicherung der Vorzugsstellung der Kurfursten eine starke Klammer des Reichsverbandes. Unter den Konigen Wenzel (Regierungsjahre 1378-1400) und Ruprecht III. von der Pfalz (Regierungsjahre 1400-10) erfolgte eine weitere Schwachung der Konigsmacht. Das Konstanzer Konzil (1414-18) unter Vorsitz Kaiser Sigismunds (Regierungsjahre 1410-37) rettete zwar die Reichseinheit, loste aber die Hussitenkriege aus (1419-36), die erst nach einem Vergleich beendet wurden (Prager Kompaktaten 1433).

     Die gegen Turken und Ungarn erforderl. Reichshilfen fuhrten unter Maximilian I. (Regierungsjahre 1493-1519) zu direkten Verhandlungen mit den Reichsstanden. Neben dem Ewigen Landfrieden war die Übernahme der Friedensgewalt im Reich durch die Reichsstande die wichtigste Änderung. Durch die Eheverbindungen seiner Enkel sicherte Maximilian den Anspruch auf kunftigen Erwerb Bohmens und Ungarns fur sein Haus.