Tipps zur deutschen Sprache

Hey! =)
Diese Idee hatte ich schon vor ein paar Tagen und nachdem sie mich letzte Nacht fast um den Schlaf gebracht hat, habe ich mich dazu entschlossen, sie umzusetzen … Ich habe bis jetzt noch nichts Dergleichen gefunden und hoffe, dass ich nicht einfach nur falsch gesucht habe … ^^“

Ich hoffe, ich kann mit meinen Tipps irgendjemandem helfen … Ach ja, und weist mich darauf hin, wenn ich selbst irgendwelche Fehler gemacht haben sollte, schließlich will ich hier ein Vorbild sein. 😉

Allgemeine Tipps

Bei einer Geschichte kommt es nicht nur auf Inhalt und Aufbau an, sondern auch auf Rechtschreibung, Grammatik und Zeichensetzung. Deswegen solltet ihr euch darum bemühen, einen möglichst fehlerfreien Text hochzuladen. Bevor ich auf einzelne Bereiche der deutschen Sprache eingehe, habe ich hier erst mal ein paar allgemeine Tipps notiert, die euch dabei helfen können, schon vorher einige Fehler in eurem Text zu finden:

1. Benutzt ein Rechtschreibprogramm. In der Regel findet dieses schon viele Fehler. Wenn etwas unterkringelt wird, ignoriert es nicht, sondern fragt euch erst einmal, warum das Wort unterkringelt werden könnte und schaut euch die Vorschläge an, die eurer Rechtschreibprogramm macht. Das Rechtschreibprogramm hat jedoch nicht immer recht, also hütet euch davor, ihm blind zu vertrauen! Wenn ihr das Gefühl habt, dass euer Rechtschreibprogramm euch etwas Falsches vorschlägt, schaut zur Sicherheit in einem Wörterbuch nach. Das gilt auch für den Fall, dass gar keine Vorschläge gemacht werden.

2. Das Durchlesen des Textes ist der nächste Schritt, am besten lest ihr ihn laut vor. Dadurch findet man auch noch mal ein paar Fehler und manchmal merkt man dadurch außerdem auch, ob ein Satz gut klingt oder nicht. Des Weiteren ist es auch besser, ein neu geschriebenes Kapitel erst mal eine Weile ruhen zu lassen (für eine Nacht zum Beispiel) und es später noch mal durchzulesen. Dadurch ist das Kapitel nicht mehr so frisch in Erinnerung und es fällt einem leichter, Fehler zu finden.

3. Wenn ihr euch bei einem Wort nicht sicher seid, wie es geschrieben wird, schaut in einem Wörterbuch wie den Duden oder den Wahrig oder Internetseiten wie www.duden.de oder www.wiktionary.de nach. Solltet ihr dort das gesuchte Wort aber nicht finden (was durchaus mal vorkommen kann), dann gibt es immer noch Google, obwohl die Quelle natürlich nicht immer die Verlässlichste ist.

4. Sucht einen Betaleser, wenn ihr immer noch das Gefühl habt, dass sich viele Fehler in eurem Text tummeln oder jemand euch das sagt. Ihr könnt im FanFiktion-Forum in der Betaleserbörse einfach eine Anfrage aufmachen; dort antwortet euch bestimmt auch jemand. (Beachtet aber die Regeln, wie man dabei vorgehen soll.)
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Das waren erst mal ein paar allgemeine Tipps; gleich kommen noch ein paar Tipps zur Groß- und Kleinschreibung. =)

Groß- und Kleinschreibung

Bei der Groß- und Kleinschreibung gibt es ein paar Regeln, die man sich eigentlich leicht merken kann.

1. Substantive (auch bekannt als Nomen oder Namenswörter) werden immer groß geschrieben! Substantive sind Wörter, vor denen ein Artikel steht.
Beispielwörter: das Haus, der Baum, die Lampe
Beispielsatz: Das Haus ist schön.

2. Verben (auch bekannt als Tu-Wörter) werden in der Regel klein geschrieben, Ausnahmen bilden die substantivierten Verben, siehe Punkt 3. Verben beschreiben eine Aktion, etwas, das man tut.
Beispielwörter: laufen, sagen, sehen
Beispielsatz: Ich laufe gern.

3. Substantivierte Verben werden immer groß geschrieben! Diese Verben werden substantivierte Verben genannt, da sie die Funktion eines Substantivs übernehmen. Beispielwörter: das Laufen, das Sagen, das Sehen
Beispielsatz: Das Laufen macht mir Spaß.

4. Adjektive (auch bekannt als Wie-Wörter) werden in der Regel klein geschrieben, Ausnahmen bilden die substantivierten Adjektive, siehe Punkt 5. Adjektive beschreiben die Eigenschaft eines Objekts oder einer Person.
Beispielwörter: blau, schön, kräftig
Beispielsatz: Der Himmel ist blau.

5. Substantivierte Adjektive werden in der Regel groß geschrieben! Substantivierte Adjektive übernehmen genau wie substantivierte Verben die Funktion eines Substantivs. Zu erkennen ist ein substantiviertes Adjektiv, wenn dahinter kein Substantiv steht, aber ein Artikel oder eines dieser Wörter davor steht: (irgend-) etwas, viel, wenig, nichts, alles
Beispielwörter: das Blaue, das Schöne, das Kräftige
Beispielsätze: Das Blaue gefällt mir. (z.B. ein Kleid)/Ich will etwas Schönes haben.

6. Adverbien werden immer klein geschrieben! Adverbien beschreiben ein Verb näher, also wie etwas gemacht wird.
Beispielwörter: schnell, bald, gut
Beispielsatz: Das Auto fährt schnell.

7. ‚du‘ als Anrede wird nach der neuen Rechtschreibung immer klein geschrieben. Früher war es üblich, ‚du‘ zumindest in Briefen groß zu schreiben. (Dazu gehören auch ‚dich‘, ‚dir‘ und ‚dein‘.) Nach der neuen Rechtschreibung hat sich das nun aber geändert, auch wenn viele Leute (vor allem ältere, die es halt so gelernt haben) diese Anrede immer noch groß schreiben.
Beispielsätze: Kommst du nachher vorbei?/Ich sehe dich./Kann ich dir helfen?/Bello ist dein Hund.

8. ‚Sie‘ als Anrede wird immer groß geschrieben! Wenn man eine oder mehrere Personen anspricht und sie nicht näher kennt, spricht man sie in der Regel mit dem respektvollen ‚Sie‘ an. (Dazu gehören auch ‚Ihnen‘ und ‚Ihr‘.)
Beispielsätze: Ich wollte Sie sehen./Gehört der Stift Ihnen?/Hier ist Ihr Kaffee.

9. ‚Ihr‘ als Anrede wird immer groß geschrieben! Diese Anrede wird oft benutzt, wenn Könige oder andere adlige Personen angesprochen werden. (Dazu gehören auch ‚Euch‘ und ‚Euer‘.) Übrigens wird diese Anrede auch groß geschrieben, wenn mehrere Personen angesprochen werden.
Beispielsätze: Ihr seid zu gütig./Ich werde Euch beschützen./Euer Sohn wartet im Thronsaal.

10. ‚Er‘/‚Sie‘ als Anrede wird nur beim altertümlichen Gebrauch groß geschrieben, wenn also ein König oder eine ähnlich höher gestellte Person seinen Untertanen so anspricht. (Dazu gehören auch ‚Ihn‘/‚Sie‘, ‚Ihm‘/‚Ihr‘ und ‚Sein‘/‚Ihr‘.) Diese Anredeform wird heutzutage jedoch kaum noch benutzt, könnte aber für Geschichten in einer entsprechenden Epoche genutzt werden.
Außerdem wird ‚Er‘/‚Sie‘ auch oft groß geschrieben, wenn damit eine Gottheit gemeint ist.
Beispielsätze: Hat Er/Sie mir etwas zu sagen?/Ich will Ihn/Sie nicht mehr sehen./Ich erlasse Ihm/Ihr die Schulden./Ich will Sein/Ihr Verhalten vergeben./Der Herr sieht uns und Er liebt uns alle.

11. ‚Wir‘ als Anrede wir nur groß geschrieben, wenn es sich um den Pluralis Majestatis handelt. Dieser wird oftmals von Königen benutzt, wenn sie von sich selbst reden. (Dazu gehören auch ‚Uns‘ und ‚Unser‘.)
Beispielsätze: Dazu haben Wir nichts zu sagen./Es geht Uns heute schon viel besser./Dies ist Unser Palast.

Des Weiteren werden Namen in der Regel groß geschrieben (Ausnahmen sind vielleicht selbst ausgedachte Namen, die aus irgendwelchen Gründen klein geschrieben werden), aber ich denke, das dürfte jedem bewusst sein.
Alle weiteren Wörter dürften, sofern ich nicht irgendetwas Wichtiges (substantiviertes Adjektiv ^^) vergessen habe, klein geschrieben werden.

Und ganz wichtig: Das Wort am Satzanfang wird immer groß geschrieben!

Besondere Beispiele:

Es gibt ein paar Wörter bzw. Phrasen, bei denen sich in Sachen Groß- und Kleinschreibung etwas geändert hat, ohne dass man es wirklich mitbekommen hat. Hier sind ein paar Beispiele, die mir bekannt sind.

Leid/leid
‚das Leid‘ wird natürlich groß geschrieben, da es sich ja um ein Substantiv handelt. Aber ‚leidtun‘ wird klein und zusammen geschrieben, deswegen wird ‚Leid‘ in dem Satz ‚Es tut mir leid‘ auch klein geschrieben. Ebenfalls klein geschrieben wird das Wort bei ‚Ich bin es leid.‘
Aussuchen kann man es sich hingegen bei ‚zuleide tun‘, dies kann man auch ‚zu Leide tun‘ schreiben. Die zusammengeschriebene Form wird vom Duden jedoch empfohlen.

Recht/recht
Groß geschrieben wird es in jedem Fall, wenn das Substantiv (‚das Recht‘) gemeint ist. Handelt es sich um das Adjektiv (‚recht‘ im Sinne von ‚richtig‘/‚in Ordnung‘), wird es auf jeden Fall klein geschrieben.
Bei den Sätzen ‚Du hast recht‘, ‚Ich gebe dir recht‘, etc. kann man es sich aussuchen, ob man ‚Recht‘ groß oder klein schreibt. Jedoch wird hier ebenfalls die klein geschriebene Version vom Duden empfohlen.

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Ich hoffe, ich habe hier an alles gedacht … Falls euch doch noch etwas einfällt, könnt ihr mir das gerne mitteilen. Überhaupt bin ich offen für eure Verbesserungsvorschläge. =) Und wie schon gesagt, wenn ich hier selbst irgendwelche Fehler gemacht habe, teilt mir das unbedingt mit!

Mein Dank geht in diesem Kapitel an
– Glockenspiel
für Ergänzungen. =)

‚ß‘ oder ‚ss‘?

Nachdem die Rechtschreibreform vor einigen Jahren geändert wurde und viele Wörter mit ‚ß‘ nun mit ‚ss‘ geschrieben werden, sind viele damit durcheinander gekommen. Und auch heutzutage sind sich viele noch nicht sicher, bei welchem Wort nun was benutzt wird. Deswegen folgt hier jetzt eine kleine Erklärung, wann man was benutzt:

Der Gebrauch von ‚ß‘
‚ß‘ wird benutzt, wenn der Vokal eines Wortes lang gesprochen wird. Umlaute (ä, ö, ü), doppelte Vokale (aa, ee, oo) sowie Doppellaute (ai, au, ei, eu, ie) sind immer lang. Einzelne Vokale können aber auch lang sein; das hört man beim Sprechen dann aber meistens heraus. Und wenn dem Vokal ein ‚h‘ folgt, ist er auf jeden Fall lang.
Beispiele: Fraß, Floß, Fuß, Gefäß, Blöße, süß, draußen, Schweiß, fließen

Der Gebrauch von ‚ss‘
‚ss‘ wird benutzt, wenn der Vokal eines Wortes kurz gesprochen wird. In diesem Fall kann man es auch nur durch das Sprechen heraushören, ob ein Vokal kurz gesprochen wird. Es sind jedoch in jedem Fall nur Einzelvokale.
Beispiele: dass, Hass, kess, essen, Biss, Gewissen, Boss, Spross, Fluss, muss

Der Gebrauch von ‚s‘
‚s‘ kann fieserweise sowohl nach einem langen Vokal (Bsp.: Gras, fies, Moos) als auch nach einem kurzen Vokal (Bsp.: das, es, bis) kommen.
Man kann jedoch erkennen, ob ein Wort mit ‚s‘ geschrieben wird, indem man es beugt, also die Mehrzahl bildet oder es steigert. Dann wird aus einem ‚scharfen s‘ ein ‚weiches s‘. (Bei solchen Worten wie ‚das‘ ist das aber natürlich nicht möglich …)
Beispiele: Gras –> Gräser, fies –> fieser, Moos –> Moose

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Nun, ich hoffe, dass ich euch mit diesem Kapitel wieder ein wenig helfen konnte. =)

Im nächsten Kapitel geht es übrigens um beliebte Rechtschreibfehler, wo ich auch auf die dass/das-Problematik zu sprechen komme.

Mein Dank geht in diesem Kapitel an
– Glockenspiel
für Ergänzungen. =)

Beliebte Rechtschreibfehler

Niemand ist perfekt. Jeder macht Fehler. Besonders bei der Rechtschreibung, die ja gerne mal reformiert wird, sodass kaum einer noch durchsteigt …
Aber trotzdem gibt es ein paar Fehler, die wirklich nicht sein müssen. Hier mal ein paar Fehler, die immer wieder gerne gemacht werden:

Lieder/Lider
‚Lieder‘ gehören in den Bereich der Musik und werden gesungen. Beispiel: Ich höre gerne Lieder, die im Radio gespielt werden.
‚Lider‘ beziehen sich auf die Augenlider, der dünne Hautlappen also, der die Augen schützt. Beispiel: Er schlug die Lider auf.

Miene/Mine
‚Miene‘ ist ein anderes Wort für Gesichtsausdruck. Beispiel: Ihre Miene war voller Entsetzen.
‚Mine‘ hingegen ist der Stollen im Berg, in dem Erze abgebaut werden. Beispiel: Früher gab es viele Minen, in denen nach Gold gegraben wurde.

Laib/Leib
‚Laib‘ wird oftmals im Zusammenhang mit Brot verwendet. Beispiel: Er kaufte sich einen Laib Brot.
‚Leib‘ ist ein Synonym für ‚Körper‘. Beispiel: Das Schwert drang tief in seinen Leib.

Waise/Weise
‚Waise‘ ist jemand, der keine Eltern mehr hat. Beispiel: Er war eine Waise, da er keine Eltern mehr hatte. (Ja, es heißt immer ‚die Waise‘, auch wenn die Person, die gemeint ist, männlich ist.)
‚Weise‘ ist entweder ein anderes Wort für ‚Art‘, ein Synonym für eine Melodie/ein Lied oder die Bezeichnung für einen sehr intelligenten Menschen. Beispiele: Er überraschte sie auf eine schöne Weise./Er spielte mit der Flöte eine wunderschöne Weise./Der Weise sah sie mit intelligenten Augen an.

Haken/Harken
‚Haken‘ ist zum einen ein gebogenes, metallenes Objekt, an dem man Sachen aufhängen kann, zum anderen steht es im übertragenem Sinne für eine Schwierigkeit, die nicht offensichtlich ist. Beispiele: Er hängte seinen Mantel an einen Haken./Die Sache hatte einen Haken.
‚Harken‘ ist der Plural von ‚Harke‘, einem Gartengerät. Beispiel: Er benutzte Harken, um den Boden aufzulockern.

Tod/tot
‚Tod‘ ist ein Substantiv und wird folglich groß geschrieben. Beispiel: Der Tod ist nah. (Kleiner Tipp: Bildet den Plural, dann hört ihr das ‚d‘ raus: Gefühlt starb er mehrere Tode.)
‚tot‘ ist ein Adjektiv und wird folglich klein geschrieben. Beispiel: Er ist schon lange tot. (Kleiner Tipp: Bei der substantivierten Form hört man das ‚t‘ raus: Der Tote wurde gerade obduziert.)

wieder/wider
‚wieder‘ bedeutet, dass etwas wiederholt wird. Beispiel: Er tat es immer und immer wieder.
‚wider‘ ist ein Synonym für ‚gegen‘. Beispiel: Er musste das Haus wider seinen Willen verlassen.
(Das betrifft übrigens auch alle Wörter, die ‚wieder‘ oder ‚wider‘ in sich haben, also zum Beispiel: Wiederholung/wiederholen, Wiedersehen/wiedersehen, Widerstand/widerstehen, Widerspruch/widersprechen, etc.)

weiße/weise
‚weiße‘ kommt von der Farbe ‚weiß‘. Beispiel: Er trägt eine weiße Hose.
‚weise‘ sagt entweder aus, dass jemand sehr intelligent ist, oder dass die erste Person Singular auf etwas hindeutet. Beispiele: Er ist sehr weise./Ich weise darauf hin, dass ich die Farbe Grün nicht mag.

fiel/viel
‚fiel‘ kommt von ‚fallen‘. Beispiel: Das Buch fiel zu Boden.
‚viel‘ ist eine Mengenangabe und das Gegenteil zu ‚wenig‘. Beispiel: Er hat viel für uns getan.

lies/ließ
‚lies‘ kommt von ‚lesen‘ und ist außerdem ein Imperativ, eine Aufforderung an eine Person, zu lesen. Beispiel: Lies das Buch!
‚ließ‘ kommt von ‚lassen‘. Beispiel: Er ließ sich zu Boden sinken.

seit/seid
‚seit‘ ist eine zeitliche Präposition. Beispiel: Seit wann bist du hier?
‚seid‘ kommt von ‚sein‘. Beispiel: Seid ihr schon mal dort gewesen?

wen/wenn
‚wen‘ ist der Akkusativ von ‚wer‘. Beispiel: Wen triffst du heute?
‚wenn‘ ist eine Konjunktion, die zum Beispiel temporal oder konditional benutzt werden kann. Ein temporales ‚wenn‘ erkennt man daran, dass man es durch ‚sobald‘ ersetzen kann. Des Weiteren wird es auch bei ‚als wenn‘ und ‚wie wenn‘ verwendet. Beispiele: Wenn ich das Haus verlasse, fängt es an zu regnen. (Temporal)/Wenn ich mehr Geld hätte, könnte ich mir ein Auto leisten. (Konditional)/Es goss in Strömen, als/wie wenn jemand im Himmel alle Wasserhähne aufgedreht hätte.

den/denn
‚den‘ ist der Akkusativ von ‚der‘. Beispiel: Den erwische ich schon noch.
‚denn‘ ist eine Konjunktion, die einen Hauptsatz einleitet. Beispiel: Hans hat schlechte Noten, denn er passt im Unterricht nicht auf.

das/dass
‚das‘ kann ein Artikel sein, der vor einem Substantiv steht oder ein Relativpronomen. Wenn letzteres der Fall ist, kann es auch durch die Relativpronomen ‚dieses‘, ‚welches‘ oder ‚jenes‘ ausgetauscht werden, ohne dass sich der Sinn des Satzes verändert. Beispiele: Das Haus ist schön./Das Heft, das rot ist, gehört mir. (Zur Kontrolle: Das Heft, welches rot ist, gehört mir.)
‚dass‘ ist eine Konjunktion, die zwei Sätze miteinander verbindet. Oft steht ‚dass‘ nach folgenden Verben: glauben, wissen, meinen, denken, sagen, hoffen, wünschen, etc. Beispiel: Er hoffte, dass die Stunde bald vorbei war.

dann vs. dan
Meistens ist das wahrscheinlich nur ein Tippfehler, aber man kann ja trotzdem darauf hinweisen, dass es die Form ‚dan‘ im Deutschen nicht gibt.

weiß vs. weis
Ein Fehler, der auch immer wieder gerne gemacht wird. Viele sind sich womöglich auch einfach nicht sicher, wie es denn nun richtig ist.
Tatsächlich wird dieses Wort sowohl als Farbe als auch die konjugierte Form von ‚wissen‘ mit ‚ß‘ geschrieben. ABER: ‚weismachen‘ wird mit einem einfachen ‚s‘ geschrieben.

einziger/einzige/einziges vs. einzigster/einzigste/einzigstes
Bei den letzten drei Formen dürfte das Rechtschreibprogramm eigentlich sofort Alarm schlagen, denn diese Wörter gibt es nicht. Leider werden sie dennoch häufig verwendet, sowohl mündlich als auch schriftlich. Das Mündliche soll uns hier jedoch nicht weiter interessieren, da dominiert sowieso die Umgangssprache, aber schriftlich sollte man sich doch richtig ausdrücken können, also achtet bitte darauf ‚einziger‘, ‚einzige‘ bzw. ‚einziges‘ zu benutzen.

immer noch vs. immernoch
Auch ein beliebter Fehler. Diese beiden Wörter werden auseinander geschrieben. Immer. Vielleicht hilft euch diese kleine Eselsbrücke: ‚Immer noch‘ wird immer noch auseinander geschrieben.

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Ich hoffe, dieses Kapitel hilft euch ein wenig. =)
Dieses Kapitel werde ich mit Sicherheit noch ein paar Mal überarbeiten, wenn mir noch mehr beliebte Fehler einfallen. Wenn ihr noch welche habt, die hier noch nicht erwähnt wurden, könnt ihr mir die auch gerne mitteilen. 😉

Mein Dank geht in diesem Kapitel an
– Glockenspiel
– Kisuna14
– Haine-chan
für Ergänzungen. =)

Gebrauch der Zeiten

Ich will hier jetzt nicht alle Zeiten aufzählen, die es gibt, sondern nur die, die in Geschichten häufig falsch benutzt werden. Das betrifft eigentlich nur Präsens, Präteritum, Perfekt und Plusquamperfekt.

Präsens (Gegenwart)
Diese Zeitform wird benutzt, um zu verdeutlichen, dass eine Handlung in diesem Augenblick stattfindet.
Das Präsens wird in Geschichten meistens nur in der wörtlichen Rede benutzt, kann jedoch auch für den Fließtext benutzt werden, was häufig jedoch den Lesefluss behindert, da Geschichten normalerweise im Präteritum geschrieben werden. Eine Geschichte im Präsens wirkt meiner Meinung nach auch schnell wie ein Drehbuch.
Deswegen würde ich persönlich davon abraten, eine Geschichte in dieser Zeitform zu schreiben. (Artikel, Essays, Sachtexte, etc. sind davon natürlich ausgenommen.)
Bei einer Geschichte in Ich-Perspektive erscheint es mir weniger schlimm, das Präsens zu benutzen, aber auch das kann sehr irritierend sein. (Ich habe zum Beispiel ein Buch, das in Ich-Perspektive und im Präsens geschrieben ist und ich habe es ziemlich schnell wieder weggepackt, da ich damit überhaupt nicht klarkam.)
Anders ist das bei Inhaltsangaben (bzw. Kurzbeschreibungen). Die müssen (!!!) im Präsens geschrieben werden.
Beispielsatz für das Präsens: Er lernt für seine Prüfung.

Präteritum (einfache Vergangenheit)
Diese Zeitform wird benutzt, um zu verdeutlichen, dass eine Handlung in der Vergangenheit noch nicht abgeschlossen ist.
Das Präteritum ist die Zeitform, die in Geschichten in der Regel am häufigsten benutzt wird. Mit ihr erzählt man die Geschichte. (Es sei denn, man entscheidet sich trotz allem für das Präsens.) Und obgleich es die Vergangenheitsform ist, fühlt es sich in Geschichten doch irgendwie wie das Jetzt an, zumindest geht mir das so.
Beispielsatz für das Präteritum: Er lernte für seine Prüfung.

Perfekt (vollendete Gegenwart)
Diese Zeitform wird benutzt, um zu verdeutlichen, dass eine Handlung in der Vergangenheit bereits abgeschlossen ist. Das Ergebnis oder die Folge der Handlung steht dabei im Vordergrund.
Das Perfekt wird mit den Hilfsverben ‚haben‘ bzw. ‚sein‘ gebildet und ist dem Präsens gegenüber vorzeitig; das bedeutet, dass etwas beschrieben wird, das vor der jetzigen Handlung geschehen ist.
In Geschichten darf diese Zeitform im Fließtext nicht verwendet werden, wenn die Geschichte im Präteritum geschrieben ist, sondern nur, wenn die gewählte Zeitform das Präsens ist. In der wörtlichen Rede ist es hingegen sogar üblicher, das Perfekt zu benutzen und nicht das Präteritum.
Beispielsätze für das Perfekt: Er hat für seine Prüfung gelernt./Er ist davon ausgegangen, dass er sie bestehen würde.

Plusquamperfekt (vollendete Vergangenheit)
Diese Zeitform wird benutzt, um zu verdeutlichen, dass eine Handlung in der Vergangenheit stattgefunden hat und zwar vor einem bestimmten Zeitpunkt.
Das Plusquamperfekt wird ebenfalls mit den Hilfsverben ‚haben‘ und ‚sein‘ gebildet und ist vorzeitig gegenüber dem Präteritum.
Diese Zeitform ist diejenige, mit der die meisten hier meiner Erfahrung nach Probleme haben, obwohl ihr Gebrauch eigentlich nicht schwer ist. Wenn die Geschichte im Präteritum, das in gewisser Weise ja die Gegenwart der Geschichte ist, geschrieben wird und ein Zeitpunkt vor den eigentlichen Ereignissen erzählt werden soll, kommt das Plusquamperfekt zum Einsatz. Es verhält sich so wie das Perfekt zum Präsens, ist nur in gewisser Weise weiter in der Vergangenheit.
Beispielsätze für das Plusquamperfekt: Er hatte für seine Prüfung gelernt./Er war davon ausgegangen, dass er sie bestehen würde.

Wichtig ist außerdem, dass ihr in eurer Geschichte nicht ständig in den Zeiten hin- und herspringt. Soll heißen, wenn ihr den Fließtext im Präsens schreibt, dürft ihr als Vergangenheitsform nur das Perfekt benutzen, Präteritum und Plusquamperfekt sind für euch tabu!
Wenn ihr hingegen Präteritum im Fließtext benutzt, müsst ihr als Vergangenheitsform das Plusquamperfekt benutzen! (Ausnahme sind vielleicht Geschichten in der Ich-Perspektive, aber auch da würde ich euch raten, euch entweder für Präsens + Perfekt oder Präteritum + Plusquamperfekt zu entscheiden, da ein ständiger Zeitenwechsel extrem nervig ist.)

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Ich hoffe, ich habe mich nicht zu kryptisch ausgedrückt … ^^“ Aber ich denke, die Beispiele sollten jedem auch verdeutlichen, was welche Zeit ist und so manch einer weiß dem Gefühl nach vermutlich auch, wann er welche Zeit benutzen muss.

Ich weiß noch nicht, wann das nächste Kapitel kommt; ich habe zwar schon ein paar Ideen, was ich noch alles erklären möchte, aber ich bin momenta extrem schreibfaul … ^^“ Kann also ein wenig dauern … 😉

Zeichensetzung

Dies ist meiner Meinung nach eines der wichtigsten Kapitel, da besonders in diesem Bereich Fehler gemacht werden. Bevor ich auf die einzelnen Satzzeichen eingehe, erwähne ich jedoch noch etwas Allgemeines zu Satzzeichen.

Allgemeines
Hinter jedes Satzzeichen kommt ein Leerzeichen. Ausnahme ist der Schrägstrich, wo weder dahinter noch davor Leerzeichen gesetzt werden. Jedoch gibt es die Ausnahme, dass man diese Leerzeichen setzen kann, wenn es sinnvoll ist … Jedoch müssen dann beide gesetzt werden. Ich persönliche bevorzuge es aber, wie ihr vielleicht schon festgestellt habt, bei Schrägstrichen keine Leerzeichen zu setzen. Sieht meiner Meinung nach einfach besser aus.
Jedenfalls kommt kein Leerzeichen vor Satzzeichen, außer es handelt sich um den Gedankenstrich; dort muss es sogar gesetzt werden, wie ich auch noch beim Gedankenstrich erwähnen werde.

Ein Satzzeichen reicht außerdem in der Regel aus, um dem Leser zu verdeutlichen, was der Charakter gerade empfindet. Soll heißen: Ellenlange Ansammlungen von Ausrufe- oder Fragezeichen sind vollkommen unnötig und werden von vielen als störend empfunden, da ein einzelnes Exemplar genauso viel aussagt.
Ausnahmen hierbei sind natürlich die Auslassungspunkte (auf die ich auch noch näher eingehen werde) und ‚?!‘ oder ‚!?‘, die verdeutlichen, dass eine Frage mit einer gewissen Aggression ausgesprochen wird. Aber auch dabei reicht ein Exemplar des jeweiligen Satzzeichens aus.

Punkt, Ausrufezeichen, Fragezeichen
Diese Satzzeichen beenden einen Satz; jedes von ihnen hebt beim Satz jedoch etwas anderes hervor.
Der Punkt lässt einen Satz zum Beispiel ruhig wirken; es wird vermittelt, dass es sich um eine neutrale Aussage handelt. Beispiel: Er sah sich um.
Auslassungspunkte (drei Punkte hintereinander) können dazu genutzt werden, um einen Abbruch eines Satzes zu kennzeichnen. (Z.B. wenn der Charakter auf einmal etwas entdeckt und daraufhin verstummt.) Sie können jedoch auch anzeigen, dass etwas nur geflüstert wird oder dass jemand einfach nur unsicher ist. Übrigens ist es in Büchern üblich, vor Auslassungspunkten ein Leerzeichen zu setzen. Ob das nun ein Muss ist, weiß ich aber nicht. Beispiel: Konnte es etwa sein, dass …
Das Ausrufezeichen wird häufig benutzt, wenn etwas gerufen wird; ein Satz mit Ausrufezeichen beinhaltet meistens eine Emotion wie Wut, Überraschung, etc. Im Fließtext können Ausrufezeichen auch genutzt werden, um eine Erkenntnis des Charakters zum Beispiel besonders hervorzuheben. Jedoch sollte man im Fließtext sparsam mit dem Ausrufezeichen umgehen! Beispiel: Er konnte es nicht fassen!
Das Fragezeichen signalisiert, wie das Wort auch schon sagt, eine Frage. Sätze mit Fragezeichen können ebenfalls im Fließtext benutzt werden. Beispiel: Wohin sollte das bloß führen?

Gedankenstrich, Semikolon
Der Gedankenstrich kann ebenfalls wie die Auslassungspunkte dazu verwendet werden, um einen Satz vorzeitig abzubrechen. Man kann ihn jedoch auch bei Einschüben verwenden, bei näheren Erläuterungen zum Beispiel, wo ein Komma den Leser eventuell nur verwirren würde. Wichtig dabei ist jedoch, sowohl vor dem Gedankenstrich als auch danach ein Leerzeichen zu machen, um es vom Bindestrich zu unterscheiden, der zwei Wörter miteinander verbindet. (Beispiel: Er wartete nervös auf seinen Auftritt – immerhin hatte er so etwas noch nie zuvor gemacht – und bemühte sich darum, ruhig zu bleiben.)
Das Semikolon wird benutzt, wenn ein Punkt für den Satz zu stark wäre, aber ein Komma zu schwach. Meiner Meinung nach ist sein Gebrauch jedoch Gefühlssache … Beispiel: Die Wände waren aus Holz und teilweise morsch; die Decke schien ebenfalls nicht mehr im besten Zustand zu sein.

Doppelpunkt
Der Doppelpunkt kann Erklärungen und Zusammenfassungen einleiten; außerdem wird er oft vor Aufzählungen und wörtlicher Rede benutzt. Bei der wörtlichen Rede wird er jedoch nur benutzt, wenn ‚Er sagte‘ (oder Ähnliches) vor der eigentlichen wörtlichen Rede steht. Beispiele: Es gibt vier Elemente: Feuer, Wasser, Wind und Erde./Er sagte: „Lass mich los!“

Komma
Das Komma wird zur Trennung bestimmter Satzelemente benutzt, zum Beispiel bei Aufzählungen, Einschüben und der Trennung von Haupt- und Nebensätzen. Das Komma ist eines der wichtigsten Satzzeichen, da es die Sätze strukturiert und sie verständlicher macht. Ein fehlendes Komma kann den Sinn eines Satzes fatal verändern.
Bekanntes Beispiel: „Komm, wir essen Opa.“/“Komm, wir essen, Opa.“ (Im ersten Satz soll der Opa gegessen werden; im zweiten wird dem Opa gesagt, dass es nun Essen gibt.)

Oftmals hört man beim Sprechen heraus, wo ein Komma gesetzt werden muss, da man dort eine kleine Pause macht.
Ich will euch jetzt nicht mit den ganzen Kommaregeln erschlagen; die könnt ihr auch leicht im Internet finden. Deswegen gibt es von mir nur ein paar Tipps, wo immer ein Komma stehen muss.

nach oder vor Anreden: Lukas, hast du deine Hausaufgaben gemacht?/Komm sofort her, Lukas!
bei der wörtlichen Rede: „Ich lese gerne“, sagte Christoph.
vor Konjunktionen wie aber, sondern, denn, obwohl, etc.: Er ist klein, aber dafür ist er schnell./Er nahm nicht die roten Socken, sondern die grünen./Die Blumen gedeihen, denn es regnet viel./Er ging nach draußen, obwohl es regnete. ODER: Obwohl es regnete, ging er nach draußen.
beim Infinitiv mit ‚zu‘: Es ärgerte ihn, nicht mehr gelernt zu haben.
vor einem Relativpronomen: Er sah ein Haus, das grüne Wände hatte.
vor ‚dass‘: Er wusste, dass sie ihn nicht sehen wollte.

Noch eine kleine Ergänzung zu dem Wort ‚aber‘: Vor diesem Wort steht nur ein Komma, wenn damit ein Nebensatz eingeleitet wird. Bei Sätzen wie ‚Ich will aber Cola!‘ wird kein Komma gesetzt.

Des Weiteren werden immer Haupt- und Nebensätze durch Kommas getrennt. Haupt- und Nebensätze lassen sich daran erkennen, dass irgendwo ein Verb ist. Wenn ihr also in einem Satz zwei Verben habt, könnt ihr davon ausgehen, dass irgendwo ein Komma ist. (Beispiel: Sie sagte ihm immer wieder, er solle damit aufhören.)
Es sei denn, mindestens eins der Verben steht im Infinitiv und kein ‚zu‘ steht davor. (Beispiel: Er hatte sie sehen wollen.)

Apostroph vs. Akut
Diese beiden werden auch immer wieder gerne falsch benutzt. Ein Apostroph wird benutzt, wenn ein Buchstabe bei einem Wort ausgelassen wird oder der Genitiv eines Namens, der auf ‚s‘ endet, deutlich gemacht werden soll. Beispiele: Wie geht’s? (Eigentlich: Wie geht es?)/Hans‘ Stift lag auf dem Tisch.
Um das Apostroph zu schreiben, drückt man auf Shift und dann auf die Raute-Taste (#).
Das Akut hingegen wird als Akzent benutzt, um eine besondere Aussprache zu kennzeichnen. Beispiel: Café
Um das Akut zu schreiben, drückt man auf die Taste links neben der Return-Taste. Viele benutzen das Akut leider an den Stellen, wo das Apostroph benutzt werden sollte; deswegen wollte ich hier eine kleine Erklärung zur richtigen Benutzung geben.

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Ich wollte eigentlich erst die ganzen Kommaregeln hier einbauen, aber es sind so viele und außerdem kann man die wirklich leicht im Internet finden … Deswegen habe ich mich halt auf die Bereiche beschränkt, wo die Kommas immer am ehesten fehlen. Ob es euch jetzt wirklich hilft, weiß ich aber nicht … Ich hoffe es aber mal. ^^

Das nächste Kapitel ist wahrscheinlich über die wörtliche Rede, ein anderes Thema, das mir sehr am Herzen liegt, da ich dort oft viele Fehler beobachte. ^^

Mein Dank geht in diesem Kapitel an
– Glockenspiel
für Ergänzungen. =)

Wörtliche Rede

Auch bei der wörtlichen Rede kann einiges falsch gemacht werden (und wird es leider auch oft), deswegen wollte ich hier näher darauf eingehen.

Anführungszeichen
Um die wörtliche Rede kenntlich zu machen, benutzt man Anführungszeichen (auch Gänsefüßchen genannt). Im Deutschen steht das erste Anführungszeichen unten, das zweite oben. Manche Programme haben die Anführungszeichen jedoch von vornherein oben stehen und können auch nicht umgestellt werden; das ist an sich nicht weiter schlimm, aber wenn möglich sollte man doch eher Programme wie Word benutzen, wo die Anführungszeichen gleich richtig gesetzt werden.
In Büchern werden oft statt den ‚normalen‘ Anführungszeichen (“ „) ‚halbe‘ Anführungszeichen (‚ ‘), französische Anführungszeichen bzw. Guillemets (» «) oder ‚halbe‘ Guillemets (› ‹) verwendet.
Wofür man sich in den eigenen Geschichten entscheidet, bleibt wohl jedem selbst überlassen, aber ich persönlich bevorzuge die ‚normalen‘ Anführungszeichen bei der wörtlichen Rede, wenn ein Charakter etwas sagt, und ‚halbe‘ Anführungszeichen, wenn ein Charakter etwas denkt.
Ich würde jedoch davon abraten, sich seine eigenen Anführungszeichen zu basteln, also irgendwelche Zeichen zu verwenden, die gar nicht für die wörtliche Rede gedacht sind. Selbst wenn man irgendwo in einer Legende erwähnt, welches Zeichen wofür steht, werden die meisten Leser das doch eher als nervig und störend empfinden.

Aufbau
Nun mag sich manch einer denken, dass das doch nicht weiter schwer sein kann und dass das doch jeder können müsste. Aber gerade beim Aufbau findet man die meisten Fehler.

Der häufigste Fehler, der wohl gemacht wird, ist der Punkt am Ende der wörtlichen Rede, wenn ein ‚sagte XY‘ (oder Ähnliches; im Folgenden werde ich jedoch nur noch ‚sagte XY‘ schreiben) folgt. Denn auch, wenn der Satz in der wörtlichen Rede zu Ende ist, folgt ja noch etwas außerhalb der wörtlichen Rede, das aber noch dazu gehört.
Beispiel: „Ich habe keine Lust mehr, für Mathe zu lernen“, meckerte Hans.
So ist es richtig. Meine Erklärung, warum kein Punkt in diese wörtliche Rede gehört, ist Folgende: Stünde dort ein Punkt, wäre der Satz unweigerlich zu Ende. Und nach einem Satzende soll man groß schreiben, also müsste ‚meckerte‘ groß geschrieben werden. Jedoch ist ‚meckerte Hans‘ kein vollständiger Satz und kann somit nicht alleine stehen. Und deswegen lässt man den Punkt weg. Das Komma hingegen wird gesetzt, um die wörtliche Rede vom restlichen Satz zu trennen.
Ausrufe- und Fragezeichen sowie Auslassungspunkte und Gedankenstriche können jedoch ohne Weiteres am Ende der wörtlichen Rede gesetzt werden. Das Komma wird immer (!) nach der wörtlichen Rede gesetzt. (Vorausgesetzt natürlich, es folgt ein ‚sagte XY‘.)
Beispiele: „Ich habe aber keinen Hunger!“, schrie Markus./“Hast du das gesehen?“, fragte Lisa./“Ich weiß es nicht …“, murmelte Marie./“Hey, das wollte ich gerade –“, wollte sich Tom beschweren.

Nun kann es auch sein, dass die wörtliche Rede durch ein ‚sagte XY‘ unterbrochen wird und danach fortgesetzt wird. Nach der Unterbrechung folgt dann ebenfalls ein Komma zur Trennung, bevor es mit der wörtlichen Rede weiter geht.
Beispiel: „Ich kann dich“, sagte Ella, während sie an ihrem Eis leckte, „wirklich nicht verstehen.“

Manchmal wird die wörtliche Rede auch durch einen Doppelpunkt eingeleitet. Dadurch fällt das ‚sagte XY‘ am Ende der wörtlichen Rede weg und es muss am Ende der wörtlichen Rede ein Punkt (oder Ausrufezeichen etc.) gesetzt werden. Das Komma fällt hierbei logischerweise auch weg.
Beispiel: Leonie wandte sich zu Robert und sagte: „Danke, dass du mir den Stift geliehen hast.“

Die wörtliche Rede kann jedoch auch ganz alleine stehen, ohne dass sie durch einen Doppelpunkt eingeleitet oder mit einem ‚sagte XY‘ beendet wird. In diesem Fall muss am Ende der wörtlichen Rede natürlich auch immer ein satzbeendendes Satzzeichen stehen.
Beispiel: „Heute ist schönes Wetter.“

Erwähnenswert ist vielleicht noch, dass hinter jeder wörtlichen Rede, egal für welche dieser Formen man sich nun entscheidet, weitere Sätze zum jeweiligen Sprecher folgen können. Und danach kann wieder wörtliche Rede kommen – aber sie sollte vom gleichen Sprecher sein.
Beispiel: „Mir ist so warm“, stöhnte Robin. Sie wedelte sich mit einem Fächer Luft zu und wischte sich den Schweiß von der Stirn. „Warum bloß musste die Klimaanlage ausfallen?!“
Ich würde davon abraten, mehrere wörtliche Reden von unterschiedlichen Charakteren ohne Absatz hintereinander zu schreiben, da dies für die Leser sehr verwirrend sein kann. Das werde ich im Kapitel über Absätze aber sicherlich auch noch mal erwähnen.

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Ich hoffe wirklich, dass sich einige das hier zu Herzen nehmen und verinnerlichen, denn ich finde es immer so schade, wenn ich eine Geschichte finde, die von der Rechtschreibung und Grammatik in Ordnung ist, bei der dann aber diese typischen Fehler bei der wörtlichen Rede gemacht werden … (Nicht, dass ich diese Geschichten deswegen nicht mehr lesen würde; ich habe es mir inzwischen angewöhnt, über so etwas hinwegzusehen.)

Das nächste Kapitel wird, wie schon angedeutet, vermutlich über Absätze sein, ebenfalls ein wichtiges Thema …
Das wäre dann vorerst auch das letzte Kapitel. Aber für eure Ideen und Vorschläge bin ich immer offen. =)

Absätze

Auch hier haben einige Probleme mit. Manche setzten gar keine Absätze, andere wieder zu viele.

Ich teile dieses Kapitel in zwei Teile auf, und zwar in ‚Einfache Absätze‘ (damit meine ich, dass der Text in der nächsten Zeile weiter geht) und in ‚Leerzeilen-Absätze‘ (zwischen dem Text gibt es eine leere Zeile). Das sind übrigens keine offiziellen Bezeichnungen oder so (wenn doch, dann ist das Zufall); ich habe sie mir nur ausgedacht, um die Unterschiede besser verdeutlichen zu können.

Einfache Absätze

Es gibt keine wirkliche Regel, wann man wo einen Absatz machen muss (außer vielleicht bei der wörtlichen Rede, aber da komme ich später noch zu); in der Regel sollten sie nach Sinnabschnitten gesetzt werden, da dies den Lesefluss vereinfacht.

Stellt euch vor, ihr habt einen Text, der ohne Absätze geschrieben ist, also Satz hinter Satz. Je nach Länge des Textes kann das dann schon sehr anstrengend sein, diesen zu lesen, und deswegen werden sich einige diesen auch gar nicht weiter durchlesen – auch, wenn der Inhalt noch so gut ist. Aber schließlich kommt es ja nicht nur auf den Inhalt und die Rechtschreibung an, sondern auch auf die äußerliche Struktur.
Also scheut euch nicht davor, Absätze zu machen. Ich würde sogar raten, lieber zu viele zu machen als zu wenige.

Der andere Fall ist, wenn jemand zu viele Absätze macht, meinetwegen nach jedem zweiten Satz. (Ist mir persönlich zwar noch nicht untergekommen, aber das heißt ja nicht, dass so etwas nicht durchaus vorkommt.)
Das könnte Leser ebenfalls abschrecken, da dann leicht das Gefühl aufkommen kann, dass der Autor die Absätze willkürlich setzt bzw. ohne auf den Sinn zu achten, den Text ‚zerstückelt‘.
In diesem Fall würde ich einfach mal schauen, ob so viele Absätze wirklich notwendig sind oder ob man nicht doch ein paar Abschnitte auch hintereinander schreiben kann.

Bei der wörtlichen Rede ist das mit den Absätzen folgendermaßen:
Man macht nach jeder wörtlichen Rede einen Absatz, es sei denn, die nächste wörtliche Rede ist vom gleichen Sprecher (1) oder es folgt ein Satz, der sich auf den Sprecher bezieht (2). Es ist auch nicht schlimm, wenn sich der nachfolgende Text nicht auf den Sprecher bezieht, sondern beispielsweise das Wetter beschrieben wird. aber ganz wichtig ist es, dass man einen Absatz macht, wenn sich der Sprecher ändert (3), da es sonst den Leser verwirren kann, wenn er denkt, dass es sich noch um den gleichen Sprecher handelt, obwohl dieser eigentlich gewechselt hat.

Beispiel:
„Hallo Susi“, begrüßte Hans seine Freundin. „Was machst du denn hier?“ (1)
„Ich gehe gerade ein wenig spazieren. Hast du Lust, mich zu begleiten?“, fragte Susi. Sie setzte ihre Sonnenbrille auf. (2)
„Ja, sicher. Ich muss nur noch mal kurz nach Hause.“
„In Ordnung, dann warte ich hier.“ (3)

Ich hoffe, dieses Beispiel ist übersichtlich und verständlich genug. Wenn ihr sonst noch Fragen habt, könnt ihr mir sie gerne stellen.

Leerzeilen-Absätze

Im Vergleich zu den ‚einfachen Absätzen‘ werden sie seltener benutzt. Man kann sie auch unterschiedlich gebrauchen.
In der Regel werden sie benutzt, wenn eine gewisse Zeitspanne in der Geschichte verstreicht, die man nicht näher erläutern möchte. Wenn ein Charakter also zu Bett geht und bis zum Morgen nichts weiter passiert, kann man dort einen Leerzeilen-Absatz machen und danach erst mit dem nächsten Morgen beginnen. Das muss man aber nicht unbedingt; man kann auch einen ‚einfachen Absatz‘ benutzen und dann den nächsten Satz beispielsweise mit „Am nächsten Morgen …“ beginnen.

Man sollte jedoch einen ‚Leerzeilen-Absatz‘ setzen, wenn sich die Sicht, aus der man schreibt, ändert. Wenn man sich also eben mit Hans‘ Gedanken beschäftigt hat und nun erläutern möchte, was in Susis Kopf vorgeht, dann sollte man einen ‚Leerzeilen-Absatz‘ benutzen, damit der Leser schneller versteht, dass sich die Sicht geändert hat. Das ist ganz besonders wichtig, wenn beide Personen an unterschiedlichen Orten sind. Jedoch gibt es hier eine kleine Ausnahme, die sich ‚allwissender Erzähler‘ nennt. Das bedeutet, dass man sich als Autor nicht auf eine Sicht beschränkt, sondern die Gedanken aller Charaktere, die gerade vorkommen, gleichermaßen darstellt. Ich persönlich bevorzuge es zwar, wenn ein Kapitel oder ein Teil des Kapitels nur aus einer Sicht geschrieben ist, aber bei anderen kann das ja anders sein.
Ein ‚Leerzeilen-Absatz‘ wegen Sichtwechsel eignet sich auch oft gut, um ein wenig Spannung ins Kapitel zu bringen. Wenn Hans und Susi also beispielsweise etwas ganz Erstaunliches herausfinden und dann ‚ausgeblendet‘ wird, um bei Thomas und Angelika weiterzuschreiben, werden sich die Leser natürlich fragen, was Hans und Susi nun mit dieser Erkenntnis anfangen werden. Im Prinzip handelt es sich hierbei um einen Cliffhänger, auch wenn der Leser ja noch etwas zu lesen bekommt.

Manche setzen ‚Leerzeilen-Absätze‘ auch ähnlich wie die ‚einfachen Absätze‘, nämlich um den Text zu strukturieren und ihn für den Leser ansehnlicher zu machen. Da das Lesen am Computer nämlich ziemlich anstrengend sein kann, aber nicht jeder den ganzen Text ausdrucken möchte, ist es für die Leser dann angenehmer, wenn es mehrere ‚Textblöcke‘ gibt.
Wie lang man diese Blöcke macht, bleibt jedem selbst überlassen. Eventuell ist es besser, sie nach Sinn zu setzen, aber ich persönlich setze sie zum Beispiel eher nach einer bestimmten Länge.
Hierbei muss man jedoch aber bedenken, dass die Leser dann nicht mehr wissen, wann es sich um einen ‚Leerzeilen-Absatz‘ handelt, der einfach nur dazu gedacht ist, das Lesen zu erleichtern und wann um einen, der einen Sichtwechsel oder das Verstreichen von Zeit signalisiert. Deswegen sollte man vielleicht ein paar Symbole setzen, wenn sich die Sicht ändert oder Zeit verstreicht. Ich persönlich benutze dafür zum Beispiel °~°~° und zentriere das. Aber das bleibt natürlich jedem selbst überlassen, was er da benutzen will.

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Ich hoffe, dieses Kapitel ist gut verständlich … Ich habe das Gefühl, dass ich besonders gegen Ende eventuell ein wenig verwirrend geschrieben habe …
Na ja, wenn ihr Fragen habt, dann stellt sie mir ruhig. Und wenn ihr Verbesserungsvorschläge oder Ergänzungen habt, dann immer her damit. 😉

Im Übrigen habe ich jetzt auch keine Ideen mehr, was ich noch schreiben könnte, aber vielleicht habt ihr ja noch Ideen. =)

Mein Dank geht in diesem Kapitel an
– Glockenspiel
für den Vorschlag, dieses Kapitel zu schreiben.