Was versteht man unter der uruguay-runde ?

Jede umfassende GATT-Verhandlung wurde als eine bestimmte Runde benannt; die

sogenannte Uruguay-Runde wurde 1986 mit dem Ziel eingeleitet, die Regeln des

internationalen Handels zu aktualisieren und zu erweitern. Die grundlegende

politische Bedeutung dieser Runde bestand – neben ihren zahlreichen technischen

Errungenschaften – in der unmi?verstondlichen Botschaft, dass die

Weltgemeinschaft an der Liberalisierung des Handels festhalt, und dass jeder

selbstzerstorerischen Ruckkehr zur Protektionismus der 30er Jahre Einhalt geboten

werden muss.

Viele Teilnehmer sind uberzeugt, dass, ware die Uruguay-Runde gescheitert, selbst

die Aufrechterhaltung des Status quo unmoglich gewesen ware. Stattdessen hatten

sich im Handel immer gro?ere Spannungen bereitgemacht und die Regierungen waren

unweigerlich versucht gewesen, eigene potektionistische Ma?nahmen zu ergreifen.

Die Verhandlungen zur Forderung des freien Handels basieren auf bestimmten

Grundprinzipien: Verbot der Diskriminierung zwischen den Mitgliedern, d.h.

niemand erhalt Sonderkonzessionen; Gewahrleistung der Gleichbehandlung von

Einfuhrwaren und heimischen Waren auf den inlandischen Markten; schrittweise

Erleichterung des Zugangs zu anderen Markten.

Die Verhandlungen umfassten nicht nur den Warenverkehr, sondern auch den kraftig

expandierenden Dienstleistungssektor, der au?erhalb des Geltungsbereichs des GATT

liegt, obgleich er 20% des Handels insgesamt ausmacht. Es wurde versucht, die

Rechte des geistigen Eigentums gebuhrend zu schutzen und zu verhindern, dass

Waren wie Computer-Software, Songs, Videos und verschiedenste Markenartikel wie

zum Beispiel Uhren unbefugt imitiert und kopiert werden. Damit wurde das komplexe

Gefuge zur Schlichtung internationaler Handelsstreitigkeiten erheblich verbessert

und eine koharente Verbindung zwischen dem Handel und anderen politischen

Bereichen wie Wirtschaftswachstum und Entwicklung geschaffen, um auf diese Weise

den Bedurfnissen der Entwicklungslander gerecht zu werden.

Die Verhandlungen waren nicht einfach. 117 teilnehmende Staaten und ein Vielzahl

von konkurrierenden Interessen sorgten dafur, dass die langwierigen Verhandlungen

von Krisen und Nachsitzungen gepragt waren. Endlich konnte im Dezember 1993 in

Genf ein kompliziertes System von Vereinbarungen getroffen werden, mit dem sich

alle Beteiligten einverstanden erklaren konnten. Dieses Paket, dass unter der

Bezeichung Schlussakte bekannt wurde, umfasst 29 einzelne Rechtstexte zu allen

Aspekten der Verhandlungen sowie weitere 25 amtliche Erklarungen.