Welche betriebssysteme gibt es:

Zu Beginn mu? gesagt werden, da? es sehr viele unterschiedliche Betriebssysteme gibt. Einige davon sind allerdings so unbekannt, da? sogar im Internet nur ein ganz kleiner Verweis von deren Existenz zeugt. Die wichtigen wie z.B.: OS/2 (http://www.os2bbs.com), Windows95 (http://www.microsoft.com) oder Linux (http://www.linux.org) besitzen eigene Webseiten.

Ich mochte die wichtigsten hier vorstellen:

Windows95:

Windows95 ist eine Weiterentwicklung zu Windows 3.11, wobei allerdings gesagt werden mu?, da? es viele Verbesserungen wie beispielsweise die 32bit Architektur mit sich bringt. Au?erdem ist nun nicht mehr MS – DOS das Betriebssystem, sondern Windows selbst. Eine wichtige Neuerung ist auch die Datei „Msdos.sys“, die sich im Root des Startlaufwerks befindet. Seit Windows95 ist diese Datei lesbar und dadurch veranderbar. Hierdurch konnen Anpassungen vorgenommen werden (Bsp.: Nicht – Starten der graphischen Oberflache als Standard einstellen). Allerdings wird bei Windows95 noch ein 16bit Dateisystem verwendet. Bald wird Windows98 erscheinen welches ein 32bit Dateisystem und damit noch mehr Performance mit sich bringen wird. Au?erdem verschmilzt der Internet Explorer mit der Oberflache. Damit sind dann auch interaktive Inhalte auf dem Desktop moglich. Windows98 befindet sich derzeit noch in der Beta Phase und liegt zur Zeit in der Version 1711 vor.

UNIX:

UNIX ist ein Mehrbenutzer- und damit auch Multitasking – fahiges Betriebssystem, das heute eines der am weitesten verbreiteten Betriebssysteme ist.

Aufbau: Nach au?en hin stellt sich der Betriebssystemkern von UNIX als monolithischer Block dar. Dennoch beinhaltet dieser Kern eine Reihe von Komponenten, die zum Teil den genannten Anforderungen an ein Betriebssystem zuzuordnen sind. In Richtung der Anwendungs- und auch der Dienstprogramme existieren nur die Systemaufrufe. Diese Systemaufrufe leiten die Anforderungen (z.B. mehr Speicherplatz, usw.) der Programme entweder an das Datei – Subsystem oder an das Proze? – Subsystem weiter. Das Datei – Subsystem achtet dabei auf eine ordnungsgema?e Verwaltung der Datei und eine Kontrolle der Zugriffsrechte. Das Proze?subsystem weist den einzelnen Programme separate Speicherbereiche zu und kontrolliert auch die Anfragen nach mehr Speicherplatz, die Programme zur Laufzeit stellen konnen. Daruber hinaus es den Zugriff auf die CPU an die einzelnen Programme. Diese Funktion erfullt der sog. Scheduler. Au?erdem erlaubt das Proze?subsystem auch die Kommunikation und den Datenaustausch zwischen den einzelnen Programmen. Das Datei – Subsystem mu? dann die Dateizugriffe den Geratetreibern weitergeben. Sowohl Proze?- als auch das Datei – Subsystem nutzen die Schnittstellen zur Hardware, um die Anforderungen von Programmen zu befriedigen. Zusammenfassend kann man also sagen, da? man unter dem Begriff UNIX nicht nur den Betriebssystemkern, sondern auch eine ganze Reihe von mitgelieferten Dienstprogrammen versteht.

Geschichte: Die Geschichte des Betriebssystems UNIX geht bis in das Jahr 1969 zuruck. Zu diesem Zeitpunkt arbeitete Ken Thompsen bei den Bell Labarotories, einer Forschungseinrichtung, die von der Fa. AT&T und der Fa. Western Electric unterhalten wurde. Ken Thompsen beteiligte sich an einem gro?en Programmierprojekt zur Entwicklung des Betriebssystems MULTICS, mit dem sich die Bell Laboratories in Zusammenarbeit mit der Fa. General Electric und dem Massachusetts Institute for Technology (MIT) beschaftigten. Im Marz 1969 zogen sich die Bell Laboratories von diesem Programmierprojekt zuruck. Thompsen plante die Entwicklung eines eigenen Betriebssystems, das sich stark von den bisherigen Betriebssytemen unterscheiden sollte. Die dann erste, kommerziell verfugbare Version von UNIX, war UNIX Version 7. Der Betriebssystemkern enthielt ca. 10000 Zeilen Code, von denen aber noch ca. 1000 Zeilen in Assembler und damit maschinenabhangig geschrieben waren. Die Umsetzung des Betriebssystemkerns auf die Programmiersprache C brachte dann aber eine deutliche Vereinfachung in Fragen der Portierbarkeit. Diese flexible und portable Konzeption war das Erfolgsrezept von UNIX.

LINUX:

Linux ist ein relativ junges Betriebssystem. Es entstand aus einer Idee von Linus Torvalds (Helsinki/Finnland), der Unix als perfektes Betriebssystem ansah, aber erkannte, da? Unix praktisch unerschwinglich fur den Normalverbraucher ist. Er kam auf die Idee, da? man ein Derivat entwickeln mu?te, welches fur Jedermann frei verfugbar ist. Die allerersten Kernel – Teile wurden von Linus Torvalds alleine entwickelt und im September 1991 uber das Internet verbreitet. In sehr kurzer Zeit fanden weltweit Programmierer Interesse an dieser Idee und entwickelten die ersten Erweiterungen. So entstanden ein verbessertes System zur Dateiverwaltung, Treiber fur diverse Hardware, zahlreiche Zusatzprogramme und vieles mehr. Diese Komponenten wurden ebenfalls kostenlos zur Verfugung gestellt. Das Gesamtsystem wachst seitdem in rasanter Geschwindigkeit, wobei das Internet dies naturlich erst moglich macht. Ein wichtiger Faktor ist die Tatsache, da? Linux frei von Rechten ist und zu diesem Zeitpunkt bereits frei verfugbare Software vorhanden war.

GNU – Programme sind wie Linux frei kopierbar und werden zudem mit allen Quellcodes weitergegeben. Das ermoglicht es allen Anwendern, die Programme bei Problemen oder Fehlern selbst zu erweitern oder zu korrigieren. Daraus resultieren immer bessere und ausgereiftere Versionen. Der GNU – C – Compiler ist Standard in der Unix-Welt und sogar fur DOS / Windows erhaltlich. Linux selbst wird mit dem GNU – C – Compiler weiterentwickelt. Durch viele weitere Komponenten wird zusammen aus dem Linux – Kernel, zahlreichen GNU – Komponenten, der Netzwerk – Software von BSD und dem ebenfalls freien X Window System (grafische Oberflache) des MIT ein komplettes System.

IRIX:

Das Betriebssystem von Silicon Graphics ist IRIXT, das auf UNIX System V Release 4 basiert. Damit ist eine weitgehende Kompatibilitat zu anderen Derivaten mit diesem leistungsstarken Grundstock gegeben. Bei aller Leistungsfahigkeit sind die UNIX – Befehle allerdings nicht intuitiv und verlangen vom Benutzer eine lange Einarbeitung. Um trotzdem eine intuitive Bedienung zu ermoglichen, ist in IRIX mit Indigo Magic eine Benutzerumgebung vorhanden, die die einfache Bedienung von PCs mit der Stabilitat und Leistungsfahigkeit von UNIX Plattformen verbinden soll, was zum Teil auch gelingt. Icons reprasentieren nicht allein Dateien und Applikationen, sondern auch Peripheriegerate wie Drucker und CD Player, andere Computer innerhalb des Netzwerkes oder sogar Mitarbeiter. Icons sind intelligent, sie wechseln ihr Aussehen, um eine Statusanderung anzuzeigen, etwa da? sich im Drucker kein Papier mehr befindet oder in CD Player eine Music CD liegt. Indigo Magic unterstutzt auch „drag & drop“. So kann eine Applikation gestartet werden, indem man das entsprechende Icon oder indem man ein Icon einer Datei auf die Applikation zieht. Weiterhin konnen Icons, die oft benotigt werden, direkt auf dem Desktop abgelegt. Der Dateimanager bietet eine einfache, graphische Art, durch das Dateisystem zu navigieren. Verschiedene Ansichtsarten sind gegeben, unter anderem auch eine Darstellung von Bilddateien durch kleine Kontrollbilder statt einem Icon, was gerade bei gro?en Verzeichnissen voller Bilder sehr nutzlich ist. Bei allem Lob mu? man allerdings sagen, dass diese Vorteile nur im Vergleich zu anderen UNIX – Oberflachen bestehen. Wenn man hingegen einen Vergleich mit dem Explorer von Windows oder selbst dem Finder von Apples Macintosh anstellt, mu? man klar feststellen, dass IRIX hier weit zuruckliegt.

Begriffe:

Multi – User: Mehrere Personen konnen unabhangig voneinander (auch gleichzeitig) am gleichen Rechner arbeiten.

Multithreading: Paralleles ausfuhren verschiedener Funktionen innerhalb eines Programmes.

Multiprocessing: Automatisches gleichma?iges Verteilen der Arbeit auf verschiedene CPUs.

Netzwerkfunktionen: Network Filesystem (NFS – gemeinsames Verwenden der Festplatten in einer(!) Verzeichnisstruktur), Network Information Service (NIS – Verteilen von Informationen von einem Server), X – Windows (Fensteroberflache, die es u.a. ermoglicht, Anzeige und Programm auf unterschiedlichen Rechnern laufen zu lassen), Internet (weltweites Datennetz).

OS/2:

Die Entwicklung des Operating Systems/2 begann bereits 1984. Der Grund der Entwicklung war die Einfuhrung einer neuen Rechnergeneration durch IBM. Diese neue Generation sollte mit dem Mikrokanal, einem neuen Bus – System, ausgestattet werden. 1987 kam diese Technik unter dem Namen PS/2 auf den Markt. Nach erfolglosem Anlauf von OS/2, der bedingt war durch die gro?e Fehlerbehaftung, stieg Microsoft, nach der Einfuhrung von Windows, aus der Gemeinschaftsproduktion mit IBM aus. Der Erfolg von OS/2 blieb auch weiterhin aus. Dies anderte sich mit der Einfuhrung von Version 2.0, das mit preemptiven Multitasking und 32-Bit aufwarten konnte. Ein gro?es Problem dieser Version war aber noch die enorme Hardwarevoraussetzung, weshalb es auch nicht zum gro?en Durchbruch von OS/2 kam. IBM arbeitete trotzdem weiterhin an OS/2 und prasentierte im Oktober 1994 die grundlich modifizierte Version OS/2 Warp 3, die eine Reihe von Verbesserungen aufwies.

Hardwarevoraussetzungen:

4 MB RAM (besser: 8MB), 386SX (32bit Prozessor), 35MB Speicherplatz, VGA – fahig

Arbeitsoberflache: Die Arbeitsoberflache (Workplace Shell) erscheint nach dem Starten von OS/2. Auf ihr befinden sich verschiedene Objekte und Folder, die als Icons dargestellt werden. Die Arbeitsoberflache wird auch als Objekt bezeichnet, wobei sie stets geoffnet und als Vollbild dargestellt wird, sie kann nicht verdeckt oder zum Sinnbild verkleinert werden. Die Anzahl, Art und Anordnung der einzelnen Objektsymbole hangt von der Installation und den anschlie?end ausgefuhrten Tatigkeiten ab.

Vergleich von MS-DOS und UNIX – Befehlen (Kommandozeile):

Aktion

MS – DOS

UNIX

Verzeichnis anzeigen

dir (Directory)

ls: zeigt alle Dateien und Verzeichnisse des Verzeichnisses an.

ls /u/wkz34 zeigt alle Dateien u. Verzeichnisse im Verzeichnis /u/wkz34 an.

ls – al zeigt alle Dateien mit ihren Zugriffsrechten, Besitzern und Erstelldatum an.

Datei am Bildschirm anzeigen

Ø Texteditor (edit.com)

More Textdatei

Ø cat vorkenn.txt zeigt die Datei vorkenn.txt auf dem Bildschirm an.

more hello.cob zeigt die Datei hello.cob auf dem Bildschirm an, wobei ein Blattern mit den Tasten Bildauf / Bildab moglich ist.

Verzeichnis wechseln

cd (Change Directory)

cd (Change Directory)

Datei loschen

del testdatei.txt (delete)

rm testdatei.txt (remove)

Verzeichnis erstellen

md cobneu (Make Directory)

mkdir cobneu (Make Directory)

Verzeichnis loschen

Ø rd cobneu (loscht das leere Verzeichnis cobneu; remove Directory)

deltree (loscht gesamten Verzeichnisbaum; delete Tree)

rmdir cobneu (loscht das leere Verzeichnis cobneu; remove Directory)

Datei kopieren

copy quelldateiname zieldateiname

cp quelldateiname zieldateiname (copy)

Dateien verschieben

move test.txt

Ø mv test.txt test.alt gibt der Datei test.txt den neuen Namen test.alt.

mv test.txt /u/wkz34/. verschiebt die Datei test.txt in das Verzeichnis /u/wkm34.

mv cobol.* /u/wkz34/. verschiebt alle Dateien mit dem Anfang cobol. in das Verzeichnis /u/wkz34.

Hilfetexte anzeigen

help del zeigt den Hilfetext zum Befehl del

Ø man ls zeigt den Hilfetext zum Befehl ls.

man cp zeigt den Hilfetext zum Befehl cp.

Hinweis: In der Regel la?t sich jeder UNIX – Befehl mit der Tastenkombination -d abbrechen.

Hinweis: Bei UNIX gibt es keinen Backslash () – Verzeichnisse werden durch einen normalen Schragstriche getrennt (test1/test2/xtc.txt)

UNIX – Ausdrucke:

Abmelden: Will der Benutzer eine Arbeitssitzung beenden, sollte er sich uber die im Programm vorgesehenen Wege abmelden. Das garantiert, da? alle Daten ordnungsgema? gespeichert werden (auch bei Win95 vorhanden).

Account: Bezeichnung fur die Regelung der Zugangsberechtigung zu einem Netzwerk. Ein Account erhalt in der Regel den Benutzernamen und das Pa?wort. Beide mussen vom Benutzer des Systems eingegeben werden.

AIX: Ein Derivat des Betriebssystems UNIX, das von IBM fur Gro?rechner entwickelt wurde.

Client-Server: Bezeichnung fur eine verbreitete Computer – Netzwerk Anordnung. An diesem Netzwerk konnen sowohl PCs als auch Workstations oder Gro?rechner beteiligt sein. Der Server ubernimmt dabei im Netz bestimmte Aufgaben, wie beispielsweise die Verwaltung eines Datenbanksystems, wahrend die als Client bezeichneten Rechner alle normalen Aufgaben durchfuhren.

Cobol: Eine hohere Programmiersprache, die im kaufmannischen Bereich eingesetzt wird.

Host: Bezeichnung fur einen Gro?rechner, der den mit ihm verbundenen PCs seine Rechnerkapazitat zur Verfugung stellt und sie mit Daten versorgt.

Mainframe: Zentralrechner, Gro?rechner.

Workstation: Sehr schneller Kleincomputer.

X – Windows: Grafische Benutzeroberflache unter dem Betriebssystem UNIX.